Borderline Syndrom: Gefangen in Gefühlen
Mein Weg aus der Angst
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Gefangen in Gefühlen: das Borderline Syndrom

Wir alle kennen Gefühlsausbrüche – Streit gehört zu jeder Beziehung. Nach einer mehr oder weniger heftigen Explosion regen wir uns aber wieder ab. 

Nicht so Menschen mit Borderline Syndrom: Unkontrollierbare Gefühle machen ihre Welt ungemein beängstigend. Sie sind zerrissen zwischen enormen Spannungen und einer inneren Leere

Ritzen, Ess-Störungen und Depressionen begleiten häufig eine Borderline Persönlichkeitsstörung

Informiere Dich hier umfassend über diese Erkrankung! 

Was ist Borderline Syndrom?

Wie bei jeder psychischen Krankheit, so ist die Diagnose einer Borderline Personality Disorder – so der englische Fachausdruck – manchmal schwierig. Wann nehmen verkorkste Charakterzüge einen krankhaften Charakter an? Lassen drei missglückte Beziehungen nacheinander auf eine Borderline Störung schließen? Um dieses komplexe Störungsbild einzugrenzen und zu erklären, hilft ein Blick auf international akzeptierte Definitionen.

Definition nach ICD 10

Die ICD 10, Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme, 10. Revision, zählt das Borderline Syndrom zu den spezifischen Persönlichkeitsstörungen (1). Demnach sind diese Erkrankungen nicht auf eine Hirnschädigung zurückzuführen. Sie treten meist in der Kindheit oder bei Jugendlichen auf. Die Dauer ist unterschiedlich. Ohne Behandlung beeinträchtigt die Borderline Störung das Leben auch im Erwachsenenalter.

Diese Persönlichkeitsstörungen teilt die Weltgesundheitsorganisation, Verfasser der ICD 10, in verschiedene Typen auf. Mit dem Code F60.31 zählt das Borderline Syndrom zu den emotional instabilen Persönlichkeitsstörungen. Demnach leben Borderline Patienten bei diesem Störungsbild Impulse aus, ohne Konsequenzen zu berücksichtigen. Sie können Impulse genauso wenig kontrollieren wie ihre Gefühle. Dazu kommen beim Borderline-Typus ein gestörtes Selbstbild und ein chronisches Gefühl von Leere sowie Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Intensive Beziehungen dauern nur kurze Zeit. Selbstzerstörerische Handlungen und Selbstmordversuche sind häufig.

Symptome der Borderline Störung

Der Psychoanalytiker Adolph Stern verwendete den Ausdruck borderline personality zum ersten Mal im Jahr 1938 (2). Er ordnete Patienten in diese Kategorie ein, wenn die Psychoanalyse bei ihnen keinen Erfolg zeigte. Borderline, zu deutsch Grenzfall, wählte er, weil diese Menschen seiner Ansicht nach an der Grenze zwischen Psychose und Neurose standen. Genauer: Er betrachtete diese Menschen als fast-schizophren. Stern und viele seiner Nachfolger dachten, Borderline Persönlichkeit sei nicht heilbar. Mit dieser Diagnose wurden Betroffene quasi lebenslang zu ihrer Krankheit verdammt.

Heutzutage stellen viele Wissenschaftler diese Unterscheidung in Frage. Der Grund: Halluzinationen und Wahnvorstellungen, klassische Anzeichen einer Psychose, treten häufig auch bei mentalen Störungen auf (3). Borderline-Patienten erleben häufig Halluzinationen. Sie sehen oder hören Dinge, die nicht mit der materiellen Realität herkömmlicher Wahrnehmung übereinstimmen.

Verniedlicht als Pseudo-Halluzinationen

In einer 2017 veröffentlichten Studie vertreten die Autoren die Ansicht, dass fast bei jedem zweiten Menschen mit Borderline Syndrom Halluzinationen auftreten (4). Leider nehmen manche Psychiater dieses Anzeichen nicht sehr ernst und bezeichnen sie als Pseudo- oder Quasi-Halluzinationen (5). Ein Grund dafür könnte sein, dass sie vor allem in Phasen mit großem Stress auftreten.

Ein Grund für das häufige Auftreten von Halluzinationen könnte in der Ätiologie zu finden sein, dem Zusammenhang der Ursachen. Borderline Syndrom tritt häufig nicht alleine auf, sondern gemeinsam mit einer anderen mentalen Störung (6).

So können Depressionen, Suchtverhalten, Ess-Störungen oder Angststörungen das Störungsbild von Borderline Krankheit so überlagern, dass die Erkrankung überhaupt nicht oder nur mit jahrelanger Verzögerung erkannt wird (7). Häufig leiden Borderline-Patienten auch an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (8). Narzissmus kommt ebenfalls oft vor (9). Laut einer 2012 veröffentlichten Studie kanadischer Forscher, werden nur 10 bis 20 Prozent aller Psychiatriepatienten korrekt mit Borderline Störung diagnostiziert (10).

Borderline: Neue Erkenntnisse setzen sich durch

Bis in die 70er Jahre hinein galt eine Borderline Persönlichkeitsstörung als nicht behandelbar. Doch dann setzte ein Wandel bei den Psychiatern ein. Ein autoritäres Weltbild mit dem Abschieben der Patienten in eine Kategorie wurde langsam durch das Forschen nach den Ursachen ersetzt. 1978 wurde das Störungsbild genau untersucht und von anderen mentalen Störungen abgegrenzt (11).

Das führte dazu, dass die Borderline Persönlichkeitsstörung in die DSM-III aufgenommen wurde, die dritte Fassung des Diagnostic and Statistic Manual of Mental Disorders, herausgegeben von der Vereinigung US-amerikanischer Psychiater.

Name Borderline falsch gewählt

Heute finden viele Fachleute, dass der Begriff Borderline Persönlichkeitsstörung falsch gewählt ist. Patienten mit dieser Erkrankung haben ein gestörtes Verhältnis zu ihren Gefühlen. Ihnen fehlt eine solide Gefühlsbasis, die ihnen die Grundlage für das Navigieren des Alltags geben würde. Das hat nichts mit der Grenze zwischen Neurosen und Psychosen zu tun. Aber mittlerweile hat sich der Begriff Borderline Persönlichkeitsstörung eingebürgert und ist allgemein bekannt.

Kriterien für Borderline Persönlichkeit

Heute gelten folgende Symptome und Kriterien als typisch für eine Borderline Persönlichkeitsstörung (12):

1. Ein unklares Selbstbild mit übertriebener Selbstkritik: Die Persönlichkeit empfindet ständig eine innere Leere. Oft scheint sie gar nicht richtig in ihrem Körper daheim zu sein und meint, nichts fühlen zu können. Da sie Impulse nicht kontrollieren kann, kommt es häufig zu Lügen oder anderem Verhalten, das Schuld- oder Schamgefühle auslöst. Das Ergebnis ist eine immense innere Spannung, die kaum auszuhalten ist.

Um diesen Zustand aufzulösen, beginnen manche Patienten mit Ritzen oder anderen, selbstzerstörerischen Handlungen wie Drogenkonsum. Abhängigkeit von legalen und illegalen Drogen kommt bei Borderline Störung häufig vor und erschwert oft die Diagnose.

2. Die Stimmung wechselt meist schlagartig. Angst vor Kontrollverlust kann dazu führen, dass ebendieser eintritt. Interessanterweise leiden diese Kranken häufig an Depressionen (13). Untypischerweise für depressive Menschen zeigen sie aber eine enorme Risikobereitschaft (14). Balancieren auf Brückengeländern oder Rasen auf der Autobahn kann diesen Menschen helfen, innere Spannung abzubauen.

3. Der Kontrollverlust bezieht sich bei Borderline-Patienten auf das gesamte Leben. Sie können Ziele nicht verwirklichen, schwanken in beruflichen Plänen und Vorlieben und können keine konkreten Wertvorstellungen entwickeln. Dazu kommen Probleme mit Empathie. Menschen mit Borderline Persönlichkeit können die Gefühle anderer Menschen kaum erkennen und reagieren überempfindlich auf ihre Mitmenschen.

4. Beziehungen sind ein besonderer Knackpunkt für Menschen mit Borderline Störung. Sie sehnen sich nach Nähe und leiden gleichzeitig an enormer Trennungsangst (15). So unsicher wie ihr Selbstbild ist die Beurteilung ihrer Mitmenschen. Sie schwanken meist zwischen Idealisierung und Abwertung von Partnern und Angehörigen. Dabei reagieren sie häufig überaus gereizt auf vermeintliche Kränkungen oder Zurückweisungen (16).

Ursachen für Borderline Störung

Diese Persönlichkeitsstörung wird meist bei Jugendlichen auffällig. Latent kann die Störung bereits bei Kindern vorhanden sein. Doch die Hormonschwankungen während der Pubertät führen dazu, dass diese Störung unübersehbar wird. Die genauen Ursachen von Borderline Persönlichkeitsstörung liegen noch im Dunkeln. Fest steht, dass Vererbung eine wichtige Rolle spielt (17).

Traumatische Erfahrungen in der Kindheit oder später tragen ebenfalls dazu bei, dass Menschen dieses Störungsbild entwickeln (18). Allerdings ist bislang noch nicht geklärt, warum manche Menschen schwierige Erfahrungen problemlos überstehen können, während andere Persönlichkeiten ihr Leben lang darunter leiden.

Unabhängig von den Ursachen: Niemand sollte eine Borderline Persönlichkeitsstörung auf die leichte Schulter nehmen. Waghalsiges, lebensgefährliches Verhalten bei Jugendlichen sollte niemand als typisch Teenager abtun. Ungefähr jeder zehnte Borderline-Patient begeht Selbstmord (19). Suizidgedanken sind bei diesem Störungsbild an der Tagesordnung.

Borderline Störung bei Kindern

Je früher Du eine Borderline Störung bei Deinem Kind erkennst, desto besser ist die Chance auf Heilung. Die meisten jungen Patienten beginnen mit einer Therapie im Alter von 18 Jahren (20). Anzeichen einer Borderline Persönlichkeitsstörung lassen sich jedoch oft bereits bei Kindern im Alter von sieben bis 12 Jahren feststellen. Bislang fehlen jedoch geeignete Diagnosemethoden (21).  Wenn die Eltern an dieser Persönlichkeitsstörung leiden, erkranken häufig auch die Kinder (22). Vernachlässigte Kinder reagieren auf ihre Umwelt ebenfalls oft mit Borderline Störung. Beispielsweise haben diese Kinder häufiger kriminelle Eltern (23).

Traumatische Erfahrungen sind die Wurzel zahlreicher Persönlichkeitsstörungen. Besonders wichtig sind sie bei der Entwicklung einer Borderline Störung (24). Bei einem Trauma muss es sich nicht immer um sexuellen Missbrauch oder physische Gewalt handeln. Auch eine Adoption kann einem Kind emotional den Boden unter den Füßen wegziehen (25). Entscheidend ist das Gefühl absoluter Hilflosigkeit. Diese Erfahrung prägt die Persönlichkeit so, dass sie die Umwelt in der Folge als unkontrollierbar und beängstigend wahrnehmen.

Ein frühes Anzeichen von Borderline Störung ist selbstzerstörerisches Verhalten jeder Art. Jedes dritte Kind mit dieser Krankheit beginnt bereits im Alter von 12 Jahren, sich selbst zu verstümmeln (26). Ritzen wird meist heimlich ausgeführt. Falls Du das bei Deinem Kind bemerkst, solltest Du sofort mit einem Spezialisten sprechen.

Ein weiteres frühes Symptom sind übermäßige Aggressivität und extrem starke, schnelle Stimmungsschwankungen. Jedes Kind hat Wutausbrüche und muss erst die Kontrolle über seine Gefühle lernen. Aufhorchen solltest Du jedoch, wenn es für Wutausbrüche keinen erkennbaren Grund gibt. Verliert das Kind schnell und absolut die Kontrolle, ist das kein gutes Zeichen. Auch wenn sich Stimmungsschwankungen sehr schnell, sehr extrem und sehr häufig ereignen, solltest Du den Rat eines Spezialisten einholen.

Test für Borderline Syndrom

Der folgende Selbst-Test kann Dir zeigen, ob Du eventuell am Borderline Syndrom leidest. Er kann allerdings nicht die Diagnose durch einen Fachmann ersetzen.

Beantworte folgende Fragen spontan, ohne lange darüber nachzudenken.

1. Überwältigt Dich oft eine maßlose Wut, die Du nicht kontrollieren kannst?

2. Schreist Du Deinen Partner oft an oder machst ihm Vorwürfe, obwohl Du im Grund weißt, dass der Anlass nichtig ist?

3. Bringen Dich manche Menschen so in Rage, dass Du sie mit Gewalt attackierst?

4. Verliebst Du Dich oft heftig, aber dann zerbricht die Beziehung schnell?

5. Klammerst Du Dich an einen Partner, obwohl er eigentlich nicht zu Dir passt?

6. Liebst Du Deinen Partner, hasst ihn manchmal aber auch abgrundtief?

7. Fürchtest Du Dich davor, allein gelassen zu werden und einsam zu leben?

8. Du denkst häufig an Selbstmord oder hast schon einen Selbstmordversuch hinter Dir?

9. Manchmal schämst Du Dich so sehr oder fühlst Dich so schuldig, dass Du es nicht aushältst und etwas tun musst?

10. Kennst Du das Gefühl innerer Leere und siehst keinen Sinn in Deinem Leben?

11. Hast Du Dich schon einmal selbst verletzt, um etwas spüren zu können?

12. Gehst Du oft unnötiges Risiko ein? Beispiele wären ungeschützter Sex, gefährliches Autofahren, lebensgefährliche Abenteuer...

13. Fühlst Du Dich manchmal, als ob Du Dich selbst nicht kennst, als ob Du Dir selbst fremd bist?

14. Wechselt Deine Stimmung ohne erkennbare Gründe schnell?

15. Hast Du oft Depressionen, die meist aber nur einige Stunden oder wenige Tage anhalten?

16. Änderst Du oft Deine Meinung in wichtigen Dingen, zum Beispiel Deinem Beruf?

17. Hast Du Schwierigkeiten, Deine Werte zu beschreiben?

18. Leidest Du an Ess-Störungen oder bist Du süchtig nach Drogen?

19. Stehst Du oft so unter Druck, dass Du unbedingt sofort etwas trinken oder rauchen musst?

Falls Du mehr als fünf Fragen mit Ja beantwortet hast, solltest Du über ein Gespräch mit einem Spezialisten nachdenken.


Therapie von Borderline Syndrom

Diese Persönlichkeitsstörung ist auch in Deutschland weit verbreitet. Experten schätzen, dass 2,7 Prozent der Bevölkerung am Borderline Syndrom leiden (27). Eine Borderline Persönlichkeitsstörung ist durchaus heilbar. Allerdings erfordert die Behandlung Geduld und sie kann sich über mehrere Jahre erstrecken. Je früher die Therapie beginnt, desto besser. Bleibt die Krankheit unerkannt, entwickeln vier von fünf Betroffenen eine weitere Störung, zum Beispiel eine Abhängigkeit von Medikamenten oder Drogen. Oft wird die Erkrankung erst erkannt, wenn Menschen nach einem Selbstmordversuch in der Notaufnahme landen.

Psychotherapie ist die Behandlung, die bei Borderline Persönlichkeitsstörung erfolgversprechend ist (28). Ebenso wichtig wie schwierig ist dabei, dass Kranke eine vertrauensvolle Beziehung zu einem Therapeuten aufbauen. Das kann manchmal in einer Klinik mit totalem Kontaktabbruch zu Angehörigen und Partnern leichter geschehen als bei einer ambulanten Behandlung – besonders, wenn Selbstmordgefahr besteht (29). Durch das Herauslösen aus dem gewohnten Kontext hat der Kranke die Chance, in einer Klinik neue Erfahrungen zu sammeln.

Dialektische Verhaltenstherapie wird oft bei Borderline-Patienten eingesetzt. Sie verbindet fernöstliche Philosophie mit kognitiver Verhaltenstherapie (30). Sie kann in der Klinik oder auch ambulant durchgeführt werden. Bei der Behandlung geht es darum, verschiedene Skills (Fähigkeiten) zu üben.

Das Skilltraining erfolgt dabei in vier Bereichen:

  • Achtsamkeit
  • Toleranz bei Belastungen
  • Kontrolle von Emotionen
  • Zwischenmenschliche Beziehungen

Medikamente können die Psychotherapie bei Borderline-Syndrom unterstützen. Allerdings lässt sich diese Persönlichkeitsstörung alleine mit Psychopharmaka nicht behandeln. Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, Antidepressiva und angstlösende Medikamente werden bei der Therapie häufig verschrieben.

Hilfe zur Selbsthilfe

Eine Selbsthilfegruppe kann helfen, den Prozess der Behandlung zu fördern. Mittlerweile gibt es zahlreiche Selbsthilfegruppen in der ganzen Bundesrepublik. Auch im Internet findest Du zahlreiche Plattformen, die Dich über Selbsthilfe und Selbsthilfegruppen informieren. Du kannst beispielsweise Selbsthilfegruppe Borderline mit dem Namen Deines Wohnorts in die Suchmaschine eingeben, um eine Gruppe in Deiner Nähe zu finden.

Du bist an Erfahrungsberichten interessiert? Die Suchmaschine hilft Dir auch in dieser Beziehung. Dafür googelst Du Erfahrungen und Borderline Syndrom. Zahlreiche Krankenkassen, beispielsweise die Techniker Krankenkasse, informieren über diese Persönlichkeitsstörung und helfen, Ansprechpartner zu finden (31).

Der Umgang mit Borderline-Patienten

Wie verhält man sich bei Menschen mit Borderline? Diese Frage beschäftigt Angehörige und Partner gleichermaßen. Intensiv, aber instabil: Das kennzeichnet alle zwischenmenschlichen Beziehungen von Borderline-Kranken.

In einer Partnerschaft zeichnen sich häufig destruktive Beziehungsmuster ab: Der Mensch mit Borderline-Störung verliebt sich übermäßig schnell und extrem intensiv. Nach einer kurzen Zeit im rosaroten Himmel beginnen die Spannungen. Der Kranke reagiert häufig gereizt, will aber dennoch nicht alleine sein. Drohungen mit Selbstmord, Selbstzerstümmelung, grundlose Wutanfälle und raffinierte Manipulationsversuche sind an der Tagesordnung.

Die Furcht vor Trennung und Einsamkeit macht diese Kranken in der Regel zu Partnern, die Trennungsversuche im Keim ersticken. Sexualität setzen sie dabei häufig als Mittel zum Zweck ein, um einen Partner an sich zu binden. Dennoch beenden sie  manchmal eine Beziehung nach kurzer Zeit, wenn der nächste Partner bereit steht. Das ist oft mit totalem Kontaktabbruch verbunden.

Wenn Du in einer Partnerschaft mit einem Borderline-Patienten lebst, brauchst Du psychotherapeutische Hilfe. Nur mit der objektiven Unterstützung des Therapeuten könnt Ihr an den Problemen arbeiten.

Während Partner sich durch eine Trennung retten können, haben Angehörige diesen Luxus nicht. Sie sind den Stimmungsschwankungen und erratischem Verhalten der Kranken oft hilflos ausgeliefert. Borderline-Patienten neigen dazu, alle ständig zu beschäftigen. Deshalb sollten Eltern darauf achten, ihre gesunden Kinder zu vernachlässigen. Ein Psychotherapeut kann helfen, das Familienleben auszubalancieren.

Fazit: Borderline Syndrom überleben und wachsen

Menschen mit Borderline Syndrom fehlt im Leben die emotionale Grundlage. Sie sind deshalb nicht fähig, ihre Gefühle und ihre Impulse zu kontrollieren. In gewisser Weise leben sie, als gäbe es kein Morgen. Wenn sie lügen, denken sie zunächst nicht über die Konsequenzen nach.

Dann stellen sich enorme Schuld- und Schamgefühle ein, die das Gefühl innerer Leere mit enormen Spannungen überdecken. Selbstzerstörerisches Verhalten wie Ritzen ist oft ein Ausweg, um dieses Spannungsfeld zu entladen. Die Borderline Persönlichkeitsstörung entwickelt sich häufig bei Jugendlichen, obwohl erste Anzeichen bereits im Kindesalter zu beobachten sind.

Je früher die Behandlung einsetzt, desto größer sind die Chancen auf Heilung. Im Rahmen einer Psychotherapie können Kranke mit Borderline Störung lernen, ihre Persönlichkeit auf ein solides Fundament zu stellen. Die Reise ist lang und schwierig, doch sie kann den Charakter enorm stärken. Wer eine Borderline Persönlichkeitsstörung überwindet, wird mit enormem Wachstum und einem Schatz an Erfahrung belohnt.

Quellenverzeichnis:


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