Neuroleptika: Chemische Hilfe nicht nur bei Psychosen
Mein Weg aus der Angst
Jetzt teilen!

Neuroleptika: Chemische Hilfe nicht nur bei Psychosen

Hast Du schon einmal Stimmen gehört oder Dinge gesehen, die Dir Dein Gehirn vorgegaukelt hat? Eine Fata Morgana lässt sich mit dem Verstand erklären – aber psychotische und andere mentale Störungen lassen sich nicht mit Logik begreifen. Gleichzeitig versetzen sie Betroffene in Angst und Schrecken.

In diesem Fall greifen Psychiater zu den sogenannten Neuroleptika. Diese Psychopharmaka dämpfen Wahrnehmungen aller Art. Das große Problem: Auch sogenannte neue Neuroleptika haben zahlreiche Nebenwirkungen.

Deshalb solltest Du diese Medikamente nur bei einer ernsten Zwangsstörung einnehmen. Zum Schlafen oder als Arzneimittel bei Depression gibt es weniger gefährliche Alternativen.

Was sind Neuroleptika? Ein Blick zurück

Die Geschichte der Neuroleptika beginnt mit der Suche nach einem Wirkstoff, der Allergien bekämpft. Richtungsweisend waren Wissenschaftler, die für den französischen Pharma- und Chemiekonzern Rhône-Poulenc arbeiteten. Zuerst kam das Antihistamin Promethazin auf den Markt, ein Medikament, das zu der Gruppe der Phenoziatine gehörte.

Bisher hatte man diese Stoffe als Farbpigmente und Anti-Malaria-Mittel verwendet. Doch bei einem anaphylaktischen Schock erfüllte dieses Medikament die Erwartungen nicht. Deshalb forschten die Wissenschaftler weiter und entwickelten Chlorpromazin, das seit 1951 hergestellt wird (1).

Neuroleptikum stärker als Opium

Die beruhigende Wirkung dieses Antihistamins war nicht zu übersehen. Zum ersten Mal wirkte ein chemisches Medikament stärker als die Droge Opium von der Mohnpflanze und das daraus hergestellte Morphin (2). Noch heute erhältst Du Antihistaminika rezeptfrei als Schlafmittel, beispielsweise Hoggar Night.

Pillen statt kaltes Wasser

Ärzte begannen zunächst, Chlorpromazin als Beruhigungsmittel vor Operationen zu verwenden. Schon bald kamen sie jedoch auf die Idee, Patienten mit Psychosen damit zu behandeln. Die Psychiatrie steckte damals noch in den Kinderschuhen. Beispielsweise waren Behandlungen mit kaltem Wasser zu dieser Zeit noch üblich, um aufgeregte Kranke zu beruhigen.

Um es kurz zu machen: Chlorpromazin bewährte sich als Neuroleptikum. Mit diesem Medikament beginnt die eigentliche Geschichte der Antipsychotika. 1955 fand der erste Kongress über Chlorpromazin mit Teilnehmern aus 19 Ländern statt. Einziges Thema: Die Verwendung von Chlorpromazin und anderer Neuroleptika in der Psychiatrie (3).

Erste Götterdämmerung für Neuroleptika

Die Zeit zwischen 1954 und 1975 gilt als die Zeit der typischen Neuroleptika. Pharmakonzerne entwickelten weltweit insgesamt 40 verschiedene Medikamente. 15 davon wurden auf dem US-amerikanischen Markt vorgestellt (4). 1959 erschien Chlorprothixene, das erste Neuroleptikum aus der Gruppe der Thioxanthene (5). Diese Medikamente wirkten bei Psychosen ebenso gut wie Phenothiazine. Bei der Einnahme zeigten sich jedoch unerwünschte Nebeneffekte in etwas geringerem Umfang.

Potenz macht den Unterschied

Diese älteren Neuroleptika bezeichnet man heute allgemein als typische oder klassische Neuroleptika, die in hochpotente, mittelpotente und niedrigpotente (niederpotente) Medikamente eingestuft werden.

Eines ist allen gemeinsam: Sie haben schwere Nebenwirkungen. Zum Beispiel können hochpotente Neuroleptika wie eine chemische Zwangsjacke wirken. Ein bekanntes Beispiel ist Haloperidol, das in der Psychiatrie bei Schizophrenie mit psychomotorischen Erregungszuständen eingesetzt wird.

Dieses hochpotente Neuroleptikum gehört zur Gruppe der Butyrophenone. Verwandt damit sind die Diphenylbutylpiperidine, die ebenfalls zu den hochpotenten Psychopharmaka gehören. Handelsnamen für diese Medikamente sind Fluspirilen und Pimozid.

Suche nach Alternativen

Aufgrund der schweren Nebenwirkungen hörten Wissenschaftler nie auf, nach etwas harmloseren Varianten zu suchen. 1989 begann mit Clozapin die Ära der sogenannten atypischen Neuroleptika (6). Allerdings besteht bei diesem Medikament die Gefahr einer Agranulozytose, eine lebensgefährliche Abnahme von Granulozyten, weißen Blutkörperchen, im Blut (7). Dennoch wird es immer noch verschrieben, weil es als das beste Antipsychotikum gilt (8).

Mittlerweile gibt es eine Reihe dieser Neuroleptika, unter anderem Seroquel (Quetiapin), Risperidon und Olanzapil. Diese Medikamente haben das Potenzial, Hirnschäden durch Psychosen wieder auszugleichen – etwa den Abbau von grauer Substanz im Gehirn (9). Außerdem ist das Risiko für Spätfolgen und Langzeitschäden geringer als bei früheren Neuroleptika.

2004 erschien Aripiprazol am Markt, das als Neuroleptikum der dritten Generation gilt (10). Es hat den Vorteil, den Herzrhythmus weniger zu beeinflussen als andere Neuroleptika und eignet sich damit für Patienten, die zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen neigen.

Anwendungsgebiete von Neuroleptika

Neuroleptika sind schwere Medikamente, die in erster Linie bei Schizophrenie und anderen psychotischen Störungen mit Halluzinationen oder verzerrter Wahrnehmung verschrieben werden. Für diese Anwendungsgebiete wurden sogenannte Depot Spritzen entwickelt. Sie haben den Vorteil, dass die regelmäßige Einnahme von Tabletten oder Pillen überflüssig ist. Das erleichtert psychisch gestörten Personen und ihren Betreuern die Behandlung.

Darüber hinaus leisten sie bei bipolarer Störung, Tourette-Störung und behandlungsresistenten Depressionen gute Dienste. Atypische Neuroleptika wie Seroquel (Quetiapin) wirken ebenfalls gegen Angst und können bei einer Angststörung helfen (11).

Außerdem verschreiben auch hierzulande manche Ärzte diese Medikamente bei einer Zwangsstörung wie Anorexia nervosa, Schlaflosigkeit sowie verschiedenen Symptomen von Demenz, inklusive Alzheimer Krankheit. Allerdings stellen die schwer wiegenden Nebenwirkungen diese Praxis in Frage (12).

Neuroleptika: Wirkung an den Rezeptoren

Psychopharmaka aller Generationen teilen eine gemeinsame Eigenschaft: Sie haben eine starke Wirkung und damit ebenso starke Nebenwirkungen. Das erklärt sich aus dem Ziel ihrer Wirkung: Sie wurden geschaffen, um Wahrnehmungen aller Art zu dämpfen. Das geht nur über radikales Eingreifen in das körpereigene System der Neurotransmitter. Die typischen Neuroleptika – und auch viele Psychopharmaka späterer Generationen – greifen an den Rezeptoren für Dopamin an. Hauptsächlich blockieren sie den Dopamin-2-Rezeptor (13).

Noch heute gilt ein Übermaß als Dopamin als die beste Erklärung für Schizophrenie (14). Heuzutage wissen wir aber auch, dass Dopamin eine wichtige Rolle fürs Lernen und fürs Erinnerungsvermögen spielt sowie für die Bewegung und die Fortpflanzung (15).  Wir alle verbinden ein befriedigendes Gefühl der Belohnung mit der Ausschüttung von Dopamin im Gehirn. Das Blockieren von Dopamin-Rezeptoren bedeutet für Patienten, dass Neuroleptika in der Regel die Stimmung drücken.

Erweiterter Wirkmechanismus neuer Neuroleptika

Die atypischen Neuroleptika wirken auch an den 5-HT-Rezeptoren für Serotonin. Dieser Wirkmechanismus sorgt dafür, dass die Stimmung nicht so sehr gedrückt wird wie bei den klassischen Neuroleptika. Darüber hinaus blockieren die Medikamente der zweiten und dritten Generation auch Rezeptoren für Histamin und Muskarin.

Histaminrezeptoren spielen nicht nur bei der Immunreaktion eine wichtige Rolle, sondern bei zahlreichen Stoffwechselprozessen, etwa der Produktion von Magensäure (16). Muskarinrezeptoren sind wichtig im sogenannten cholinergischen System, das Aufmerksamkeit und Lernprozesse reguliert (17).

Neuroleptika und Antidepressiva in Kombination

Depressionen sind manchmal schwierig zu behandeln und sprechen nicht auf die üblichen Antidepressiva an. In schweren Fällen ist es möglich, atypische Neuroleptika mit Antidepressiva zu kombinieren. Bei manchen Menschen verstärken geringe Dosen von Neuroleptika die Wirkung von Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (18).

Wie schnell wirken Neuroleptika?

Alle Psychopharmaka brauchen in der Regel eine Weile, bis sie ihre volle Wirkung entfalten. Neuroleptika machen da keine Ausnahme. Neuroleptika der ersten Generation wirken meist schneller als ihre Nachfolger. Im Durchschnitt dauert es zwei oder drei Wochen, bis der maximale Effekt eintritt (19).

Das bedeutet jedoch nicht, dass hochpotente Neuroleptika bei einer einmaligen Gabe ihre Wirkung nicht erfüllen. Diese Medikamente sind so stark, dass sie auch extrem erregte Menschen ruhig stellen können (20).

Im Praxisalltag erhalten Patienten in einer akuten Phase einer Psychose häufig zuerst typische Neuroleptika. Klingen die Symptome ab, werden sie auf atypische Neuroleptika umgestellt, die weniger Nebenwirkungen hervorrufen.

Neuroleptika: Wirkung bei gesunden Menschen

Die Google-Suchmaschine erhält viele Anfragen, wie Neuroleptika bei gesunden Menschen wirken. Im Gegensatz zu Antidepressiva wirken klassische und neue Neuroleptika nicht stimmungsaufhellend. Die starke Wirkung an den Dopamin-Rezeptoren hemmt die kognitiven Fähigkeiten und den Bewegungsapparat. Deshalb eignen sich Neuroleptika kaum als Partydroge oder als Schlafmittel. Sie haben so gefährliche Nebenwirkungen, dass die schnelle Zunahme von einigen Kilogramm Körpergewicht fast das geringste aller Übel ist.

Neuroleptika: Wechselwirkungen mit Alkohol

Neuroleptika solltest Du auf keinen Fall mit Alkohol kombinieren. Trinken unter dem Einfluss von Psychopharmaka verzögert nicht nur die Reaktionszeit enorm. Es kann auch die Symptome einer Psychose verstärken (21). Schwindelanfälle können dazu führen, dass Patienten in der Notaufnahme landen.

Nebenwirkungen von Neuroleptika

Die Blockade von zahlreichen Rezeptoren bedeutet: Alle Neuroleptika haben schwer wiegende Nebenwirkungen (22). Allerdings können die Medikamente der ersten Generation etwas häufiger als ihre Nachfolger bleibende Schäden auslösen, sogenannte Spät-Dyskinesien (23). Die umfassende Blockade der Dopamin-Rezeptoren zieht nicht nur Bewegungsstörungen aller Art nach sich, sondern lässt auch das Gehirn schrumpfen (24).

Folgende Tabelle gibt einen Übersicht über die Bewegungsstörungen, die vor allem bei Neuroleptika der ersten Generation auftreten:

Symptome

Hinweise

Beispiele

Früh-Dyskinesien

Treten kurz nach dem Beginn der Behandlung auf

Spontane Muskelbewegungen

Unruhe beim Sitzen

Mümmelnde Mundbewegungen

Krämpfe im Kiefer

Spät-Dyskinesien

Langzeitschäden durch langfristige Einnahme

Schmatzen

Kaubewegungen

Blinzeln

Grimassen

Pseudo-Parkinismus

Erinnern an Parkinson Krankheit

Zittern, Muskelstarre, schlurfender Gang

Extrapyramidalmotorische Störungen (EPMS) sind bei Neuroleptika der ersten und zweiten Generation ebenfalls häufig zu beobachten (25). Dabei handelt es sich um Bewegungen, die nicht kontrolliert werden können – etwa Zuckungen oder Zittern.

Malignes Neuroleptika Syndrom

Das maligne Neuroleptika Syndrom tritt bei allen Neuroleptika auf und kann zum Tod führen (26). Ein Symptom ist hohes Fieber, das mit Muskelstarre einhergeht. Die autonomen Körperfunktionen wie Atmung versagen. Dieses Syndrom entwickelt sich relativ schnell nach der Einnahme, manchmal schon nach wenigen Stunden (27). Die meisten Fälle ereignen sich innerhalb von zwei Wochen nach Beginn der Behandlung.

Agranulozytose wurde bisher in erster Linie bei der Behandlung mit Clozapin beobachtet. Häufig sind jedoch Herzrhythmus-Störungen, die sich bei der QTc-Zeit bemerkbar machen. Das kann sogar zum Tod durch Herzversagen führen (28). Bluthochdruck ist eine weitere Nebenwirkung, die das Herz-Kreislauf-System belastet (29).

Krampfanfälle gehören ebenfalls zu den Nebenwirkungen. Eine Studie hat gezeigt, dass die Neuroleptika der ersten Generation das Risiko für einen epileptischen Anfall um das Zweieinhalbfache erhöhen (30).

Schnelle Gewichtszunahme ist ebenfalls eine typische Nebenwirkung, die alle Neuroleptika teilen – auch die Medikamente der zweiten und dritten Generation (31). Im Vergleich nehmen mit Aripiprazol behandelte Patienten jedoch weniger zu als Patienten, die Olanzapin erhielten (32).

Das Blockieren der Dopamin-Rezeptoren kann zudem dazu führen, dass das Hormon Prolaktin übermäßig aktiviert wird (33). Das kann zahlreiche Symptome auslösen, unter anderem Sexualstörungen, Unfruchtbarkeit, Akne, Verlust von Knochensubstanz und Unfruchtbarkeit.

Akathisie kommt ebenfalls bei vielen Patienten vor, die Neuroleptika nehmen (34). Dieser Begriff bezeichnet einen Zustand innerer Unruhe, der bei Menschen mit Psychosen absolut unerwünscht ist. Patienten beschreiben Akathisie häufig als Nervosität. Eine höhere Dosierung ist häufig die Folge, obwohl dies den Zustand weiter verschlimmert.

Störungen des cholinergen Systems gehören auch zu den Nebenwirkungen (35). Sie können sich als Verstopfung und Probleme beim Wasserlassen ebenso bemerkbar machen wie mit Mundtrockenheit, verschwommenem Sehen und Problemen mit der Verarbeitung von Sinneswahrnehmungen.

Diese Liste gibt einen Überblick über die Nebenwirkungen:

  • Bewegungsstörungen: EPMS, Dyskinesien
  • Gewichtszunahme
  • Müdigkeit
  • Bluthochdruck
  • Probleme mit Prolaktin
  • Sexualstörungen
  • Herz-Rhythmus-Störungen
  • Krampfanfälle
  • malignes Neuroleptika Syndrom
  • Krampfanfälle
  • Agranulozytose

Neuroleptika absetzen

Alle Neuroleptika wirken wie ein chemischer Hammer, der das Netzwerk der Neuronen zurechtklopft. Mit der Zeit kommt es deshalb zur Bildung von Toleranz und damit einer gewissen Abhängigkeit (36). Sie lässt sich jedoch nicht mit der Sucht nach Antidepressiva vergleichen, da Neuroleptika zuallererst auf die Dämmung psychotischer Symptome abzielen.

Durch die Toleranzbildung ist es gefährlich, wenn Neuroleptika zu schnell abgesetzt werden. Erfahrungen zeigen, dass für den Entzug von Psychopharmaka langsames Ausschleichen unter ärztlicher Aufsicht die besten Aussichten auf Erfolg hat.

Zu den Entzugserscheinungen gehören innere Unruhe. Außerdem können psychotische Symptome erneut auftreten. Deshalb scheitern viele Versuche, Neuroleptika auszuschleichen. Erfolgreich abgesetzt? Diese Frage können rund die Hälfte aller Patienten bejahen, die Neuroleptika genommen haben (37).

Du nimmst Neuroleptika und willst sie absetzen? In diesem Fall hilft es, sich mit anderen Patienten auszutauschen. Erfahrungsberichte kannst Du im Internet ebenso finden wie in Selbsthilfegruppen. Am einfachsten findest Du eine Selbsthilfegruppe in Deiner Nähe mit der Google-Suchmaschine: Eine Anfrage sollte Deine psychische Störung, Deinen Wohnort und Selbsthilfegruppe enthalten.

Übersicht: Welche Neuroleptika gibt es?

Folgende Tabelle gibt Dir einen Überblick über die Neuroleptika, die heute verschrieben werden. Der Unterschied in der Wirkung ist ebenfalls kurz beschrieben.

Neuroleptika der ersten Generation

Gruppe der Wirkstoffe

Name

Kennzeichen

Butyrophenone und Diphenylbutylpiperidine

Haloperidol

Benperidol

Bromperidol

Fluspirilen

Melperon

Pimozid

Pipamperon

Trifluperidol

Blockieren Dopamin-D2-Rezeptoren,

starke Nebenwirkungen

Phenothiazine

Chlorpromazin

Fluphenazin

Perazin

Perphenazin

Thioridazin

Blockieren Dopamin-D2-Rezeptoren, Muskarin- und Histaminrezeptoren,

etwas geringere Nebenwirkungen als Butyrophenone und Diphenylbutylpiperidine

Thioxanthen-Derivate

Chlorprothixen

Clopenthixol

Flupentixol

Zuclopenthixol

Wirken hauptsächlich auf Dopamin-D2-Rezeptoren, haben aber geringere Nebenwirkungen als Butyrophenone und Diphenylbutylpiperidine

Außerdem sind folgende Neuroleptika der zweiten Generation heute bei der Behandlung von Psychosen üblich. Sie verursachen Bewegungsstörungen in geringerem Umfang und wirken bei Schizophrenie manchmal besser als Neuroleptika der ersten Generation.

Neuroleptika der zweiten Generation

  • Clozapin
  • Benzamid-Derivate: Sulpirid, Amisulprid
  • Olanzapin
  • Quetiapin (Handelsname Seroquel)
  • Zotepin
  • Ziprasidon
  • Risperidon (aktiver Metabolit Paliperidon)

Aripiprazol heißt das bisher einziges Neuroleptikum der dritten Generation.

Meine persönlichen Erfahrung mit Neuroleptika

Ich habe im Rahmen meiner Tavor-Entwöhnung auch schon Erfahrungen mit dem Neuroleptikum Promethazin sammeln dürfen. Falls Dich das interessiert, kannst Du das gerne in meinem Erfahrungsbericht nachlesen.

Alternativen

CBD - mein persönlicher Favorit

Ich habe sehr gute Erfahrungen mit CBD-Öl gemacht. Es entspannt und beruhigt mich und hat mir sogar dabei geholfen, von meinen Antidepressiva loszukommen. Ich habe hierzu ebenfalls einen eigenen Erfahrungsbericht geschrieben, den Du hier nachlesen kannst.

Fazit: Neuroleptika – kein Zuckerschlecken

Verwirrtheit, Depression, Wahnvorstellungen, Halluzinationen: Neuroleptika können diese psychotischen Zustände verbessern. Bei der Behandlung von Schizophrenie führt heute in der Regel kein Weg an Neuroleptika vorbei. Auch extrem aufgeregte Demenzkranke und Menschen in einer manischen Phase können Neuroleptika helfen.

Sie erzielen ihre Wirkung durch Blockieren von Rezeptoren. Die Neuroleptika der ersten Generation konzentrierten sich auf Dopamin-, Histamin- und Muskarinrezeptoren. Medikamente der zweiten Generation bezogen Serotonin-Rezeptoren in ihren Wirkmechanismus mit ein.

Für ihre erwünschte, hammermäßige Wirkung bezahlen Patienten jedoch einen hohen Preis: Die Liste möglicher Nebenwirkungen ist lang – auch bei den Neuroleptika der zweiten und dritten Generation. Wenn Dich Stimmen zum Selbstmord anstacheln oder Halluzinationen Deinen Alltag vernebeln, sind Neuroleptika durchaus angebracht. Der sogenannte Off-Label-Use bei weniger gravierenden Störungen, etwa Schlaflosigkeit, darf angesichts der Nebenwirkungen jedoch mit zahlreichen Fragezeichen versehen werden.

Eine Depression ist eine ernst zu nehmende Erkrankung. Am besten lässt man es durch einen gesunden Lebensstil und wenig Stress erst gar nicht so weit kommen. Leider ist das in der heutigen Zeit leichter gesagt als getan.

Ist es dann erst einmal soweit gekommen, dass man unter einer ausgeprägten Depression leidet, sollte man alle Möglichkeiten ausschöpfen, um aus dem Loch wieder herauszukommen. Falls erforderlich, sollte man sich auch nicht vor der Einnahme von Antidepressiva scheuen. Die ersten Zeit mit den Nebenwirkungen kann hart sein, aber wenn es einem nach einigen Wochen besser geht und man wieder Freude am Leben hat, dann hat es sich letztlich doch gelohnt.

Geht es einem mit Antidepressiva besser, sollte man diese Zeit nutzen, um an eventuellen Ursachen zu arbeiten. Das kann im Rahmen einer Psychotherapie geschehen, kann aber auch eine Lebensumstellung sein:

  • das Beenden einer Partnerschaft, die einem nicht guttat; 
  • der Wechsel des Arbeitsplatzes;
  • die Freude an neuen Hobbys oder am Sport finden.
  • Regelmäßige Saunagänge oder was auch immer einem guttut.

Dann fällt es einem auch leichter, wieder von den Antidepressiva „runterzukommen“ und ein Leben ohne Antidepressiva wieder genießen zu können.

Quellenverzeichnis:


Wie hat Dir Der Artikel gefallen?

Leserbewertung
[ Anzahl: 1, Durchschnitt: 5 ]

Welche Erfahrungen hast Du mit Neuroleptika gemacht?

Hinterlasse einen Kommentar: