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September 16, 2021

Angsterkrankungen (Angststörungen) zählen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen. Sie äußern sich in unterschiedlichen Formen. Lern die Unterschiede kennen!

Angststörungen bzw. Angsterkrankungen sind eine psychische Erkrankung. Angstzustände machen es schwer, den Tag zu überstehen. Zu den Symptomen gehören Nervosität, Panik und Angstgefühle sowie Schweißausbrüche, ein schneller Herzschlag und Atemnot.

Therapiert werden Angststörungen meist mit Psychopharmaka, kognitiver Verhaltenstherapie oder einer Kombination von beidem. Dein Arzt kann für dich einen Behandlungsplan erstellen, der für dich am besten geeignet ist.


Das erfährst Du in Diesem Artikel

ÜBERBLICK: WENN DIE ANGST BEIM MENSCHEN ZUR ERKRANKUNG WIRD

Was ist eine Angststörung?

In der Medizin zählt die Angststörung zu den psychischen Erkrankungen/Störungen. Wenn du an einer Angststörung leidest, reagierst du auf bestimmte Dinge und Situationen im Alltag mit Angst und Schrecken. Du kannst auch körperliche Anzeichen von Angst verspüren, wie z. B. Herzklopfen und Schweißausbrüche. Selbst Magen-Darm-Beschwerden können auf Ängste zurückzuführen sein (Reizdarm, Reizmagen).

Jeder Mensch hat einmal Angst. Die Angst hat einen natürlichen Hintergrund und es ist normal, etwas Angst zu haben. Du fühlst dich vielleicht ängstlich oder nervös, wenn du ein Problem bei der Arbeit angehen musst, zu einem Vorstellungsgespräch gehst, einen Test machst oder eine wichtige Entscheidung treffen musst. Ein gewisses Angstgefühl kann sogar nützlich sein. Zum Beispiel hilft uns die Angst, gefährliche Situationen zu erkennen und unsere Aufmerksamkeit zu fokussieren. Die Angst übernimmt also eine sinnvolle Schutzfunktion.

Bei einer Angststörung jedoch gehen die Symptome über die normale Nervosität und leichte Angstgefühle, die du vielleicht von Zeit zu Zeit verspürst, hinaus. In der Psychiatrie (Nervenheilkunde) spricht man von einer Angststörung liegt, wenn:

  • Die Angst deine Funktionsfähigkeit beeinträchtigt.
  • Du oft überreagierst, wenn etwas deine Gefühle auslöst.
  • Du deine Angstreaktionen auf Situationen nicht kontrollieren kannst.

Angsterkrankungen können es schwierig machen, den Tag zu überstehen. Zum Glück gibt es mehrere wirksame Behandlungsmöglichkeiten (engl. treatments) für Angststörungen.

Wer hat ein Risiko für Angststörungen?

Eine Kombination aus genetischen und umweltbedingten Faktoren kann das Risiko einer Person für die Entwicklung von Angststörungen erhöhen. Du hast du möglicherweise ein erhöhtes Risiko für die Entstehung einer Angsterkrankung, wenn folgendes auf dich zutrifft:

  • Bestimmte Persönlichkeitsmerkmale wie Schüchternheit oder Zurückhaltung- du fühlst dich bei unbekannten Menschen, Situationen oder Umgebungen unwohl und meidest sie deswegen.
  • Stressige oder traumatische Ereignisse in der frühen Kindheit oder im Erwachsenenalter
  • Angststörungen oder andere psychische Erkrankungen in der Familie
  • Bestimmte körperliche Erkrankungen wie Schilddrüsenprobleme und Herzrhythmusstörungen

Angsterkrankungen treten häufiger bei Frauen auf. Forscherinnen und Forscher untersuchen noch, warum das so ist. Möglicherweise liegt es an den weiblichen Hormonen, insbesondere an den Sexualhormonen, die bei der Frau ja im Laufe des Monatszyklus schwanken. Auch das Hormon Testosteron könnte eine Rolle spielen - Männer haben mehr davon, und es könnte dazu beitragen, Ängste zu lindern. Es ist auch denkbar, dass Frauen seltener eine Behandlung in Anspruch nehmen, so dass sich die Ängste verschlimmern.

Welche Arten von Angsterkrankungen gibt es?

Es gibt verschiedene Arten von Angststörungen, darunter:

Andere psychische Erkrankungen weisen ähnliche Merkmale wie Angsterkrankungen auf. Dazu gehören die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und die Zwangsstörung (OCD).

Was ist eine Generalisierte Angststörung (GAD)?

Bei einer Generalisierten Angststörung (GAD) verspürst du extreme und unrealistische Sorgen und Spannungen - auch wenn es keinen Auslöser für diese Gefühle gibt. Also ganz unabhängig von einer realen Gefahr oder einer echten Bedrohung deines Lebens.

An den meisten Tagen machst du dir vielleicht viele Sorgen über verschiedene Themen wie Gesundheit, Arbeit, Schule, Beziehungen und sonstige vermeintliche Gefahren. Du hast vielleicht das Gefühl, dass deine Sorgen von einer Sache zur nächsten wandern.

Zu den körperlichen Symptomen einer generalisierten Angststörung können Unruhe, Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafprobleme gehören.

Was ist eine Panikstörung?

Wenn du an einer Panikstörung leidest, bekommst du intensive, plötzliche Panikattacken. Diese Attacken sind oft mit stärkeren und intensiveren Gefühlen verbunden als andere Arten von Angststörungen.

Die Angstgefühle können plötzlich und unerwartet auftreten oder durch einen Auslöser ausgelöst werden, z. B. durch eine Situation, die du fürchtest. Panikattacken können einem Herzinfarkt ähneln. Wenn die Möglichkeit besteht, dass du einen Herzinfarkt erleidest, dann geh zur Diagnostik am besten in die Klinik zur Notaufnahme oder rufe den Rettungswagen. Es ist besser, auf Nummer sicher zu gehen und dich bzw. deinen Körper von einem Arzt untersuchen zu lassen.

Während einer Panikattacke kannst du Folgendes erleben

  • Schwitzen
  • Herzklopfen (das Gefühl, dass dein Herz pocht und springt aus deiner Brust)
  • Schmerzen in der Brust
  • Erstickungsgefühle, die dich glauben lassen können, du hättest einen Herzinfarkt.
  • Todesängste

Panikattacken sind sehr beunruhigend. Menschen mit einer Panikstörung verbringen oft viel Zeit damit, sich Gedanken über die nächste Panikattacke zu machen. Außerdem versuchen sie, Situationen zu vermeiden, die eine Attacke auslösen könnten.

Phobien: Angst in bestimmten Situationen

Phobien sind starke Ängste vor bestimmten Situationen oder Objekten. Einige dieser Ängste mögen sinnvoll sein, wie zum Beispiel die Angst vor Schlangen. Aber oft passt das Ausmaß der Angst nicht zu der jeweiligen Situation.

Wie bei anderen Angsterkrankungen verbringst du vielleicht viel Zeit damit, Situationen zu vermeiden, die die Phobie auslösen könnten.

Eine spezifische Phobie ist eine intensive Angst vor einem bestimmten Objekt oder einer bestimmten Situation. Sie kann dazu führen, dass du alltägliche Situationen meidest. Zu den spezifischen Phobien gehört die Angst vor:

  • Tieren wie Spinnen, Hunden oder Schlangen.
  • Blut
  • Fliegen (Flugangst)
  • Höhen (Höhenangst)
  • Injektionen (Spritzen)
  • Zukunftsangst (Neophobie)

Soziale Angststörung (Soziale Phobie)

Früher nannten Mediziner diese psychische Störung auch Soziale Phobie. Es kann sein, dass du in alltäglichen sozialen Situationen oder Zusammenhängen überwältigende Sorgen und Selbstzweifel hast. Du machst dir vielleicht Sorgen, dass andere dich beurteilen, oder du hast Angst, dich zu blamieren oder dich lächerlich zu machen. Menschen mit sozialer Angststörung vermeiden soziale Situationen möglicherweise ganz.

Agoraphobie

Wenn du an Agoraphobie leidest, hast du vielleicht große Angst, überwältigt zu werden oder keine Hilfe zu bekommen. Normalerweise hast du Angst vor zwei oder mehren dieser Umgebungen:

  • Geschlossene Räume
  • Menschenschlangen oder Menschenmengen
  • Offene Räume
  • Orte außerhalb deines Hauses
  • Öffentliche Verkehrsmittel

In schweren Fällen kann es vorkommen, dass eine Person mit Agoraphobie das Haus überhaupt nicht mehr verlässt. Sie haben solche Angst, in der Öffentlichkeit eine Panikattacke zu bekommen, dass sie lieber drinnen bleiben.

Was ist eine Trennungsangststörung?

Diese Störung betrifft vor allem Kinder und Jugendliche, die sich Sorgen machen, wenn sie von ihren Eltern getrennt sind. Kinder mit Trennungsangst haben Angst, dass ihre Eltern auf irgendeine Weise verletzt werden oder nicht wie versprochen zurückkommen. Das kommt häufig bei Vorschulkindern vor. Aber auch ältere Kinder und Erwachsene, die ein stressiges Ereignis erleben, können an Trennungsangst leiden.

Wie häufig sind Angsterkrankungen?

Angststörungen sind die häufigsten psychischen Störungen in den USA (das gleiche gilt aber auch für Deutschland, Österreich und die Schweiz). Etwa 40 Millionen Amerikaner sind davon betroffen. Fast 30 % aller Erwachsenen sind irgendwann einmal in ihrem Leben davon betroffen. Am häufigsten beginnen Angststörungen in der Kindheit, in der Jugend oder im frühen Erwachsenenalter.

Wie wirken sich Angststörungen auf Kinder aus?

Verstärkte Ängste bei Kindern sind ein ernstzunehmendes Thema. Es ist normal, dass Kinder zu bestimmten Zeiten ein gewisses Maß an Angst, Sorge oder Furcht empfinden. Ein Kind kann sich zum Beispiel vor einem Gewitter oder einem bellenden Hund fürchten. Ein Teenager hat vielleicht Angst vor einer bevorstehenden Prüfung oder einem Schultanz.

Aber manchmal nähern sich Kinder diesen Situationen mit überwältigender Angst oder sie können nicht aufhören, über all die Ängste nachzudenken, die mit einem dieser Ereignisse verbunden sind. Es kann sein, dass kein einziger Trost hilft. Diese Kinder bleiben oft an ihren Sorgen hängen. Es fällt ihnen schwer, ihren täglichen Aktivitäten nachzugehen, wie zur Schule zu gehen, zu spielen und einzuschlafen. Sie zögern extrem, etwas Neues auszuprobieren.

Wenn du über die Ängste deines Kindes nachdenkst, ist das Feststecken der Schlüssel. Er unterscheidet zwischen den normalen Sorgen eines Kindes und einer Angststörung, die professionelle Hilfe benötigt. Wenn die Ängste oder Sorgen die Funktionsfähigkeit deines Kindes beeinträchtigen, ist es vielleicht an der Zeit, Hilfe zu suchen.

SYMPTOME UND URSACHEN

Was sind die Ursachen von Angststörungen?

Angsterkrankungen sind wie andere Formen psychischer Erkrankungen. Sie sind nicht auf persönliche Schwächen, Charakterfehler oder Erziehungsprobleme zurückzuführen. Aber die Forscher wissen nicht genau, was Angststörungen verursacht. Sie vermuten, dass eine Kombination von verschiedenen Faktoren eine Rolle spielt:

  • Ein chemisches Ungleichgewicht (an Neurotransmittern): Starker oder lang anhaltender Stress kann das Gleichgewicht an Botenstoffe in deinem Gehirn, die deine Stimmung steuern, verändern. Wenn du über einen längeren Zeitraum hinweg viel Stress hast, kann das zu einer Angststörung führen.
  • Umweltfaktoren: Das Erleben eines Traumas kann eine Angststörung auslösen, vor allem bei Menschen, die bereits genetisch bedingt ein höheres Risiko aufweisen.
  • Vererbung: Angststörungen treten oft gehäuft in der Familie auf. Du kannst sie von einem oder beiden Elternteilen erben, genauso wie du zum Beispiel die Augenfarbe erben kannst.
  • Psychose: Auch die Symptome einer Psychose (z.B. Stimmenhören) können starke Ängste bei Betroffenen auslösen.

Herzrasen, Schwindel, Zittern, Atemnot: Symptome einer Angststörung

Die Symptome hängen von der Art der Angststörung ab, die du hast. Zu den allgemeinen Symptomen einer Angststörung gehören:

Körperliche Symptome:

  • Kalte oder verschwitzte Hände
  • Trockener Mund
  • Herzklopfen
  • Übelkeit
  • Taubheit oder Kribbeln in Händen oder Füßen
  • Muskelverspannungen
  • Kurzatmigkeit

Psychische Symptome:

  • Gefühl von Panik, Angst und Unbehagen
  • Albträume
  • Wiederholte Gedanken oder Flashbacks an traumatische Erlebnisse
  • Unkontrollierbare, zwanghafte Gedanken, Gedanken an Suizid (Selbstmordgedanken)

Verhaltenssymptome:

  • Unfähigkeit, still und ruhig zu sein
  • Rituelle Verhaltensweisen, wie z. B. wiederholtes Händewaschen
  • Schlafschwierigkeiten

Wie erkenne ich, ob mein Kind eine Angststörung hat?

Angstbedingte Probleme bei Kindern weisen vier gemeinsame Merkmale auf. Die Ängste:

  • äußern sich typischerweise in einer Angst oder einer Fixierung, die die Fähigkeit beeinträchtigt, das Leben zu genießen, den Tag zu überstehen oder Aufgaben zu erledigen.
  • sind sowohl für das Kind als auch für die Eltern rätselhaft.
  • bessern sich auch dann nicht, nachdem logische Erklärungen für die Ängste gefunden wurden.
  • sind gut therapierbar.

DIAGNOSE UND TESTS

Wie werden Angststörungen diagnostiziert?

Wenn du Symptome einer Angststörung bei dir widererkennst, dann sprich mit deinem Arzt darüber. Er wird zunächst eine vollständige Anamnese und eine körperliche Untersuchung durchführen.

Es gibt keine Labortests oder Scans, mit denen Angsterkrankungen diagnostiziert werden können. Dein Arzt oder deine Ärztin kann jedoch einige solcher Tests durchführen, um körperliche Erkrankungen auszuschließen, die ebenfalls diese Symptome verursachen könnten.

Wer kann eine Angststörung diagnostizieren?

Wenn dein Arzt keine Anzeichen für eine körperliche Erkrankung feststellt, kann er dich an einen Psychiater oder einen Psychologen überweisen. Diese Fachleute sind auf die Diagnose und Behandlung von psychischen Erkrankungen spezialisiert. Um herauszufinden, ob du an einer Angststörung leidest, können sie in deinem Auftrag spezielle Befragungs- und Bewertungsinstrumente einsetzen. In der Regel stützt sich die Diagnose auf folgende Informationen:

  • Deine geäußerten Symptome, einschließlich der Frage, wie stark sie sind und wie lange sie bereits andauern.
  • Gespräche darüber, wie die Symptome dein tägliches Leben beeinträchtigen.
  • Die Beobachtung deiner Einstellung und deines Verhaltens durch den Arzt.

Die Ärzte orientieren sich hierbei an den medizinischen Leitlinien, die im jeweiligen Land gelten, z.B. am Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-5). Die American Psychiatric Association gibt das DSM-5 heraus. Es ist das Standardhandbuch für die Diagnose von psychischen Erkrankungen.

THERAPIE/BEHANDLUNG

Wie werden Angststörungen behandelt?

Eine Angststörung ist wie jedes andere gesundheitliche Problem, das behandelt werden muss. Du kannst sie nicht wegzaubern. Es ist keine Frage der Selbstdisziplin oder der Einstellung. Die Forschung hat in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte bei der Behandlung psychischer Erkrankungen gemacht. Dein Psychiater wird basierend auf deinen individuellen Gesundheitsinformationen einen Behandlungsplan erstellen, der für dich geeignet ist. Dieser Plan kann eine Kombination aus Medikamenten und Psychotherapie sein.

Die medikamentöse Therapie von Angststörungen

Medikamente können eine Angststörung nicht heilen. Aber sie können die Symptome lindern und dir helfen, besser im Alltag zu funktionieren. Gegen Angststörungen werden häufig folgende Medikamente eingesetzt:

  • Angstlösende Medikamente, wie z. B. Benzodiazepine, können deine Ängste, Panik und Sorgen verringern. Sie wirken schnell, aber du kannst sehr schnell eine Toleranz und eine Abhängigkeit entwickeln. Dadurch werden sie mit der Zeit nicht nur weniger wirksam, auch der Entzug gestaltet sich sehr schwierig und langwierig. Dein Arzt sollte dir Benzodiazepine nur kurzfristig für den Notfall verschreiben und langfristig lieber auf ein Antidepressivum setzen.
  • Auch Antidepressiva können bei Angstzuständen helfen. Sie verändern die Art und Weise, wie dein Gehirn bestimmte chemische Stoffe, die Neurotransmitter nutzt, um die Stimmung zu verbessern und Stress abzubauen. Es kann einige Zeit dauern, bis Antidepressiva wirken, also sei geduldig. Wenn du das Gefühl hast, dass du bereit bist, die Einnahme von Antidepressiva zu beenden, dann sprich zuerst mit deinem Arzt.
  • Betablocker, die normalerweise bei Bluthochdruck eingesetzt werden, können helfen, einige der körperlichen Symptome von Angststörungen zu reduzieren. Sie können Herzrasen, Zittern und Zittrigkeit lindern.

Dein behandelnder Psychiater (evtl. auch dein Hausarzt) wird gemeinsam mit dir die richtige Medikamentenkombination und Dosierung finden. Ändere die Dosis nicht ohne Rücksprache mit deinem Arzt. Er wird dich überwachen, um sicherzustellen, dass die Medikamente wirken, ohne negative Nebenwirkungen zu verursachen.

Wie werden Angststörungen mit Psychotherapie behandelt?

Eine Psychotherapie oder Beratung hilft dir, mit deiner emotionalen Reaktion auf die Krankheit umzugehen. Eine Psychotherapeutin oder ein Psychotherapeut bespricht mit dir Strategien, die dir helfen, die Störung besser zu verstehen und mit ihr umzugehen. Zu diesen Ansätzen gehören:

  • Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist die häufigste Form der Psychotherapie, die bei Angststörungen eingesetzt wird. Bei der kognitiven Verhaltenstherapie lernst du, Gedankenmuster und Verhaltensweisen zu erkennen, die zu unangenehmen Gefühlen führen. Dann arbeitest du daran, sie zu ändern.
  • Die Expositionstherapie, auch Konfrontationstherapie genannt, konzentriert sich auf den Umgang mit den Ängsten, die hinter der Angststörung stehen. Sie hilft dir, dich auf Aktivitäten oder Situationen einzulassen, die du vielleicht bisher vermieden hast. Dein Therapeut kann bei der Expositionstherapie auch Entspannungsübungen und Bilder verwenden.

Was passiert, wenn ich die Behandlung für mein Kind mit einer Angststörung nicht in Anspruch nehme?

Wenn dein Kind wegen einer Angststörung Hilfe bekommt, kann das seine Entwicklung und sein Selbstwertgefühl verbessern. Aber unbehandelte Angststörungen können auch weiteren Schaden anrichten in Bezug auf:

  • Familienbeziehungen,
  • Schulische Leistungen
  • und dem Sozialverhalten des Kindes.

Dein Kind kann auch ernstere psychische und physische Gesundheitsprobleme bekommen. Zum Glück gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für Angststörungen. Die richtige Behandlung kann deinem Kind helfen, seine Symptome in den Griff zu bekommen und sich wohl zu fühlen.

PRÄVENTION / VORBEUGUNG

Kann man Angststörungen vorbeugen?

Du kannst Angststörungen nicht komplett verhindern. Aber du kannst Maßnahmen ergreifen, um deine Symptome zu kontrollieren oder zu reduzieren:

  • Informiere dich über Medikamente: Sprich mit deinem Arzt oder Apotheker, bevor du rezeptfreie Medikamente oder pflanzliche Heilmittel einnimmst. Einige von ihnen enthalten Substanzen, die die Angstsymptome sogar verschlimmern können.
  • Koffein einschränken: Stoppe oder begrenze die Menge an Koffein, die du konsumierst, einschließlich Kaffee, Tee, Cola und Schokolade.
  • Lebe einen gesunden Lebensstil: Treibe regelmäßig Sport und ernähre dich gesund und ausgewogen.
  • Suche dir Hilfe: Lass dich beraten und unterstützen, wenn du ein traumatisches oder beunruhigendes Ereignis erlebt hast. So kannst du verhindern, dass Ängste und andere unangenehme Gefühle dein Leben beeinträchtigen.

AUSBLICK / PROGNOSE

Wie sind die Aussichten für Menschen mit Angststörungen?

Angststörungen bleiben oft unerkannt und unbehandelt. Zum Glück kann eine Behandlung helfen. Die richtige Behandlung kann dazu beitragen, deine Lebensqualität, die Qualität deiner Beziehungen und deine Produktivität zu verbessern. Sie kann auch dein allgemeines Wohlbefinden fördern.

Du musst nicht mit ständigen Sorgen und Ängsten leben. Wenn du Symptome einer Angststörung bemerkst, sprich mit deinem Gesundheitsdienstleister. Es ist am besten, wenn du so schnell wie möglich eine Diagnose stellst und dich behandeln lässt. Dadurch können die Probleme, die Angststörungen verursachen können, begrenzt werden. Oft kann eine Kombination aus Medikamenten und Beratung dir helfen, dich besser zu fühlen.

LEBEN MIT EINER ANGSTERKRANKUNG

Wie kann ich am besten mit einer Angststörung umgehen?

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die du ergreifen kannst, um mit den Symptomen einer Angststörung umzugehen. Diese Strategien können auch deine Behandlung effektiver machen:

  1. Lerne Stressbewältigung: Lerne, wie du mit Stress umgehen kannst, z. B. durch Meditation.
  2. Tritt einer Selbsthilfegruppe bei: Diese Gruppen gibt es sowohl persönlich als auch online. Sie ermutigen Menschen mit Angststörungen, sich über ihre Erfahrungen und Bewältigungsstrategien auszutauschen.
  3. Bilde dich weiter: Informiere dich über die Art deiner Angststörung und die dazugehörigen Begriffe, damit du dich besser unter Kontrolle hast. Hilf auch deinen Freunden und Verwandten, die Störung zu verstehen, damit sie dich unterstützen können.
  4. Beschränke oder vermeide Koffein: Viele Menschen mit Angststörungen finden, dass Koffein ihre Symptome verschlimmern kann.
  5. Sprich mit deinem Arzt: Dein Arzt ist dein Partner bei deiner Behandlung. Wenn du das Gefühl hast, dass die Behandlung nicht anschlägt oder du Fragen zu deinen Medikamenten hast, wende dich an deinen Hausarzt oder Psychiater. Gemeinsam könnt ihr herausfinden, wie ihr am besten vorgehen könnt.

Wie hängt das Reizdarmsyndrom (IBS) mit Angststörungen zusammen?

Manche Menschen spüren die Auswirkungen von Stress in ihrem Magen oder Darm. Menschen mit Reizdarmsyndrom haben unangenehme Verdauungsprobleme wie Magenschmerzen, Verstopfung und Durchfall. Häufig leiden sie auch unter Angstzuständen und Depressionen, was die Symptome verschlimmern kann.

Der Zusammenhang zwischen Reizdarmsyndrom und Angstzuständen entsteht durch das Nervensystem, das den Dickdarm teilweise kontrolliert. Die Reaktion des Nervensystems auf Stress kann sich auf den Magen auswirken. Von den Menschen, die wegen des Reizdarmsyndroms behandelt werden, leiden zwischen 50 und 90 % auch an Angststörungen oder Depressionen. Die Behandlung des Reizdarmsyndroms kann Stressmanagement und Psychotherapie beinhalten, um die Symptome zu lindern.

Was sollte ich meinen Arzt noch fragen?

Wenn du an einer Angststörung leidest, frage deinen Arzt folgendes:

  1. Was ist die beste Behandlung für mich?
  2. Brauche ich Medikamente? Welche Art von Medikamenten?
  3. Wie lange sollte ich die Medikamente einnehmen?
  4. Welche Art von Psychotherapie ist am besten geeignet?
  5. Was kann ich sonst noch tun, um meine Symptome in den Griff zu bekommen?
  6. Für welche anderen Krankheiten bin ich gefährdet?

Wann sollte ich wegen einer Angststörung in die Notaufnahme gehen?

Die Symptome einer Angststörung können den Symptomen eines Herzinfarkts oder eines anderen gesundheitlichen Notfalls ähneln. Wenn du zum ersten Mal eine Panikattacke erlebst oder dir Sorgen um deine Gesundheit machst, dann rufe den Notruf an oder gehe in die nächste Notaufnahme. Ein Mediziner wird dich auf ernste oder lebensbedrohliche Zustände untersuchen.

Wenn du eine Panikattacke hast und nicht sicher bist, ob du in die Notaufnahme gehen solltest, ist es besser, dorthin zu gehen. Das medizinische Fachpersonal kann sich vergewissern, dass es dir gut geht, und dich gegebenenfalls behandeln.

FAZIT

Eine Angststörung kann es schwierig machen, den Tag zu überstehen. Zu den Symptomen einer Angststörung gehören Gefühle wie Nervosität, Panik und Angst. Du kannst auch körperliche Symptome wie Schwitzen und einen schnellen Herzschlag haben.

Aber du musst nicht so leben. Es gibt mehrere wirksame Behandlungsmöglichkeiten für Angststörungen. Sprich mit deinem Arzt, um deine Diagnose und den besten Behandlungsplan herauszufinden. Oft werden Medikamente und Therapien kombiniert. Medikamente gegen Angstzustände und Antidepressiva in Kombination mit KVT können dir helfen, dich besser zu fühlen.

Selbstmordgedanken?

Falls du akut Hilfe brauchst: Anlaufstellen wie die Telefonseelsorge (0800 - 111 0 111 oder 0800 - 111 0 222) sind rund um die Uhr für dich erreichbar.

Weitere Hilfsangebote findest du hier: https://www.suizidprophylaxe.de/hilfsangebote/hilfsangebote/

Über den Author

Andreas

Ich bin Andreas, Gründer und Hauptblogger von "Mein Weg aus der Angst". Ich lebe mit Frau, Tochter und Hund in der Pfalz. Mehr Infos über mich kannst du hier nachlesen.

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