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Februar 17, 2022

Opipramol ist ein Medikament, welches nicht immer gut vertragen wird. Deshalb die Frage: welche wirksamen Alternativen für Opipramol gibt es?

Opipramol ist ein Medikament, welches bei Ärzten sehr beliebt ist und deswegen auch relativ häufig verschrieben wird. Es wirkt sedierend und beruhigend und kommt daher bei einer Angststörung, bei einer Panikstörung und auch als Schlafmittel zum Einsatz.

Bei längerfristiger Einnahme wirkt Opipramol aber auch als Antidepressivum, also stimmungsaufhellend. Dennoch ist Opipramol unter den verschriebenen Antidepressiva in der Medizin nicht erste Wahl, weil der Arzt bzw. die Ärztin heute lieber ein modernes SSRI oder SNRI verschreibt.

In diesem Artikel erfährst du

  • das wichtigste zum Thema Opipramol, dessen Wirkstoff und Nebenwirkungen,
  • welche Nachteile Opipramol hat,
  • eine Übersicht, welche medikamentöse Alternativen es zu Opipramol gibt,
  • und welche pflanzlichen Alternativen wirksam sind.

Das Wichtigste zu Opipramol

Die Darreichungsform von Opipramol sind Filmtabletten, leider gibt es Opipramol zur besseren Dosierung nicht als Tropfen.

Der Wirkstoff des Medikaments Opipramol heißt mit vollem Namen Opipramoldihydrochlorid. Er gehört chemisch zu den Dibenzapinen, lässt sich jedoch nicht in eine typische Gruppe von Antidepressiva einordnen. Vom Wirkmechanismus her ähnelt er aber am ehesten noch den sogenannten Trizyklischen Antidepressiva.

Die sedierende und beruhigende Wirkung tritt innerhalb von einer Stunde ein und erreicht nach etwa 3 Stunden seinen Höhepunkt. Da Opipramol in der Lage ist, Angst und Unruhe zu lindern, haben viele Patienten mit Angststörungen schon einmal Bekanntschaft mit Opipramol gemacht.

Auch bei Schlafstörungen wie Schlaflosigkeit oder häufiges Erwachen vom Schlaf wird Opipramol als Alternative zu Hypnotika (als Schlafmittel eingesetzte Medikamente) verschrieben.

Nebenwirkungen von Opipramol

Wie andere Psychopharmaka kann auch Opipramol eine Reihe von Nebenwirkungen verursachen. Recht häufig kommt eine sogenannte Mundtrockenheit vor, die man ebenfalls von vielen anderen Psychopharmaka her kennt. Weitere Nebenwirkungen sind die folgenden:

  • Müdigkeit und Benommenheit
  • Gewichtszunahme
  • verminderte Libido und andere sexuelle Störungen
  • Haarausfall
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Magen-Darm-Beschwerden: Übelkeit und Durchfall
  • Herzrhythmusstörungen (Herzrasen, Herzstolpern)

Bei gelegentlicher Einnahme sollte es nicht zu einer Abhängigkeit kommen, doch wie bei anderen Antidepressiva kann es nach regelmäßiger Einnahme zu Absetzsymptomen und einer Rebound-Symptomatik kommen. Deshalb sollte auch Opipramol wie andere Antidepressiva nur langsam abgesetzt, also ausgeschlichen werden.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Vorsicht ist geboten bei der Kombination mit anderen Antidepressiva wie Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI), Selektiven Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmern (SNRI) oder Trizyklischen Antidepressiva. Da solltest du die Dosis gut mit deinem behandelnden Arzt absprechen.

Eine Kombination mit MAO-Hemmern muss wegen eines drohenden Serotonin-Syndroms auf jeden Fall vermieden werden. Das liegt aber eher an den MAO-Hemmern, die sich ganz schlecht kombinieren lassen, als an Opipramol selbst.

Auch bei einer Kombination mit Betablockern ist Vorsicht geboten.

Unproblematisch scheint es zu sein, Opipramol zusammen mit der Pille oder mit Ibuprofen einzunehmen.

Diese Informationen sind jedoch nicht vollständig. Daher schaue bitte unbedingt in der Packungsbeilage nach oder frage deinen Arzt oder Apotheker, bevor du Opipramol mit anderen Medikamenten einnimmst.

Meine persönliche Erfahrung mit Opipramol

Ich bin ja selbst jemand, der schon vieles ausprobiert hatte. Und so hatte ich auch schon Erfahrungen mit Opipramol gesammelt. Für mich war die durch Opipramol verursachte Müdigkeit, ja Erschöpfung, jedoch viel zu stark gewesen, weshalb ich das Mittel nicht länger eingenommen habe.

Alternativen zu Opipramol

Es gibt einige Alternativen zu Opipramol, doch nicht alle Alternativen sind für jeden gleich gut geeignet.

Benzodiazepine

Benzodiazepine (Benzos) haben gegen Angsterkrankungen und Schlafstörungen eine extrem hohe Wirksamkeit. Auch Verstimmungszuständen ist mit Benzos sehr schnell Einhalt zu gebieten. Sorgen lösen sich innerhalb von 15 Minuten quasi in Luft auf, zumindest solange die Wirkung der Tabletten anhält. Zudem haben sie kurzfristig kaum Nebenwirkungen, machen also nicht so müde wie Opipramol oder andere Psychopharmaka.

Das Problem: Benzos machen extrem schnell abhängig. Und der Entzug kann sehr schwer und langwierig sein. Deswegen sind Benzodiazepine wie Tavor (Lorazepam), Valium (Diazepam) oder Xanax (Alprazolam) immer nur eine kurzfristige Lösung und eigentlich nur als Behandlung für den Notfall gedacht.

Promethazin (Atosil)

Atosil mit dem Wirkstoff Promethazin ist ein schwaches Neuroleptikum. Es wirkt beruhigend und angstlösend. Chemisch gesehen ist es sehr ähnlich mit Antihistaminika, die ja auch eine sedierende Wirkung haben.

Der Vorteil von Promethazin ist, dass es in Tropfenform erhältlich ist. Damit lässt es sich sehr gut dosieren, um zu verhindern, dass man zu müde davon wird.

Mir hat Promethazin bei meinem Tavor-Entzug sehr gut als Unterstützung geholfen. Meiner Meinung nach ist Promethazin auch eine sehr gute Alternative zu Benzodiazepinen. Es macht zugegebenermaßen ein bisschen müde(r) als dies bei Benzos der Fall ist. Dafür muss man sich keine Sorgen bezüglich einer möglichen Abhängigkeit machen.

Betablocker

Stand heute gibt es zwar noch keine Zulassung von Betablockern gegen Angstzustände. Dennoch werden sie im Off-Label-Use recht häufig gegen die körperlichen Symptome einer Angsterkrankung oder einer ähnlichen psychischen Erkrankung verschrieben.

Vor allem wenn es durch die psychischen Beschwerden zu Herz-Kreislauf-Beschwerden, z.B. Herzrhythmusstörungen oder Bluthochdruck kommt, sind Betablocker beliebt, um die körperlichen Auswirkungen der Ängste in den Griff zu bekommen.

CBD-Öl

Wer lieber auf eine pflanzliche Alternative zu Opipramol setzen möchte, der wird meiner Meinung nach nicht drum herum kommen, CBD-Öl einmal auszuprobieren. CBD ist die Abkürzung für Cannabidiol, welches aus der Hanfpflanze gewonnen wird. Es enthält kein TCH, macht also weder süchtig noch verursacht es einen Rauschzustand.

CBD-Öl wirkt angstlösend, beruhigend und stimmungsaufhellend. Das konnten viele Experten in Studien nachweisen. Darüber hinaus wirkt es auch antientzündlich und immunstärkend. Durch die Tropfen ist es - wie bei Promethazin - sehr gut dosierbar. Dadurch haben Menschen die Möglichkeit, ihre individuelle Wohlfühldosis zu bestimmen.

Ich empfehle, mit 3x1 Tropfen anzufangen und dann alle 2-3 Tage um 3x1 zu steigern (also 3x2, 3x3), bis man die gewünschte Wirkung bei sich feststellt.

Psychotherapie

Psychotherapie ist zwar keine medikamentöse Alternative, sollte aber hier dennoch der Vollständigkeit wegen erwähnt werden. Sicher kann auch die Psychotherapie nicht 100% aller Betroffenen helfen, dennoch ist sie einen Versuch wert.

Viele Menschen bekommen durch ihren Therapeuten oder ihre Therapeutin Hilfe, um in ihrem Leben besser mit schwierigen Situationen umzugehen. Oft sind es auch die kleinen Ratschläge, die dennoch viel im eigenen Verhalten bewirken können. Zudem werden die Behandlungen bzw. die Therapien bei uns in Deutschland von der Krankenkasse bezahlt. Deswegen kann ich nur jeden dazu ermutigen, die teils aufwendige Suche nach einem Therapeuten auf sich zu nehmen. Auch auf die Gefahr/das Risiko hin, dass man nicht gleich jemanden finden.

Mein Fazit

Wer Opipramol nicht gut verträgt, ist gut beraten, andere Alternativen auszuprobieren. Beachte jedoch, dass Benzodiazepine zwar sehr wirksam sind, jedoch sehr schnell abhängig machen und deswegen nur für den Notfall gedacht sind.

Promethazin ist eine gute medikamentöse Alternative, die sich als Tropfen gut dosieren lässt. Betablocker sind dagegen hauptsächlich gegen die körperlichen Beschwerden der Ängste wirksam.

Eine hervorragende pflanzliche Alternative sind CBD-Tropfen. Sie wirken sehr gut und schnell gegen Ängste, Unruhe und depressive Verstimmungen. Auch den Schlaf können sie gut unterstützen.

Quellen


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Über den Author

Andreas

Ich bin Andreas, Gründer und Hauptblogger von "Mein Weg aus der Angst". Ich lebe mit Frau, Tochter und Hund in der Pfalz. Mehr Infos über mich kannst du hier nachlesen.

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