Was tun bei Prüfungsangst und Lampenfieber: [mit 5 Tipps]
Mein Weg aus der Angst
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Was Du gegen deine Versagensängste bei Prüfungsangst und Lampenfieber tun kannst

Wir alle kennen die Nervosität, wenn ein Test ansteht. Bei Menschen mit schwerer Prüfungsangst kann sich die normale Nervosität jedoch bis zu Panikattacken und Blackout steigern. Wann wird Prüfungsangst zur Krankheit? Und was hilft, um Prüfungsangst zu überwinden? Hier erfährst Du alles, was Du über dieses Thema wissen musst.

Was ist Prüfungsangst genau?

Die Weltgesundheitsorganisation hat der Prüfungsangst im ICD-10, der 10. Fassung der International Statistical Classification of Diseases and Health related Problems, den Code F40.2 verliehen (1). Damit zählt Prüfungsangst offiziell zu den spezifischen Phobien. Das bedeutet, die Angst bezieht sich auf ganz bestimmte Situationen.

Angst vor Prüfungen aller Art

Bei Prüfungsangst sagt Dir bereits der Name, wovor Betroffene Angst haben. Alle Form von Prüfungen und Tests lösen Angstzustände aus. Das fängt in der Schule mit Angst vor Klassenarbeiten und vor Klausuren an. Redeangst macht selbst einfache Referate zu einem Albtraum, bei dem Lampenfieber den Schülern oft schon Tage und Wochen vorher das Leben schwer macht.

Der Führerschein ist ein weiteres Gebiet, bei dem sich die Angst vor dem Versagen häufig bereits bei den Fragen zur Theorie meldet. Manche Prüflinge haben bei der praktischen Fahrprüfung so viel Angst vor dem Versagen, dass sie falsch reagieren oder sich überhaupt nicht mehr unter Kontrolle haben.

Prüfungsangst beim Führerschein: Ein Fallbeispiel

Der Sohn einer Freundin hatte enorme Schwierigkeiten mit Prüfungsangst bei der Fahrprüfung – obwohl der junge Mann Motoren aller Art liebt. Bereits als Kind war er regelmäßig Go-Karts gefahren. Selbst einen ausrangierten Panzer konnte er problemlos steuern. Sein Fahrlehrer hatte an seinem Fahrstil wenig auszusetzen und die Fahrschule sorgte dafür, dass er relativ schnell zur Fahrprüfung zugelassen wurde.

Meine Freundin wusste, dass er unter Prüfungsangst litt. Bei Klassenarbeiten in der Schule schnitt er regelmäßig etwas schlechter ab, als sein Leistungsstand vermuten ließ. Da ihm Autofahren jedoch offensichtlich keine Probleme machte, nahm sie die Prüfungsangst eher auf die leichte Schulter.

Sie wurde auch nicht stutzig, als er das erste Mal durch die theoretische Prüfung fiel. Beim zweiten Mal meisterte er diese Hürde problemlos. Als er zum ersten Mal an der praktischen Fahrprüfung scheiterte, war sie jedoch verstört – nicht nur, weil diese Prüfung mehrere Hundert Euro kostet. Vor der Prüfung litt ihr Sohn an Durchfall und Bauchschmerzen. Dennoch betonte sein Fahrlehrer, dass er die Prüfung beinahe geschafft hätte. Er hatte alle schwierigen Aufgaben gemeistert und 50 Meter vor der Rückkehr zur Fahrschule bei einer Baustelle falsch reagiert.

Ihr Sohn beklagte sich darüber, dass bei ihm die Prüfungsangst zu einem Blackout führte. Er habe kaum noch atmen können und sei beinahe ohnmächtig geworden. Allerdings lehnte der eigenwillige junge Mann ab, pflanzliche Beruhigungsmittel zu nehmen oder Atem- und Entspannungstechniken zu üben.

Die zweite Fahrprüfung verfehlte er, weil er zu langsam fuhr – obwohl sein Fahrlehrer mit ihm von Anfang an das Einhalten der verkehrsgemäßen Geschwindigkeit geübt hatte. Erneut beklagte sich der Teenager über Atemprobleme, Schwindel und Leere im Kopf. Vor der Prüfung stellte sich wieder Durchfall ein.

Jetzt bestand meine Freundin darauf, dass der junge Mann Baldrian und Johanniskraut ausprobierte. Außerdem gingen sie gemeinsam die Prüfungssituation immer wieder durch und machten Atemübungen. In den Tagen vor der Prüfung nahm er regelmäßig Kapseln mit Johanniskraut ein – und schließlich schaffte er die Prüfung. Johanniskraut hatte seine Nervosität auf ein erträgliches Maß verringert, konnte Bauchschmerzen aber nicht verhindern.

Phobien weit verbreitet

Spezifische Phobien wie Prüfungsangst sind weit verbreitet. Experten schätzen, dass in Deutschland alleine rund sieben Millionen Menschen unter diesen Phobien leiden. Weltweit dürften rund sieben Prozent aller Menschen betroffen sein. Das lässt sich einer internationalen Studie (2) entnehmen, die Daten von 22 Ländern auswertete.

Demnach leiden rund doppelt so viele Frauen wie Männer an spezifischen Phobien. In Ländern mit hohem und mittlerem Einkommen sind Menschen ängstlicher als in armen Ländern. Interessant ist, dass sich spezifische Phobien durchschnittlich bereits im Alter von acht Jahren bemerkbar machen. Jeder fünfte Betroffene findet, dass die Angst sein Leben enorm erschwert. Oft führt eine spezifische Phobie zu anderen, psychischen Erkrankungen, beispielsweise Depressionen (3), aber auch Bipolare Störung und Essstörungen (4).

Prüfungsangst: Drei Komponenten

Experten sind sich einig, dass bei Prüfungsangst drei Komponenten besonders wichtig sind.

  1. Negative Gedanken
  2. Leistungshemmung
  3. Körperliche Symptome

Negative Gedanken (6) verstärken die Angst vor dem Versagen. Ein Beispiel sind bedrückende Selbstgespräche vor einer Abschlussprüfung oder Zwischenprüfung bei einer Ausbildung in dem Stil: ‚Wenn ich den Test nicht schaffe, ist mein Leben ruiniert. Ich werde nie Karriere machen.’

Prüfungsangst kann die Leistung auf verschiedene Arten beeinträchtigen. Lampenfieber und Präsentationsangst können bereits vor Prüfungen dazu führen, dass Lernen durch Mangel an Konzentration nur schwer möglich ist. Man kann sich die Fakten nicht gut einprägen. Bei einer mündlichen Prüfung oder einem Vortrag ist man so ängstlich, dass man die Fragen nicht versteht. Bei schriftlichen Prüfungen kann die übergroße Nervosität dazu führen, dass Aufgabenstellungen komplett missverstanden werden.

Die körperlichen Symptome von Prüfungsangst reichen von mangelnder Konzentration, Aufregung und Angst über Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall bis zu regelrechter Panik und Blackout. Unter Blackouts (5) sind in diesem Zusammenhang in der Regel weder Ohnmacht noch Erinnerungslücken zu verstehen. Stattdessen bezeichnet Blackout bei Prüfungsangst die Unfähigkeit, einen klaren Gedanken zu fassen. Dein Gehirn funktioniert am besten in einem Zustand, bei dem sich Erregung und Entspannung abwechseln. Ist die Aufregung zu stark, kann es zu einer Art Kurzschluss kommen (7).

Die Psychologie der Prüfungsangst

Experten sind sich mittlerweile einig, dass Prüfungsangst ein erlerntes Verhalten ist. Allerdings neigen bestimmte Menschen einfach mehr zu Angst (8). Eine negative Erwartungshaltung verstärkt die Prüfungsangst (9).

Folgende Faktoren gelten als die Hauptursachen von Prüfungsangst:

  1. Versagensängste
  2. Schwierige Erfahrungen
  3. Unerfahrenheit in Prüfungssituationen
  4. Schlechte Vorbereitung

Die Angst, zu versagen

Versagensängste lassen sich nur schwer überwinden und bekämpfen. Die Angst, zu versagen, geht normalerweise einher mit der Angst, nahestehende Menschen zu enttäuschen. Das Ergebnis der Prüfung wird mit dem Selbstwertgefühl gleichgesetzt. So erscheinen Prüfungen als Situationen, die über die gesamte Zukunft entscheiden.

Gegensteuern: Die Bedeutung eines Tests relativieren. Eine Prüfung zeigt nicht alles, was Du gelernt hast. Außerdem kann ein einziger Test niemals bestimmen, wer Du bist. Ein schlechtes Testergebnis kann zwar Schwierigkeiten mit sich bringen – etwa ein Durchfallen beim Abitur – aber das Resultat bedroht Dein Leben nicht.

Negative Erfahrungen

Mitschüler haben Dich bei einem Referat ausgelacht. Deshalb bist Du jetzt hoffnungslos überfordert, wenn Du eine Powerpoint-Präsentation halten sollst. Schwierige Erfahrungen beeinflussen häufig die Gegenwart durch eine negative Erwartungshaltung. Du glaubst, dass sich die Vergangenheit in der Zukunft wiederholt. Deine innere Stimme sagt Dir, dass Du es nie schaffen wirst.

Gegensteuern: Eingefahrene Verhaltensmuster und Gedankenmuster können mächtige Gefühle verursachen, die sich nur schlecht kontrollieren lassen. Bei extremer Prüfungsangst kann Dir Psychotherapie helfen, zu Grunde liegende Erfahrungen zu verarbeiten. Gezielt positiv zu denken und Visualisierung von Erfolg kann helfen, bestehende Glaubenssysteme umzupolen.

Ungewissheit in Prüfungssituationen

Jede Prüfung und jeder Test ist ein bisschen anders strukturiert. In der Schule laufen Klassenarbeiten und Klausuren in der Regel immer nach dem selben Muster ab. Dennoch weißt Du nie, welche Fragen genau auf Dich zukommen. Diese Ungewissheit kann die Angst vor Klausuren enorm verstärken. Besonders schlimm können die daraus resultierenden Angstgefühle bei mündlichen Prüfungen werden. Dabei verstärken die mit Lampenfieber verbundene Auftrittsangst und Angst vor Vorträgen die bestehende Prüfungsangst.

Gegensteuern: Die Ungewissheit kannst Du mit folgenden Strategien bekämpfen, die Dir Sicherheit vermitteln.

  1. Frühzeitig ankommen
  2. Entspannungsübung vor dem Test
  3. Anweisungen genau durchlesen
  4. Informationen sofort niederschreiben

Es kann hilfreich sein, sofort Deine Erinnerung zu entlasten. Schon beim Durchlesen der Aufgaben kannst Du Dir notieren, was Du für sie brauchst – etwa Fakten, Formeln oder andere Informationen.

Schlechte Vorbereitung

Prüfungsangst ist naturgemäß besonders stark, wenn Du nicht gut vorbereitet bist. Häufen sich Prüfungen, etwa beim Abitur oder bei einer Abschlussprüfung, kannst Du nicht im letzten Moment alles Nötige lernen.

Gegensteuern: Gute Vorbereitung bedeutet ständiges Lernen. Hier hilft nur, den Unterricht zu verfolgen und sich nötige Informationen nach und nach anzueignen. Studiengruppen und die Erledigung täglicher Aufgaben stärken Dein Selbstvertrauen.

Prüfungsangst bei Kindern

Die Angst vor Prüfungen macht sich häufig schon in der Grundschule bemerkbar. Kinder spüren den Leistungsdruck. Schlechte Erfahrungen mit Lehrern oder Schwierigkeiten beim Lernen können dazu führen, dass Prüfungen das Leben der Kinder zu beherrschen scheinen.

Im frühen Alter lastet auf den Schultern der Eltern eine besonders große Verantwortung. Sie können dazu beitragen, dass die Prüfungsangst keine krankhaften Züge annimmt. Es hilft, das Selbstwertgefühl Deines Kindes nicht vom Erfolg in der Schule abhängig zu machen.

Kind akzeptieren

Akzeptiere Dein Kind, wie es ist. Natürlich kannst Du gute Noten bei Klassenarbeiten loben. Aber versuche, gute Ergebniss nicht überzubewerten. Gib Deinem Kind das Gefühl, dass es auch gelegentlich versagen kann. Manchmal hilft es nicht, eine Tatsache nur einmal anzusprechen. Kinder vergessen ebenso wie Erwachsene, was Du vor ein paar Wochen oder Monaten gesagt hast.

Wiederhole deshalb immer wieder, dass Prüfungen zum Leben dazu gehören und mache deutlich, dass eine missglückte Prüfung kein Beinbruch ist. Erinnere Dich auch selbst: Gute Noten und Abitur sind nicht unbedingt der Schlüssel für ein glückliches Leben oder eine erfolgreiche Karriere. Nicht jeder ist dafür gemacht, eine akademische Laufbahn anzustreben.

Nicht jeder wird Akademiker

Handwerk hat goldenen Boden: Dieser Satz bewahrheitet sich heute mehr denn je. Wer weiß? Vielleicht ist Dein Kind ja künstlerisch besonders begabt oder zeichnet sich durch eine andere Fähigkeit aus. Wichtig ist, dass sich Dein Kind zu Hause akzeptiert und sicher fühlt. Es muss wissen, dass Du es liebst – auch wenn die letzte Klassenarbeit wieder mit einer Fünf bewertet wurde.

Auf keinen Fall solltest Du versuchen, Prüfungsangst bei Kindern mit rezeptpflichtigen Medikamenten zu bekämpfen. Bei stark ausgeprägten Ängsten können pflanzliche Mittel helfen. Beispielsweise wirkt Kamillentee so gut bei Angstzuständen, dass er sogar als langfristige Therapie bei generalisierter Angststörung eingesetzt wird (10).

Mit Psychologen sprechen

Wenn Dein Kind unter wirklich schwerer Prüfungsangst leidet, solltest Du das Gespräch mit einem Therapeuten suchen. Angstzustände in der Kindheit begünstigen das Entstehen psychischer Störungen später im Leben. Ein erfahrener Psychologe oder Psychiater kann Dir sagen, ob die Symptome Deines Kindes mit einer Psychotherapie behandelt werden sollen.

Mittel gegen Prüfungsangst

„Gegen jede Krankheit ist ein Kraut gewachsen“, sagte schon Sebastian Kneipp vor vielen Jahren. Mittlerweile können wir ergänzen: „Für jede Beschwerde gibt es Tabletten.“

Hier bekommst Du einen Überblick, welche pflanzlichen und chemischen Medikamente sich bei Prüfungsangst eignen.

Medikamente: Benzodiazepine und Betablocker

Du musst in Deiner neuen Arbeitsstelle eine Rede vor versammelter Mannschaft halten? Bereits bei dem Gedanken daran beschleicht Dich ein mulmiges Gefühl in der Magengrube und Dein Mund fühlt sich wie ausgedörrt an. In dieser Situation können Tabletten aus der Apotheke helfen, die Du Dir von Deinem Hausarzt verschreiben lässt. Er kann Dich dabei beraten, welches Beruhigungsmittel für Dich in Frage kommt.

In der Regel werden gegen Prüfungsangst Benzodiazepine wie Tavor (Lorazepam) und Oxazepam sowie Betablocker verschrieben.

Ich empfehle Dir, ein Medikament vor einer Prüfungssituation unbedingt auszuprobieren. Nur so kannst Du wissen, wie es bei Dir wirkt.

Benzodiazepine: Wirksam, aber gefährlich

Allerdings musst Du mit Tavor und Oxazepam aufpassen: Benzodiazepine bekämpfen Angst aller Art gut (11), haben aber ein enormes Suchtpotenzial und können schnell abhängig machen. Du solltest diese Pillen keinesfalls länger als zwei Wochen täglich einnehmen. Benzodiazepine wirken an den Rezeptoren des Botenstoffs GABA, ein hemmender Botenstoff. Sie verlängern die Wirksamkeit dieses Neurotransmitters und beruhigen so den ganzen Körper.

Um auf Nummer Sicher zu gehen, testest Du diese Pillen mit mehreren Tagen Abständen aus. Testen ist so wichtig, weil Müdigkeit und Konzentrationsschwäche zu den üblichen Nebenwirkungen von Benzodiazepinen gehören. Deshalb musst Du herausfinden, was die optimale Dosierung für Dich ist. Als Mittel gegen Prüfungsangst beim Führerschein eignen sich Benzodiazepine absolut nicht. Sie vermindern die Reaktionsfähigkeit. Deshalb darfst Du unter dem Einfluss von ‚Benzos’ nicht Auto fahren.

Betablocker: Ruhe durch stabilen Blutdruck

Betablocker konzentrieren sich auf die Rezeptoren der erregenden Botenstoffe Adrenalin und Noradrenalin. Sie verbinden sich mit ihnen und blockieren so die Verbindungsstelle dieser Neurotransmitter. Das führt dazu, dass sie den Blutdruck senken und die Herzfrequenz im Ruhezustand. Deshalb werden sie bei Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems häufig verschrieben.

Bei Prüfungsangst verringern sie die körperlichen Symptome der Angst. Ihre beruhigende Wirkung beruht vor allem darauf, dass sie Herzrasen wirksam verhindern. Das hat sich bei Prüfungen und bei öffentlichen Auftritten als hilfreich erwiesen. Die Suchtgefahr von Betablockern ist wesentlich geringer als von Benzodiazepinen. Allerdings solltest Du auch hier die Dosierung austesten, um die Wirkung auf die Prüfungsphobie einschätzen zu können.

Homöopathie gegen Prüfungsangst

Bei Homöopathie spielt der Glaube eine wichtige Rolle. Die Wirksamkeit von homöopathischen Mitteln ist bisher noch nicht wissenschaftlich bewiesen. Das bedeutet nicht, dass Schüssler Salze und andere homöopathische Globuli gegen Angst nicht helfen. Nicht umsonst verkauft jede Drogeriekette mittlerweile Rescue Tropfen und Bachblüten.

Allerdings kann es schwierig sein, die geeigneten Globulis bei Prüfungsangst zu finden oder die richtigen Bachblüten auszusuchen. Ein bewährtes Komplexmittel wie Neurexan erleichtert die Auswahl, beruhigt und bekämpft Nervosität zuverlässig.

Homöopathie eignet sich besonders gut auch für Kinder, da bisher keine gefährlichen Nebenwirkungen bekannt sind. Deinen Kindern kannst Du problemlos Rescue Tropfen, Bachblüten oder Schüssler Salze Globuli gegen Prüfungsangst geben. Gelsemium beispielsweise ist ein bewährtes Mittel, dass Konzentrationsmangel, zittrige Schwäche und Schwindel gut lindert. Dafür nimmst Du fünf Globulis drei mal täglich in der Potenz D12.

Mit pflanzlichen Mitteln Angst bekämpfen

Um nochmals auf Kneipp hinzuweisen: Es gibt viele pflanzliche Mittel, die beruhigen und bei Prüfungsangst helfen, angefangen bei dem einfachen Kamillentee. Wichtig ist wie auch bei den chemischen Helfern: Vor der Prüfung solltest Du die Substanzen gründlich ausprobieren, damit Du ihre Wirkung gut einschätzen kannst.

Baldrian: Beruhigende Wurzel

Das pflanzliche Medikament Baldrian hat sich bei Angst und Schlafstörungen seit vielen Jahren bewährt (12). Allerdings kann Baldrian auch gegenteilige Reaktionen auslösen. Auf mich wirkt die Wurzel keinesfalls beruhigend, sondern aufputschend. Ich kann nach der Einnahme von Baldrian nicht schlafen.

Johanniskraut: Stimmungsaufhellend

Johanniskraut ist erwiesenermaßen ein Kraut, das sich günstig auf die Stimmung auswirkt. Deshalb eignet es sich bei Depressionen, aber auch bei Angstzuständen. Johanniskraut hat die begleitende Eigenschaft, die Haut empfindlicher für Sonnenstrahlen zu machen.

Ätherische Öle: Lavendel und Rosmarin

Ätherische Öle können ebenfalls bei Prüfungsangst helfen. Du kannst sie mit einem Trägeröl vermischen und sogar Deinem Kind in die Schule mitgeben. In ängstlichen Situationen kann es sich den Puls oder die Hände damit einreiben und ausgiebig daran riechen. Lavendel und Rosmarin sind die ideale Kombination. Lavendel hilft ausgezeichnet gegen Ängste aller Art (13) und auch gegen die Angst, nicht zu bestehen. Rosmarin dagegen verbessert die Konzentration und das Gedächtnis und führt dazu, dass man sich frisch fühlt (14).

Mein persönlicher Favorit: CBD-Öl

Leider habe ich zu Schulzeiten und zu Zeiten des Studiums CBD-Öl noch nicht gekannt. Ich glaube, damals gab es das auch noch gar nicht im Handel. Sonst hätte ich sicherlich darauf zurückgegriffen.Während ich die schriftlichen Arbeiten und Klausuren noch einigermaßen ertragen konnte, waren die Vorträge und mündlichen Prüfungen während des Studiums der reinste Horror für mich - vor allem in den Tagen und sogar Wochen davor.

CBD-Öl hat mir maßgebend dabei geholfen, meine Angststörung und Depressionen zu überwinden (du kannst hier mehr darüber erfahren). Wenn ich heute beruflich bedingt einen Vortrag, eine Präsentation oder Schulung halten muss, greife ich regelmäßig auf mein CBD-Öl zurück und es wirkt wirklich hervorragend gegen die Anspannung und die innere Unruhe. Ich verwende das 10%-ige CBD-Öl von CBD-Vital (Produktlink).

Was kann man gegen Prüfungsangst tun?

In wirklich schweren Fällen hilft nur Psychotherapie. Kognitive Verhaltenstherapie hat sich bei allen Angststörungen bewährt. Dabei gehst Du mithilfe eines Psychotherapeuten den Ursachen Deiner Gefühle auf den Grund. Gleichzeitig entwickelst Du Strategien, wie Du in Prüfungssituationen der Angst Herr wirst.

In leichten Fällen von Prüfungsangst können folgende Tipps helfen:

1. Entspannungsübungen

Entspannungsübungen können auch auf kleinem Raum stattfinden. Muskelanspannung- und entspannung kannst Du am Schreibtisch durchführen, auch während einer Prüfung. Dafür stellst Du beide Füße fest auf den Boden und hältst Dich mit den Händen am Sitz fest. Nun drückst Du mit den Füßen auf den Boden und versuchst gleichzeitig, den Sitz hochzuziehen. Nach fünf Sekunden entspannst Du Dich und wiederholst die Übung zwei bis drei mal.

Palming beruhigt ebenfalls. Dabei verschließt Du Deine Augen mit den Handflächen, ohne dabei die Augen zu berühren. Gleichzeitig visualisierst Du eine entspannte Szene, etwa einen Palmenstrand mit Wellen.

2. Autogenes Training

Autogenes Training ist eine Technik von Entspannung, die irgendwo zwischen Meditation und Selbst-Hypnose angesiedelt ist. Sie eignet sich auch für Kinder. Alerdings ist die Methode etwas ausgefeilt. Du lässt Dich darin besser von einem Experten unterrichten.

3. Hypnose

Wie bei Homöopathie, so gibt es für die Wirksamkeit von Hypnose keinen wissenschaftlichen Beweis. Du kannst aber viele Berichte im Internet finden, die von positiven Erfahrungen erzählen. Mein Urteil: Es ist einen Versuch wert. Du kannst Dir auch einfach eine App mit Anleitung zur Selbst-Hypnose auf Dein Smartphone herunterladen und damit üben.

4. Meditation

Meditation ist ein Sammelbegriff für Techniken, die sich mit bewusster Wahrnehmung beschäftigen. Sie reicht vom einfachen Beobachten des Atmens bei Vipassana-Meditation bis zum Visualisieren komplexer Bilder mit gleichzeitigen Bewegungen, zum Beispiel beim tibetanischen Tantrismus. Für geführte Meditationen bei Angststörungen und Prüfungsangst gibt es mittlerweile zahlreiche Apps für Smartphones und Tablets.

5. Akupunktur

Die Nadeltechnik der traditionellen chinesischen Medizin kann ebenfalls helfen bei Prüfungsangst. 2016 haben deutsche, chinesische und kanadische Wissenschaftler eine Studie (15) veröffentlicht, die sich mit aurikulärer Akupunktur befasst. Das ist Akupunktur, die sich auf das Ohr beschränkt. Demnach wirkten die Nadeln im Ohr besser als Placebos.

Fazit: Prüfungsangst wieder verlernen

Obwohl manche Menschen mehr zu Angst neigen als andere: Prüfungsangst ist zum größten Teil ein erlerntes Verhalten, bei dem verschiedene Faktoren zusammenspielen, unter anderem schlechte Erfahrungen, Ungewissheit und die Angst, zu versagen und andere Menschen zu enttäuschen.

Meist tritt Prüfungsangst bereits in der Kindheit auf und kann weitere psychische Erkrankungen nach sich ziehen. In schweren Fällen empfiehlt sich bei Prüfungsangst eine Psychotherapie, bei der die Ursachen der Angst erforscht werden. Bei leichteren Fällen helfen Übungen aller Art, um zu entspannen.

Pflanzliche Mittel wie Homöopathie und Kamille können auch Kinder einnehmen, um sich vor Prüfungen zu beruhigen. Schwere Geschütze wie Benzodiazepine und Betablocker können Erwachsene helfen, Angst vor Prüfungen und öffentlichen Auftritten zu überwinden.

Quellenverzeichnis:


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1 Kommentar
Dennis sagt

Zunächst mal vielen dank für diesen Beitrag. Er ist sehr ausführlich und komplex und wird dem Thema meines Erachtens nach sehr gut gerecht! Dennoch möchte ich gerne einen wichtigen Aspekt ergänzen, sofern ich darf.

Und zwar geht es meiner Erfahrung nach auch sehr zentral darum, die Prüfungsangst – sofern sie noch keine Blackouts evoziert – im allerersten Schritt als etwas Positives anzusehen. Denn: Neurologische Studien haben bewiesen, dass das menschliche Gehirn im Zustand der Prüfungsangst in eine Art “Notfallmodus” schaltet. Heißt: Ähnlich wie in der Steinzeit bei einer aufkommenden Bedrohung (bspw. wildes Tier) werden nun alle Kapazitäten freigesetzt und auf die Bedrohung (in unserem Fall die Prüfung) gerichtet, um damit fertig zu werden.

Konkret konnte bewiesen werden, dass ein Körpergefühl der gesteigerten Nervosität, was von vielen als Prüfungsangst beschrieben wird, für eine deutlich höhere Konzentrationsfähigkeit sorgt. Auch kann wegen des Tunnels auf die Prüfung das Gelernte deutlich besser abgerufen werden als bei Prüfungsteilnehmern, die völlig emotionslos in der Prüfung sitzen. Kurzum: Wer gut vorbereitet ist, der kann die Prüfungsangst als angenehmen Begleiter wahrnehmen. Oftmals verändert alleine diese Konnotation von “Prüfungsangst = etwas Negatives” zu “Prüfungsangst = eine Hilfe” sehr vieles.

Bei wem die Angst zu lähmend ist und mit negativen Begleiterscheinungen (schlimmstenfalls Blackouts) zu rechnen ist, für den greifen zudem viele kleine Tipps und Tricks (bspw. Atemübungen), mit denen der Zustand sofort in der Situation etwas aufgelockert werden kann. Solche Tipps habe ich in einem eigenen Blogbeitrag ebenfalls gesammelt: ausbilderschein24.de/ausbildereignungspruefung-pruefungsangst/

Das soll diesen sehr gelungenen Beitrag hier aber in keiner Weise schmälern! Im Gegenteil! Ich wollte ihn lediglich um diesen in meinen Augen sehr wichtigen Punkt erweitern. 🙂

Viele Grüße

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