11 pflanzliche Schlafmittel: rezeptfrei und dennoch [stark]
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Eine Alternative zu rezeptfreien Schlaftabletten: 11 natürliche und pflanzliche Schlafmittel

Gut schlafen ist für viele Deutsche ein Wunschtraum. Schlafstörungen suchen viele Erwachsene und auch Kinder mehr oder weniger regelmäßig heim.

Deshalb sind rezeptfreie Schlaftabletten und pflanzliche Schlafmittel in fast jeder Hausapotheke zu finden. Doch frei von Nebenwirkungen sind sie nicht, obwohl Du sie in jeder Apotheke und vielen Drogerien ohne Rezept bekommst.

Informiere Dich hier umfassend, welche natürlichen Schlafmittel nachgewiesenermaßen am besten wirken. Du erfährst nicht nur, was die Wissenschaft sagt, sondern ich teile auch meine ganz persönlichen Erfahrungen mit Dir.

Schlaflosigkeit: Ein weltweites Problem

Fast jeder ist mal von Schlafproblemen betroffen. Doch die Anzahl der Menschen, die regelmäßig an Schlafstörungen leiden, steigt immer mehr an.

Im Jahr 2013 veröffentlichte das Robert-Koch-Institut einen Bericht über Schlafprobleme deutscher Erwachsener (1). Demnach berichtete jeder dritte Befragte über Schlafstörungen in den vergangenen vier Wochen. Neben Schlaflosigkeit haben Betroffene häufig Schwierigkeiten beim Einschlafen und Durchschlafprobleme.

Die Zahlen des deutschen Berichts stimmen mit den Erkenntnissen einer internationalen Studie aus dem Jahr 2008 überein (2). Demnach leiden in Westeuropa 31 Prozent der Bevölkerung unter Schlafstörungen. In den USA sind es sogar 56 Prozent, während bei den Japanern nur 23 Prozent über Schlafprobleme berichten. Als Problem bezeichnen die Wissenschaftler, dass rund die Hälfte aller Personen mit Schlafproblemen keine ärztliche Hilfe sucht.

Schlafprobleme bei Kindern

Auch Kinder plagen Einschlafprobleme. Statistiken über Schlafprobleme bei deutschen Kindern fehlen bisher.

Allerdings hat eine Studie mit 1125 Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 20 Jahren aus England, Frankreich, Deutschland und Italien gezeigt, dass jeder Vierte Symptome von Schlaflosigkeit zeigte (3). Stattliche 4 Prozent erfüllten die Kriterien für eine ernste Schlafstörung.

Eine im Jahr 2000 veröffentlichte US-amerikanische Studie zeigte, dass von rund 500 befragten Grundschulkindern jedes dritte Kind Schlafprobleme hatte (4). Die Lage in Deutschland dürfte ähnlich aussehen, auch wenn offizielle Zahlen nicht zu bekommen sind.

Einschlaf- und Durchschlafprobleme bei Kindern in Deutschland sind so häufig, dass sich einige der rund 300 Schlaflabore hierzulande auf Kinder spezialisiert haben. Wenn Dein Kind unter Schlafstörungen leidet, empfiehlt sich zunächst ein Besuch beim Kinderarzt.

Schlafstörungen: Ursachen im Überblick

Bei den Ursachen für Schlaflosigkeit stehen Depressionen und Angstzustände an erster Stelle (5).

Allgemeine Gesundheitsprobleme, zum Beispiel chronische Rückenschmerzen und andere chronische Schmerzen, sind ebenfalls häufig mit Schlafproblemen verbunden (6) (7).

Schlafapnoe ist ebenfalls eine weit verbreitete Ursache, die Betroffenen Durchschlafprobleme bereitet (8). Der Begriff Schlafapnoe kann mit Atemstillstand im Schlaf übersetzt werden. Die Atemwege sind so verengt, dass die Atmung im Schlaf manchmal vollständig aussetzt.

Außerdem leidet jede vierte Frau vor und während der Menopause an so starken Schlafstörungen, dass Müdigkeit den Alltag beeinträchtigt (9).

Besser einschlafen mit Rotwein?

Manche Menschen halten Rotwein für ein natürliches Schlafmittel. Tatsächlich hilft ein Glas Rotwein oder Bier beim Einschlafen.

Doch Alkohol wirkt sich ungünstig auf die Schlafqualität aus (57). Unter anderem verringert Alkohol die Herstellung von Melatonin (58) und bringt so die innere biologische Uhr durcheinander, die zirkadiane Rhythmik. Außerdem muss der Körper den Alkohol verarbeiten. Das führt zu häufigem Aufwachen später in der Nacht (59).

Deshalb ist Rotwein kein geeignetes Mittel gegen Schlafstörungen.

Doch Alkohol wirkt sich ungünstig auf die Schlafqualität aus (57). Unter anderem verringert Alkohol die Herstellung von Melatonin (58) und bringt so die innere biologische Uhr durcheinander, die zirkadiane Rhythmik. Außerdem muss der Körper den Alkohol verarbeiten. Das führt zu häufigem Aufwachen später in der Nacht (59).

Deshalb ist Rotwein kein geeignetes Mittel gegen Schlafstörungen.

Natürliche Schlafmittel unter der Lupe

Pflanzliche Schlafmittel und Schlaftabletten mit natürlichen Substanzen haben weniger Nebenwirkungen als chemische Medikamente zum Einschlafen. Du kannst sie ohne Rezept in einer Versandapotheke bestellen oder in jeder Apotheke kaufen.

Rezeptfrei bedeutet jedoch nicht, dass Schlaftabletten ungefährlich sind. Zum Beispiel erhöht Vivinox stark, ein beliebtes rezeptfreies Schlafmittel mit dem Wirkstoff Diphenhydramin, bei langfristiger Einnahme das Risiko für Demenz (10).

Diphenhydramin gehört zu den rezeptfreien Antihistaminika. Sie wurden bei einem Test der Stiftung Warentest über Schlafmittel Testsieger. Die generelle Empfehlung lautet, Antihistaminika aller Art wie Vivinox sleep oder Vivinox stark maximal zwei Wochen lang einzunehmen.

Doch auch pflanzliche Schlaftabletten können Nebenwirkungen haben.

Deshalb haben wir hier eine Liste der am meisten verbreiteten Schlaftabletten ohne Rezept zusammengestellt und informieren Dich über die Wirkung.

1. Baldrian: Die Wurzel zum Träumen

Die schlaffördernden Wirkstoffe sind in der Wurzel des Baldrian enthalten.

Baldrian gilt als ein sicheres Schlafmittel, das sogar die Qualität des Schlafs verbessert. Das ist das Ergebnis einer 2006 veröffentlichten Metastudie, die 16 Studien unter die Lupe genommen hat (11). Allerdings bemängelten die Wissenschaftler die Qualität der vorhandenen Studien und fanden einige Studien voreingenommen.

Baldrian landete bei der Stiftung Warentest auf Platz 2.

Wie genau die Baldrianwurzel Schlaflosigkeit entgegenwirkt, ist bisher nicht bekannt. Forscher gehen davon aus, dass ein Zusammenwirken verschiedener pflanzlicher Wirkstoffe den Schlaf fördert (12). Baldrian scheint den Abbau des beruhigenden Botenstoffs GABA im Gehirn zu hemmen. Darüber hinaus scheint ein Pflanzenwirkstoff mit den Rezeptoren im Gehirn zu binden, an denen auch Benzodiazepine andocken.

Auf jeden Fall ist Baldrian ein starkes Schlafmittel, das bei den meisten Menschen auf natürliche Weise gegen Schlafstörungen wirkt.

Allerdings eignet sich Baldrian nicht für jeden. Menschen mit Leberkrankheiten oder schlechten Leberwerten sollten auf Baldrian verzichten (13).

Auch schwangere Frauen sollten Baldrian nicht einnehmen. Ein Tierversuch hat gezeigt, dass Baldrian Zink im ungeborenen Gehirn verringert und so Wachstumsprobleme verursachen kann (14).

Die Wirkung von Baldrian auf Kleinkinder ist bisher nicht erforscht (15).

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Baldrian nicht bei jedem Menschen den gewünschten Effekt hat. Auf mich wirkt Baldrian wie ein Aufputschmittel, das mich nicht schlafen lässt.

2. Melatonin: Der Stoff der Zirbeldrüse

Sauerkirschen, besonders die Sorte Montmorency, sind eine natürliche Quelle für Melatonin.

Bei Melatonin handelt es sich um einen Botenstoff, den die Zirbeldrüse aus dem Neutrotransmitter Serotonin herstellt.

Das Hormon Melatonin regelt die zirkadiane Rhythmik, die innere biologische Uhr (16). Darüber hinaus erfüllt es zahlreiche Funktionen im menschlichen Körper. Unter anderem wirkt es als Antioxidans, ist beteiligt an der Bildung von Knochen und beeinflusst das Immunsystem (17).

Deshalb befindet sich rund 400-mal mehr Melatonin im Verdauungssystem als im Gehirn (18).

Melatonin wird auch das Hormon der Dunkelheit genannt, weil es die Zirbeldrüse in der Nacht produziert. Unbestritten ist die Bedeutung des Hormons für das Einschlafen und die Tatsache, dass es zu den natürlichen Schlafmitteln zählt.

Laut Stiftung Warentest steht der wissenschaftliche Beweis, dass Melatonin als starkes Schlafmittel wirksam ist, noch aus (19).

Ich sehe das allerdings anders. Die Wirksamkeit von Melatonin wurde in einer Metastudie (64) eindeutig nachgewiesen.

Eine Metastudie, die viele unterschiedliche Studien zu einem bestimmten Thema analysiert, ist nämlich immer schwerer zu gewichten als eine einzelne Studie.

Im englischsprachigen Raum spricht man deshalb auch von Cherry-Picking, wenn man gezielt nach einzelnen Studien mit bestimmten Ergebnissen sucht, um eine bestimmte These zu untermauern.

Zudem ist Melatonin einer der wenigen Neurotransmitter, der die Blut-Hirn-Schranke problemlos überwinden kann (20).

Im Jahr 2011 haben spanische Forscher eine Studie veröffentlicht, die sich mit der Einnahme von Melatonin bei Kleinkindern und Neugeborenen befasst (21). Demnach ist das Hormon der Dunkelheit sicher und verbessert den Schlaf von Babys. Schädliche Nebenwirkungen sind bisher nicht bekannt.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass mich Melatonin gut einschlafen lässt. Einschlafprobleme kenne ich nicht, wenn ich Melatoninkapseln einnehme. Auch gegen Durchschlafprobleme hilft dieser Botenstoff bei mir. Diese günstige Wirkung auf den Schlaf konnten mir auch mehrere Freunde und Bekannte bestätigen.

3. 5-HTP: Die Vorstufe von Melatonin

5-HTP kann aus der Afrikanischen Schwarzbohne (griffonia simplicifolia) gewonnen werden.

Die Abkürzung 5-HTP steht für 5-Hydroxytryptophan. Dabei handelt es sich um eine Aminosäure, aus denen der menschliche Körper Serotonin herstellt. 5-HTP ist also eine Vorstufe von Serotonin.

Serotonin wiederum kann die Zirbeldrüse zu Melatonin umbauen, dem Schlafhormon.

Im Gegensatz zu Serotonin kann 5-HTP durch die Blut-Hirn-Schranke in das Gehirn gelangen (22).

Ob 5-HTP als starkes Schlafmittel die gewünschte Wirkung zeigt, hängt aber auch vom Einnahmezeitpunkt ab. Ein 2008 veröffentlichter Tierversuch hat gezeigt, dass der Effekt der Aminosäure von der Zeit der Einnahme abhängt (23). Wird es bei Dunkelheit genommen, verbessert es den Schlaf, während es bei Licht Aktivität zu fördern scheint.

Man sollte allerdings beachten, dass es sich bei der Synthese von Botenstoffe um sehr komplexe Prozesse im Körper handelt.

Folgende Milchmädchenrechnung geht nicht auf: Mehr 5-HTP führt zu mehr Serotonin führt zu mehr Melatonin mit dem Ergebnis, besser zu schlafen. Der Grund sind konkurrierende Enzyme, die an der Synthese der Botenstoffe beteiligt sind. So kann die Einnahme von 5-HTP zwar durchaus mehr Serotonin im Gehirn bewirken. Das kann jedoch auf Kosten der Produktion von Dopamin gehen (24) (25).

Ich finde, dass die unkontrollierte Einnahme von 5-HTP kurzfristig durchaus den Schlaf fördern und die Stimmung verbessern kann. Allerdings rate ich davon ab, diese Aminosäure über längere Zeit hinweg einzunehmen. Der Grund ist das nicht abschätzbare Risiko, das Gleichgewicht verschiedener Botenstoffe durch verstärkte Serotonin- und Melatoninsynthese empfindlich zu stören.

Bei der Einnahme von Melatonin spielen Enzyme keine Rolle, da der Botenstoff bereits vollständig ist. Deshalb halte ich Melatoninkapseln für sicherer als 5-HTP.

4. GABA: Beruhigender Botenstoff

Parmesan-Käse hat einen besonders hohen Gehalt an GABA:

Die Buchstaben GABA bedeuten Gamma-Aminobuttersäure. Dabei handelt es sich um den wichtigsten beruhigenden Botenstoff im zentralen Nervensystem.

GABA wirkt bei Heranwachsenden und Erwachsenen verschieden.

Bei Kindern sorgt dieser Botenstoff dafür, dass sich das Gehirn gut entwickelt.

Bei Erwachsenen dagegen ist GABA für das Gleichgewicht zwischen Wachsamkeit und Ruhe verantwortlich (26).

Hypnotika wie Benzodiazepine und Barbiturate wirken an GABA-Rezeptoren im Gehirn.

Sicher ist, dass auch GABA selbst schlaffördernd wirkt (27).

Eine Metastudie aus dem Jahr 2015 räumt zwar ein, dass GABA einen beruhigenden Effekt auszuüben scheint (28). Die Forscher kritisieren jedoch, dass zahlreiche Studien nicht objektiv durchgeführt wurden. Außerdem ist ihrer Ansicht nach noch nicht einmal erwiesen, dass GABA in Kapseln tatsächlich die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann.

Im Gegensatz dazu stellt eine 2018 veröffentlichte Studie mit 40 Teilnehmern fest, dass GABA den Schlaf durchaus fördert und  auf Schlafstörungen so gut wie starke verschreibungspflichtige Medikamente wirkt – und das ohne Rezept (29).

Nebeneffekte von GABA sind bisher nicht bekannt. Das bedeutet jedoch nicht, dass sie nicht vorkommen können.

Ob GABA auch bei Dir als Nahrungsergänzungsmittel und natürliches Schlafmittel tatsächlich wirkt, testest Du am besten selbst aus.

5. CBD Öl: Die Macht der Cannabinoide

Cannabidiol wird aus der Hanfpflanze gewonnen, enthält aber kein THC und wirkt somit nicht berauschend.

CBD Öl wirkt im gesamten Körper durch das Endocannabinoid-System (30). Dieses komplizierte Netzwerk der Nerven beeinflusst zahlreiche Prozesse, darunter auch das Schlafverhalten.

CBD hat viele positive Auswirkungen auf die Gesundheit, unter anderem hemmt es Entzündungen sehr gut (31).

Im Gehirn und in anderen Nervenzellen hat CBD den Effekt, dass Anandamid länger aktiv bleibt. Der Name dieser körpereigenen Substanz kommt vom Sanskrit. In dieser uralten Sprache bedeutet Ananda Glückseligkeit. CBD hindert das Enzym Fettsäureamidhydrolase daran, das Anandamid zu beseitigen.

Außerdem verbinden sich Cannabidiole mit Transportproteinen, die Anandamid aus dem synaptischen Spalt herausbefördern. Der synaptische Spalt ist der Punkt, an dem Nervenzellen miteinander kommunizieren. Diese Wirkung von CBD Öl scheint dafür verantwortlich zu sein, dass es Angstzustände so gut bekämpft (32).

Außerdem wirkt CBD auf den Signalweg von Serotonin ein (33).

Eine 2019 veröffentlichte, groß angelegte Studie stellt fest, dass CBD bei allen Angstzuständen eine positive Wirkung zu entfalten scheint (34). Die Auswirkung auf Schlafstörungen in dieser Studie waren dagegen nicht so beeindruckend.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass mir CBD Öl bei Panikattacken unglaublich gut geholfen hat. Ich fühlte mich auf einmal wieder ausgeglichen und zuversichtlich. Ich glaube, die umfassende Wirkung von CBD Öl auf die Stimmung, gekoppelt mit weiteren positiven Effekten für die Gesundheit, macht CBD Öl zu einer wertvollen Nahrungsergänzung für jeden Menschen.

Auch als natürliches Schlafmittel kann ich CBD Öl empfehlen. Die Ruhe im Kopf entspannt den ganzen Körper und fördert den Schlaf.

Selbst bei langfristiger Einnahme von CBD Öl sind bisher keine schädigenden Nebenwirkungen bekannt. Das hat sogar die Weltgesundheitsorganisation, genauer das Expertenkomitee für Drogenabhängigkeit, 2018 festgestellt (35).

Schwangere Frauen sollten CBD Öl jedoch vermeiden, weil es die Funktion der Plazenta beeinträchtigen kann (36).

6. Magnesium: Ausgleichender Mineralstoff

Auch für Magnesium gibt es viele natürliche Quellen, z.B. Cashew-Nüsse.

Einer der wichtigsten Mineralstoffe im menschlichen Körper ist Magnesium. Dieses Mineral der Erdkruste aktiviert über 300 Enzyme im Körper, die für den Stoffwechsel und die Kommunikation von Nervenzellen und Muskeln wichtig sind (37).

Das Gehirn kann nur gut funktionieren, wenn es ausreichend mit Magnesium versorgt ist. Ein Mangel an Magnesium gilt als Ursache für Depressionen (38).

Auf der Zellebene ist Magnesium wichtig für die zirkadiane Rhythmik von Pflanzen und Tieren (39). Da erstaunt es nicht, dass Magnesium wie ein starkes Schlafmittel wirkt (40) (41). Gleichzeitig wirkst Du mit Magnesium dem weit verbreiteten Magnesiummangel entgegen.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass Magnesium sehr gut bei Schlafproblemen hilft. Ich nehme den Mineralstoff regelmäßig ein paar Stunden vor meiner üblichen Bettzeit. Das entspannt ungemein und hilft mir in der Regel, gut einzuschlafen und lange durchzuschlafen.

Wenn ich aufgeregt bin, hilft mir die Kombination von Magnesium mit CBD Öl oder mit Melatonin.

7. L-Theanin: Beruhigende Substanz in grünem Tee

L-Theanin ist in grünem Tee enthalten, kann aber auch in Kapselform eingenommen werden.

L-Theanin ist eine ganz besondere Aminosäure. Zum einen dient sie nicht wie andere Aminosäuren als Baustein für Eiweiß. Zum anderen wirkt sie eindeutig beruhigend im Gehirn.

L-Theanin kommt in der Natur in grünem Tee vor.

Offensichtlich fördert diese Aminosäure gesunden Schlaf.

Eine japanische Studie mit 20 Erwachsenen zeigte, dass grüner Tee mit reduziertem Koffeingehalt zu besserer Schlafqualität führt und Stress verringert (42).

Darüber hinaus wirkt sich L-Theanin günstig auf Depressionen aus, eine Hauptursache für Schlafstörungen (43). Diese positiven Effekte scheinen darauf zu beruhen, dass L-Theanin den anregenden Botenstoff Glutamat hemmt (44).

Nebenwirkungen von Kapseln mit L-Theanin sind bisher nicht bekannt.

8. Vitamin B6: Hilft, sich an Träume zu erinnern

Vitamin B6 scheint psychischem Stress entgegenzuwirken und so Schlaf zu fördern.

Ob dieses Vitamin beim Einschlafen hilft und Durchschlafprobleme verhindert, ist unklar.

Eine australische Studie (45) hat jedoch 2018 die Ergebnisse einer US-amerikanischen Studie aus dem Jahr 2002 bestätigt (46). Demnach ermöglicht es Vitamin B6, sich nach dem Aufwachen an Träume während der Nacht zu erinnern.

9. Kamille: Bewährtes Hausmittel

Ein altes, aber immer noch gutes Hausmittel: der Kamillentee.

Kamille wirkt nicht nur entzündungshemmend bei allen Wunden.

Der gute alte Kamillentee hat als natürliches Schlafmittel nach wie vor seine Daseinsberechtigung. Das bestätigt sogar eine wissenschaftliche Studie (47).

Der beruhigende Effekt der Kamille ist so stark, dass die Pflanze sogar als Dauermedikament bei leichten bis mittelschweren Angstzuständen in Frage kommt (48).

10. Zitronenmelisse: Das sanfte Kraut

Zitronenmelisse wächst oft im eigenen Garten. Die Zubereitung eines Tees ist denkbar einfach: einfach mit heißem Wasser übergießen und einige Minuten ziehen lassen.

Zitronenmelisse schmeckt nicht nur gut als würzige Zutat im Salat.

Dieses sanfte Kraut beruhigt und entspannt auch. Deshalb eignet sich ein Tee mit Zitronenmelisse als pflanzliches Schlafmittel und für die allgemeine Beruhigung an einem stressigen Tag (49).

Du kannst Zitronenmelisse entweder allein für einen Tee verwenden oder mit Kamille oder Passionsblume kombinieren für einen Synergieeffekt.

11. Kava Kava: Gefährlicher Rauschpfeffer?

Kava Kava, auch Rauschpfeffer genannt, ist ein Pfeffergewächs aus dem Westpazifik. Dort trinkt man es bei religiösen Anlässen und besonderen Feiern.

Bislang ist nur in einem Tierversuch bewiesen, dass Kava Kava den Schlaf fördert (50).

Allerdings solltest Du bei diesem pflanzlichen Schlafmittel aufpassen, das in Kapselform verkauft wird. Seit einigen Jahren steht Kava Kava in dem Ruf, die Leber zu schädigen (51). Das Bundesamt für Arzneimittel und Medikamente hat deshalb Arzneimittel mit Kava Kava aus dem Verkehr gezogen (52).

Ehrlich gesagt: Es gibt genügend andere starke natürliche Beruhigungsmittel, die keine Nebenwirkungen haben. Deshalb kann ich persönlich gut auf Kava Kava verzichten. Falls Du schon alles probiert hast und nichts hilft, kann Kava Kava jedoch einen Versuch wert sein. Du solltest es nur nicht regelmäßig einnehmen.

12. Passionsblume: Tee als Schlafmittel

Nicht nur wunderschön, sondern auch heilsam: die Passionsblume. Hier zusehen die Blüte.

Wenn Du nur gelegentlich unter Schlafstörungen leidest, kannst Du Passionsblume ausprobieren.

Die wunderschöne Passionsblume beruhigt die Nerven. Tee von Passionsblumen bessert die Qualität des Schlafs und hilft beim Einschlafen (53).

Außerdem schmeckt er erfrischend.

Schlafmittel für Kinder

Ungefähr jedes vierte Kind hat im Lauf der Kindheit irgendwann einmal mit Schlafstörungen zu tun (54). Das kann Eltern enorm belasten, aber auch die Stimmung der Kinder und Leistungen in der Schule negativ beeinflussen.

Was tun, wenn die Kinder partout nicht einschlafen können? In den USA und Kanada hat es sich eingebürgert, dass Ärzte auch Kindern rezeptpflichtige Schlafmittel verschreiben, sogar Benzodiazepine (55).

Das finde ich schlimm.

Wer kann sagen, wie diese starken Medikamente die Entwicklung der Kinder beeinflussen?

Ich rate deshalb, auf übliche Schlafmittel bei Kindern besser zu verzichten.

Rezeptfrei bedeutet nicht, dass bei Schlaftabletten Nebenwirkungen fehlen. Du weißt beispielsweise nicht, wie ein für Erwachsene ungefährliches, natürliches Schlafmittel, beispielsweise Melatonin, das empfindliche Gleichgewicht des kindlichen Körpers stören kann.

Grund für Schlafstörung finden

Manchmal liegt der Grund für eine Schlafstörung bei Kindern auf der Hand – zum Beispiel eine Erkältung oder das Durchstoßen eines Zahns.

Falls Dein Kind wiederholt unter Schlafproblemen leidet, empfiehlt sich ein Besuch beim Kinderarzt. Er kann helfen, die Ursache zu finden, zum Beispiel ein Restless-Leg-Syndrom.

Die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin bietet eine kostenlose Informationsbroschüre (56) für Eltern zum Herunterladen an. Darin empfehlen die Schlafforscher ein altersgerechtes Einschlafritual.

Einschlafritual statt Schlaftabletten

Als Vater kann ich mich dieser Empfehlung nur anschließen. Gemeinsam abends vor dem Einschlafen ein Bilderbuch anzusehen oder eine Geschichte zu lesen, stärkt Dein Verhältnis mit Deinem Kind. Es fühlt sich beschützt und kann so leichter einschlafen.

Wenn es trotzdem mit dem Einschlafen nicht klappt, empfehle ich ein Glas heiße Milch mit Honig. Diese Einschlafhilfe für Kinder hat in unserer Familie Tradition und funktioniert seit Generationen.

Ich betrachte ein Glas Kamillentee ebenfalls als natürliches Schlafmittel, das Kindern bekommt.

Medikamente gegen Schlafstörungen

Medikamente, auch rezeptfreie Schlaftabletten, sollte man aufgrund der Nebenwirkungen und des Suchtpotentials nicht über längeren Zeitraum einnehmen.

Da Schlafstörungen so weit verbreitet sind, sind rezeptfreie und verschreibungspflichtige Schlafmittel ein wichtiger Markt für die Pharmaindustrie. Dementsprechend vielfältig ist das Angebot.

Rezeptfreie Schlaftabletten

Neben natürlichen Schlafmitteln bekommst Du zahlreiche rezeptfreie Schlaftabletten (Medikamente) in Apotheken und Versandapotheken im Internet.

Wenn pflanzliche Schlafmittel versagen, können diese Medikamente kurzzeitig Abhilfe schaffen.

Schlafmedikamente werden auch Hypnotika genannt. Besonders wirksam unter den Schlaftabletten ohne Rezept sind Antihistaminika mit den Wirkstoffen Diphenhydramin und Doxylamin.

Du kannst sie unter dem Namen Vivinox, Halbmond, Betadorm-D, Gittalun, Hoggar Night und Schlafsterne kaufen, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Bei einem Test der Stiftung Warentest von rezeptfreien Schlafmitteln wurden Antihistaminika Testsieger.

Antihistaminika sind eigentlich dazu bestimmt, Allergien zu bekämpfen. Die Hemmung von Histamin-Rezeptoren im zentralen Nervensystem hat jedoch den Effekt, zu beruhigen und den Schlaf zu fördern.

Rezeptfrei bedeutet nicht, dass diese Medikamente frei von Nebenwirkungen sind. Zu den Nebenwirkungen von Antihistaminika zählen:

  • Müdigkeit und Benommenheit tagsüber
  • Konzentrationsprobleme
  • Verstopfung
  • Kopfschmerzen und Schwindel

Außerdem können sie süchtig machen (60). Allerdings ist ihr Suchtpotenzial wesentlich geringer als das von Benzodiazepinen.

Von einer regelmäßigen Einnahme von Antihistaminika als Schlafmittel rate ich dennoch ab, auch weil Langzeitstudien zu den Nebenwirkungen noch fehlen.

Was sind Hypnotika?

Als Hypnotika bezeichnet man alle Arzneistoffe, die den Schlaf fördern. Deshalb handelt es sich um eine Klasse von Wirkstoffen, die man nicht genau abgrenzen kann. Der Übergang zu Beruhigungs- und Betäubungsmitteln ist fließend. Außerdem werden auch pflanzliche Schlafmittel, zum Beispiel Baldrian, als Hypnotika bezeichnet.

Unter den verschreibungspflichtigen Medikamenten gibt es drei Hauptgruppen von Hypnotika:

  • Benzodiazepine
  • Non-Benzodiazepine
  • Barbiturate

Benzodiazepine

Benzodiazepine wirken muskelentspannend und verstärken im Gehirn die Wirkung des Botenstoffs GABA.

Vertreter dieser Medikamentengruppe sind

  • Lorazepam (Tavor),
  • Bromazepam (Bromazanin Hexal),
  • Flunitrazepam,
  • Flurazepam,
  • Nitrazepam,
  • Oxazepam und
  • Tetrazepam.

Alle Benzodiazepine haben ein enorm hohes Suchtpotenzial und eignen sich nicht für langfristige Einnahme (61).

Nicht-Benzodiazepine

Diese Wirkstoffe haben eine andere chemische Struktur als Benzodiazepine und wirken in erster Linie schlaffördernd. Deshalb erfreuen sie sich als Schlafmittel zunehmender Beliebtheit.

Allerdings wirken sie wie Benzodiazepine, indem sie GABA verstärkt aktivieren.

Zu diesen Wirkstoffen gehören

  • Zopiclon,
  • Zolpidem
  • und Zaleplon.

Weil die Namen meist mit Z beginnen, werden sie auch Z-Drugs oder Z-Substanzen genannt. Allerdings gehört auch Buspiron zu den Non-Benzodiazepinen.

Das Risiko der Abhängigkeit soll geringer sein als bei Benzodiazepinen. Doch auch bei diesen Medikamenten besteht die Gefahr, süchtig zu werden (62).

Barbiturate

Seit der Einführung von Benzodiazepinen im Jahr 1969 sind Barbiturate als verschreibungspflichtige Medikamente fast vom Markt verschwunden.

Verschreibungspflichtige Arzneimittel mit Barbituraten werden heute nur noch für die Behandlung von Epilepsie eingesetzt.

Was ist das stärkste Schlafmittel der Welt?

Rohypnol gilt als das stärkste Schlafmittel der Welt, es zählt zu den o.g. Benzodiazepinen. Der Wirkstoff in Rohypnol ist Flunitrazepam.

Die Tabletten werden häufig auf dem schwarzen Markt verkauft. Drogenabhängige zerstoßen die Pillen zu Pulver und schnupfen oder rauchen sie. Manchmal werden sie mit Flüssigkeit zu den Ko-Tropfen vermischt.

In der Medizin wird Flunitrazepam eingesetzt, um Patienten vor chirurgischen Eingriffen zu beruhigen.


Verschreibungspflichtige Schlaftabletten: Antidepressiva

Antidepressiva mit dämpfender Wirkung haben sich als Schlafmittel bewährt. Hier ist eine Liste mit den Namen der bekanntesten Wirkstoffe und entsprechender Medikamente:

Wirkstoff

Medikament

Mirtazapin

Remergil

Trimipramin

Stangyl

Amitriptylin

Saroten

Trazodon

Thombran

Amitriptylinoxid

Equilibrin

Mianserin

Tolvin

Dosulepin

Idom

Maprotilin

Ludiomil

Doxepin

Aponal


Antidepressiva haben den Vorteil, dass ihr Suchtpotenzial geringer ist als das von Benzodiazepinen. Deshalb verschreiben Ärzte diese Antidepressiva gegen Schlafstörungen auch bei einer Therapie, die voraussichtlich länger dauert.

Ist Depression der Grund für gestörten Schlaf, bieten sich diese Medikamente natürlich besonders an.

Diese Antidepressiva werden auch eingesetzt, um die Abhängigkeit von Benzodiazepinen zu verringern. Folgende Nebenwirkungen können bei Antidepressiva auftreten:

  • Gewichtszunahme
  • Sexuelle Störungen
  • Leberfunktionsstörungen
  • Niedriger Blutdruck
  • Mundtrockenheit
  • Sehstörungen
  • Verstopfung
  • Herzrhythmusstörungen

Bei langfristiger Einnahme führen Antidepressiva ungefähr bei jedem zweiten Patienten zu einem abgestumpften Gefühlsleben und Abhängigkeit (63).

Was tun bei einer Schlaftabletten-Überdosis?

Eine Überdosis von Schlaftabletten kommt nicht nur bei Menschen vor. Manchmal entdecken Kinder und Haustiere wie Hunde und Katzen Medikamente und schlucken sie.

Besteht der Verdacht auf eine Schlaftabletten Überdosis, solltest Du schnell reagieren. Bei Menschen empfiehlt es sich, den Notarzt anzurufen.

Ist die betroffene Person nur schläfrig, solltest Du sie wachhalten.

Hat sie bereits das Bewusstsein verloren, kannst Du sie in die stabile Seitenlage bringen. Das verhindert Ersticken. Wichtig ist auch, dass die Patienten nicht auskühlen. Deshalb solltest Du sie zudecken.

Haustiere solltest Du ebenfalls warm halten und so schnell wie möglich zum Tierarzt bringen.

Fazit: Natürlich gut schlafen

Wenn Du regelmäßig nicht gut schläfst, erscheinen rezeptfreie und verschreibungspflichtige Schlafmedikamente wie ein Ausweg. Allerdings führen viele Schlafmittel bei langfristiger Einnahme zur Abhängigkeit.

Ich rate Dir deshalb, natürliche Alternativen zu Schlafmitteln auszuprobieren.

Meiner Erfahrung nach wirkt beispielsweise der Mineralstoff Magnesium sehr gut als Einschlafhilfe – und hat dabei den günstigen Nebeneffekt, einen eventuellen Magnesiummangel auszugleichen.

Auch Baldrian, Melatonin, Kamille, Zitronenmelisse und Passionsblume sind natürliche Schlafmittel, die gut wirken.

Ein rezeptpflichtiges Medikament kann bei starken Schlafstörungen vorübergehend helfen. Bei ständigem Gebrauch stellen sie jedoch ein erhebliches Gesundheitsrisiko dar.

Ich persönlich nehme regelmäßig Magnesium und CBD-Öl ein. Für den Fall, dass ich dennoch mal Probleme mit dem Einschlafen habe, greife ich zu liposomalen Melatonintropfen, die besonders schnell wirken.

Zusätzlich achte ich aber auch auf eine gute Schlafhygiene, was sich mindestens genauso wichtig für meine Schlafqualität erwiesen hat. Hierzu gehören regelmäßige Aufsteh- und Zubettgehzeiten, ein völlig dunkler Schlafraum und eine stressfreie Abendroutine, bei der ich gut runterkomme.

64 Quellen und Studien


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