57 Kommentare

Juli 1, 2019

Mirtazapin ist ein Antidepressivum aus der Gruppe der NaSSA (=Noradrenerges und Spezifisch Serotonerges Antidepressivum), welches die Aufnahme der Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin hemmt und dadurch deren Verfügbarkeit erhöht. Die Wirkung von Mirtazapin unterscheidet sich von den trizyklischen Antidepressiva, von den Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern (SSRI) und auch von den Monoaminooxidase-Hemmern.

Der Rest des Artikels über meine Mirtazapin Erfahrungen ist deutlich spannender und weniger trocken, versprochen ;-).

In diesem Artikel berichte ich Dir über meine persönlichen Mirtazapin Erfahrungen . Ich hatte das beruhigende und schlaffördernde Antidepressivum in einer Dosis von Mirtazapin 15mg vom Frühling 2015 bis Frühling 2016 genommen.

Du erfährst in meinem Mirtazapin Erfahrungsbericht, wozu mir Mirtazapin verordnet wurde, wie bei mir Mirtazapin wirkt und mit welchen Nebenwirkungen ich zu kämpfen hatte.

Außerdem erkläre ich Dir, wie ich schließlich Mirtazapin absetzen konnte. Allgemeine Informationen zu Mirtazapin kannst Du übrigens in diesem Artikel nachlesen.

Der Anfang – Selbstmordgedanken und Klinikaufenthalt

Es war ein Tag im Mai 2015, an dem ich zu meiner Frau sagte: „Ich kann nicht mehr. Ich würde mich am liebsten umbringen.“ Ein Hilfeschrei, der meine ganze Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit offenbarte. Dennoch hing ich an meinem Leben, sonst hätte ich das zu meiner Frau ja nicht gesagt - sondern hätte mir überlegt, wie ich das Ganze hätte umsetzen können.

Nun, die Phantasien zur Umsetzung waren schon da gewesen. In meiner Vorstellung hätte ich mich am liebsten irgendwo herunter gestürzt, wäre am besten einfach aus dem Fenster gesprungen. Glücklicherweise hatte ich es nicht getan und es ist bei den bloßen Suizidgedanken geblieben.

Es ist ein weiter Weg von Selbstmordgedanken hin zur Planung und Umsetzung. Dennoch sollte man solche Gedanken ernst nehmen. Laut Statistika (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/318224/umfrage/selbstmordrate-in-deutschland-nach-altersgruppe/) kamen im Jahr 2016 auf 100.000 Einwohner im Alter von 35 bis 39 Jahren immerhin 8,7 Suizide. Ich war zu dem Zeitpunkt gerade 35 Jahre gewesen.

Und so beschlossen wir, dass mich meine Frau „zur Sicherheit“ in eine stationäre Klinik bringen wird.

Was war passiert? Rückfall durch Umzugsstress und Elternzeit

Nach Jahren der Besserung (ich hatte Anfang 2011 meine erste Bekanntschaft mit Depression und Angststörung gehabt) erlebte ich Anfang Mai 2015 einen Rückfall nach einer sehr stressigen Phase, die durch einen Umzug und die Elternzeit mit meiner Tochter bedingt war.

Der Umzug war stressig und hatte mich letztendlich einfach zu viel Energie und Nerven gekostet:

  • die ganze Sucherei nach einem Haus zur Miete
  • der Frust, dass wir unser Wunschhaus nicht bekommen hatten, wo wir doch so viel Hoffnung hatten
  • die Sucherei nach einer seriösen und dennoch bezahlbaren Umzugsfirma (unseriöse und teure gibt es wie Sand am Meer)
  • der Umzug selbst, wo wir dann doch (zu) viel selbst gemacht haben
  • die Renovierung des neuen Mietshauses
  • Ärger mit den Vermietern, wo wir ausgezogen waren, obwohl wir uns eigentlich jahrelang gut verstanden hatten
  • anfängliche Lärmbelästigungen in unserem neuen Mietshaus
  • die Betreuung meiner Tochter in der Elternzeit genau zu dem Zeitpunkt, wo ich schon längst urlaubsreif gewesen wäre und eigentlich nur noch Erholung benötig hätte

Schlafstörungen als Vorboten und Verstärker der Depression

Hinzu kamen noch Schlafstörungen, die einerseits schon Vorboten der beginnenden Depression waren, andererseits das Ganze auch noch verstärkten. Ich wollte einfach nur, dass der ganze Stress rum ist und wir hatten auch das meiste schon geschafft.

Doch es war wohl schon zu spät. Mein Körper hatte den Notstecker gezogen und in den Standby-Modus geschaltet. Wenn man denn der Depression schon was Nützliches abgewinnen möchte, dann kann man die Depression als eine Art Schutzmechanismus sehen. Wie auch immer, man muss diese Meinung nicht teilen.

Gegen die Angstsymptome, die ebenfalls in starkem Maße zurückgekommen sind, habe ich mir noch schnell Tavor von meinem Hausarzt besorgt. Aber das ist ein Thema, auf das ich in einem separaten Artikel (www.meinwegausderangst.de/erfahrung-tavor-escitalopram-promethazin/) eingehe.

Zu spät – die Depression war zurück

Auf jeden Fall waren die ganzen Symptome, die ich von der ersten Phase her kannte, von heute auf morgen wieder zurück. Ich konnte schlecht schlafen, war verzweifelt und machte mir Selbstvorwürfe, dass ich nicht achtsam auf mich und meine Gesundheit gewesen war. Ich litt unter Heulkrämpfen und war aggressiv mir selbst gegenüber gewesen, hatte z.B. meinen Kopf gegen die Wand geschlagen.

So offenbarte ich mich meiner Frau gegenüber und wir beschlossen, eine Klinik aufzusuchen. In unserer Wunschklinik konnte man mich nicht aufnehmen. Natürlich sind da nicht gerade so Plätze frei und wir erfuhren relativ schnell, dass nur eine Station in Frage kam. Das ist die Notfallstation eines Krankenhauses, das von dem eigenen Wohnort abhängt. Geschlossene Station.

Meine erste Dosis Mirtazapin – viel geträumt

Wir kamen abends an, die Nachtschicht hatte bereits begonnen. Ich nahm zu diesem Zeitpunkt schon 10 mg Escitalopram morgens (mehr Infos zu Escitalopram kannst Du hier nachlesen). An diesem Abend, meine erste Nacht auf der geschlossenen Psychiatrie, haben ich dann meine erste Mirtazapin 15mg zum Schlafen verschrieben bekommen.

Und was soll ich sagen? Die Mirtazapin-Tablette hat mich regelrecht umgehauen. Innerhalb von wenigen Minuten wurde mir ein bisschen durmlig/schwindelig und ich schlief ein.

Bin ich schnell eingeschlafen? Ja! Habe ich lange geschlafen? Auch ja! Habe ich gut geschlafen? Ich bin mir nicht sicher, ich glaube eher nicht. Aber ich habe sehr viel geträumt. Von früher in meiner Kindheit - viel vom Fußballspielen, als ich mich noch gesund und fit fühlte.

Mittlerweile weiß ich, dass die Traumphase - die sogenannte REM-Phase - durchaus wichtig ist, aber den echten Tiefschlaf, der für die Regeneration und Erholung wichtig ist, nicht ersetzen kann. Aber das nur am Rande bemerkt.

Immerhin hat die Mirtazapin 15mg Tablette erstmal ihren Zweck erfüllt und mich irgendwie schlafen gelassen. Und solange ich geschlafen habe, konnte ich mir ja auch nichts antun. Das waren also meine ersten Erfahrungen mit Mirtazapin.

Hangover – der Morgen danach

Am nächsten Morgen habe ich dann das erlebt, was man einen „Hangover“ nennt. Sprich ich war am nächsten Morgen, eigentlich den ganzen Vormittag total fertig und K.O. In dem Sinne, dass ich mich einfach nur müde und energielos fühlte. Das war die Schattenseite dafür, dass meine innere Unruhe besser wurde. Gegen Nachmittag und gegen Abend kam dann so langsam die Energie zurück.

Ich dachte und hoffte zuerst, dass sich das Ganze in Kürze einpendeln wird. Dass also die Nebenwirkungen, die sich bei mir v.a. in Form von extremer Tagesmüdigkeit und Schlappheit zeigten, bald besserten. Denn so kann ich das auch von dem Escitalopram. Dies war aber nach drei, vier und auch nach fünf Tagen nicht der Fall.

Die halbe Dosis - besser

Deswegen erlaubte ich mir, die Tablette (man musste sie sich abends immer abholen) im Mund zu behalten, auf der Toilette zu verschwinden, sie rauszunehmen, zu halbieren, die Hälfte selbst zu nehmen und den Rest die Toilette runter zu spülen. Je nachdem, wer die Tablette austeilte, traute ich mich das aber nicht immer.

Tatsächlich schlief ich auch mit dieser halben Dosis noch genauso gut bzw. zumindest nicht schlechter. Und der Hangover am nächsten Morgen war zwar noch da gewesen, war aber bei Weitem nicht so lange ausgeprägt.

Möchte ich Dich hiermit dazu anstiften, deine Dosis ohne Absprache mit deinen Ärzten selbst anzupassen? Nein, bitte nicht! Viel besser fände ich es, wenn Du mit deinen Ärzten die Dosis besprichst, wenn Du das Gefühl hast, die Dosis sei zu hoch, zu niedrig oder einfach zu schnell hochdosiert bzw. (beim Antidepressiva Absetzen) zu schnell runterdosiert.

Leichte Besserung in der Klinik

Bei mir war es in der Klinik leider so gewesen, dass ich kein Vertrauensverhältnis zu den Ärzten aufbauen konnte. Im Nachhinein denke ich mir, dass die meisten hier einfach arbeitsmäßig total überfordert gewesen waren. Denn auf der Station waren noch viele Leute mit Psychosen usw. die auch ganz schön anstrengend gewesen waren.

Trotz all der Nebenwirkungen muss ich aber sagen, dass meine schwere Depression mit meinen Suizidgedanken sich schon gebessert hat – und das nur innerhalb von etwa einer Woche.

Nach knapp einer Woche – nachdem man keine akute Suizidgefahr mehr sah - durfte ich deswegen auch zweimal am Tag die Station verlassen und ein bisschen im Garten des Krankenhauses spazieren gehen oder mir was vom Kiosk holen.

Freiheit nach 1,5 Wochen

Nach anderthalb Wochen, ich drängte ein bisschen darauf, die Station zu verlassen, wurde ich aus der Klinik entlassen. Meine schwere Depression hatte sich gebessert. In meinem Entlassungsbericht war jetzt nur noch von einer mittelgradigen Depression die Rede gewesen.

Nach der Entlassung bekam ich auch schnell einen Termin bei meinem Psychiater, der mich schon von 2011 an begleitet hatte. Mit diesem vereinbarte ich dann auch, dass ich nur die Hälfte der Dosis, sprich 7,5 mg Mirtazapin zum Schlafen nehmen kann, wenn das denn ausreicht. Falls meine Schlafprobleme doch wieder stärker werden sollten, kann ich problemlos auch zwischendurch mal 15mg, also eine ganze Tablette einnehmen.

Offiziell: Dosisreduktion von Mirtazapin 15mg auf die Hälfte

Diese Variation der Dosis ist jedoch nicht bei allen Antidepressiva zu empfehlen. Z.B. ist es bei den Serotonin-Wiederaufnahmehemmern wie z.B. Escitalopram so, dass diese eine relativ lange Halbwertzeit haben. Das heißt, der Medikamentenspiegel wird im Blut nur langsam abgebaut. Da macht es gar keinen Sinn, die Dosis täglich anzupassen.

Mirtazapin hat dagegen eine relativ kurze Halbwertszeit, so dass hier die Dosis auch mal variieren kann.

Somit hatte ich das OK meines Psychiaters, die Dosis auf die Hälfte zu reduzieren und so habe ich die 7.5 mg Mirtazapin verschrieben bekommen. Und so ging es mir damit schon besser. Ich konnte gut schlafen, auch die viele Träumerei hatte sich irgendwann gelegt. Und morgens hatte ich zwar einen Hangover, der zog sich aber nicht mehr durch den ganzen Tag.

Ein Balanceakt: guter Schlaf vs. Hangover

Arbeiten hätte ich mit diesem Hangover nicht können, aber ich war ja eh krankgeschrieben. Und so hatte mir diese Zwangspause, die ich durch die Einnahme von Mirtazapin quasi bekam, letztendlich - im Nachhinein - doch ganz gutgetan.

Gewichtszunahme als Nebenwirkung

Ein weiterer Nebeneffekt von Mirtazapin war leider auch, dass ich innerhalb eines Jahres fast 10 kg zugenommen hatte. Davon bin ich mittlerweile 5 kg wieder schnell losgeworden, die anderen 5 kg sind – bis jetzt – allerdings weiter geblieben.

Meine Devise hier ist jedoch: erstmal gesund werden, dann kann man sich immer noch um die überschüssigen Kilos kümmern. Natürlich nur, solange sich die Gewichtszunahme noch einigermaßen in Grenzen hält.

Mein Fazit

Mein Rat an Dich, falls Dir Mirtazapin verordnet wurde?

Probier‘ es aus! Denke daran, dass es nicht für immer sein muss. Haut es dich genauso um wie mich, kann eine einfache Anpassung der Dosierung bereits die Lösung sein. Leider halten sich manche Ärzte stur an ihre Leitlinien, und wenn da keine 7,5 mg vorgesehen sind, akzeptieren sie das nicht. In diesem Falle rate ich Dir echt, einen neuen Arzt zu suchen, der sich mehr an Menschen orientiert als an Leitlinien.

Und hier noch ein Tipp für den Fall, dass deine Probleme nicht ganz so schwerwiegend sind. Z.B. wenn Du „nur“ Probleme beim Einschlafen hast. Du kannst eine Tablette Mirtazapin in Wasser auflösen und dann einige Tropfen dieser Lösung vor dem Einschlafen nehmen. Die Tropfen unbedingt für einige Minuten im Mund behalten, damit sie leicht aufgenommen werden können. Dieser Trick kann tatsächlich beim Einschlafen helfen. Und du hast aufgrund der geringen Dosis garantiert keinen Hangover.

Dieser Tipp empfiehlt sich auch ganz gut beim Einschleichen und beim Ausschleichen/Absetzen von Mirtazapin oder anderen Medikamenten. So hat das Absetzen bei mir wirklich gut geklappt, da ich hier wirklich in sehr kleinen Schritten reduzieren konnte.

Eine weitere Alternative, ganz ohne „Chemie“ auszukommen, wäre noch die Einnahme von CBD-Öl. Ich persönlich bin – leider - erst später auf CBD-Öl gestoßen, da hatte ich Mirtazapin schon eine Weile lang genommen. Es hat mir beim Absetzen von Mirtazapin sehr geholfen. Ich kann mir gut vorstellen, dass ich Mirtazapin gar nicht benötigt hätte, wenn ich schon vorher auf das CBD-Öl gestoßen wäre. Ich nehme das Öl von Swiss-FX (Produktlink).

Meinen Bericht, wie mir das CBD-Öl geholfen hatte, kannst Du hier nachlesen. Vielleicht wär‘ das auch etwas für Dich.




Welche Erfahrungen mit Mirtazapin hast Du schon gemacht?

Selbstmordgedanken?

Falls du akut Hilfe brauchst: Anlaufstellen wie die Telefonseelsorge (0800 - 111 0 111 oder 0800 - 111 0 222) sind rund um die Uhr für dich erreichbar.

Weitere Hilfsangebote findest du hier: https://www.suizidprophylaxe.de/hilfsangebote/hilfsangebote/

Über den Author

Andreas

Ich bin Andreas Humbert, Gründer und Hauptblogger von "Mein Weg aus der Angst". Ich lebe mit Frau, Tochter und Hund in der Pfalz. Mehr Infos über mich kannst du hier nachlesen.

Fragen oder Bemerkungen? Dann schreib' einen Kommentar...
Kurt hahn Antworten abbrechen

Your email address will not be published. Required fields are marked

  1. Hallo,
    auch ich nehme seit genau einem Jahr Mirtazapin 15 mg. Habe genau wie du 10 kg zugenommen und hatte schreckliche Albträume. Daraufhin meinte mein Arzt ich soll die Tabletten absetzen und ein anderes Mittel namens Atosil versuchen. Da ich das ganze nicht mehr so lustig fand und ihm sagte das ich kein Versuchskaninchen sei, habe ich dann für mich selbst beschlossen die Dosis erstmal auf eine halbe Tablette zu reduzieren. Das ist mir zum Glück auch ganz gut gelungen und die Pfunde purzeln auch wieder.
    Erwarte nun “voller Hoffnung” die CBD- Tropfen… morgen müssten sie ankommen….
    Ich hoffe so sehr das ich damit meine Beschwerden in den Griff bekomme und dann endlich von der Mirtazapin los komme.
    Meine letzten 2 Jahre waren ein Höllentrip….ich bin irgendwie total abgedriftet und schaffe es einfach nicht daraus zu kommen. Mein Körper macht einfach nicht mit…es ist ein Teufelskreis in dem man sich befindet und das Schlimmste daran ist ich fühle mich nicht für voll genommen. Kein Mensch der das selbst nicht durchlebt hat kann einen verstehen.
    Also wie gesagt morgen müssten die Tropfen kommen und ich hoffe die sind meine Rettung zurück ins Leben.

    1. Hallo Katrin,

      Vielen Dank, dass Du Deine Mirtazapin 15 mg Erfahrungen hier teilst.

      Es ist manchmal wirklich nicht leicht. Medikamente, gerade Antidepressiva, können wirklich ganz unterschiedlich wirken.
      Und die Termine, die bei den Psychiatern/Neurologen angesetzt sind, sind meist in viel zu großen Abständen, um auf die Wirkung der Medikamente entsprechend reagieren zu können.

      Gut, dass Du selbst Initiative ergreifst.

      Ich wünsche Dir, dass die CBD-Tropfen bei Dir anschlagen.

      Machst Du auch eine Therapie?

      LG, Andreas

  2. Lieber Andreas,

    auf der Suche nach Erfahrungsberichten mit Mirtazapin, bin ich auf Deinen Blog aufmerksam geworden.
    Ich finde mich in Vielem was Du beschreibst wieder.
    Mirtazapin 15 mg Erfahrung hatte ich schon einmal während einer schweren Depression.
    Damals wurde mir verordnet, mit 15mg zu beginnen und schnell auf 30mg zu steigern.
    Für meinen Körper eine unfassbare Menge, wie ich inzwischen weiß.
    Ich war wie gerädert und habe nur noch geschlafen. Später, als ich mich irgendwie an diese Mengen gewöhnt hatte, lebte ich in einer ‘Mir ist alles scheissegal’ Blase, die aber natürlich besser war als die schwere Depression.
    Eigentlich hatte ich gehofft, nie mehr Psychopharmaka nehmen zu müssen.
    Aktuell bin ich in einer schweren Lebenskrise und in eine Depression gerutscht.
    Ich komme nicht drumherum Mirtazapin wieder zu nehmen, nachdem andere Antidepressiva garnicht gewirkt haben.
    Normalerweise wirken Medikamente bei mir sehr stark, ich brauche oft von allem nur die Hälfte, nehme aber auch sehr wenig ein, da ich es immer zunächst ohne probiere.
    Zum Glück habe ich inzwischen einen sehr guten Arzt, der mich individuell unterstützt, die für mich passende Dosis zu finden.
    Und das sind unfassbare 3,5mg!
    Schon mit dieser kleinen Menge, es sind ja nur Krümel, kann ich wieder gut schlafen, habe einen geringen Überhang am nächsten Tag, bin aber schon jetzt nach wenigen Tagen innerlich ruhiger.
    Vermutlich werde ich auch auf 7,5 erhöhen müssen, aber das wäre für mich ok., da das immer noch eine relativ kleine Menge ist.
    Und Du beschreibst ja sehr gut, dass Dir 7,5mg auch ausgereicht haben.
    Ich danke Dir für Deine sehr hilfreichen Informationen auch hinsichtlich des CBD Öls und wünsche Dir weiterhin alles Gute.
    Bestimmt werde ich Deinen Blog weiterhin lesen.

    Liebe Grüsse

    C.

    1. Hallo C.,

      Vielen Dank für Deine nette Rückmeldung und dein Lob! 🙂

      Scheint ein guter Arzt zu sein, den du da erwischt hast.

      Alles Gute und Liebe Grüße,

      Andreas

  3. Hallo Leute,
    ich nehme das Zeug auch, zu erst die niedrigste Dosierung überhaupt, aber es hat erst mal gewirkt. Und das richtig, so wie schon beschrieben. Fast den ganzen Folgetag platt. Jetzt habe ich die Höchstdosis und keine bis minimale Wirkung. Das mit der Gewichtszunahme habe ich auch und bin etwas besser informiert. Anscheinend gibt es eine Nebenwirkung durch Wassereinlagerung. Dh. die Pillen schädigen das Herz und die Nieren auf Dauer. Das mit den Albträumen habe ich auch, wobei die Pillen noch eher harmlos sind. Eines ist mir noch aufgefallen, die übersäuren den Körper, was auf Dauer auch nachteilig ist. Aber ehe man gar nicht schläft (was auch massive Probleme bereitet), ist das erst mal das kleinere Übel. Für einen Dauereinsatz halte ich sie für bedenklich.

    1. Hallo Thomas,

      kannst Du das belegen, dass Mirtazapin Herz und Nieren schädigt?

      Von dieser Aussage möchte ich mich klar distanzieren.
      Ich denke, mit so einer Aussage machst Du vielen Menschen, die gerade Mirtazapin nehmen, ganz schön Angst.
      Damit ist jetzt keinem geholfen.

      Viele Grüße,

      Andreas

  4. Ich nehme es jetzt seit 3 Tagen und kann den “Hangover” nur bestätigen, man fühlt sich wie nach einer 3 Tage Sauftour. Bei mir kam über die Jahre viel zu viel zusammen, mehr als ein Mensch vertragen kann. Dann starb mein Vater vor einem Vierteljahr, ein Erpressungsversuch eines Kunden kam dazu und letztendlich wurde ich von meinem Bruder fast umgebracht. Hat dazu geführt, daß ich ganz zusammengebrochen bin. Hab nicht mehr schlafen können, von essen will ich gar nicht erst anfangen – naja, und Panikattacken verfolgen mich seitdem. Zumindest kann ich mit dem Medikament endlich schlafen und wieder etwas essen – ist ja schon etwas, wenn auch nicht viel. Jetzt heißt es für mich erstmal, wieder auf die Füße kommen, aufarbeiten und raus aus der Situation.

    1. Hallo ihr lieben!
      Ich leide seit langem unter Schlafstörungen wache in der Nacht jede Stunde auf und das seit 2 Jahren habe Durst muss auf Toilette oder irgendwas.
      Manchmal brauche ich dann auch ewig wieder einzuschlafen ich habe schon einige Mittel zum schlafen durchprobiert und nix hilft richtig.
      Durch einen Bekannten bekam ich Mirtazapin 10 Stück a 15mg zum probieren und ich war mehr als überrascht das ich nach einer Tablette Tatsache 6-8 Stunden zum ersten Mal seit langem schlafen konnte und klar beim aufstehen müde gefühlt aber nach nicht Mal 5 min war alles wie jeden Morgen ich hatte keinen wie ihr beschrieben habt Hangover.
      Jetzt hoffe ich mir verschreibt das ein Arzt so einfach wie mein Bekannter sagt.

      1. Hallo mello,

        Falls du es noch nicht getan hast, mit einer überzeugenden Aussage über deine schlafprobleme, sollte er dir dieses Idee ein vergleichbares medi aufschreiben. Nimm es aber nach Möglichkeit nur bei Bedarf, so wie ich. Und dann mit ner halben Tablette starten.

        Lässt mich irgendwas auch mal schlafen, zwar mit darauf folgendem hangover am nächsten Tag, aber ich vermeide so auch, dass das Zeug mich nicht abhängig macht.

        Grüße

        Martin

        Ps: @Andreas: danke für deinen Erfahrungsbericht

  5. Danke für deine Offenheit. Ich selbst war heute zum Aufnahmegespräch in einer Tagesklinik, die ich schon mal vor 7 Jahren, für 15 Wochen besucht hatte.
    Meine Hausarzt hat es in den letzten Tagen mit Opipram versucht, meine Ängste, Depressionen und Schlafprobleme in den Griff zu bekommen, leider ohne Erfolg.
    In der Tagedlklinik wurde jetzt gesagt, ich solle mich auf Mirtazapin einstellen lassen, da sie wohl in der Tat meine Ängste, Depressionen und Schlafprobleme erstmal im Griff haben, bis ich dann endlich in die Tagesklinik kann. Warteliste leider 6-8 Wochen.

    Ich freu mich schon, weitere Artikel auf deinem Blog zu lesen.

    LG Ingo

  6. Bei mir fast Deckungsgleich, nehme 7.5 mg Escitalopram seit vielen Jahren. Bedingt durch Bau eines Mehrfamilienhauses und privaten Turbulenzen entstanden hartnäckige Schlafstörungen. Da ich ausserdem Perfektionist bin, war das alles zu viel. Mag keine Benzos, nehme nach Bedarf max 3 mg (!) Mirta, das haut mich nach 15 Minuten weg. Hangover da, aber vertretbar. Nehme Mirta zwischen 0 und 3x die Woche, immer vor Arbeitstagen. Wochenende oder in Ferien nie Schlafprobs. Hungergefühl am Folgetag, Verzicht aus Süsses und Sport. Keine Gewichtszunahme. 7.5 mg sind viel zu viel zum Schlafen, ist meine Meinung.
    Bau ist fertig und ich habe nun grosse Mieteinnahmen, konnte Pensum reduzieren und werde Mirta nun hoffentlich seltener benötigen.

    1. Hi Miko,

      ja, das wünsch ich Dir, dass Du es nicht mehr benötigst.

      Beachte aber, dass die Medikamente jeder anders verstoffwechselt.
      Deswegen ist die passende Dosis sehr individuell.

      LG, Andreas

  7. Hallo Andreas, vielen Dank für deine Erfahrungen. Ich habe früher auch Mirtazapin genommen. Ich hatte Glück, meine Hausärztin sagte ich solle es in kleinen Mengen nehmen. Deswegen verschrieb sie mir Remergil in flüssiger Form. Leider gibt es nicht mehr. Ich konnte mit einzelnen Tropfen die Dosis anpassen. Leider kommen meine Angstzustände immer wieder und ich möchte wieder mit Mirtazapin anfangen. Problem ist, wie bekomme ich kleine Menge hin?! In dem Beipackzettel steht, dass es nicht homogen verteilt ist und deswegen gleichmäßige Dosierung nicht möglich. Das macht mir Kopfzerbrechen. Wie hast du das gemacht?

    Nette Grüße

  8. Toll, Deine Erfahrungen öffentlich zu machen. Wir können davon nur lernen. Danke.
    Meine Frage zum Auflösen. Wie würdest Du eine 15mg Tablette auflösen? Heisses Wasser? Ich habe ein Jahr 3,75mg
    genommen und dennoch starke Absetzprobleme. Tropfen im Mund behalten oder Zahnfleisch einreiben?

    1. Hi Tobias,

      lauwarmes Wasser reicht schon.
      Am besten in ein kleines Fläschchen und gut durchschütteln.
      Kann ein bisschen dauern, bis sie sich aufgelöst hat.

      Dann einfach trinken…

      LG, Andreas

  9. Hallo Andreas, vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht. Leider habe ich seit Mai zum ersten Mal die Bekanntschaft mit Depressionen gemacht. Da ich gar nicht mehr schlafen konnte, bekam ich zunächst 15 mg Mirtazipin. In der Klinik habe ich dann zusätzlich 10 mg Escitalopram erhalten. Wenn sich die Schlafproblematk legt, kann ich lt Arzt Mirtazipin absetzen. Noch in der Klinik wurde die Dosis auf 7,5 mg erfolgreich minimiert. Nun bin ich aus der akuten Phase heraus und schlafe auch wieder besser, sodass ich die 7,5 mg Tablette nochmals halbiert habe ( also 3,75 mg). Leider habe ich ab Tag 4 heftige Absetzsymptome wie Kopfschmerz, Übelkeit und Schwindel. Leider fühle ich mich noch nicht so stabil um mit dieses Symptomen fertig zu werden. Wie genau hast du das Mirtazipin abgesetzt? In welcher Phase deiner Erkrankung und über welchen Zeitraum in welchen Schritten? Ich freue mich über deine Antwort.

    1. Hallo Max,

      lass Dir einfach noch ein bisschen Zeit mit dem Absetzen.
      Oder reduziere kleinschritigger und langsamer – also erstmal auf 5m eine Weile.

      Bei mir war es es, dass ich irgendwann die 7,5mg nur noch bei Bedarf genommen habe und irgendwann ganz weggelassen habe.

      LG, Andreas

  10. Ich habe nach dem Tod meiner Mutter immer Probleme mit Angst, Stress und innerer Unruhe. Hab seit 3 Monaten Mirtazapin 30mg und komme immer bei der Arbeit in Stress und Unruhe.
    Sonst geht’s schon wieder einigermaßen. Mirta wirkt irgendwann nicht mehr so richtig gut. Ich würde gerne auf Dauer von der Chemie weg und Ruhe finden und gut schlafen können. Dachte schon über CBD nach.

    Geht das mit Mirta zusammen? Bitte nur gesicherte Antworten.

    Gruß Andreas

    1. Hallo Andreas,

      ich persönlich habe CBD schon mit Mirta zusammen genommen, ohne Probleme.

      Mehr kann ich aber nicht versprechen. Wie es bei Dir wirkt, musst Du ausprobieren.

      Alles Gute!

      LG, Andreas

  11. Hallo, bin seit längerer Zeit im Netz unterwegs um Infos zu den Medikameten bezüglich meiner Depression zu finden. Ich habe in bereits einiges probiert. Die Nebenwirkungen nerven und ich bin gefrustet. Weil nix mehr geht habe ich mit Escitalopram angefangen erst 5 mg seit heute gesteigert auf 7,5 mg. Da mein Schlaf massiv gestört ist suche ich auch dafür etwas. Von Zopiclon, über Mirta und jetzt Pipamperol oder Tavor….Meine Frage, hast Du als Du Mirta genommen hast, die Escitalopram abgesetzt? L.g. Simone

  12. Hallo Andreas! Auch ich habe Citalopram angefangen zu nehmen und soll nun aufgrund meiner schwerwiegenden Schlafprobleme Mirtazapin zusätzlich abends einnehmen. Hattest du denn die ganze weitere Zeit über auch weiter das escitalopram in Kombination mit Mirtazapin genommen? Oder dann nur noch alleine das Mirtazapin? Ich fürchte mich ein wenig beides einzunehmen, jedoch sind meine Schlafstörungen langsam unerträglich und ich hoffe sehr das es sich legt wenn das Citalopram seine volle Wirkung zeigt. LG Sara

  13. Hallo.
    Habe gestern meine erste Mirtazapin genommen. Die hat mich auch völlig aus der Bahn geworfen. Ich glaube ich werde keine weitere nehmen.
    Liebe Grüße

  14. Hallo Andreas wie ich sehen kann ist dieser Blog zwar etwas älter aber ich hoffe du kannst mir eine Antwort geben. Ich lese überall von der starken gewichtszunahme (die mir recht gut passt da ich durch meine starken Depression etc. Viel an Gewicht verloren habe). Ich habe Mirtazapin auch verschrieben bekommen Soll 7,5mg nehmen also die Hälfte von 15mg, habe da ich etwas Angst hatte nur 3,75mg genommen, hangover war da aber recht kurz werde heute (also mein 2ter Tag) 7,5 mg nehmen. Ich merke noch keine Besserung was ja klar ist laut Berichte und Arzt kommen die erst nach 2-4 Wochen. Appetit habe ich ehrlich gesagt noch keinen ? Ab wann fängt das denn an mit dem Hungergefühl ? Liebe Grüße

  15. Hallo Andreas,
    Ich möchte auch gerne meine Mirtazapin in Wasser auflösen. Die ganze Tablette ist 30 mg. Ich habe aber nie mehr als 15 mg. genommen. Bald ging ich auf 7,5 und dann nochmal geteilt auf ca.3,75 mg. Man kann es ja nicht genau teilen, zudem der Wirkstoff auch nicht voll verteilt ist. Habe Angst dass die Absetzsymptome stark sind und meine Ängste wieder zurück kommen. Spüre sie jetzt schon mit meiner Ausschleichzerteilung. Nun meine Frage: wieviel Wasser nimmt man um eine 30 mg.Tablette aufzulösen .. oder kann ich auch nur die Hälfte, da sind sie teilbar, also 15 mg. auflösen? Wieviel Wasser dann? Und dann wieviel Tropfen für zu Beginn 3 mg.? Ich bin äusserst dankbar für eine Antwort .. mit besten Grüssen eine etwas hilflose Mitstreiterin

  16. Hallo.
    Nehme nun schon drei Jahre Mirtazapin 7,5 g und Quetiapin 300mg. Ich habe gute und auch mal schlechte Tage. Habe in diesen drei Jahren 20 Kilo zugenommen. Aber mein Kopf ist frei. Ich kann mit Stress besser umgehen,und bin auch so belastbarer. Traum und Realität kann ich inzwischen gut auseinander halten. Früher war ich mir nicht sicher ob ich das geträumt habe oder nicht. Was öfter zu Problemen geführt hat. Da ich Sachen behauptet habe, die gar nicht wahr waren. Das hat mich immer sehr eingeschränkt , da ich mich immer mehr zurück gezogen habe. Heute kann ich wieder arbeiten. Die Panikattacken sind selten. Habe schon mal versucht,die Medis zu reduzieren. Hat aber leider nicht funktioniert. Wenn ich mich heute entscheiden müsste zwischen Medis und Gewicht, muss ich sagen immer wieder Medis.
    Klar stören mich die Kilos. Aber die Freiheit die ich jetzt habe, ist mir mehr wert. Depressionen ist eine schlimme Krankheit. Und auch schwierig für die Mitmenschen. Denn man sieht sie uns nicht an. Kein Verband und keine Schrammen. Und eigentlich sehen wir gut aus. Ich bin nach außen hin immer fröhlich , auch wenn mir früher oft nach weinen zumute war. Keiner hat verstanden als ich von hüh auf Hot mich in die Klinik begeben hatte weil ich nicht mehr könnte.

  17. Hi,
    nehme Mirtazapin jetzt seit ca. 3 Monaten – anfangs 15mg, wurde dann nach 1 Woche auf 30mg erhöht und dann nach eigenem Wunsch ab ca. 1,5 Monaten auf 45mg. Anfangs haben Sie mich sofort schlafen lassen, als das nicht mehr so war, fragte ich nach einer höheren Dosis und bekam dann 45mg. Immer als Schmelztablette.
    Alles geschah unter Aufsicht in einem Klinikum und später in einer Tagesklinik, bis auf die Gewichtszunahme hatte ich eigentlich keine Beschwerden, dafür endlich guten Schlaf. Ich treibe jetzt viel Sport und bekomme so die überschüssigen Kilos langsam wieder in den Griff – wobei ich mich frage, wieso man zunimmt -> ist es ein gesteigerter Appetit oder lagert sich iwas (vielleicht Wasser) im Körper ab?
    Nun, nach der Entlassung aus der Tagesklinik habe ich mir ein Rezept von meiner Psychiaterin geholt – Sie hat mir anstelle diesen Schmelztabletten jetzt Filmtabletten verschrieben. Nehme diese jetzt seit ca. 2 Wochen und muss irgendwie feststellen, dass ich wieder sehr sehr schlecht einschlafe – Grübeln is back – nur das durchschlafen funktioniert noch. Nun frage ich mich, ob das am Wechsel von den Schmelztabletten zu den Filmtabletten liegt? Außerdem steht jetzt Mirtazapin AL auf der Packung, vorher ohne das AL – macht das einen/den Unterschied? Vllt nehme ich die Filmtabletten mit zu wenig Flüssigkeit ein? Hier wuirde oft vom Auflösen in Wasser geschrieben – sollte ich dies auch tun, damit die Tabletten schneller/besser wirken?
    Habe erst im FEB 2020 den Kontrolltermin bei der Psychiaterin und mag ungern solange warten, daher hier die vielen Fragen.
    Und als letzte Frage: Kann ich das Mirtazapin denn lange nehmen, also mehrere Jahre oder muss man früher oder später davon wieder runter?

    Grüße an alle da draußen, mit ähnlichen Erfahrungen!

    1. Hi Paul,

      ich würde mir einfach die Schmelztabletten nochmals verschreiben lassen. Der Wirkstoff geht dann einfach schneller ins Blut und erleichtert Dir somit das Einschlafen.
      Das Auflösen im Wasser macht man eher zur Dosisreduktion, wenn sich die Tablette schlecht teilen lässt; ist also für Dich irrelevant.

      Das Mirtazapin kannst Du schon lange nehmen. Aber ich bin immer dafür, die Zeit, in der einem die Medikamente helfen, zu nutzen, um etwas zu unternehmen.
      Ob Therapie, Ernährungsumstellung, Stressreduktion oder was auch immer die Ursache der Schlafstörung sein mag.

      LG, Andreas

  18. Mirtazapin, ein bewährtes Antidepressivum, ist ein sog. SNRI (selektiver Serotonin-, Noradrenalin-Reuptake Inhibitor, also ein Wiederaufnahmehemmer), der, besonders in niedriger Dosis verabreicht, auch als Schlafmittel eingenommen werden kann. In niedriger Dosis, also meist 7,5mg, werden die antihistaminergen (müdemachenden) Nebenwirkungen stärker, die in vielen Fällen somit den besseren Schlaf möglich machen. Einen Versuch ist es bei Schlafstörungen sicherlich wert. Allerdings hat das Medikament in dieser Dosis keinen sicheren antidepressiven Effekt mehr. Sollte der “Hangover” zu stark sein, können auch 15mg versucht werden, die eben nicht so stark beruhigend wirken (s.o).
    Schlechte Träume, auch Alpträume werden als Nebenwirkung beschrieben, ebenso, auch bei niedriger Dosis, die Gewichtszunahme (die mit einem veränderten Leptinstoffwechsel zusammenhängen, d.h. der Körper macht mit den Fetten leider nicht mehr das, was er ohne Mirtazapin gemacht hat; wenn man das aber weiss, kann man von vornherein auch entsprechend darauf achten). Wichtig. Es gibt viele Möglichkeiten, den Schlaf zu verbessern, nicht jede Methode klappt bei Jedem. Hauptsache, es werden keine Benzodiazepine (Diazepam, Vakuum, Tavor, Lorazepam, Adumbran, Oxazepam etc) eingenommen, die leicht abhängig machen. Auch wichtig: Die Ursache der Schlafstörungen sollte herausgefunden werden. Gar nicht so selten wird mehr das “Gefühl von Schlafstörungen” medikamentös behandelt. Enspannungsmethoden wie Autogenes Training, Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen (erlernbar z.B. in der Volkshochschule) und andere psychotherapeutische Verfahren sollten zumindest in Erwägung gezogen werden.

  19. Habe mitrazapin 15mg wegen meiner Depression und einscjlafprobleme verschrieben bekommen.habe aber in unregelmäßigen Abständen schwindelgefühle im Kopf die mich zwingen das ich mich irgendwo festhalte.

    1. Hallo Kurt,
      das kann durchaus vom Mirtazapin kommen.
      Je nachdem wie lange du es schon nimmst, kann sich das noch bessern oder nicht.
      Sprich es am besten bei deinem Arzt an.
      LG, Andreas

  20. Hallo Andreas,
    ich habe 7,5 mg Mirtazapin gegen Depression und Angstzistände verschrieben bekommen. Soll es eigentlich zusammen mit Agomelatin nehmen, aber der Arzt hat mich nicht einmal gefragt, ob ich Leberkrankheiten habe (chronische Hepatitis B). Nehme nun seit gestern Mirta allein. Jedoch habe ich heute den tagsüber weiterhin Angstzustände. Dummerweise habe ich heute morgen Kaffee gegen den Hangover getrunken (mach ich nicht mehr) und Tryptophan genommen (mach ich auch nicht mehr). Denkst du es lag daran oder wirkt das Mirta nicht bei mir? Hast du eigentlich mit pflanzlichen Entspannern während der Einnahme von Mirta Erfahrungen? Melisse, Baldrian, Hopfen, Passionsblume? Ich würde gern Seda Plantina probieren, traue mich aber nicht. Danke schon mal.

    LG Tatjana

    1. Hi Tatjana,
      schwer zu sagen, wovon die verstärkten Angstzustände kamen.
      Ich habe während der Einnahme von Mirtazapin mit CBD angefangen und das hatte sich gut vertragen.
      Auch mit Baldrian hatte ich keine Wechselwirkungen, aber auch keine Erfolge gehabt.
      LG, Andreas

  21. Toller Bericht zu Mirtazapin und Tavor. Tavor als Notfallmedi, hab es bisher vermeiden können, aber wie lange noch? Mirtazapin muss ich vielleicht nächsthin probieren. Hab Trittico, scheint aber nicht viel zu nützen.

  22. Lieber Andres,

    Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht.

    Mir ist über Jahre hin einfach alles Zuviel geworden. Ich schaufelte mir immer mehr oben drauf, bemerkte aber nicht wie meine Ehe und meine Kinder drunter gelitten haben.
    Seit Januar 2019 habe ich Mirtazapin genommen.
    Glücklicherweise konnte ich damit wieder schlafen und essen. Trotzdem hatte ich ständig wieder schlechte Phasen. Wollte mich eigentlich damit abfinden aber leider bekam ich durch das Mirtazapin Ausschlag. Also habe ich in der Zeit Januar bis März 2020 sechs andere Antidepressiva ausprobiert, die leider alle nicht wirklich geholfen haben in der Zustand wieder zunehmend schlechter wurde. Weil es mir im März wieder so schlecht ging, habe ich erneut zum Mirtazapin gegriffen. Dieses Mal von einem anderen Hersteller in der Hoffnung nicht erneut diesen Ausschlag zu bekommen.
    Ende März habe ich deinen Bericht gelesen und war direkt begeistert.
    Ich habe mir das CBD-Öl bestellt und nehme täglich 3×3 Tropfen. Ich bin begeistert. Ich bin viel ruhiger und habe endlich wieder Elan und Kraft tagsüber.
    Vorher haben immer alle gesagt: „ Du musst wieder Sport treiben.“ Leider fehlte mir dazu trotz Mirtazapin die Kraft und der Antrieb dazu. Dieser Antrieb ist dank der CDB-Tropfen jetzt vorhanden und seit einigen Tagen taste ich mich wieder an sportliche Aktivitäten ran.
    Ich bin zuversichtlich mein Ziel zu erreichen, damit ich auch den Kilos wieder entgegenwirken kann.
    In Kürze werde ich auch die von dir empfohlene Reduzierung von 15 mg auf 7,5 mg ausprobieren.
    Ich bin sehr gespannt und hoffe im Laufe des Jahres mit Hilfe des CDB-Öls vom Mirtazapin wegzukommen.

    Ich danke dir sehr für deinen Bericht.

    Gruß Elke

  23. Danke für deine ganzen Erfahrungen. Ich selbst halte sehr wenig von Antidepressiva und möchte so gut wie möglich darauf verzichten, aber dieses Leben scheint mich wirklich nicht zu mögen. Schlechtes Elternhaus und schlechte Vorbilder und Kinderheim. Was kann man noch dazu sagen, weshalb man depressiv wird. Als Kind extremst vernachlässigt und von Liebe keine Spur und so mein komplettes Leben. Liebe kenne ich nicht. Ich habe 2019 meine erste Antidepressiva genommen und wurde das erste Mal schwanger und hatte es verloren. Dann habe ich mich entschieden nie wieder schwanger zu werden und auch nie wieder Antidepressiva zu nehmen. Ich pumpe mich voll mit Nahrungsergänzungsmittel von Vitamin B12 bis hochdosiertes Vitamin D. Es wirkt tatsächlich, aber keine gesunde Ernährung schenkt dir einen gesunden Geist, wenn man es selbst nicht in die Wiege gelegt bekommen hat.
    Ich finde es wirklich super, dass deine Frau dich da unterstützt. Nicht jeder Partner hat Verständnis dafür.

  24. Ich nehme seid ende Dezember 2019 15mg Mirtazapin wegen ängste und depressionen. Nach 6 Wochen war ich ein anderer Mensch! Ich war voller Energie und genoss das Leben! Ende Mai sagte meim Prychotherapeut,das ich es langsam ausschleichen soll weil ich stabil wäre. Was habe ich gemacht?! Ich habe es 3 Tage garnicht mehr genommen!! Ich melte sofort,das im Kopf chaos ausbrach,bis ich nach 3 Tagen wieder da war wo ich ende Dezember war! Mein Neurologe sagte nur,ich weiß,sie sind nun in ein Loch gefallen! Dar käme vom aprupten absetzen. Seitdem nehne ich es wieder und hoffe das es bald voll wieder wirkt! z.Zt. ist noch Chaos im Kopf, aber ich weiß ja das es dann plötzlich wirkt! Das hätte ich im Dezember nie gedacht! Ich werde es so lange nehmen bis der Neurologe mit mir was bespricht!

  25. Ich habe gestern mit 7.5mg mirtazapin begonnen. Ich hab jetzt den ganzen Tag diesen hangover. Bin total müde und ko.

    Löst sich mirtazapin wirklich so gut im Wasser auf? Dann würde ich die Dosis gern noch weiter reduzieren.

    Ich hätte das Angebot meiner Hausärztin annehmen sollen, mich krankzu schreiben aber ich hab nur noch 5 Arbeitsdienste-eigentlich ab morgen, bis ich Urlaub hab.
    Sie selbst hat ab Montag Urlaub, müsste daher zur Vertretung.
    Deinen Blog hab ich gefunden weil ich nach mirtazapin + nächsten Tag müde u ko gesucht hab.

  26. Danke für deinen Bericht.

    Ich habe bis jetzt noch nie Mirtazapin eingenommen, aber mein Psychiater will es mir verschreiben. Leide an chronischen Schlafstörungen und leichter bis mittelschwerer Depression. Bis jetzt habe ich das Rezept immer verweigert, weil ich Angst vor den Nebenwirkungen aller Psychopharmaka habe.

    Von CBD habe ich bis jetzt noch nie gehört. Aber es klingt sehr interessant und nach Recherche scheinen immer mehr Ärzte und Wissenschaftler dieses Mittel zu befürworten. Würde das sehr gerne ausprobieren.

    Was mich abschreckt ist der Preis dieser Mittel. 10 ml von „CBD Naturextrakt Premium Öl 10%“ kosten satte 60€.

    Wie lange kommt man denn ungefähr mit dieser Menge aus? Auf der Website werden 4 Tropfen (2×2) täglich empfohlen. Für wie viele Tage reicht ein 10 ml Fläschchen nach deiner Erfahrung?

  27. Hallo, auch ich nehme zur Zeit wegen immer wiederholen massiven Schlafstörungen und einer mittelschweren Depression Mirtazapin. Ich bin im Moment am Ausschleichen auf 7,5 mg. Ich merke, mein Schlaf ist wieder schechter seit einer Woche. Vorallem wache ich meistens 4.30 auf und kann nicht mehr einschlafen. Auf Dauer werden mir 6 Stunden Schlaf nicht reichen. Ich habe die Tropfen nicht bestellt, weil ich bedenken habe, dass es mir damit ebenso geht und ich Schwierigkeiten bekomme das CBT abzusetzen. Ich freue mich über eine Antwort

    1. Hi Birgit,
      von CBD wirst Du sicherlich leichter “loskommen”. Es ist zudem viel gesünder als Mirtazapin.
      Das CBD in Tropfenform kannst Du außerdem prima ausschleichen.
      LG, Andreas

  28. Guten Abend
    Ich habe gestern das erste Mal auch Mirtazapin bekommen und musste mit 15mg anfangen da ich wegen einer Depression, Angstörungen auch Schlafstörungen hatte. Konnte zwar sehr gut schlafen aber heute war ich den ganzen Tag sediert und wollte eigentlich raus und Spazieren gehen aber keine Lust. Ich habe noch mit Relaxanne und Lase probiert was bei mir nichts wirkte. Ich bin extrem skeptisch was das Mirtazapin anbelangt und habe keine Lust immer sediert zu sein. Meiner Aerztin will mit jetzt noch das Duloxetin verschreiben.. weiss nicht mehr was ich tun soll? Was kannst du mir da empfehlen?

  29. Moin, auch ich nehme seit über einem Jahr 15mg Mirtazapin, in der Hauptsache wegen meiner Schlafstörungen. Da ich anfangs das Mirtazapin zu schwach fand, hat mir der Neurologe noch zum ausprobieren Zopiclon 7,5mg verschrieben. Mit dem Mirta konnte ich etwas besser durchschlafen, mit dem Zopiclon besser einschlafen. Also probierte ich die Kombi, und nahm beide. Ergbnis war klasse, ich konnte gut ein- und durchschlafen. Soweit, so gut…
    Nach ca. 1 Monat entwickelte sich bei mir sehr fieser Juckreiz an den Unterseiten der Unterarmen, und wirklich nur dort. Meist gegen Abend auftretend, und nach jedem kratzen stärker werdend. Ich habe alles draufgeschmiert was man kaufen kann, nichts half. Nur Kühlung brachte Linderung. Ich habe bestimmt 10 Flaschen Eisspray in einigen Wochen verbraucht, und die Unterame damit komplett verbrannt. Sah sehr schlimm aus. Mein Neurologe machte dann diverse Untersuchungen, verschrieb mir u.a. Pregabalin, was auch Linderung brachte, bzw. den Juckreiz unterdrückte. Nach Überweisung zum Rheumathologen und weiterer, intensiver Blutuntersuchungen meinte dieser, ich solle das Zopiclon absetzen. Gesagt, getan. Zopiclon weggelassen, und 5 Tage später mit dem ausschleichen des Pregabalin begonnen, und der fiese Juckreiz blieb weg….
    Jetzt also nur das Mirtazapin, leider mit – wie ich finde – geringer Wirkung. Ich nehme noch ergänzend 5-HTP und Baldrian dazu, schlafe aber weiterhin schlecht, und habe fast jede Nacht heftige Alpträume. Leider ohne die klassischen Struckturen, also kein "fallen", "verfolgen", "schwarzer Mann" o.ä…. Eher so epische Szenarien, oft mit ganz großer Grafik und halt oft sehr schrecklichen Inhalten…
    Nach dem Bericht hier habe ich mir jetzt auch mal das 10% CBD-Öl von Swiss FX bestellt. Hoffentlich hilft das…

{"email":"Email address invalid","url":"Website address invalid","required":"Required field missing"}

Meine Geschichte

Du möchtest erfahren, was mir am besten geholfen hat?

Dann lies hier meine Geschichte ...