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Januar 3, 2021

Einige Menschen googeln nach "Amitriptylin Teufelszeug". Das lässt darauf schließen, dass auch dieses Antidepressivum nicht ohne Nebenwirkungen und Wechselwirkungen auskommt. Das Wichtigste erfährst Du in diesem Artikel. Der eigentliche Vorteil liegt meiner Meinung nach darin, dass es Amitriptylin auch in Tropfenform gibt. So kann man auch sehr gut kleine Dosen einnehmen und sich von unten an die "Wohlfühldosis" herantasten. 

Amitriptylin: Teufelszeug oder bewährtes Antidepressivum? Auf jeden Fall ist Vorsicht geboten bei Wechselwirkungen und Nebenwirkungen

Was ist Amitriptylin?

Amitriptylin gehört zur Klasse trizyklischer Antidepressiva und hat sedierende Wirkung. Die Wirkung kommt daher, dass es auf die Neurotransmitter einwirkt und dadurch auf unsere Stimmung Einfluss nimmt.

Amitriptylin ist verschreibungspflichtig und wird zur Behandlung von Depressionen eingesetzt.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Einsatzgebiete (z.B. zur Linderung von Schmerzen), auf die wir in diesem Artikel jedoch nicht weiter eingehen wollen.

Wichtige Information

Du solltest Amitriptylin nicht einnehmen, wenn Du bereits einmal einen Herzinfarkt hattest.

Ebenso solltest Du von einer Einnahme absehen, wenn Du in den letzten 14 Tagen einen sogenannten MAO-Hemmer eingenommen hast. Zu den MAO-Hemmern zählen beispielsweise:

  • Isocarboxazid (Antidepressivum)
  • Linezolid (Antibiotikum)
  • Methylenblau
  • Phenelzine (Antidepressivum, Anxiolytikum)
  • Rasagiline (Parkinson-Medikament)
  • Selegilin ( Parkinsonmedikament)
  • oder Tranylcypromin (Antidepressivum)

Bei der anfänglichen Einnahme eines Antidepressivums wie Amitriptylin kann es zu (verstärkten) Suizidgedanken kommen, insbesondere bei jungen Menschen bis zu 24 Jahren. Deswegen wird Dich Dein behandelnder Arzt vor allem in den ersten 12 Wochen der Einnahme engmaschig kontrollieren müssen.

Jedes neue Symptom und jedes Symptom, welches sich verschlechtert, solltes Du Deinem Arzt mitteilen, insbesondere:

  • Verhaltensänderungen sowie Veränderung der Stimmungslage
  • Ängste und Panikattacken
  • Schlafstörungen
  • Gefühle von Nervosität, Unruhe, Aggressivität, Hyperaktivität,
  • Verschlechterung der Depression
  • Suzidgedanken oder Gedanken an Selbstverletzung

Bevor Du das Medikament Amitriptylin einnimmst

Du solltest das Medikament nicht einnehmen, wenn Du allergisch gegen Amitriptylin bist oder wenn Du zuvor mal einen Herzinfarkt hattest.

Du solltest Amitripytylin auch nicht einnehmen, falls Du in den letzten zwei Wochen zuvor einen MAO-Hemmer eingenommen hattest. Gefährliche Wechselwirkungen könnten sonst die Folge sein.

Falls Du in den letzten 5 Wochen ein sogenanntes SSRI-Antidepressivum (Selektiver Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer) eingenommen hast, solltest Du dies deinem Arzt mitteilen.

Zu Den SSRI’s zählen u.a. folgende Antidepressiva:

Für eine sichere Einnahme von Amitriptylin sollte Dein Arzt auch davon wissen, falls Du einmal eine oder mehreren der folgenden Erkrankungen hattest:

  • Bipolare Störung (manisch-depressiv) oder Schizophrenie
  • Psychose oder eine andere Erkranung des Geistes
  • Lebererkrankung
  • Herz-Kreislauf-Erkrankung
  • Herzinfarkt, Schlaganfall oder epileptischer Anfall
  • Diabetes (Amitriptylin kann den Blutzuckerspiegel erhöhen oder erniedrigen)
  • Glaukom (Grüner Star)
  • Oder Proleme beim Urinieren (Wasserlassen)

Besonders jüngere Menschen neigen bei der Einnahme anfänglich zu Suizidgedanken. Deswege sollten nicht nur Dein Arzt, sondern auch Deine Familie, Freunde oder Betreuer ein Auge auf Dich, Deine Stimmung oder andere Symptome von Dir haben.

Falls Du schwanger bist oder noch stillst, sollte Dein Arzt ebenfalls Bescheid wissen.

Amitriptylin ist für Kinder unter 12 Jahren nicht zugelassen.

Ein persönlicher Tipp

Ich habe sehr gute Erfahrungen mit CBD-Öl gemacht. Es entspannt und beruhigt mich und hat mir sogar dabei geholfen, von meinen Antidepressiva loszukommen. Ich habe hierzu auch einen eigenen Erfahrungsbericht geschrieben, den Du hier nachlesen kannst.

Wie sollte man Amitriptylin einnehmen?

Amitriptylin sollte wie vom Arzt beschreiben eingenommen werden. Die Dosis kann im Laufe der Therapie vom Arzt verändert werden.

Bitte beachte, dass es bis zu 4 Wochen dauern kann, bis das Medikament anschlägt. Falls es bis dahin noch zu keiner Verbesserung bei Dir gekommen ist, solltest Du das unbedingt mit Deinem Arzt besprechen.

Falls bei Dir eine Operation ansteht, sollte das Dein Chirurg bzw. Dein Nakosearzt wissen. Es kann sein, dass Du Amitriptylin dann vor eine kurze Zeit aussetzen musst.

In den allermeisten Fällen solltest Du Amitriptylin jedoch nicht abrupt absetzen, sondern ausschleichen. Ansonsten kann (und wird es sehr wahrscheinlich) zu unangenehmen Absetzsymptomen kommen.

Dosierung von Amitriptylin

Dosis für Erwachsene

  • Anfängliche Dosis: 75 mg am Tag, kann in mehre Einnahmen verteilt werden. Kann bei Bedarf auf bis zu 150 mg pro Tag gesteigert werden.
  • Erhaltungsdosis: gewöhnlich zwischen 40 und 100 mg pro Tag
  • Maximaldosis: 150 mg pro Tag

Im Falle eines Krankenhausaufenthalts kann die Maximaldosis auf bis zu 300 mg pro Tag gesteigert werden.

Bemerkungen:

  • Aufgrund des beruhigenden und schlafanstoßenden Effekts sollte die Dosis idealerweise gegen späten Nachmittag, am Abend oder kurz vor dem Schlafengehen eingenommen werden.
  • Bis zum vollen Wirkungseintritt können bis zu 30 Tage vergehen.
  • Die Erhaltungsdosis sollte so gering sein, dass gerade noch die erwünschte Wirkung gegeben ist.
  • Um einen Rückfall zu vermeiden, sollte die Erhaltungsdosis mindestens 3 Monate eingenommen werden.

Die Dosierung in Geriatrie und Pädiatrie kann von der o.g. Dosierung abweichen.

Was, wenn ich mal eine Dosis verpasst habe?

Dann nehme die nächste Dosis so schnell wie möglich ein. Falls es bereits bald Zeit für die nächste Dosis war, dann lasse die vorige Dosis einfach aus. Also die verpasste Dosis nicht nachholen und auch keine zwei Dosierungen auf einmal nehmen.

Was kann bei einer Überdosis passieren?

Eine versehentliche Überdosierung kann bei Amitriptylin fatal sein.

Rufe schnellstmöglich bei der Giftnotrufzentrale an, hier ein Link mit der Liste

https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/01_Lebensmittel/03_Verbraucher/09_InfektionenIntoxikationen/02_Giftnotrufzentralen/lm_LMVergiftung_giftnotrufzentralen_node.html

Was sollte ich bei der Einnahme von Amitriptylin vermeiden?

Bitte trinke keinen Alkohol. Amitriptylin in der Kombination mit Alkoholkonsum kann verheerende bis tödliche Folgen haben.

Auch Autofahren oder vergleichbare Aktivitäten solltest Du vermeiden, bis Du gemerkt hast, wie dein Körper auf das Arzneimittel reagiert.

Auch Sonnenbaden oder Solarium solltest Du vermeiden, das Amitriptylin die Gefahr und Folgen eines Sonnenbrandes verstärken kann. Deswegen solltest Du bei starker Sonneneinstrahlung Schutzkleidung und hohe Sonnenschutzcreme verwenden.

Nebenwirkungen von Amitriptylin

Allergische Reaktion

Falls Du Anzeichen einer allergischen Reaktion hast, solltest Du schnellstmöglich den Rettungsdienst rufen. Zu den Anzeichen zählen:

  • Hautausschlag
  • Atemstörungen
  • Schwellungen an Gesicht, Lippe, Zunge oder Hals

Arzt rufen in diesen Fällen

Auch bei den folgenden möglichen Nebenwirkungen solltest Du zumindest Deinen Arzt informieren:

  • Anzeichen eines Blutgerinnsels: plötzliche Benommenheit oder Schwäche, Probleme beim Sprechen oder mit dem Sehen, Schwellungen oder Rötungen an Arm(en) oder Bein(en)
  • Ungewohnte Gedanken oder ungewohntes Verhalten
  • Schwindel- und Ohnmachtsgefühle
  • Schmerzen oder Druck auf der Brust; Schmerzen, die Richtung Schulter oder Kiefer ausstrahlen: Übelkeit; starkes Schwitzen
  • Herzklopfen oder Herzstolpern
  • Verwirrung oder Halluzinationen
  • Krämpfe oder Krampfanfälle
  • Schmerzen oder Probleme beim Urinieren (Wasserlassen)
  • Starke Verstopfung
  • Bei verstärtker Neigung zu Blutergüssen oder verstärktes Bluten (z.B. Nasenbluten)
  • Fieber, Schüttelfrost
  • Entzündungen im Hals-, Mund- oder Rachenbereich

Häufige Nebenwirkungen

Die folgenden Nebenwirkungen von Amitriptylin sind recht häufig:

  • Verstopfung oder Durchfall
  • Übelkeit, Erbrechen, Magenbeschwerden
  • Schmerzen im Mund, ungewöhnlicher Geschmack, schwarze Zunge
  • Störungen des Appetit und Hungergefühls, Gewichtsschwankungen
  • „weniger auf die Toilette zum Pinkeln müssen“
  • Ausschlag oder Juckreiz
  • Brustschwellungen (sowohl bei Mann als auch bei Frau)
  • Verringerte Libido, Erektionsstörungen bis Impotenz, Ejakulations- und Orgasmusstörungen

Diese Liste an Nebenwirkungen ist nicht komplett. Weitere Nebenwirkungen kannst Du in diesem Artikel nachlesen.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Die Einnahme von Amitriptylin in Kombination mit anderen Medikamenten, die einen müde machen, kann diesen Effekt noch verstärken. Falls Du Amitriptylin zusammen mit Schlafmitteln, Schmerzmedikamenten, Muskelweichmachern oder anderen Medikamente gegen Depressionen, Ängste oder Krampfanfälle einmehmen möchtest, solltest Du vorher Deinen Arzt dazu befragen.

In einigen Fällen ist es nämlich nicht sicher, bestimmte Medikamente gleichzeitig einzunehmen. Meist führt die Einnahme beider Medikamente dann zu erhöhten oder erniedrigten Blutspiegeln eines oder beider der Medikamente. Dann lässt die Wirkung nach oder Nebenwirkungen  verstärken sich.

Besonders bei folgenden Medikamenten ist Vorsicht geboten, da es hier zu Wechselwirkungen mit Amitriptylin kommen kann.

  • Andere Antidepressiva
  • Medikamente zur Behandlung von Depression, Ängsten, Stimmungsschwankungen oder Geisteskrankheiten
  • Medikamente gegen Erkältungen oder Allergien
  • Parkinson-Medikamente
  • Medikamente zur Behandlung von Magen-Darm-Störungen,  Reisekrankheit oder Reizdarm-Beschwerden
  • Medikamente gegen eine „schwache Blase“
  • Asthmamittel

Auch diese Liste ist nicht vollständig. Auch rezeptfreie Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel könnten zu Wechselwirkungen mit Amitriptylin führen.

Weitere Informationen

Wie immer gilt auch hier: bewahre die Arznei nicht in der Nähe von Kindern auf, teile sie nicht mit anderen und verwende sie nur für den angedachten Zweck.

CBD: eine Alternative

Während meiner persönlichen Leidenszeit, als ich noch selbst unter Depressionen und Angststörungen gelitten hatte, probierte ich viele pflanzliche Mittel aus, um von meinen Antidepressiva loszukommen. Ob Lasea (Lavendelöl), Johanniskraut, Baldrian oder homöopathische Mittel wie Neurexan - ich hatte schon alles probiert, bis ich schließlich auf CBD-Öl gestoßen bin, was bei mir letztlich den Durchbruch gebracht hatte.

Meinen Bericht, wie ich auf CBD gestoßen bin und wie es bei mir wirkte, kannst Du hier nachlesen.

Selbstmordgedanken?

Falls du akut Hilfe brauchst: Anlaufstellen wie die Telefonseelsorge (0800 - 111 0 111 oder 0800 - 111 0 222) sind rund um die Uhr für dich erreichbar.

Weitere Hilfsangebote findest du hier: https://www.suizidprophylaxe.de/hilfsangebote/hilfsangebote/

Über den Author

Andreas

Ich bin Andreas, Gründer und Hauptblogger von "Mein Weg aus der Angst". Ich lebe mit Frau, Tochter und Hund in der Pfalz. Mehr Infos über mich kannst du hier nachlesen.


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