Psychotherapie: Wie den [richtigen] Psychotherapeuten finden?
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So findest Du möglichst schnell einen guten und für Dich passenden Psychotherapeuten

Viele Therapeuten haben gar keine freien Plätze oder nur eine mehrmonatige Warteliste. Außerdem sind Psychotherapeuten telefonisch sehr schwer erreichbar - meist nur einmal oder zweimal in der Woche zu festgelegten Sprechzeiten. Deswegen ist es wichtig, bei der Suche systematisch vorzugehen.

In diesem Artikel beschreibe ich eine (von mir persönlich) erprobte Schritt-für-Schritt-Anleitung, um möglichst schnell und effektiv einen Psychotherapeuten mit Kassenzulassung zu finden: und zwar nicht irgendeinen, sondern hoffentlich auch einen, bei dem sich der Patien gut aufgehoben fühlt.

Ich mache selbst mittlerweile die zweite Psychotherapie (zuerst Kognitive Verhaltenstherapie vor einigen Jahren, momentan Psychoanalyse), kenne also die Hürden, die auf einen zukommen, nur allzugut.

Das fängt damit an, sich für eine Therapieform zu entscheiden, und geht weiter mit der Suche nach freien Therapieplätzen und endet schließlich damit, sich für einen Therapeuten entscheiden zu müssen.

Ohne systematische Vorgehensweise verliert man bei den vielen Therpeuten, Telefonaten, Sprechstunden und Terminen sehr leicht den Überblick. Oftmals geben die Leute dann sogar frustiert auf und stellen die Suche nach einem Therapeuten komplett ein.

Deswegen habe ich einen Schritt-für-Schritt-Plan erstellt, der die Suche erleichtern soll. Der Plan kann aber auch für Menschen nützlich sein, die für ihren Partner, einen Freund oder einen Bekannten einen Therapieplatz suchen, wenn der Betroffene dies möchte. Denn oftmals sind psychisch erkrankte Menschen dazu ja gar nicht in der Lage.

Hier eine Kurzzusammenfassung der 8 Schritte, die ich im Folgenden detailliert erläutern werde. 

  • 1. Schritt: Entscheide Dich für eine Therapieform: Kognitive Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologie oder Psychoanalse
  • 2. Schritt: Suche alle Therapeuten in deiner Nähe, welche deine Wunsch-Therapieform anbieten.
  • 3. Schritt: Erstelle eine Liste aller Psychotherapeuten, die für Dich in Frage kommen.
  • 4. Schritt: Erstelle Dir einen Wochenplan, in dem Du die Sprechstunden einträgst für in Frage kommenden Therapeuten, damit für jeden Tag genau weißt, zu welcher Zeit Du den Therapeuten erreichen kannst, um einen Termin auszumachen.
  • 5. Schritt: Rufe die Psychotherapeuten in ihren Sprechstunden an, indem Du dich gezielt an den Wochenplan hältst und Dir am besten eine Erinnerung im Handy stellst, um den Termin nicht zu verpassen. Oft musst du dann nämliche eine ganze Woche auf die nächste Sprechstunde warten.
  • 6. Schritt: Mache Termine für probatorische Sitzungen aus und achte darauf, parallel maximal zwei Therapeuten auszuprobieren.
  • 7. Schritt: Notiere Dir den Eindruck und dein Gefühl nach den probatorischen Terminen, also was Dir am Therapeuten gefällt und wobei Du vielleicht Bedenken hast. Dies hilft Dir bei deiner anstehenden Entscheidung im 8. Schritt.
  • 8. Schritt: Entscheide Dich für einen Therapeuten, mit dem du die Therapie komplett durchführen wirst. Lass Dir Zeit, denn Du kannst bei unterschiedlichen Therapeuten jeweils bis zu 5 probatorische Sitzungen machen, bevor Du dich entscheiden musst. Du kannst Dir dazu deine Notizen anschauen, solltest aber auch auf dein Bauchgefühl hören. Auch ein Gespräch mit jemandem Vertrauten über die Therapeuten kann einem mehr Klarheit verschaffen.

Die 8 Schritte werde ich weiter unten im Detail erläutern.

Beachte: je eher man startet, desto schneller kann man die Therapie mit dem Wunschtherapeuten in Angriff nehmen. Und desto früher kann man von der Psychotherapie profitieren und sich besser fühlen.

Diese 2 Boni helfen Dir bei der Durchführung der 8-Schritte

1. Bonus: Dateivorlagen zum Download - fürs einfachere Durchführen der Schritte

2. Bonus: Direkte Links zur Psychotherapeutensuche der jeweiligen Bundesländer - denn nur diese sind vollständig

Psychotherapie auf Rezept

Man kann über das Deutsche Gesundheitssystem sagen was man will - aber in einem haben wir Deutschen Glück: In keinem anderen Land ist es so einfach, eine von der Krankenkasse bezahlte Psychotherapie (genehmigt und bezahlt) zu bekommen. Das sollten wir - natürlich nur falls erforderlich - unbedingt auch ausnutzen, falls wir unter psychischen Problem jeglicher Art leiden.

Doch auch wenn der Psychotherapie-Antrag (das erledigt der Psychotherapeut für Dich nach den probatorischen Sitzungen) in aller Regel ohne Probleme bewilligt wird, so muss man dennoch erstmal die erste Hürde nehmen und einen Termin beim Psychotherapeuten bekommen. Genau das ist das Anliegen meines Artikels.

1. Schritt: die passende Psychotherapie-Form finden

In Deutschland gibt es (momentan) 3 unterschiedliche Therapieformen, die von der Kasse bezahlt werden:

  1. Kognitive Verhaltenstherapie
  2. Tiefenpsychologisch fundierte Therapie
  3. Analytische Psychotherapie

Von meiner eigenen Psychotherapeutin (ich selbst mache eine Analytische Therapie) habe ich erfahren, dass man – sprich die Krankenkassen – zurzeit überlegt, auch die Systemische Therapie für die Kasse zuzulassen. Unter anderem auch deshalb, weil die derzeitigen Therapeuten einfach nicht ausreichen, so dass es regelmäßig zu langen Wartezeiten kommt.

Es ist so, dass jeder Psychotherapeut im Allgemeinen nur eine Ausbildung für eine bestimmte Therapieform hat. So ist der eine ein kognitiver Verhaltenstherapeut, eine andere ist eine Analytische Psychotherapeutin und ein weiterer ist ein tiefenpsychologisch arbeitender Therapeut. Einige wenige Therapeuten haben die Ausbildung zu mehreren Therapieformen gemacht.

Das liegt einfach daran, dass die Psychotherapeuten nach dem Studium der Psychologie noch eine langjährige Ausbildung zum Therapeuten machen müssen, die dazu auch noch sehr teuer ist. Neben Psychologen können aber auch Ärzte – in der Regel sind das Psychiater – eine Ausbildung zum Psychotherapeuten machen.

Übrigens: eine Ausbildung in einer der o.g. Therapieformen bedeutet im Übrigen noch nicht, dass solche Therapeuten auch eine Kassenzulassung haben, also über die Krankenkasse abrechnen können. Diese müssen die Therapeuten nochmals separat beantragen.

Die Therapieformen unterscheiden sich außerdem in der Länge, sprich also in der Anzahl der Stunden, die man von der Krankenkasse bezahlt bekommt. Die Verhaltenstherapie ist hierbei die kürzeste, danach kommt die Tiefenpsychologische Therapie. Die Analytische Therapie ist mit Abstand die längste und auch intensivste.

Bei der Analytischen Therapie sitzt (oder liegt) man bis zu dreimal in der Woche „auf der Couch“ (=dreistündig) – allerdings erst dann, wenn man für eine so intensive Arbeit an sich selbst schon „reif“ ist. Die Anfangsphase ist in der Regel einstündig, dann kann man auf zweistündig und schließlich auf dreistündig erhöhen.

Kommen wir jetzt aber mal zu den einzelnen Therapieformen:

Die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT)

In der Verhaltenstherapie stehen – wie der Name bereits sagt – unsere Verhaltensweisen im Fokus der Therapie.

Folgende Fragen stehen im Vordergrund:

  • Welche Verhaltensweisen legen wir an den Tag?
  • Welche Verhaltensweisen erweisen sich (heute noch) als nützlich.
  • Welche Verhaltensweisen sind für uns eher schädlich?
  • Wie können wir alte schlechte Gewohnheiten ablegen?
  • Wie können wir neues Verhalten erlernen, das uns gut tut?

Es geht also darum,

  • seine eigenen Verhaltensweisen kennenzulernen,
  • zu beurteilen, welches Verhalten eher gut und welches eher schädlich für uns ist,
  • um dann im nächsten Schritt zu lernen, wie man schädliche Gewohnheiten ablegt und durch ein Verhalten ersetzt, das einem gut tut.

Die Analytische Psychotherapie

Die Analytische Psychotherapie geht auf die Psychoanalyse nach Sigmund Freund zurück. Im Gegensatz zur Verhaltenstherapie geht es hier nicht nur um das Verhalten, sondern auch um die folgenden Aspekte und Fragestellungen:

  • Erleben: wie erlebt man bestimmte Situationen? Welche Gefühle werden hierbei hervorgerufen? Und woher kommen diese Gefühle?
  • Bewerten: unser Gehirn kann eigentlich gar nicht anders, als jede Situation in irgendeiner Weise zu bewerten. Ist eine bestimmte Situation (oder auch ein bestimmter Mensch) gefährlich? Finde ich etwas gut oder schlecht? Möchte ich das (nochmals) machen oder besser (in Zukunft) vermeiden?
  • Denken: wie denke ich über gewisse Dinge – mit meinem rationalen Verstand? Wie stehen meine Gedanken, die ich habe, im Verhältnis zu meinem Erleben und meinen Bewertungen bzw. Wertvorstellungen.

In der Analytischen Psychotherapie wird also viel mehr mit der Persönlichkeit und dem Unterbewusstsein gearbeitet. Dies beansprucht natürlich viel mehr Zeit, die in einer Verhaltenstherapie mit deutlich weniger Stunden gar nicht möglich wäre.

Die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP)

Die tiefenpsychologische Therapie bedient sich zum Teil den gleichen Prinzipien wie die Psychoanalyse, ist aber zielgerichteter. Das bedeutet, man kommt immer wieder auf die Zielstellungen zurück, die man sich gesetzt hat. Im Vergleich hierzu ist die Psychoanalyse offener und freier.

Für welche Therapieform sollte ich mich jetzt entscheiden?

Folgende Anhaltspunkte sollen dir helfen, dich für eine Therapieform zu entscheiden. Falls Du jedoch unsicher bist, dann scheue bitte nicht, Termine mit Psychotherapeuten unterschiedlicher Richtungen auszumachen. Das steht Dir zu, ist absolut kein Problem und vollkommen in Ordnung. Denn nur so bekommst Du ein Gefühl dafür, wie die Zusammenarbeit mit dem Therapeuten aussehen wird.

Hier sind die Kriterien:

  • Möchtest du im Hier und Jetzt arbeiten? Brauchst du konkrete praktische Anweisungen, die du umsetzen kannst? Macht es Dir nichts aus, wenn du regelmäßig Aufgaben zum Umsetzen als Hausaufgaben aufbekommst? Dann könnte die Verhaltenstherapie die richtige Wahl sein.
  • Möchtest Du deine Vergangenheit aufarbeiten? Hast Du schon eine Verhaltenstherapie oder gar eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie hinter Dir? Macht dir dein Unterbewusstsein immer wieder ein Strich durch deine Rechnung? Fällt es Dir schwer, Gewohnheiten abzulegen, obwohl Du weißt, dass Dir diese nicht gut tun? In diesem Falle wäre wahrscheinlich eine Analytische Therapie geeigneter für dich.
  • Du kannst Dich nicht so richtig entscheiden? Dann habe ich folgenden Tipp für Dich: mache einen probatorischen Termin bei einem tiefenpsychologisch arbeitenden Therapeuten aus. Bist Du mit dieser Therapieform zufrieden – perfekt, dann kannst Du bei dieser Therapieform bleiben. Ist Dir die Therapieform zu unkonkret, benötigst Du es praktischer – dann suche Dir einen Verhaltenstherapeuten? Ist Dir die Therapie zu oberflächlich, hast Du das Gefühl, du benötigst mehr Zeit oder es soll mehr in die Tiefe gehen, dann probiere einen Psychoanalytischen Therapeuten.

Bist Du dir immer noch unsicher? Falls Du in psychiatrischer Behandlung bist (also beim Psychiater/Neurologen), dann mache einen Termin mit deinem Psychiater aus und frage ihn um Rat. Es gehört zu seinen Aufgaben, Dich diesbezüglich zu beraten. Er ist nicht nur für (deine) Medikation zuständig.

2. Schritt: Psychotherapeuten in deiner Nähe suchen

Du solltest Dich jetzt also für eine Therapieform entschieden haben.

Bist Du immer noch unschlüssig, dann macht das auch nichts. Wichtig ist es jetzt, dass Du dich dennoch auf die Suche machst. Wähle einfach die Psychotherapeuten aller Richtungen, deren Therapieform für Dich in Frage kommt. Wichtig ist es, die Suche nicht aufzuschieben, nur weil Du Dir noch nicht genau sicher bist, welche Therapieform die richtige ist.

Das ist übrigens ein häufiger Fehler, den viele machen. Man weiß nicht genau, was auf einen zukommt, dann soll man sich auch noch für eine Therapieform entscheiden, obwohl man sich gar nicht vorstellen kann, wie die Therapie im Konkreten aussieht und abläuft. Hier hilft wirklich nur, auszuprobieren und eigene Erfahrungen zu sammeln.

Was viele nicht wissen: Du kannst so viele Psychotherapeuten wie nötig ausprobieren. Ausprobieren heißt hier, dass Du bis zu vier sogenannte probatorische Sitzungen machen kannst. Erst danach musst Du dich entscheiden, ob Du mit diesem Therapeuten die Therapie komplett durchziehen möchtest.

Machen wir uns also auf die Suche.

Wo finde ich eine Liste aller Psychotherapeuten?

Wenn mach nicht weiß, wie, dann kann sich schon die Suche nach in Frage kommenden Psychotherapeuten äußerst schwierig gestalten. Das Problem hierbei ist, dass es keine deutschlandweit gültige Liste aller Psychotherapeuten gibt.

Zwar gibt es einige Suchdienste, bei denen man bundesweit nach Psychotherapeuten suchen kann, z.B.

Das Problem ist hierbei jedoch, dass die meisten Psychotherapeuten in solchen Suchdiensten gar nicht eingetragen sind. Warum auch? Ich kenne keinen Psychotherapeuten, der Probleme hat, neue Patienten zu finden. Deswegen haben viele Psychotherapeuten keine eigene Website und auch sonst keinerlei Webpräsenz.

Stattdessen gibt es für jedes Bundesland eine eigene Liste. Denn die Psychotherapeuten gehören dem zu ihrem Bundesland gehörigen Landesverband der Krankenkassen an. Die Listen aller Psychotherapeuten in einem Bundesland werden also von den kassenärztlichen Vereinigungen der entsprechenden Bundesländer organisiert.

Diese Landesverbände haben jeweils den Überblick über die Psychotherapeuten, die zu Ihnen gehören, und können deswegen eine Liste all ihrer Psychotherapeuten zur Verfügung stellen.

Terminservicestellen

Alternativ zu einer solchen Liste kann man auch die Terminservicestelle des entsprechenden Verbandes anrufen. Der Vorteil: man bekommt relativ einfach und schnell einen Termin, hat also wenig Aufwand. Der Nachteil: im Einzelfall kann es zu einer weiteren Anfahrt kommen, als für dich noch akzeptabel wäre. Außerdem hat man keinerlei Mitspracherecht bei der Auswahl, sprich: man muss nehmen, was kommt. Mein Ratschlag: man kann es versuchen, ob zufällig ein Glückstreffer dabei ist, aber erfolgversprechender ist es, die ganze Suche in die eigene Hand zu nehmen (bzw. sich von einer vertrauten Person dabei unterstützen zu lassen). Außerdem solltest Du unbedingt Termine mit mehreren Psychotherapeuten ausmachen, damit Du den auswählen kannst, bei dem Du dich am besten aufgehoben fühlst.

Ich habe Dir die entsprechenden Links für alle Bundesländer herausgesucht und in folgender Tabelle zusammengefasst:

Bundesland

Link zur Terminservicestelle

Link zur Therapeutensuche

Baden-Württemberg

Bayern

Berlin

Brandenburg

Bremen

Hamburg

Hessen

Mecklenburg-Vorpommern

Niedersachsen

Nordrhein-Westfalen (Nordrhein)

Nordhrein-Westfalen (Lippe)

Rheinland-Pfalz

Saarland

Sachsen

Sachsen-Anhalt

Schleswig-Holstein

Thüringen

Potsdam

Für Mobile Nutzer: die Bundesarztsuche

Für mobile Nutzer gibt es auch die Möglichkeit, über die App Bundesarztsuche nach Psychotherapeuten zu suchen. Nach meiner Recherche scheint die Datenbank der Bundesarztsuche ziemlich vollständig zu sein.

>>Zum Download für Apple User<<

>>Zum Download für Android User<<

3. Schritt: Eine Liste der in Frage kommenden Psychotherapeuten erstellen

Du hast jetzt also eine Liste aller Psychotherapeuten in Deinem Bundesland bzw. den Link zu der entsprechenden Suchfunktion. Falls Du an der Grenze zwischen mehreren Bundesländer wohnst, könnte es auch Sinn machen, mit mehreren Listen zu arbeiten.

Die meisten Listen haben eine Suchfunktion, so dass Du alle Psychotherapeuten in einem bestimmten Umkreis von deinem Wohnort herausfiltern kannst. Meistens kannst Du auch nach der Therapieform filtern: also Verhaltenstherapie, Analytische Psychotherapie oder Tiefenpsychologie.

Ich rate Dir, den Umkreis so zu wählen, dass Du mindestens 25 Treffer erhältst. Diese 25 Psychotherapeuten kommen für Dich in Frage. Deine Aufgabe in den nächsten ein bis zwei Wochen wird es sein, diese 25 Psychotherapeuten systematisch abzutelefonieren.

Um Dir hierbei zu helfen, habe ich die folgende Excel-Tabelle (Sheet 1.Kontaktliste) erstellt, in die Du die 25 Therapeuten eintragen kannst.

Die Kontaktliste aller Therapeuten in der Nähe - als Word oder PDF-Variante

Die Tabelle enthält die folgenden Spalten:

  • Therapieform des Psychotherapeuten (PT)
  • Name des PT
  • Adresse des PT
  • Telefonnummer des PT
  • Telefonische Sprechzeiten
  • Datum Erstkontakt: wann hast Du das erste Mal versucht, den Therapeuten zu erreichen
  • Datum Zweitkontakt: wann hast Du das zweite Mal versucht, den Therapeuten zu erreichen
  • Status:
  • Noch nicht kontaktiert
  • Einmal versucht
  • Zweimal versucht
  • Absage erhalten: der Psychotherapeut hat in absehbarer Zukunft keinen Termin frei
  • Auf Wunschliste: der Therapeut hat momentan keine freien Plätze, hat Dich aber auf die Warteliste mit aufgenommen
  • Zusage erhalten: du hast einen Termin für ein Erstgespräch bekommen

Die Excel-Version der Kontaktliste aller Therapeuten in der Nähe

4. Schritt: Die telefonischen Sprechstunden in einem Wochenkalender eintragen

Zusätzlich macht es Sinn, die Telefonsprechzeiten der Therapeuten in einer separaten Tabelle – geordnet nach Tag und Zeit - zu notieren. So hast Du für jeden Tag einen guten Überblick, wann Du welche Therapeuten erreichen kannst. Wie das aussehen kann, zeigt Dir der folgende Screenshot:

Der Wochenkalendar als mit den Sprechstunden der Therapeuten: als Word- oder PDF-Variante

Der Wochenkalendar mit den Sprechstunden der einzelnen Therapeuten als Excel-Tabelle

Die Tabelle findest Du in der Excel-Datei in dem Sheet mit dem Namen "2. Sprechstunden." Die Nummern sind die Nummern der Psychotherapeuten aus der Liste 1. Natürlich kannst Du zusätzlich auch noch den Namen oder die Rufnummer mit in diese Tabelle eintragen.

Dies ist dann quasi deine persönliche TODO-List für den Tag. Am besten stellst Du Dir zu den Zeiten, für welche Du Einträge hast, deinen (Handy-)Wecker, damit Du den Zeitpunkt nicht verpasst. Dies ist ganz wichtig, denn viele Therapeuten habe nur einmal die Woche eine Sprechstunde. Verpasst Du diesen Zeitraum – was sehr leicht passieren kann – musst Du wieder eine komplette Woche warten, bis Du eine Chance hast, den Therapeuten zu erreichen. Verlasse Dich besser nicht darauf, dass der Therapeut den Anrufbeantworter abhört und die Leute zurückruft. Denn oftmals ist man ja auch selbst nicht erreichbar. Deine Chancen sind um ein Vielfaches höher, wenn Du den Therapeuten in seiner telefonischen Sprechstunde erwischst. Dann kannst Du auch gleich kurz erzählen, worum es geht und bekommst schonmal einen allerersten Eindruck von dem Therapeuten.

5. Schritt: die Therapeuten in Ihren Sprechstunden anrufen

Hier kannst Du Deine Eindrücke der einzelnen Sitzungen festhalten (Word/PDF)

Jetzt hast Du also einen Plan, in dem Du siehst, an welchem Tag und zu welcher Uhrzeit Du die in Frage kommenden Psychotherapeuten kontaktieren kannst. Jetzt geht es darum, die Suche nach freien Therapieplätzen zu starten.

Wie gesagt: am besten Du stellst Dir jeden Tag Morgen oder noch besser am Vorabend Erinnerungen in deinem Handy, damit Du die Sprechzeiten nicht verpasst. Am besten rufst Du auch gleich am Anfang oder sogar ein paar Minuten vor Beginn der Sprechstunde an. Sei hier ruhig hartnäckig und scheue nicht, mehrmals hintereinander anzurufen, wenn keiner abnimmt oder wenn sich nur der Telefonanrufbeantworter meldet. Falls der AB drangeht, kann es gut sein, dass die Therapeutin schon telefoniert. Während der Sprechstunde solltest Du da auch nicht draufsprechen, erst wenn die Sprechstunde vorbei ist und Du tatsächlich nicht durchgekommen bist.

Falls Du durchkommst, dann stelle Dich kurz vor und sage, dass Du dringend auf der Suche nach einem Psychotherapeuten bist. Und dass du froh bist, durchgekommen zu sein, da sich die Suche so schwierig gestaltet.

Am besten beschreibst Du kurz, wie deine Symptomatik ist und gegebennfalls welche Diagnose Du bereits hast, ob du an Depressionen, Angstzuständen, Panikattacken oder sonstigem leidest.

Welche Medikamente du nimmst, z.B. Antidepressiva wie Escitalopram oder Angstlöser wie Tavor (mehr Infos zu Tavor hier: www.meinwegausderangst.de/tavor-tabletten-expidet), spielt hier noch keine Rolle. Das frägt Dich der Therapeut wahrscheinlich in der ersten Sitzung.

Du brauchst Dir ansonsten keine Liste an Dingen zu machen, die Du sagen möchtest. Ein guter Therapeut sollte Dich schon kurz fragen, worum es geht etc. In diesem Gespräch bekommst Du schonmal einen ersten Eindruck des Therapeuten. Höre auf dein Bauchgefühl und notiere, wie Du den Therapeuten am Telefon gefunden hast. An welche Dinge kannst Du dich erinnern? Was hat Dir gefallen, was nicht? Fandest Du den Therapeuten nett, verständnisvoll, sympathisch etc.?

Das alles trägst du in die 3. Tabelle ein. In diese Tabelle kommen alle Therapeuten, die Du telefonisch erreichen konntest und Dir keine Absage erteilt haben. Sprich bei den Psychotherapeuten, bei denen Du einen Termin bekommen hast oder bei denen Du zumindest auf die Warteliste gekommen bist.

Inerhalb von etwa zwei Wochen solltest Du die ersten Termine ausgemacht haben. Es ist auch wichtig, sich von den vielen Anrufbeantwortern und Absagen nicht entmutigen zu lassen. Deine Fleißarbeit wird auf jeden Fall belohnt.

Auch hier kannst Du natürlich alternativ die Excel-Variante verwenden.

6. Schritt: Termine mit dem Therapeuten ausmachen

Im Idealfall bekommst Du bei einem Telefongespräch einen Termin angeboten, den Du ebenfalls in der Tabelle 3 notieren kannst.

Wichtig: versuche, die Termine so zu legen, dass Du in der gleichen Zeit bzw. innerhalb einer Woche höchstens zwei (allerhöchstens drei) probatorische Sitzungen hast. Sonst wird das zu viel. Es kann sein, dass der Psychotherapeut gerade einen Termin frei hat, den er dann auch unbedingt besetzen will. D.h. er wird dann nicht sagen, zwei Wochen später geht auch noch, denn dann hätte er zwei Wochen, in denen er keinen Termin hat und in dieser freien Stunde nichts verdient. Dann musst Du aus dem Bauch heraus entscheiden, ob Du den Termin noch annimmst oder ob dir der Termin zu viel wird, wenn Du in dieser Woche schon andere Termine hast.

Dass du einem Psychotherapeuten absagen musst, weil DU schon zu viele Therapeuten hast, wird aber die Ausnahme sein und Du brauchst Dir – bis es soweit sein sollte – auch keine weiteren Gedanken hierzu zu machen.

7. Schritt: Eindrücke notieren nach einem Termin

Falls Du bei einem probatorischen Termin gewesen bist, mache Dir am besten ein paar Notizen:

  • Wie ist das Gespräch verlaufen?
  • Fühltest Du dich verstanden?
  • Findest Du den Therapeuten sympathisch?
  • Wie lange war die Anfahrt?

Diese Notizen kannst Du ebenfalls in den dritten Sheet (3. Therapeuten-Eindruck) eintragen. Das könnte Dir später dabei helfen, wenn Du dich für einen Therapeuten entscheiden musst.

8. Schritt: Entscheide Dich für einen Therapeuten

Du hast in der Zwischenzeit einige probatorische Sitzungen mit unterschiedlichen Therapeuten hinter Dir? Prima: dann liegt es jetzt an Dir, dich für einen Therapeuten zu entscheiden, mit dem Du die langfristige Therapie machen möchtest.

Bestimmt haben dich die Therapeuten in der Zwischenzeit auch aufgeklärt, was es genau mit den probatorischen Sitzungen auf sich hat, wie lange die Therapie geht (also Anzahl der Stunden), wie das mit dem Antrag bei der Krankenkasse geht usw.

Und du solltest einen Eindruck über die jeweiligen Therapeuten gewonnen haben. In vielen Fällen kristallisiert sich auch ein eindeutiger Favorit heraus, so dass es Dir leicht fallen wird, Dich für einen Therapeuten zu entscheiden.

Falls nicht, musst Du vielleicht einfach noch ein paar Tage darüber schlafen. Du kannst Dir auch nochmals die Notizen, die Du nach den jeweiligen Sitzungen gemacht hast, anschauen. Versuche jedoch nicht, das Ganze zu „überanalysieren“. Das hilft im Allgemeinen nicht weiter. Du kannst auch mit einer Dir vertrauten Person über die Therapeuten sprechen und wie Du sie gefunden hast. In einem Gespräch mit anderen Leuten bekommt man oftmals noch eine neue Sicht auf bestimmte Dinge und manche Aspekte werden einem klarer.

Ich wünsche Dir Viel Durchhaltevermögen und dass Du einen guten Therapeuten findest, bei Dem du dich gut aufgehoben fühlst.


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