Die Generalisierte Angststörung - nonstop im Angstzustand
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Angstzustände nonstop: Die Generalisierte Angststörung

Generalisierte Angststörung: dieser Begriff bezeichnet psychische Angstzustände, die außer Kontrolle geraten sind. Das Leben der Patienten dreht sich um eine Spirale von Sorgen und Ängsten, die das Leben zur Qual machen. Der Hausarzt verschreibt dafür häufig nur Medizin. Medikamente bei Angststörung kurieren jedoch nur die Symptome, nicht die Ursachen. 

Woher kommen Angststörungen und wie kannst Du eine Angststörung heilen? Finde hier umfassende Informationen und Antworten auf diese Fragen.

Was ist eine generalisierte Angststörung?

Die generalisierte Angststörung ist in der ICD-10 (1), der internationalen Klassifikation von Krankheiten der Weltgesundheitsorganisation, relativ schwammig definiert. Sie wird beschrieben als anhaltende Angst, die nicht auf bestimmte Situationen beschränkt ist. Im Gegensatz dazu ist Platzangst (Agoraphobie) eine definierte Gruppe von Angstzuständen, die sich auf das Verlassen des Heims, Menschenmengen und öffentliche Plätze beschränken.

Bei einer generalisierten Angststörung suchen Ängste Patienten ständig heim. Ein Beispiel wäre die Sorge, dass man erkranken oder einen Unfall haben könnte. Bereits der Zusatz ‚generalisiert’ bei der generalisierten Angststörung deutet an, wie umfassend diese Angstzustände das Leben beeinträchtigen können. Von allen Angsterkrankungen gilt die generalisierte Angststörung als die psychische Krankheit, deren Behandlung am schwierigsten ist. Die Spirale endloser Sorgen und Ängste schraubt sich wie ein Würgegriff um Patienten. Häufig erscheint Selbstmord als der einzige Ausweg (3).

Unterschiedliche Formen der Angst

Eine generalisierte Angststörung ist weit umfassender als z.B. eine soziale Angststörung, die sich in erster Linie auf Angst vor Menschen und Angst vor Nähe bezieht. Soziale Angststörungen treten besonders häufig bei jungen Menschen auf (4), während eine allgemeine Angststörung Angehörige aller Altersgruppen betreffen kann (5). Angstzustände können jeden Menschen heimsuchen. Laut einer 2015 veröffentlichte Studie (6) von Wissenschaftlern der Universität Göttingen, leidet jeder Dritte einmal in seinem Leben unter Symptomen einer Angststörung.

Jeder Mensch erlebt Ängste und Phobien. Normalerweise halten uns Befürchtungen jedoch nicht davon ab, auf Reisen zu gehen oder andere Dinge zu unternehmen. Bei Patienten mit generalisierter Angststörung tritt jedoch ein Absicherungs- und Vermeidungsverhalten auf (7). Diese schwere Angststörung äußert sich zunächst in Sorgen, die praktisch alle Bereiche des täglichen Lebens umfassen können.

Mit der Zeit versuchen Betroffene erst gar nicht, als gefährlich eingeschätzte Handlungen durchzuführen. Alles, was bei dieser Angststörung Panikattacken (mehr Infos zu Panikattacken kannst du hier lesen) auslösen könnte, wird tunlichst vermieden. Manche Experten denken deshalb, dass die Angst vor dem Unbekannten die Grundlage für alle Angststörungen ist (8).

Folgende Phobien sind typisch für Patienten mit generalisierter Angststörung:

  1. Angst vor dem Tod
  2. Angst vor dem Leben
  3. Angst vor der Angst
  4. Angst vor Krankheiten
  5. Angst vorm Autofahren
  6. Angst vor Arbeit
  7. Angst vor Krankheiten

Ein (Fall-)Beispiel

Eine Mutter tritt nach einer Pause wieder eine Arbeitsstelle an. Doch während der Arbeit sorgt sie sich ständig um ihr Kind. Sie ruft häufig im Kindergarten an. Angststörung Symptome im Kopf wie innere Unruhe und Angst führen zu körperlichen Symptomen. Die Frau leidet unter Schwindel, Benommenheit und Kopfschmerzen. Sie kann oft nicht zur Arbeit erscheinen.

Das wiederum führt zu Sorgen um den Arbeitsplatz und das Einkommen – ein Teufelskreis der Phobien. Symptome eines solchen Angstzustands können sich in vielfältiger Form äußern, von Panikattacken bis zur Vermeidung aller Unternehmungen, die das kleinste Risiko bergen.

Angststörung bei Kindern

Angststörungen bei Kindern sind ein Gebiet, das in der Psychiatrie bisher noch kein Schwerpunkt war. Allerdings widmen sich Psychiater auf der ganzen Welt in den vergangenen 25 Jahren verstärkt diesem Thema (9). Generalisierte Angststörungen bei Kindern spielen dabei jedoch nach wie vor eine untergeordnete Rolle. Von rund 1394 veröffentlichten wissenschaftlichen Texten beziehen sich nur 34 (10) auf generalisierte Angststörung. Kinder leiden jedoch ebenfalls häufig an psychischen Angststörungen, öfter sogar als an Depressionen (11).

Ursachen oftmals im familiären Umfeld

Ein Grund für die Vernachlässigung von Angststörungen bei Kindern könnte sein, dass Aufwachsen naturbedingt mit zahlreichen Ängsten verbunden ist. Die Grenze zwischen normaler Angst und einer Angststörung verläuft fließend. Die Ursachen für Angststörungen bei Kindern liegen vor allem im familiären Umfeld (12). Verluste und Todesfälle in der Familie sind häufige Gründe für Ängste bei Kindern, die außer Kontrolle geraten. Psychische Probleme der Eltern, vor allem Angststörungen, Scheidungen und häufiger Streit, sowie Armut begünstigen Angststörungen bei Kindern ebenfalls (13).

Generell lässt sich sagen: Wenn Kinder keine Kontrolle über ihre Umwelt erfahren bzw. diese verlieren, begünstigt das die Angst vor Kontrollverlust im späteren Leben. Diese Angst gerät häufig außer Kontrolle und wird zu einer chronischen Angststörung, unter der Kinder später als Erwachsene leiden (14).

Test: Leidet ihr Kind unter einer Angststörung?

Bei der Diagnose von Angststörungen bei Kindern besteht Nachholbedarf. Häufig bekommen diese Kinder keine Behandlung (15). Folgende Fragen sind ein erster Test, der Dir Hinweise auf den Schweregrad der Ängste Deines Kinds gibt. Er kann eine Diagnose von einem Fachmann jedoch nicht ersetzen.

  1. Spricht Dein Kind häufig über Sorgen, Befürchtungen und Ängste?
  2. Beschäftigt sich Dein Kind viel länger mit einer Angst als gleichaltrige Spielkameraden?
  3. Hat Dein Kind oft Bauchschmerzen, Durchfall, Herzrasen, Schwindel oder Kopfschmerzen, zum Beispiel morgens vor dem Kindergarten oder der Schule oder wenn Ihr etwas unternehmen wollt?
  4. Schläft Dein Kind häufig schlecht? Wacht es in der Nacht auf oder hat Albträume?

Wenn Du für dein Kind mehrere Fragen mit Ja beantwortest, solltest Du Dich um professionalle Hilfe bemühen. Achte bei der Auswahl darauf, dass ein Psychiater, ein Psychologe oder ein Psychotherapeut Erfahrung mit Kindern hat.

Symptome einer Angststörung solltest Du bei Deinem Kind auf jeden Fall ernst nehmen – auch wenn sie auf den ersten Blick ‚nur’ wie soziale Angst erscheinen, zum Beispiel Angst vor anderen Kindern oder Erwachsenen. Wenige Dinge sind so schlimm für ein Kind wie das Gefühl, allein gelassen zu werden. Selbstmord kommt bei Kleinkindern kaum vor, ist aber bei älteren Kindern eine reale Gefahr (16).

Symptome der Angststörung - im Kopf und im Körper

Bei einer generalisierten Angststörung können die Symptome eine schier unendliche Vielfalt annehmen. Noch dazu tritt eine generalisierte Angststörung häufig mit anderen psychischen Erkrankungen auf, vor allem Depressionen (17), aber auch Suchtverhalten (18) wie Alkoholmissbrauch. Bei mir waren es Depressionen und Zwangsverhalten.

Innere Unruhe und Angst lassen die Betroffenen kaum zur Ruhe kommen und greifen den gesamten Organismus an. So ist bei generalisierter Angststörung Muskelzucken ein häufiges Symptom.

Körperliche Symptome

Die Vielfalt körperlicher Symptome bei generalisierter Angststörung lassen sich in folgende Gruppen einteilen (19):

Symptome von Erregung:

  • Herzklopfen
  • stark beschleunigter Herzschlag
  • Schwitzen
  • Zittern
  • Muskelzucken
  • trockener Mund

Symptome in Brust und Bauch:

  • Atembeschwerden
  • Atemnot
  • Erstickungsgefühl
  • Schmerzen in der Brust
  • Übelkeit
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall

Allgemeine körperliche Symptome:

  • Hitzewallungen
  • Taubheitsgefühl
  • Kribbeln
  • Muskelverspannungen
  • Muskelschmerzen
  • Benommenheit
  • Schwindel
  • Ohnmacht
  • Schwierigkeiten beim Schlucken

Symptome auf psychischer Ebene

Manche Symptome der generalisierten Angststörung lassen sich nicht einfach in körperliche und psychische Symptome einteilen. Dazu gehört das Gefühl, dass Objekte unwirklich erscheinen oder das Gefühl, dass der eigene Körper nicht wirklich anwesend ist.

Panik und Angststörung beeinflussen auch das Immunsystem des Körpers. So besteht eine Wechselbeziehung zwischen Entzündungsprozessen und Symptomen. Das bedeutet, hohe biologische Entzündungsmarker erhöhen die Wahrscheinlichkeit, an einer Angsterkrankung zu leiden. Andererseits ist es auch möglich, dass Angststörungen entzündliche Prozesse fördern (20).

Wie kommt man zu einer Diagnose?

Für eine Diagnose ist ausschlaggebend, wie lange die Symptome anhalten. So spricht man von einer Angststörung, wenn Symptome mindestens sechs Monate lang häufig auftreten. Das bedeutet, die Zahl der Tage mit Symptomen einer generalisierten Angststörung ist größer als die Zahl der Tage ohne Symptome.

Allerdings ist die Diagnose ein schwieriges Thema bei allen Angststörungen, zum Beispiel Panikattacken. Viele Menschen glauben, dass ihre Angstzustände und andere körperliche Symptome bei Angststörung eine organische Ursache haben. Ein normaler Hausarzt ist in der Regel damit überfordert, eine generalisierte Angststörung durch Symptome richtig zu diagnostizieren. Deshalb vergehen oft Jahre, bis Betroffene eine gezielte Therapie für Angststörung erhalten (21).

Die Ursachen einer generalisierten Angststörung: von Vererbung bis Trauma

Die Ursachen sind fast ebenso vielfältig wie die Symptome und lassen sich oft gar nicht richtig benennen. Fest steht, dass Vererbung, also genetische Veranlagung, eine große Rolle spielt (22) (23). Manche Experten gehen so weit, vererbte Charaktereigenschaften für über 60 Prozent aller Ursachen verantwortlich zu machen (6).

Aber woher kommen Angststörungen? Vererbung ist nur ein Faktor. Weitere Ursachen sind traumatische Lebenserfahrungen, etwa Unfälle, Mobbing in der Schule oder natürliche Katastrophen (24). Auch das Geschlecht zählt: Frauen erkranken rund doppelt so oft wie Männer an einer generalisierten Angststörung (25). Darüber hinaus erscheint eine Angststörung oft gekoppelt mit anderen psychischen Erkrankungen, in erster Linie Depressionen und Panikstörungen (26).

Darüber hinaus sind manche Menschen einfach empfänglicher für Angst. Seit einigen Jahren sprechen Fachleute von der Angstsensitivität. Bei einer generalisierten Angststörung verstärkt eine hohe Angstsensitivität die Angstzustände, weil sich negative Gedanken ständig im Kopf wiederholen (27). Das aktiviert den Angstkreislauf von Panikattacken.

Ursachen können auch körperlich sein

Körperliche Symptome können die Diagnose einer Angststörung erschweren. Anderseits können körperliche Ursachen auch die Entstehung einer Angsterkrankung begünstigen oder sich wie eine Angststörung äußern. Allerdings sind diese Fälle eher selten. Du solltest aber darüber Bescheid wissen, falls Du oder Deine Angehörigen unter Angstzuständen leiden.

Unter anderem folgende Krankheiten können angstauslösend wirken, ohne dass eine psychische Erkrankung vorliegt (28):

  • Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse (Hashimoto Thyreoiditis)
  • Herz- und Lungenkrankheiten
  • Gehirnhautentzündung
  • Porphyrie
  • Hyperadrenalismus

Wie kannst Du erkennen, ob eine körperliche Ursache für eine Angststörung in Frage kommt?

  • Neue Medikamente,
  • das plötzliche Auftreten von Symptomen einer Angststörung,
  • fehlende Familiengeschichte oder
  • ein Mangel an Vermeidungsverhalten

lassen vermuten, dass ein organischer Grund für Angstzustände verantwortlich ist.

Teste Dich selbst

Habe ich eine Angststörung? Ein Test kann Dir zeigen, ob Du Dich für eine offizielle Diagnose einer Angststörung an einen Facharzt wenden solltest. Unser Angststörung-Test frägt Dich nach bestimmten Symptomen – er stellt allerdings kein objektives Diagnoseinstrument dar. Das kann nur ein Facharzt leisten.

Er gibt Dir aber einen ersten guten Anhaltspunkt, ob der Schweregrad Deiner Symptome einer psychischen Erkrankung entspricht. Damit der folgende Test funktioniert, solltest Du die Fragen offen beantworten und Dir ausreichend Zeit dafür nehmen.

Habe ich eine Angststörung?

  1. Leidet Dein Tagesablauf häufig, weil Du so angespannt oder nervös bist, dass Du Dich schonen musst?
  2. Bist Du oft nicht fähig, Deine Sorgen oder Ängste zu stoppen und Dich von ihnen abzulenken?
  3. Wirken bestimmte Situationen wie ein Auslöser für Deine Sorgen, etwa, wenn Dein Partner mit dem Auto unterwegs ist oder Dein Kind in die Schule geht?
  4. Kannst Du Dich meist nicht entspannen und bist unruhig, obwohl eigentlich kein konkreter Grund vorhanden ist?
  5. Bist Du an fast jedem Tag mehrere Stunden so rastlos, dass Du kaum stillsitzen kannst?
  6. Stehst Du meist so unter Druck, dass Du auf Fragen gereizt oder verärgert reagierst?
  7. Plagt Dich ständig die Angst, dass auf einmal etwas Schlimmes passieren könnte?

Falls Du mehrere dieser Fragen mit Ja beantwortest, solltest Du mit einem Fachmann sprechen.

Therapie der GA: Behandlung durch Medikamente und Psychotherapie

Die gute Nachricht zuerst – Angststörungen sind heilbar. Allerdings gilt hier wie bei den meisten anderen Krankheiten: Je früher die Angststörung Therapie beginnt, desto besser sind die Chancen zu sagen: „Ich habe meine generalisierte Angststörung besiegt.“

Was hilft bei Angststörung? Bei generalisierter Angststörung sollte Therapie nicht nur die Symptome bekämpfen, sondern sich auch mit den Ursachen befassen. Die Angststörung frühzeitig zu heilen ist wichtig, damit die psychische Erkrankung sich nicht in eine chronische Angststörung verwandelt.

Die ersten zwei Jahre scheinen ausschlaggebend zu sein (29). Gelingt es während dieser Zeitspanne nicht, die Angststörung zu heilen, besteht die Gefahr, dass sie einen chronischen Verlauf nimmt. Die Heilungschancen sind beim Ausbruch der Krankheit am größten. Deshalb ist frühe Diagnose so wichtig. Psychische Krankheiten sollten bereits bei Kindern unbedingt behandelt werden. Erwachsene plagen sich oft mit chronischen Angststörungen herum, an denen sie schon als Kinder gelitten hatten (30).

Medikamente als Soforthilfe bei Angststörung

Lange Zeit waren Psychopharmaka aller Art die erste Wahl für die Angststörung Therapie. Beliebte Medikamente bei Angststörung waren Antidepressiva. Bei Angststörung wurden zunächst hauptsächlich Benzodiazepine verschrieben (31), Medikamente mit hohem Suchtpotenzial und schwieriger Entwöhnung. Mittlerweile gelten Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) als ungefährliche alternative Medikamente für Angststörungen (32). Allerdings haben auch sie unerwünschte Nebenwirkungen, zum Beispiel Gewichtszunahme oder sexuelle Störungen (33).

Wenn Du an Pflanzenheilkunde glaubst, kommt bei einer generalisierten Angststörung auch Homöopathie in Frage. CBD-Öl hat sich ebenfalls bei Panikattacken und anderen Angstzuständen bewährt (34).

Was ich über Medikamente und generalisierte Angststörung denke

Ich denke, dass Medikamente wie Antidepressiva bei einer Angststörung Hilfe bieten. Sie können zumindest die körperlichen Symptome eine Weile lang unterdrücken. Das gibt Betroffenen eine Verschnaufpause. Medikamente wie Antidepressiva sind jedoch nur eine Krücke bei der Behandlung von Angststörungen. Sie führen in der Regel relativ schnell zur Gewöhnung und verlieren so einen Teil ihrer Wirkung.

Eine generalisierte Angststörung zu überwinden ist meiner Ansicht nach nur möglich mit einer Therapie, die ganzheitlich auch die Ursachen der Erkrankung behandelt.

Was hilft bei Angststörung wirklich?

Frühzeitig eine Angststörung zu bekämpfen und sie dauerhaft zu heilen, erfordert in der Regel die Kombination von Medikamenten und Psychotherapie. Die sogenannte kognitive Verhaltenstherapie bietet einen Ansatz, der den Ursachen von Angststörungen auf den Grund geht (35).

Wie der Name vermuten lässt, setzt sich diese Psychotherapie mit den Ursachen für Gedanken und Gefühle bei der Angststörung auseinander. Außerdem analysierst Du Dein Verhalten kritisch und suchst gemeinsam mit dem Psychotherapeuten nach Strategien, die Dich Deine generalisierte Angststörung überwinden lassen. Diese Art der Psychotherapie kann auch in Gruppen durchgeführt werden (36).

Ist ein stationärer Aufenthalt in einer Klinik sinnvoll?

Wenn eine Angststörung Dein Leben zur Hölle macht, solltest Du über einen Klinikaufenthalt nachdenken. Eine Klinik für Angststörungen hat den Vorteil, dass Du Dich um nichts kümmern musst. Dein gewohntes Umfeld fehlt. Damit sind viele Sorgen für Deine Ängste verschwunden. Manchmal sind wenige Wochen Aufenthalt in einer Klinik heilsamer als viele Jahre ambulante Psychotherapie.

Psychotherapie bei Angststörung : Es menschelt

Die Persönlichkeit und Erfahrung eines Psychotherapeuten ist entscheidend für die Heilungschancen einer Psychotherapie bei Angststörung. Viele Faktoren beeinflussen zwischenmenschliche Beziehungen. Spontane Sympathie und Antipathie solltest Du nicht unterschätzen. Du musst Dich mit Deinem Psychotherapeuten wohl fühlen und ihn oder sie auch als Mensch akzeptieren und schätzen. Fällt Dir das bei einem Therapeuten schwer, solltest Du Dich nach einem anderen Experten umsehen.

Selbsthilfe bei allgemeiner Angststörung

Eine Angststörung selbst heilen zu wollen, empfehle ich nicht. Eine generalisierte Angststörung ist eine tiefgreifende psychische Erkrankung mit komplexen Mechanismen, die einen Laien in der Regel überfordern. Allerdings kann bei einer generalisierten Angststörung Selbsthilfe die Behandlung ergänzen und den Heilungsprozess fördern.

Entspannungstechniken aller Art sind wirksam, um Angstzuständen entgegenzuwirken (37), zum Beispiel progressive Muskelentspannung (38). Auch Meditation und Achtsamkeitsübungen können helfen, das Gefühlschaos von Angststörungen zu verringern (39).

Erfahrungsaustausch in einen Forum

Bei einer Angststörung ist ein Forum im Internet eine ausgezeichnete Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen. Auf diese Weise kannst Du anonym bleiben, aber gleichzeitig nützliche Informationen bekommen. Zum Beispiel kannst Du in einem Forum über Angststörung erfahren, welche Therapeuten gut sind und welche Psychiater mit Angststörungen Erfahrung haben.

Leben mit Angststörung

Eine Angststörung betrifft meist nicht nur Dich selbst, sondern auch Deine Familie. Deshalb sollte das Ziel klar sein: Überwindung der Angststörung. Angehörige leiden in der Regel ebenso sehr unter einer psychischen Erkrankung wie die Betroffenen selbst. Besonders Eltern sollten mit Blick auf ihre Kinder alles versuchen, um ihre generalisierte Angststörung zu bekämpfen.

Wenn Dein Partner von einer Angststörung betroffen ist, solltest Du selbst Hilfe suchen. Eine psychische Krankheit kann Angehörige schnell überfordern. Informationen und Unterstützung bietet der Bundesverband für Angehörige psychisch Kranker e.V. (40). Das Angebot dieses gemeinnützigen Vereins reicht vom Seelefon, Beratung per Telefon und E-Mail, bis zu Kursen und Seminaren.

Zusammenfassung: Leben in Angst muss nicht sein

Wenn Du an einer generalisierten Angststörung leidest, kann das gesamte Leben wie eine endlose Spirale von Sorgen und Furcht erscheinen. Es liegt an Dir, diesen Teufelskreis zu unterbinden. Informiere Dich über Symptome von Angststörungen, die Möglichkeit einer Diagnose und Optionen für Behandlung. Ich denke, dass eine Angststörung immer eine mehrgleisige Therapie erfordert.

Medikamente können nur die Symptome einer generalisierten Angststörung lindern. Psychopharmaka wie Antidepressiva oder natürliche Mittel wie CBD-Öl können Betroffenen eine Verschnaufpause verschaffen, die eine umfassende Betrachtung der eigenen Situation erst ermöglicht. Eine Psychotherapie, beispielsweise kognitive Verhaltenstherapie, kann Ursachen von Ängsten klären, Gefühle entwirren und Strategien entwickeln, um dauerhaft einen Ausweg aus dem Labyrinth der Angst zu finden.

40 Quellen und Studien


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