Meine Erfahrungen mit Lasea: Wirkung und Nebenwirkungen
Mein Weg aus der Angst
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Wirkung und Nebenwirkungen von Lasea: meine Erfahrung

Heute möchte ich Dir über Lasea berichten. Einmal bekommst Du einen Rundumschlag zu dem pflanzlichen Mittel basierend auf Lavendel-Öl, zum anderen werde ich Dir über meine persönlichen Erfahrungen mit dem Produkt berichten, das gegen innere Unruhe und Angstgefühle helfen soll.

Du erfährst also, was Lasea ist, welche Inhaltsstoffe und Wirkstoffe es enthält, wie man Lasea einnimmt und welche Nebenwirkungen möglich sind. Und natürlich wie gut und wie schnell es wirkt. Sowohl aus objektiver Sicht, sprich was sagen Studien über Lasea bzw. den Inhaltsstoff Lavendel. Aber auch aus meiner persönlichen Erfahrung. Außerdem werde ich dir erklären, warum ich auf eine stärkere Alternative umgestiegen bin.

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Wie ich auf Lasea gestoßen bin?

Baldrian-Tabletten: Wirkung, Dosierung und Nebenwirkungen​​​Zu der Zeit, in der es mir psychisch noch ziemlich schlecht ging, hatte ich - ehrlich gesagt - unzählige Dinge und Mittel ausprobiert. Darunter waren sogar einige homöopathische Mittel wie Neurexan und Neurodoron, aber auch einige pflanzliche Mittel wie Neurapas - das ist eine Kombination aus Johanniskraut, Baldrian und Passionsblume -, Pascoflair (reines Passionsblumenkraut) und eben auch Lasea.

Die Produkte sind ja alle teilweise aus der Werbung bekannt – oder man bekommt sie bei der Suche in Google, z.B. nach „Beruhigungsmittel“ oder „Mittel gegen Angst“, bei den Google-Werbeanzeigen ganz oben angezeigt.

Wie gesagt, meine eigenen Erfahrungen schildere ich Dir später noch, jetzt wollen wir uns aber zunächst erst einmal den Hersteller von Lasea anschauen, nämlich die Dr. Schwabe Gmbh.

Dr. Schwabe – der Hersteller von Lasea

Googelt man nach „Lasea“, bekommt man (Stand: 5.Mai 2019) als ersten Treffer gleich www.lasea.de angezeigt, nach zwei weiteren Treffern von Amazon und docmorris, bei denen man Lasea kaufen kann, kommt dann an vierter Stelle gleich die Seite des Herstellers: www.schwabe.de/produkte/lasea/

Die Dr. Schwabe GmbH wurde bereits 1866 durch den damals erst 26-jährigen Apotheker Dr. Wilmar Schwabe gegründet. Dr. Schwabe war schon damals von der Erforschung, Entwicklung und Herstellung von pflanzlichen Arzneimitteln begeistert und beschäftigt. Er entwickelte Leitlinien und Kontrollrichtlinien, die bis heute Gültigkeit besitzen.

Das erste Produkt von Schwabe, welches auch heute noch erfolgreich vertrieben wird, ist das sogenannte Cratagutt©, welches Weißdornextrakt enthält und die Pumpkraft des Herzens und das gesamte Herzkreislauf-System stärkt.

Bis heute hat der Hersteller Schwabe viele weitere pflanzliche Arzneimittel für unterschiedlichste Anwendungsgebiete entwickelt.

Ich muss sagen, dass der Hersteller – zumindest was man auf der Webseite des Herstellers lesen kann, einen sehr guten Eindruck macht. Die Webseite vermittelt auf hervorragende Weise das Gefühl von Qualität, Transparenz und Erfahrung. Hier hat die Marketingabteilung auf jeden Fall ihre Hausaufgaben gemacht.

Beachte hier bitte auch, dass es sich bei den Produkten der Dr. Schwabe GmbH tatsächlich um pflanzliche Arzneimittel enthält. Das ist ein Unterschied zu Mitteln bzw. Wirkstoffen, die lediglich als Nahrungsergänzungsmittel vertrieben werden. Auf den genauen Unterschied bzw. die Kriterien, die von pflanzlichen Arzneimitteln erfüllt werden müssen, gehe ich später nochmals separat ein.

Weitere mehr oder weniger bekannte pflanzliche Arzneimittel von Schwabe sind u.a. :

  • Tebonin© mit dem Wirkstoff Ginkgo, welcher durch die durchblutungsfördernde Wirkung im Alter bei Problemen mit der Vergesslichkeit und Konzentration, aber auch bei Ohrgeräuschen wie z.B. Tinnitus eingesetzt wird.
  • Umckaloaba©: das bekannte pflanzliche Mittel aus Afrika zur Stärkung des Immunsystems
  • Doloplant©, welches eine Kombination aus Pfefferminzöl, Eukalyptusöl und Rosmarinöl enthält, und bei Muskel- und Gelenkschmerzen Anwendung findet.

Und Lasea ist auch nicht das einzige Mittel, das die Dr. Schwabe GmbH bei psychischen Problemen zu bieten hat.

  1. Neuroplant© soll die „Lebensfreude steigern“, sprich stimmungsaufhellend und antidepressiv wirkend sein.
  2. Sandrin© soll die Ruhe, Geduld und Ausdauer insbesondere von Kindern steigern. Es hat also solche Kinder im Fokus, die man früher Zappelphilipp nannte und die heute mit der Diagnose ADHS vom Arzt nach Hause kommen.
  3. Und Euvegal© soll für alle gut geeignet sein, welche Schwierigkeiten mit dem Schlaf haben.

Während Neuroplant einen bestimmten Johanniskrautextrakt enthält, basieren Sandrin und Euvegal auf Baldrian und Melisse. Nach diesem kleinen Ausflug wollen wir aber nun nicht weiter ausschweifen und uns wieder Lasea widmen.

Lasea selbst enthält als Wirkstoff Lavendelöl, was im Vergleich zu Baldrian (mehr Infos zu Baldrian in diesem Artikel), Melisse, Johanniskraut oder Passionsblume deutlich weniger bekannt ist – zumindest was seine beruhigende und angstlösende Wirkung angeht. Wenn überhaupt, so kannte ich Lavendel eigentlich nur als ätherisches Öl, welches in dieser Form, nämlich über den Geruchssinn, eine beruhigende Wirkung entfalten könnte.

Lasea wird aber – im Gegensatz zu der Aromatherapie mit Lavendel - (oral) eingenommen. Man muss sagen, dass die Wirksamkeit von Lavendel als Aromatherapie, also das Riechen von Lavendel in Form von ätherischen Ölen, ganz gut untersucht wurde, jedoch mit gemischten Ergebnissen. Doch hier geht es ja nicht um eine Aromatherapie, sondern um die orale Einnahme von Lasea-Kapseln mit Lavendelöl. Deswegen können wir all diese Studien, die Lavendel als Aromatherapie untersuchen, hier getrost ignorieren.

Was sagen Studien über die Wirksamkeit von Lavendel?`

Quelle: Apotheker-Zeitung

Bei meinen Recherchen zur Wirksamkeit von (oraler) Einnahme von Lavendelöl musste ich schnell feststellen, dass die Studienlage noch relativ dünn ist. Konkret bedeutet das: alle Studien, die ich auffinden konnte, beziehen sich tatsächlich auf Lasea bzw. auf Silexan©, das ist eine alternative (frühere) Produktbezeichnung von Lasea.

Auf der Webseite von Lasea selbst ist zu lesen, dass sowohl die Wirksamkeit als auch die Verträglichkeit in mehr als 15 klinischen Studien mit über 2.500 Patienten nachgewiesen wurde. Schade finde ich nur, dass diese Studien nicht weiter erwähnt werden. Tatsächlich wurde nur ein ein kleiner Anteil der Studien veröffentlicht. Dies ist auch einer von mehreren Kritikpunkten, die das arznei-telegramm gegenüber Lasea geäußert hatte. Mehr hierzu noch später.

Außerdem frage ich mich, was „mehr als 15“ bedeutet. 16, 17 oder 20? Warum kann man nicht die genaue Anzahl angeben? Nun gut, das ist aber eine Kleinigkeit.

Studie an 539 Patienten über 10 Wochen belegt Wirksamkeit von Lasea

Schauen wir uns lieber einmal die größte Studie zur Wirksamkeit von Lavendelöl an, wie sie aufgebaut war und zu welchen Ergebnissen sie kam.

  1. An der Studie nahmen insgesamt 539 Menschen im Alter zwischen 18 und 65 Jahren teil, die unter Angstzuständen litten. Hiervon waren 71,4% Frauen und 28,6% Männer.
  2. Die Studie ging über einen Zeitraum von 10 Wochen.
  3. Zur Bewertung der Symptomatik wurde die sogenannte Hamilton-Angst-Skala herangezogen. Dies ist eine anerkannte Skala zur Einordnung von Angststörungen, die von bis 56 reicht. Sie basiert auf einem Fragebogen mit 14 Fragen zu bestimmten Symptomen.
  4. Alle an der Studie teilnehmenden Patienten erreichten auf der Skala mindestens einen Wert von 18.
  5. Die Patienten wurden in 4 unterschiedliche Gruppen eingeteilt.
  6. Gruppe 1 bekam täglich 80 mg des Lavendelöls.
  7. Gruppe 2 bekam täglich 160 mg.
  8. Gruppe 3 bekam eine herkömmliche Therapie.
  9. Gruppe 4 bekam ein Placebo.

Die Ergebnisse der Studien waren folgendermaßen:

  1. Beide Gruppen, die Lavendelöl bekamen, zeigten eine Verbesserung, die besser ausfiel als die Verbesserung der Gruppe 3, welche eine herkömmliche Behandlung erhielten. Die Werte auf der Angstskale reduzierten sich um 14 Punkte (Gruppe 2 mit 160 mg) bzw. um 12 Punkte (Gruppe 1 mit 80 mg). Im Vergleich hierzu reduzierte sich der Hamilton-Wert bei Gruppe 3 (herkömmliche Therapie) lediglich um 11 Punkte und bei der Placebogruppe lediglich um 9 Punkte.
  2. Des Weiteren konnten in der Studie – neben Aufstoßen und leichten Magenunverträglichkeiten – keine weiteren stärkeren Nebenwirkungen festgestellt werden.
  3. Außerdem konnten keine Probleme beim Absetzen der Einnahme festgestellt werden. Dies ist ein Riesenvorteil, wenn man dies mit den Probleme beim Absetzen von Antidepressiva oder gar Tavor bzw. Lorazepam vergleicht, wo es so gut wie immer zu Absetzerscheinungen kommt. Mehr über Tavor kannst Du übrigens in meinem folgendem Artikel lesen: www.meinwegausderangst.de/tavor-tabletten-expidet

Kritik an den Lasea-Studien

Wie bereits angedeutet, sind die meisten Studien (1, 2, 3) zu Lasea nicht veröffentlicht. Dies ist einer der Kritikpunkte, welches das arznei-telegramm in diesem Artikel gegenüber Lasea geäußert hatte – nachzulesen in diesem Artikel der Deutschen Apothekerzeitung. Weitere Kritikpunkte beziehen sich u.a. auf die Methodik, die bei den Studien zum Wirksamkeitsnachweis von Lasea angewandt wurden. In dem Artikel kannst Du, wenn Du es ganz genau erfahren möchtest, auch die jeweilige Antworten des Herstellers zu den einzelnen Kritikpunkten nachlesen. Eine Übersicht der Studien findest Du in der obigen Tabelle.

Hier die Kritikpunkte im Einzelnen:

  1. Eine Placebo kontrollierte Studie, bei der es bei bis zu 5% aller Patienten zum Aufstoßen mit Lavendelgeschmack kommen kann, sei nicht mehr als „verblindet“, also als Placebo kontrolliert anzusehen. Denn die Leute, die wegen der Einnahme von Lasea aufstoßen müsste, wüssten dann ja, dass sie kein Placebo bekommen hätten. Meine Meinung: das stimmt für den Anteil derjenigen, die auf Lasea aufstoßen müssen. Allerdings ist das ein allgemeines Problem und nicht Lasea-spezifisch. Es trifft vielmehr auf alle Medikamenten zu, die eine hohe Nebenwirkungsrate haben.
  2. In einer anderen 6-wöchigen Studie hat der Hersteller angeblich die Wirksamkeit von Lasea mit der Wirksamkeit von Lorazepam verglichen. Dies wird jedoch angezweifelt, da eine so langfristige Einnahme von Lorazepam gar nicht vorgesehen ist, da es bereits nach wenigen Wochen zu einer Abhängigkeit kommen kann. Meine Meinung: dieser Kritikpunkt ist vollkommen gerechtfertigt.
  3. Nicht alle Studien wurden komplett veröffentlicht. Diesen Kritikpunkt kann ich absolut nachvollziehen, leidet doch die Transparenz hierunter sehr stark. Nur als Beispiel: je mehr Studien man durchführt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens eine Studie zu einem positiven Ergebnis kommt. Zu nahezu allen Wirkstoffen gibt es eine Vielzahl an Studien, die meist nicht zu den gleichen Ergebnissen kommen. Deswegen ist eine einzelne Studie nicht besonders aussagekräftig. Der Hersteller wehrt sich damit, dass Investment des Unternehmens in die Forschung, welche mehreren Millionen beträgt, müsse geschützt werden. Hier trifft einfach Forschung auf Kapitalismus. Es ist das gleiche Problem wie bei allen Studien zu Arzneimitteln, die von Pharma-Unternehmen in Auftrag gegeben werden.

Mein Zwischenfazit: Es gibt vom Hersteller Studien, die die Wirksamkeit von Lasea nachweisen. Diese Studien sind aber zu einem Großteil nicht veröffentlicht, so dass man sie auch nicht genau auf Herz und Nieren prüfen kann. Es ist zu befürchten, dass nur solche Studien mit günstigem Ausgang bezüglich der Wirksamkeit veröffentlicht wurden.

Andererseits sollte man die Sache mit den Studien auch nicht zu ernst nehmen. Denn schließlich kann keine Studie der Welt vorhersagen, wie ein bestimmtes Mittel bei Dir persönlich wirken wird. Meiner Meinung kann man nur eine gute Vorauswahl treffen, welche Mittel für einen persönlich geeignet sein können bzw. welche Mittel das größte Potential haben, einem persönlich zu helfen. Anschließend führt kein Weg daran vorbei, das/diejenige(n) Mittel auszuprobieren und eigene Erfahrungen zu sammeln.

FAQ - Häufige Fragen zu Lasea

Welche Inhaltsstoffe enthält Lasea? Sind Aluminiumsalze in Lasea enthalten?

Der Hauptwirkstoff von Lasea ist Lavendelöl von „Arzneilavendel“ (WS 1265), welches aus den Blüten und dem Stängelansatz der Pflanzen mittels Wasserdampfdestillation gewonnen werden. Das Besondere an diesem Arzneilavendel mit der Bezeichnung WS1265 ist ein garantierter Mindestgehalt der Wirkstoffe Linalool und Linalylacetat. Das sind die eigentlichen Wirkstoffe, die in dem Lavendelöl enthalten sind und welche für die Wirkung von Lasea hautpsächlich verantwortlich sein sollen.

Zu den weiteren Inhaltsstoffen, die alle in einer Weichkapsel enthalten sind, gehören:

  • Gelatinepolysuccinat
  • Glycerol 85 %
  • raffiniertes Rapsöl
  • Sorbitol
  • Carminsäure
  • Aluminiumsalze E 120 und E 131
  • Patentblau V
  • und Titandioxid (E171)

Ich finde es schade, dass das eigentlich pflanzliche Mittel nicht ohne die potentiell schädlichen Aluminiumsalze vorkommt. Es steht nämlich in Verdacht, neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Krebs (Brustkrebs) zu begünstigen. Mehr Infos über Aluminiumsalze findest Du bei Quarks und bei Spektrum der Wissenschaft.

Mein erster Gedanke war ehrlich gesagt: Falls ich damals schon davon gewusst hätte, so hätte ich Lasea vermutlich gar nicht erst ausprobiert. Allerdings scheint die Menge an Aluminium, die in einer Lasea-Kapsel enthalten ist, einem großen Glas Leitungswasser zu entsprechen, welches gerade den Höchstwert an Aluminium erreicht hat. Das hat mich zumindest ein bisschen beruhigt, ruft aber auch wieder die Frage auf, welches Leitungswasser in der Praxis überhaupt diesen Höchstwert erreicht und wie sicher DIESER Höchstwert anzusehen ist.

Besser hätte ich es auf jeden Fall gefunden, ich müsste mir über solche Dinge keine Gedanken machen. Gerade bei Angstpatienten müsste man doch als Hersteller eigentlich wissen, dass diese sich schon viel zu viele Gedanken über alles Mögliche machen. Ich kann jedenfalls nicht nachvollziehen, wozu man diese Aluminiumsalze überhaupt benötigt!

Wo kann man Lasea-Tabletten kaufen und was kosten sie?

Eigentlich in jeder (Online-) Apotheke, bei Amazon oder auch in den Drogeriemärkten DM und Rossmann. Ein Preisvergleich über medizinfuchs liefert folgende Ergebnisse:

  • Packung mit 14  Tabletten: ab 6,13 €
  • Packung mit 28  Tabletten: ab 11,55 €
  • Packung mit 56  Tabletten: ab 22,89 €

Hinzu kommen meist noch die Versandkosten bei den meisten Online Apotheken.

Wie ist die Wirkung von Lasea?

Laut Hersteller wirkt Lasea bei folgenden gesundheitlichen Problemen:

  • Angstgefühle
  • Innere Unruhe
  • Schlafstörungen, die im Zusammenhang mit Unruhe und Angzuständen stehen.

Die beruhigende und angstlösende Wirkung von Lasea steht also im Vordergrund, weniger eine stimmungsaufhellende Wirkung, wie man sie zur Verbesserung von Depressionen oder depressiven Verstimmungen erwarten würde. Falls Du dich aber fragen solltest, ob die Wirkung von Lasea wie die von Tavor ist, dann muss ich Dir sagen: nur im Prinzip, aber längst nicht so stark.

Die Wirkweise von Lasea soll darauf beruhen, dass einer Übererregung von Nervenzellen entgegengewirkt wird. Dies soll durch die beiden natürlichen in Lasea enthaltenen Substanzen Linalool und Linalylacetat geschehen. Durch diese beiden Stoffen werden wichtige Botenstoffe, die an der Reizübertragung (von Nervenzellen) beteiligt sind, wieder ins Gleichgewicht gebracht werden.

Wie schnell ist der Wirkungseintritt von Lasea?

Lasea wirkt nicht sofort, es ist somit kein Notfallmedikament wie Tavor, welches nur im Akutfall wie bei Panikattacken eingenommen werden kann. Stattdessen ist eine regelmäßige Einnahme vorgesehen. Eine erste Wirkung kann bereits nach einigen Tagen spürsam sein. Bis es voll wirkt, können aber einige Wochen vergehen.

Die korrekte Einnahme und Dosierung von Lasea

Lasea muss man nur einmal täglich einnehmen. Wann? Am besten zu einer warmen Mahlzeit mit einem Glas stillem Wasser, die Tagezeit ist hierbei egal. Um ein Aufstoßen zu vermeiden, sollte man es nicht im Liegen einnehmen.

Zu welchen Nebenwirkungen und Wechselwirkungen kann es kommen?

Die häufigste Nebenwirkung liegt darin, dass es zu einem Aufstoßen des Lavendelöls kommen kann. Der Atem riecht dann tatsächlich nach Lavendel. Ich persönlich kenne das auch von Kapseln (Soledum), die gegen Nebenhöhlenentzündungen helfen und ebenfalls ätherische Öle enthalten.

Theoretisch kann es, wie eigentlich bei jedem Arzneimittel (ob pflanzlich oder pharmakologisch) zu Allergien kommen.

Eine Wechselwirkung mit anderen Medikamenten ist nicht bekannt. Dennoch sollte bei (regelmäßiger) Einnahme von anderen Medikamenten die Einnahme von Lasea vorher mit dem Arzt abgesprochen werden.

Auch während einer Schwangerschaft sollte Lasea nicht eingenommen werden, da zur Sicherheit bei der Einnahme während Schwangerschaften keine klinische Daten vorliegen.

Auch Menschen mit einer (stark ausgeprägten) Fructoseintoleranz müssen aufpassen, da Lasea Sorbitol enthält, welche im Körper zu Fructose verstoffwechselt wird.

Zu der häufig gestellten Frage, inwieweit Lasea „auf die Leber geht“ bzw. Leberschäden verursachen kann, so kann ich beruhigend antworten, dass dies nicht der Fall ist. Falls Derartiges bekannt wäre, so bekäme man Lasea sicherlich nur mit Rezept und engmaschiger Kontrolle der Leberwerte beim Arzt. Aber auch diese Frage, so finde ich, ist einfach nur typisch für einen Angstpatienten. Ich denke, ich darf das sagen, ich weiß ja, wovon ich spreche ?.

Meine Erfahrungen mit Lasea

Meine Erfahrungen mit Lasea liegen schon einige Jahre zurück. Ich muss dazusagen, dass mein psychischer Zustand, in dem ich mich befand, als ich Lasea ausprobiert hatte, relativ schlecht war.

Meine Vorgeschichte

Was bedeutet „schlecht“? Also ich litt unter einer mittelstarken Depression (Diagnose: „rezidivierende mittelgradige depressive Episoden“, ICD Code: F33.1) und einer Angststörung mit Panikattacken (ICD: F41). Das solltest Du unbedingt berücksichtigen, wenn ich Dir jetzt gleich erzähle, dass mir Lasea zwar geholfen hatte, aber eben nicht genügend. Vielleicht hätte Lasea ausgereicht, wenn die ganze Sache bei mir nicht so schlimm gewesen wäre.

Außerdem war ich zu diesem Zeitpunkt bereits auf Antidepressiva eingestellt, nahm 40 mg Citalopram (was einer 20mg-Dosis von dem heutigen Escitalopram entspricht). Das hatte meine Symptomatik zwar schon etwas gebessert, es ging mir aber noch lange nicht gut.

Ich litt nach wie vor unter Panikattacken. Ich bekam wie aus dem Nichts eine eigentlich unerklärbare „Todesangst“, mein Herz raste wie verrückt und ich hatte das Gefühl, ich ersticke gleich. Das ganze zwischen 2-5-mal in der Woche.

Dazu die Depressionen, die sich vor allem darin äußerten, dass ich ziemlich verzweifelt war, da ich dachte, dass ich nie wieder gesund werde. Das hat mich natürlich noch mehr heruntergezogen. Meine Gedanken kreisten sich nur noch um meine Erkrankung. Gleichzeitig war aber immer auch der Drang da, etwas zu tun oder etwas zu finden, das hilft.

Man sagt ja oft, dass Antriebslosigkeit ein häufiges Anzeichen einer Depression ist, das war bei mir eigentlich gar nicht so. Klar hatte ich gelegentlich solche Phasen, aber im Großen und Ganzen war ich doch sehr darin bemüht, irgendetwas zu tun oder was zu unternehmen, das hilft.

Erfahrungen mit anderen pflanzlichen Mitteln

So hatte ich auch mehrere pflanzliche Beruhigungsmittel ausprobiert. Das Ganze fing an mit Johanniskraut - noch bevor ich Antidepressiva nahm, man sollte das auf keinen Fall zusammen mit Antidepressiva einnehmen, da es zu Wechselwirkungen kommen kann. Johanniskraut kann antidepressiv wirken. Zur Beruhigung hatte ich auch Baldrian, Hopfen und Melisse ausprobiert. Gegen die Angst Passionsblume und schließlich Lasea mit Lavendelöl.

Leichtes Aufstoßen am Abend

Da man bei Lasea nur eine Tablette täglich einnehmen soll (und man die Weichkapseln ja auch nicht teilen kann), konnte ich die Dosis nicht einschleichen, wie ich es – aufgrund der Angst vor Nebenwirkungen – bei den anderen Mitteln immer getan habe. Da ich auch starke Probleme mit dem Einschlafen hatte, versuchte ich zuerst, Lasea vor dem Schlafengehen einzunehmen.

Das war allerdings keine gute Idee, denn ich musste von dem Lasea ein bisschen aufstoßen. Nicht schlimm, aber beim Einschlafen hat es dann doch eher gestört als geholfen. Das Aufstoßen hinterlässt einen leichten Geschmack nach Lavendel, ist aber wie gesagt an sich eigentlich nicht schlimm - wenn man nicht gerade versucht einzuschlafen.

Lasea morgens zum Frühstück

Ich bin dann dazu übergegangen, Lasea morgens zum Frühstück einzunehmen und dann war es auch besser, denn das Liegen scheint das Aufstoßen zu begünstigen, was mir der Beipackzettel (später) dann auch bestätigt hat. Mit der Zeit war das Aufstoßen also kein Problem mehr gewesen.

Wirkung in den ersten zwei Wochen

Zur Wirkung von Lasea: also die ersten zwei Wochen tat sich bei mir gar nichts. Klar ist nicht jeder Tag immer gleich, aber so über einen Zeitraum von zwei Wochen gesehen, hatte ich tatsächlich keinerlei Verbesserung gemerkt.

Leichte Besserung ab dritter Woche

In der dritten Woche hat sich dann endlich was getan. Ich habe schon bemerkt, dass ich ein bisschen ruhiger geworden bin. Außerdem habe ich ein bisschen öfter durchgeschlafen. Die Panikattacken wurden ein bisschen kürzer und weniger intensiv. Allerdings blieben sie genauso häufig, nahmen also von der Anzahl her leider nicht ab.

Ich hatte zuerst gehofft, dass es mit der Zeit eben noch besser wird und habe die Lasea-Tabletten noch einige Zeit (das dürften etwa drei Monate gewesen sein) weitergenommen. Auch hatte ich mit dem Gedanken gespielt, die Dosis weiter zu steigern, hatte mich hierzu dann aber doch nicht getraut.

CBD: eine Alternative zu Lasea

So blieb es bei mir bei einer leichten Besserung, aber gut ging es mir dadurch eben noch lange nicht. Glücklicherweise bin ich noch im gleichen Jahr dann auf CBD-Öl gestoßen, was bei mir tatsächlich den Durchbruch gebracht hatte, so dass sich meine hartnäckige Suche dann tatsächlich doch noch ausgezahlt hatte. Meinen Bericht, wie ich auf CBD gestoßen bin und wie es bei mir wirkte (ich kann schon sagen: deutlich besser als Lasea), kannst Du hier nachlesen.

Mein Fazit

Lasea ist ein pflanzliches Mittel, welches vor allem für Menschen gedacht ist, die unter innerer Unruhe, Angstzuständen bis hin zu Panikattacken leiden.

Das auf Lavendelöl basierende Produkt ist nicht nur ein Nahrungsergänzungsmittel, sondern ein nach dem Arzneimittelgesetz zugelassenes pflanzliches Arzneimittel. Das bedeutet, dass vor allem die Verträglichkeit in umfangreichen klinischen Studien nachgewiesen werden musste. Auch die Wirksamkeit wurde in mehreren klinischen Studien im Auftrag des Herstellers – sagen wir mal – zumindest „untersucht“. Nachgewiesen wäre meiner Meinung nach zu viel gesagt, auch wenn der Hersteller das natürlich anders sieht.

Auch meine persönliche Erfahrung kann bestätigen, dass Lasea wirkt. Man darf sich aber keine Wunder erhoffen. Ob Lasea bei Dir ausreicht, ist sehr individuell. Es hängt davon ab, wie schlimm die Symptomatik bei Dir bereits ist und wie du persönlich auf Lavendelöl bzw. den darin enthaltenen Wirkstoffen ansprichst.

Meiner Meinung ist Lasea auf jeden Fall einen Versuch wert, wenn Du nicht gerade panische Angst vor den in Lasea enthaltenen Aluminiumsalzen hast (Stichwort Nocebo-Effekt, das ist das Gegenteil von Placebo). Falls Dir 100% Bio lieber ist, würde ich Dir eher gleich zu einem Bio-CBD-Öl (ich persönlich verwende das hier) raten, bei dem Du Dir keine Gedanken um zusätzliche evtl. schädliche Inhaltsstoffe machen musst.

Wie auch immer Du dich entscheidest: gib niemals auf! Ich wünsche Dir Alles Gute und eine angstfreie und glückerfüllte Zukunft.


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