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Juni 30, 2022

Denkst du daran, Opipramol abzusetzen? Bevor du damit beginnst, solltest du einige Dinge wissen und beachten.

Beim Absetzen von Opipramol ist es ganz ähnlich wie beim Absetzen von anderen Antidepressiva und Psychopharmaka. Man kann hier nicht vorsichtig genug sein. Die allermeisten Betroffenen haben es nämlich zu eilig - auch weil sie es nicht besser wissen.

In diesem Artikel erfährst du,

  • was die Gefahr beim Absetzen von Opipramol und anderen Psychopharmaka ist,
  • was der Unterschied zwischen Entzugssymptomen und dem Rebound-Phänomen ist
  • und wie du bei Absetzen von Opipramol (Opipramol-Dihydrochlorid) am besten vorgehest.

Was ist Opipramol und wozu wird es eingesetzt?

Opipramol ist ein Medikament, welches schon seit den 1960ern auf dem Markt ist. Die Einnahme von Opipramol wird aufgrund der breiten Wirkung von Opipramol zur Behandlung unterschiedlicher psychischer Beschwerden verschrieben - vom Facharzt wie auch vom Hausarzt. Hier ein kurzer Überblick:

  • bei depressiven Verstimmungszuständen,
  • bei Depressionen,
  • bei Ängsten und Panikattacken,
  • bei Unruhe und gereiztem Nervensystem
  • sowie als Schlafmittel bei Schlaflosigkeit und anderen Schlafstörungen.

Der Wirkstoff Opipramol-Dihydrochlorid zählt zur Gruppe der Trizyklischen Antidepressiva. Diese werden typischerweise zur regelmäßigen Einnahme gegen Depressionen verschrieben. Opipramol wird aufgrund seines Wirkmechanismus allerdings von Patienten auch oft als Bedarfsmedikament eingesetzt, um Symptome von Angststörungen und Panikattacken zu lindern.

Wer Opipramol nur sporadisch bei Bedarf einnimmt, braucht sich um das Absetzen keine Sorgen zu machen. Doch wer Opipramol regelmäßig einnimmt, sollte beim Absetzen vorsichtig vorgehen, um Absetzerscheinungen und Entzugserscheinungen so weit wie möglich zu vermeiden. Aber fast noch wichtiger ist ein langsames Absetzen zum Vermeiden der Rebound-Problematik.

Absetzerscheinungen vs. Rebound-Phänomen

Oft unterscheidet man in der Medizin gar nicht zwischen diesen beiden wichtigen unterschiedlichen Problematiken.

Kurzfristige Entzugserscheinungen

Beim Absetzen von Medikamenten kommt es oft kurzfristig relativ schnell nach dem Absetzen bzw. nach dem Reduzieren der Tabletten-Dosis zu sogenannten Entzugserscheinungen. Diese können je nach Arzneimittel unterschiedlich ausfallen und auch recht heftig sein. Aber immerhin weiß man ja, womit man es zu tun hat, weil man ja gerade die Dosis reduziert oder das Antidepressivum oder Psychopharmakon abgesetzt hat. Bei den Absetzerscheinungen ist es ähnlich wie mit den Nebenwirkungen, die am Anfang am stärksten sind und dann immer weiter nachlassen.

Im Falle von Opipramol kann es unter anderem zu folgenden Absetzerscheinungen kommen:

  • Herzrasen
  • Schwankungen im Blutdruck
  • Übelkeit
  • Verstärkung der psychischen Krankheiten wie Angst, Angststörung oder Depression

Oftmals verschwinden die Absetzerscheinungen so schnell wie sie aufgetreten sind - meist innerhalb von Tagen oder Wochen. Meistens freut man sich dann schon, dass man es geschafft hat und denkt, man kommt jetzt ohne Medikamente aus.

Mittel-und langfristiges Rebound-Phänomen

Leider rechnen viele Patienten nicht mit dem sogenannten Rebound-Phänomen. Dieses kann noch Monate nach dem Absetzen oder (zu schnellem) Reduzieren auftreten. Von der Symptomatik her ist es eher, als würden die alten psychischen Beschwerden wieder auftreten. Sprich die Ängste, Panikattacken oder Depressionen kommen zurück oder werden wieder intensiver.

So kommt es, dass die Betroffenen ganz verzweifelt sind und sich allermeistens wieder gezwungen fühlen, das Medikament wieder einzunehmen. Viele Patienten haben diese "Absetzen-wieder einnehmen"-Erfahrungen schon etliche Male hinter sich und es gelingt ihnen nicht, diesen Kreislauf zu durchbrechen.

Fakt ist: wenn man einem gesunden Menschen ohne psychische Beschwerden längere Zeit Antidepressiva gäbe und dieses würde zu schnell abgesetzt, dann hätte auch dieser zuvor gesunde Mensch aller Voraussicht nach mit dem sogenannten Rebound-Problem zu kämpfen.

Die Lösung ist: unser Körper, vielmehr unser Gehirn, braucht mehr Zeit. Es muss sich langsam wieder daran gewöhnen, ohne den Wirkstoff zurecht zu kommen.

Ausschleichen, aber richtig

Wir müssen also das Medikament langsam ausschleichen. Der Vorgang des langsamen Absetzens beinhaltet allerdings zwei Aspekte:

  1. Die Dosis muss schrittweise reduziert werden.
  2. Zwischen den Dosisreduktionen muss ein ausreichender Zeitabstand liegen.

Kleine Reduktionsschritte

Idealerweise gibt es das Medikament in Form von Tropfen, so dass die Dosis in kleinen Schritten (vor allem gegen Ende hin) reduziert werden kann. Oftmals weiß der Arzt gar nicht, dass es bestimmte Antidepressiva in Form von Tropfen gibt. Daher solltest du dich selbst erkundigen. Für den Wirkstoff Opipramol heißen die Tropfen Insidon Tropfen.

Bei höheren Dosierungen würde ich maximal eine halbe Tablette der kleinsten Dosierung reduzieren. Bei kleineren Dosierungen maximal ein Drittel der Gesamtdosis, also z.B. von 9 Tropfen auf 6 Tropfen.

Abstand zwischen den Reduktionsschritten

Nach jedem Reduktionsschritt sollte man abwarten, bis die Entzugssymptome komplett verschwunden sind. Ab dann sollte man mindestens 2 Wochen, nach größeren Reduktionsschritten auch 4 oder mehr Wochen Pause machen und die Dosis beibehalten.

Wie lange man hier genau warten sollte, hängt auch davon ab, wie lange und in welcher Dosierung man Opipramol insgesamt eingenommen hatte. Bei längerer Anwendung und höheren Dosierungen sollte man also langsamer vorgehen als bei kürzerer Therapie oder kleineren Dosierungen.

Etwas Pflanzliches als Ersatz

Viele Betroffene steigen nach einem einem Psychopharmakon auch erstmal auf ein pflanzliches Mittel wie Johanniskraut, CBD oder Lasea um. Der Einsatz solcher pflanzlicher Mittel tut vielen gut, um die Beschwerden von psychischen Störungen in den Griff zu bekommen. Ich selbst habe sehr gute Erfahrungen mit CBD-Öl gemacht.

Fazit

Wie bei anderen Antidepressiva auch, z.B. MAO-Hemmer, SSRI oder SNRI, ist auch beim Absetzen von Opipramol Vorsicht angesagt. Nur durch langsames Ausschleichen in kleinen Schritten kann man Entzugserscheinungen und Rebound-Phänomene gut verhindern.

Quellen


Würdest du gerne persönlich mit mir sprechen? Dann kannst du hier einen Termin mit mir ausmachen, in dem wir unsere Erfahrungen austauschen können.

Schnelle Hilfe?

Falls du Selbstmordgedanken hast und akut Hilfe brauchst: Anlaufstellen wie die Telefonseelsorge (0800 - 111 0 111 oder 0800 - 111 0 222) sind rund um die Uhr für dich erreichbar. Weitere Hilfsangebote findest du hier: https://www.suizidprophylaxe.de/hilfsangebote/hilfsangebote/



Über den Author

Andreas

Ich bin Andreas, Gründer und Hauptblogger von "Mein Weg aus der Angst". Ich lebe mit meiner Frau, unserer Tochter und unserem Hund im Süden Deutschlands. Mehr Infos über mich kannst du hier nachlesen.

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