Geschrieben von Andreas Humbert

Zuletzt aktualisiert: 04.02.2024

Viele Menschen mit starken psychischen Leiden entscheiden sich freiwillig für einen Klinikaufenthalt. Doch droht eine zwangsweise Einweisung in die Psychiatrie?

Das solltest du über eine Einweisung in die Psychiatrie wissen - egal ob freiwillig oder unfreiwillig.

Die Psychiatrie, also eine psychiatrische Klinik oder eine psychiatrische Station innerhalb einer Klinik, ist kein Ort, an dem man freiwillig sein möchte. Nach deutscher Rechtsprechung kann es jedoch Gründe für eine Zwangs-Einweisung in die Psychiatrie geben. Das ist ganz unabhängig davon, ob sich der oder die Betroffene freiwillig oder unfreiwillig in Behandlung begibt.

In diesem Artikel erfährst du,

  • wann ein Aufenthalt in der Psychiatrie sinnvoll ist,
  • welche Möglichkeiten es für eine Zwangsunterbringung gibt,
  • und wie es auf den psychiatrischen Stationen der Kliniken "zugeht".

Über mich


Hallo,
mein Name ist Andreas und ich bin 41 Jahre alt. Ich litt jahrelang unter einer Angststörung mit Panikattacken, Depressionen und Zwangsverhalten.

Auf meinem Blog berichte ich über meine persönlichen Erfahrungen meiner (mittlerweile überwundenen) Erkrankungen. Du findest hier aber auch gut recherchierte objektive Artikel zu den Themen Angst und Unruhe, Panik und Depression.

Falls Du mehr über mich erfahren möchtest und was mir persönlich am meisten geholfen hat, kannst Du das hier nachlesen.

Welches Gesetz regelt eine mögliche Zwangseinweisung in Kliniken?

Das sogenannte PsychKG, das Psychisch-Kranken-Gesetz, regelt in den jeweiligen Bundesländern von Deutschland, wie die Einweisung eines Patienten vonstatten geht.

Im Saarland und in Bayern heißen diese Gesetzte "Unterbringungsgesetz" und in Hessen "Freiheitsentziehungsgesetz".

Voraussetzungen für eine Einweisung

Die Gesetze sehen vor, dass Patienten in bestimmten Situationen zwangsweise eingewiesen werden dürfen:

  • akute Selbstgefährdung
  • akute Fremdgefährdung

In solchen Fällen können Angehörige oder auch Betreuer von sozialen Einrichtungen (z.B. im Rahmen einer Wohngemeinschaft) die Zwangseinweisung veranlassen. In vielen Fällen ist es jedoch auch die Polizei oder das Gericht, die bei entsprechendem (psychischen) Zustand einer Person für dessen erzwungene Einweisung in die Psychiatrie sorgen.

Typischerweise möchten Patienten, die zwangseingewiesen werden, nicht freiwillig in der Klinik bleiben. Die Ärzte haben dann das Recht, diese Person bis zu 48 Stunden zu behalten. Spätestens dann muss ein Richter über die Frage entscheiden, ob die Einweisung gerechtfertigt ist. Das letzte Wort liegt somit beim Richter. Aber natürlich wird er sich auch die Meinung der Ärzte anhören.

Der Patient muss bei positivem Beschluss des Richters für die Dauer des Gerichtsbeschlusses in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie bleiben.

Was genau bedeutet Eigengefährdung bzw. Fremdgefährdung?

Wenn das Leben oder die Gesundheit des betroffenen Patienten oder einer anderen Person auf dem Spiel steht, spricht man von Selbstgefährdung bzw. Fremdgefährdung. Doch die unterschiedlichen Gesetze der jeweiligen Bundesländer unterscheiden sich im Detail.

Bayern beispielsweise hat die strengsten Vorschriften. Hier sind Zwangseinweisungen bereits dann erlaubt, wenn eine erhebliche Gefährdung der öffentliche(n) Sicherheit bzw. der öffentlichen Ordnung vorliegt.

Selbstmordabsichten

Relativ klar ist der Fall, wenn der Betroffene beabsichtigt, einen Suizid zu begehen, also sich das Leben zu nehmen. Oder wenn der Selbstmordversuch bereits stattgefunden hatte. Dann können Bekannte, Freunde oder Familienangehörige - aber auch Fremde, die beispielsweise jemanden auf dem Dach beobachten, der sich herunterstürzen möchte - die Polizei rufen, die dann eine Einweisung in die Psychiatrie in die Wege leitet.

Depressionen

Häufig, aber nicht immer, stehen Depressionen hinter einem Selbstmordversucht. Doch manchmal ist es auch einfach eine Kurzschlussreaktion, z.B. wenn man vom Partner verlassen wurde oder wenn eine geliebte Person verstorben ist. Aber die genaue Ursache spielt für die Einweisung auch erst einmal gar keine so wichtige Rolle.

Denn bei der Einweisung geht es erst einmal darum, das Schlimmste zu verhindern, nämliche die Selbsttötung oder die Tötung bzw. Verletzung eines Fremden. Wenn also der Patient anderen Menschen damit gedroht hat, ihnen etwas anzutun, so ist das ein typischer Fall von Fremdgefährdung. Sehr oft wird dann die Polizei gerufen, die dann feststellt bzw. vermutet, dass mit demjenigen, der die Bedrohung darstellt, psychisch etwas nicht in Ordnung ist.

Freiwillig in die Klinik?

Bedenke jedoch, dass eine Zwangseinweisung die Ausnahme ist. In den meisten Fällen kommen die Betroffenen nämlich selbst zu der Krankheitseinsicht, dass es gerade einfach nicht weitergeht und dass ein stationärer Aufenthalt notwendig ist.

Wenn die Situation des Betroffenen sehr dringlich ist, dann besteht die Möglichkeit, sich sofort selbst einweisen zu lassen. Man hat dann im Gegensatz zu einem geplanten Klinikaufenthalt jedoch kein Wahl-Recht, in eine bestimmte Klinik zu gehen. Stattdessen gibt es abhängig vom Wohnort des Betroffenen eine Klinik, die in dessen Zuständigkeitsbereich fällt.

Oder doch zum Psychiater?

Ist es nicht ganz so dringend, dann geht der klassische Weg eigentlich über den Psychiater. Das ist der Facharzt für Psychiatrie, der eine Diagnose stellen und eine Therapie, z.B. Psychotherapie oder Psychopharmaka, verordnen kann. Es ist allerdings auch möglich, direkt einen Psychotherapeut aufzusuchen.

Leider sind die Wartezeiten sowohl beim Psychiater als auch beim Psychotherapeuten teilweise sehr lange. Deswegen lässt sich ein akut Kranker in der Regel dann doch in die Psychiatrie einweisen - entweder über den Hausarzt oder er geht direkt in die Notaufnahme eines Krankenhauses.

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Was passiert nach der Einweisung?

Falls die Einweisung auf Zwang erfolgte, dann hat der eingewiesene Patient das Recht, mit einem Arzt zu sprechen - und zwar spätestens 24 Stunden nach der Aufnahme. Dann gibt es folgende Möglichkeiten:

  1. Der Arzt und der Patient einigen sich, dass ein Aufenthalt Sinn macht und der Patient bleibt in der Klinik.
  2. Arzt und Patient sind sich einig, dass ein Aufenthalt in der Klinik nicht notwendig ist und der Patient verlässt die Klinik wieder.
  3. Der Arzt hält einen weiteren Aufenthalt für erforderlich, der Patient ist jedoch dagegen.

Im dritten Falle muss dann innerhalb weiterer 24 Stunden ein Richter hinzugezogen werden. Kommt der Richter zu dem Urteil, dass die Zwangseinweisung gerechtfertigt ist, muss der Patient in der Klinik bleiben. Ärzte haben dann das Recht, den Betroffenen einer Zwangsbehandlung zu unterziehen. Dies betrifft insbesondere auch die zwangsweise Verabreichung von Psychopharmaka, z.B. auch antipsychotischen Medikamenten im Falle einer Psychose, einer Schizophrenie oder einer anderen psychischen Erkrankung. Das Ziel sollte immer sein, den Patienten durch die Behandlung zu stabilisieren und deeskalierend zu wirken.

Welche Zwangsmaßnahmen sind möglich?

Die folgenden Maßnahmen sind möglich:

  1. Zwangsunterbringung: ist durch die Zwangseinweisung ja automatisch gegeben
  2. Zwangsmedikation
  3. Zwangsfixierung

Eine ganz wichtige Voraussetzung ist jedoch, dass zur Anwendung einer solchen Zwangs-Maßnahme das Prinzip der Verhältnismäßigkeit gewährleistet sein muss. Das bedeutet, es darf kein milderes Mittel geben, welches den gleichen Zweck erfüllt. In der Praxis ist diese Frage nach der Verhältnismäßigkeit nicht immer einfach zu beantworten.

Weitere Therapieangebote

Die Behandlung mit Psychopharmaka steht - leider - in der Psychiatrie an erster Stelle. Dennoch werden auch zusätzliche Therapien angeboten, hierzu gehören je nach Klinik:

  • Ergotherapie
  • Musiktherapie
  • Psychotherapie in Einzelsitzungen oder in Gruppenform

Verlängerung

Wenn die Verfügung über die Zwangseinweisung abgelaufen ist, kommt man nicht automatisch frei. Vielmehr entscheidet dann erneut ein Richter, wie es mit dem Patienten weitergeht.

  • Wird der Patient von einer geschlossenen Station auf eine offene Station verlegt?
  • Darf der Patient die Klinik gar ganz verlassen?
  • Ist eine anderweitige Unterbringung erforderlich?

Kritik

Die Gesetze zur Zwangsunterbringung sind nicht ohne Kritik. Diese wird von bestimmten Initiativen, insbesondere von ehemaligen Patienten, geäußert. Kritisiert wird vor allem, dass die Gesetze zu viel Spielraum lassen, so dass die Gefahr eines Missbrauchs dieser Gesetze zu hoch ist.

Immerhin kann eine Zwangseinweisung eines Patienten für diesen selbst traumatisch sein und psychische Spuren hinterlassen. Auch Folgeschäden durch eine Zwangsmedikation werden befürchtet und kritisch gesehen. Nicht zuletzt sei es fraglich, wie gut ein Therapieerfolg durch eine Zwangstherapie überhaupt sein kann.

Fazit

Es gibt unterschiedliche Gründe und Auslöser für eine Einweisung in eine Psychiatrie. Neben den allermeisten Patienten, die sich freiwillig für einen Aufenthalt in einer Klinik entscheiden, gibt es noch solche Patienten, die gegen ihren Willen aufgrund einer Zwangseinweisung in der Psychiatrie landen.

Laut Gesetz kann eine solche zwangsweise Einweisung vorgenommen werden, wenn eine akute Selbst- oder Fremdgefährdung vorliegt. Auch wenn die öffentliche Sicherheit gefährdet erscheint, kann eine Person ohne ihre Zustimmung bzw. Einwilligung in die geschlossene Psychiatrie eingewiesen werden.

Quellen


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Angelika Happ
Angelika Happ
10/02/2024
Andreas antwortet sehr schnell auf meine Fragen zurück😊👍
Sabine Hunziker
Sabine Hunziker
03/02/2024
Ich habe mir das E-Book bestellt, da ich mit Ängsten in einer depressiven Krise konfrontiert war. Viele Informationen waren hilfreich. Vor allem auch der Abschnitt mit "Antidepressiva langsam und sicher reduzieren",da ich selber mit starken Reduktionssymptomen zu kämpfen hatte.
Veronika Draheim
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Hallo, ich fand die Seite sehr gut geschrieben. Wollte eine Email schreiben, aber die angegebene Adresse wurde nicht gefunden. Bitte um die richtige E-Mail Adresse. Danke im voraus
Giuseppe Serra
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24/01/2024
Zum Glück gibt es Menschen wie Andreas. Ich konnte mit ihm über meine Ängste schreiben (er meldet sich schnell zurück auch bei Fragen zu CBD :-) ). Andreas kann (zumindest bei mir) jemanden beruhigen in gewissen akuten Phasen, wenn alles so aussichtslos aussieht. Vielen Dank Andreas! Viele Erfolg euch allen :)
Heinz Horst
Heinz Horst
12/01/2024
ich bin ein alter Hase, was Depressionen und Angststörungen betrifft. Ich habe den Bericht von Andreas erst vor ein paar Tagen gelesen. Daher kann ich keine Erfolgsmeldung machen. Das werde ich später tun. Allerdings hat mit gefallen, wie spontan Andreas auf meine Fragen reagiert hat. Seine Tipps werde ich nun versuchen umzusetzen. Ich hoffe sehr, dass ich dann auch mal sagen kann, der Weg, den Andreas gegangen ist, war auch mein Weg aus der Angst!!! Ein großes Lob und vielen herzlichen Dank
Alex pp (FreeCopyrightVideos)
Alex pp (FreeCopyrightVideos)
10/08/2023
Der Blog beeindruckt durch seine erstklassigen Inhalte und die tiefe Auseinandersetzung mit den Themen. Jeder Beitrag zeigt eine bemerkenswerte Sorgfalt und Expertise. Es ist immer wieder eine Freude, die neuesten Artikel zu lesen und sich inspirieren zu lassen. Gut gemacht!
Fiona Utzi
Fiona Utzi
14/09/2022
Andreas und sein Blog ist ein Geschenk des Himmels.alles,was darin steht wirkt auf mich authentisch und sehr aufbauend.ich selber bin zwar von von Angstzuständen und dergleichen verschont ,habe jedoch durch eine eklatante Fehldiagnose nach einem Schlaganfall ,8monate Antidepressiva genommen,die meinen Körper mit seinen Nebenwirkungen ruiniert haben.Das Absetzen dieses Teufelszeugs gab mir den Rest.Durch Zufall bin ich auf Andreas Blog gestoßen und dabei auf das Cbdöl, Was die Initialzündung Für eine Wende in meinem Drama ist.ich bin auf dem Weg wieder in ein normales Leben, und bin dem "Zufalll" Unendlich dankbarund nicht zuletzt dem Autor dieses Blogs,der sehr ernsthaft und vertrauenswürdig den Dingen eine angemessene Bedeutung bemisst. Freut Euch also seinen Blog entdeckt zu haben !!!! Und glaubt daran: Alles ist möglich !!!! Angstzustände Angstzustände
Die Film Kitchen Johannes Sandhofer
Die Film Kitchen Johannes Sandhofer
27/06/2022
diese Seite hat mir sehr sehr viel geholfen!
Aerdna neseig
Aerdna neseig
30/05/2022
Die Seite macht auf mich einen gut recherchierten Eindruck. Ich lese immer mal wieder nach, wenn ich etwas zu bestimmten Medikamenten wissen will. Es hilft mir mehr als ein Besuch beim Arzt, da er auf der Blog aus der Betroffenenschiene drauf schaut. Was mir auch gut gefällt, ist die ganzheitliche Information. Es werden die gängigen Psychopharmaka vorgestellt, aber auch Erfahrungen mit Alternativmitteln bis hin zum Zusammenhang zwischen Vagusnerv und psychischen Erkrankungen Inzwischen bin ich auch in der Facebookgruppe und habe Andreas über Messenger eine Frage zu CBD Öl gestellt, diese wurde zügig beantwortet. Für Betroffene mit Angststörung, aber auch für deren Angehörige ist der Blog sehr hilfreich

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