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  • Opipramol: der Wirkungseintritt, die Wirkdauer und Wirkungsweise dieses atypischen Antidepressivums im Überblick

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Juli 29, 2021

Opipramol ist ein beliebtes atypisches Antidepressivum, doch wie schnell und wie lange wirkt es? Hier erfährst Du alles zum Wirkungseintritt und zur Wirkdauer.

Opipramol ist ein Medikament mit beruhigender, angstlösender und schlaffördernder Wirkung. Es wird deswegen sehr oft zur Behandlung von Unruhezuständen, Angststörungen, Panikattacken und auch bei depressiven Verstimmungszuständen oder Depressionen verschrieben.

Meiner Erfahrung nach ist Opipramol aufgrund seiner flexiblen Anwendbarkeit auch bei Hausärzten sehr beliebt. Doch viele Patienten, die möglicherweise mit einem Rezept für Opipramol ratiopharm vom Arztbesuch nach Hause kommen, fragen sich:

  • Wirkt Opipramol sofort - oder wie lange muss ich warten bis zum Wirkeintritt?
  • Wie länge hält die Wirkungsdauer von Opipramol an?
  • Bessern sich meine Beschwerden (Wirkungseintritt) sofort - oder ab wann nach Beginn der Behandlung kann ich mit einer Besserung rechnen?

Um diese Fragen geht es in meinem Artikel. Ich hoffe, ich kann all deine Fragen beantworten. Falls nicht, schreib mir einfach kurz im Kommentar und ich werde mich drum kümmern.

Der Opipramol-Wirkungseintritt: Sofortwirkung vs. Langzeitwirkung


Die Opipramol-Wirkungsweise unterscheidet sich etwas von der Wirkungsweise anderer Antidepressiva.

Die Substanz Opipramol hat im Gegensatz zu vielen anderen Antidepressiva eine Sofortwirkung. Deswegen wird das Medikament mit dem Wirkstoff Opipramoldihydrochlorid auch als Beruhigungsmittel und Schlafmittel zur gelegentlichen Einnahme eingesetzt.

Bei der stimmungsaufhellenden Wirkung verhält es sich bei Opipramol jedoch ähnlich wie mit anderen Antidepressiva. Bis hier eine Wirkung einsetzt, können einige Woche vergehen. Auch die Wirkung bei Angststörungen - ob mit oder ohne Panikattacken - wird vermutlich erst nach längerfristiger regelmäßiger Einnahme eintreten.

Also:

  1. Kurzfristiger Wirkungseintritt zur Beruhigung und zum Schlafen: ab 15-30 Minuten, volle Wirkung (max. Wirkstoffanteil im Blut) nach drei Stunden.
  2. Mittelfristiger Wirkungseintritt zur Stimmungsaufhellen bei Depressionen und Linderung von Angststörungen: mehrere Wochen, im Schnitt 2-3 Wochen

Die Wirkungsdauer von Opipramol

Wie lange die Wirkung von Opipramol anhält, also die Opipramol-Wirkdauer, hängt davon ab, wie schnell der Opipramol-Wirkstoff in unserem Körper abgebaut wird.

In der Pharmazie spricht man auch von der Halbwertszeit eines Medikaments. Diese Halbwertszeit gibt an, wie lange es dauert, bis die Hälfte des Wirkstoffs im menschlichen Körper abgebaut wird.

Bei Opipramol liegt diese Halbwertszeit zwischen 6 und 11 Stunden (1). Du kannst also mit einer Wirkungsdauer von mehreren Stunden nach der Einnahme von Opipramol rechnen. Viel genauer kann man es leider nicht angeben, denn sowohl die notwendige Dosis, als auch wie schnell der Wirkstoff abgebaut ist, sind eben individuell.

Sonstiges zu Opipramol

Zu welcher Antidepressiva-Gruppe gehört Opipramol eigentlich?

Wer sich etwas besser mit Antidepressiva oder allgemeiner mit Psychopharmaka auskennt, der weiß, dass die meisten Antidepressiva zu einer der folgenden Klasse bzw. Gruppe von Antidepressiva gehören. In der Medizin unterscheidet man folgende Gruppen:

  1. MAO-Hemmer
  2. Trizyklische Antidepressiva
  3. Tetrazyklische Antidepressiva
  4. Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI)
  5. Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer (SNRI)

Chemisch ähnlich zu trizyklischen Antidepressiva, jedoch anderer Wirkmechanismus

Opipramol wird manchmal zur Gruppe der trizyklischen Antidepressiva zugeordnet. Doch das ist nicht ganz korrekt. Zwar hat der gehört der Wirkstoff von Opipramol zur Gruppe der Dibenzazepine, die chemisch recht ähnlich zu den trizyklischen Antidepressiva ist. Dennoch unterscheidet sich die der Wirkmechanismus von Opipramol sehr stark vom Wirkstoffmechanismus der Trizyklika, wie trizyklische Antidepressiva auch genannt werden.

Die stimmungsaufhellende und angstlindernde Wirkung von Opipramol beruht auf der Bindung des Wirkstoffs an sogenannte Sigma-Rezeptoren, an Rezeptoren vom Typ 5-HT für Serotonin und an Dopamin-Rezeptoren D2. Des Weiteren besetzt Opipramoldihydrochlorid einige Histamin-Rezeptoren, was sicherlich zu seiner beruhigenden schlaffördernden Wirkung beiträgt.

Womöglich kennst Du diese zuletzt genannte Wirkung von ebenfalls müde machenden Antihistaminika, die bei allergischen Beschwerden zum Einsatz kommen.

Nebenwirkungen von Opipramol

Wie alle anderen Medikamente kommt auch Opipramol nicht gänzlich ohne Nebenwirkungen aus. Hier gebe ich einen Überblick über die häufigsten und wichtigsten Nebenwirkungen.

Häufige Nebenwirkungen

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass die positiven Wirkungen hinsichtlich Nervosität und Unruhe mit einem zum Teil hohen Preis daher kommen, nämlich mit der Nebenwirkung Müdigkeit.

Gerade zu Beginn der Therapie, wenn unser Körper noch gar nicht an den Wirkstoff gewöhnt ist, treten die durch die Einnahme von Opipramol bedingte Müdigkeit und Benommenheit auch bei anderen Patienten recht häufig als Nebenwirkungen auf.

Zusammen mit Mundtrockenheit und verstopfter Nase zählt die Müdigkeit zu den häufigen Nebenwirkungen von Opipramol.

Gelegentliche Nebenwirkungen

Nicht ganz so häufig, aber auch nicht selten, sind die folgenden Nebenwirkungen von Opipramol (2):

  • Benommenheit
  • Schwindel
  • Zittern
  • Verstopfung
  • Herz-Kreislaufstörungen: Herzstolpern, Herzrasen
  • sexuelle Funktionsstörungen (beim Mann: Erektionsstörungen und Ejakulationsstörungen; Libidoverlust bei Frauen und Männern)

Bei langfristiger Einnahme ist auch Gewichtszunahme bei einigen Patienten ein Problem. Aufgrund eines möglichen Anstiegs der Leberwerte (Leberenzyme) sollten diese regelmäßig durch eine Blutkontrolle geprüft werden.

Seltene Nebenwirkungen

Eher selten kommt es zu starkem Schwitzen, Schweißausbrüchen, Magenbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen. Noch seltener, aber dennoch möglich, sind Veränderungen im Blutbild (z.B. Agranulozytosen), schweren Leberfunktionsstörungen bis hin zum Leberversagen, Glaukomanfälle etc.

Mit dem Arzt oder Apotheker sprechen

Für eine vollständige Liste aller Nebenwirkungen schaue bitte im Arzneimittel-Beipackzettel von Opipramol nach (3). Jegliche Art von Vorerkrankungen oder Einnahme von anderen Medikamenten solltest Du auf jeden Fall deinem behandelnden Arzt bzw. deiner Ärztin mitteilen. Falls Du das vergessen hast, dann bitte spätestens beim Apotheker nachfragen, wenn Du das Medikament abholst.

Wechselwirkungen von Opipramol

Genauso wichtig wie über seine Krankheit(en) und deren Symptome Bescheid zu wissen, ist es, über mögliche Wechselwirkungen von Medikamenten Bescheid zu wissen, welche man einnimmt. Zwar sollte auch immer der behandelnde Arzt mögliche Wechselwirkungen im Auge behalten. Dennoch halte ich es für besser, wenn man selbst über alles Bescheid weiß und somit das Heft auch in die eigene Hand nimmt.

Für Opipramol ist insbesondere bei der Kombination mit anderen Psychopharmaka, z.B. SSRI, Vorsicht geboten, da bei der Einnahme mehrerer Psychopharmaka immer die Gefahr besteht, dass sie sich gegenseitig verstärken.

Hier eine - nicht vollständige Liste - an Medikamenten, bei denen in der Kombination mit dem Wirkstoff Opipramol Vorsicht geboten ist:

  1. Antidepressiva aus der Klasse der MAO-Hemmer und der Selektiven Serotonin-(Noradrenalin-)Wiederaufnahmehemmer
  2. Schlafmittel (Hypnotika)
  3. Beruhigungsmittel (Benzodiazepine, Tranquillizer)
  4. Medikamente gegen Asthma
  5. Medikamente gegen Harninkontinenz
  6. Medikamente gegen Herzrhythmusstörungen
  7. Monooxygenasen
  8. Cimetidin

Schau bitte auch in den Beipackzetteln der anderen Medikamente nach, welche Du einnimmst. Am besten Du hast immer eine Liste all deiner Medikamente parat, die Du Deinem Arzt zeigst, wenn Du ein neues Medikament verschrieben bekommst.

Opipramol als Tropfen oder als Filmtabletten?

Ich bin ein großer Fan von Psychopharmaka in Form von Tropfen. Damit lässt sich das Medikament einfach viel genauer dosieren als wenn der Wirkstoff in Form von Tabletten vorliegt.

Das hilft vor allem beim Eindosieren (bzw. Einschleichen) und beim Absetzen (Ausschleichen). So kann man Nebenwirkungen bzw. Absetzsymptome ganz gut in Schach halten.

Wirkung vs. Wirksamkeit - wie gut hilft Opipramol den Betroffenen?

Man sollte sich als Betroffener klarmachen, dass bei durchgehend allen Psychopharmaka gilt: nicht jedes Medikament wirkt bei jedem. Die Wirksamkeit eines Medikaments gibt an, wie gut ein Patient gegen eine bestimmte Erkrankung im Schnitt wirkt. Also wie hoch die Chancen stehen, dass die Einnahme bei einem Patienten, also Dir, bei einer bestimmten Erkrankung wirksam ist.

Auf Sanego.de findest Du Erfahrungen von echten Anwendern, die Medikamente bezüglich ihrer Wirksamkeit, aber auch bezüglich möglicher Nebenwirkungen, bewerten.

In dem Screenshot kannst Du sehen, dass Opipramol gegen folgende psychische Störungen eingesetzt wird:

  1. 39% Depressionen
  2. 21% Schlafstörungen
  3. 7% bei Ängsten und Panikattacken
  4. 6% Angststörungen
  5. 2% Borderline

Genauere Details kannst Du auf der Website von Sanego zu Opipramol (4) nachlesen. Hier kannst Du auch einen Suchbegriff eingeben, um nach weiteren Medikamenten zu suchen.

Fazit zu Opipramol: ein untypisches Antidepressivum mit flexiblen Einsatzmöglichkeiten

Opipramol ist ein Medikament, welches relativ flexibel gegen viele psychische Störungen und Krankheiten eingesetzt werden kann. Es kommt am häufigsten bei Depressionen und Schlafstörungen, aber auch bei Angstzuständen, innerer Unruhe und Panikattacken zur Anwendung.

Bezüglich des Wirkungseintritt von Opipramol muss man zwischen der kurzfristigen Wirkung auf der einen Seite und der mittel- bis langfristigen Wirkung auf der anderen Seite unterscheiden:

  1. Die kurzfristige beruhigende, sedierende Wirkung kann bereits innerhalb von 15-30 Minuten einsetzen und erreicht typischerweise nach 2-3 Stunden den Höhepunkt, also die maximale Wirkung.
  2. Bis die mittel-bis langfristige Wirkung gegen Depressionen (Stimmungsaufhellung) und gegen Angststörungen (anxiolytisch) einsetzt, können jedoch wie auch bei anderen Antidepressiva einige Wochen vergehen. Die meisten Patienten berichten nach etwa von zwei Wochen eine spürbare Verbesserung.
Selbstmordgedanken?

Falls du akut Hilfe brauchst: Anlaufstellen wie die Telefonseelsorge (0800 - 111 0 111 oder 0800 - 111 0 222) sind rund um die Uhr für dich erreichbar.

Weitere Hilfsangebote findest du hier: https://www.suizidprophylaxe.de/hilfsangebote/hilfsangebote/

Über den Author

Andreas

Ich bin Andreas, Gründer und Hauptblogger von "Mein Weg aus der Angst". Ich lebe mit Frau, Tochter und Hund in der Pfalz. Mehr Infos über mich kannst du hier nachlesen.

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