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September 10, 2021

Schlafmittel sind Medikamente, die bei Schlafstörungen zum Einsatz kommen. Doch ihr Einsatz muss wohlüberlegt sein...

In diesem Artikel findest Du alles, was du über verschreibungspflichtige und rezeptfreie Schlafmittel wissen musst - sowie über weitere wirksame Mittel gegen Schlaflosigkeit, die es nicht in Pillenform gibt.

Sind Schlaftabletten oder Schlafmittel das Richtige für dich?

Es ist mitten in der Nacht, du starrst an die Decke und denkst über die Arbeit, die Rechnungen oder die Kinder nach. Wenn der Schlaf einfach nicht kommen will, ist es verlockend, zu einer Schlaftablette oder einem Schlafmittel zu greifen, um sich das Einschlafen zu erleichtern. Und vielleicht klappt das im Moment auch.

Aber wenn du regelmäßig Probleme mit dem Schlafen hast, ist das ein Warnsignal, dass etwas nicht stimmt. Es könnte etwas so Einfaches sein wie zu viel Koffein oder zu spätes Fernsehen, Telefonieren oder andere Bildschirme. Es kann aber auch ein Symptom für ein zugrunde liegendes medizinisches oder psychologisches Problem, eine psychische Störung, sein. Aber was auch immer es ist, es wird nicht mit Schlaftabletten geheilt werden. Im besten Fall sind Schlaftabletten eine vorübergehende Notlösung. Schlimmstenfalls wirst du von ihnen abhängig, und deine Schlaflosigkeit wird auf Dauer nur noch schlimmer.

Wirkung vs. Risiko

Das bedeutet nicht, dass du niemals Medikamente nehmen solltest, aber es ist wichtig, die Vorteile gegen die Risiken abzuwägen. Im Allgemeinen sind Schlaftabletten und Schlafmittel am effektivsten, wenn sie sparsam für kurzfristige Situationen eingesetzt werden, z. B. wenn du in eine andere Zeitzone reist oder wenn dich von einem medizinischen Eingriff erholst. Wenn du dich dafür entscheidest, Schlaftabletten langfristig einzunehmen, ist es am besten, sie nur selten und nach Bedarf zu verwenden, um Abhängigkeit und Toleranzentwicklung zu vermeiden.

Risiken und Nebenwirkungen von Schlaftabletten

Alle verschreibungspflichtigen Schlafmittel haben Nebenwirkungen, die je nach Medikament, Dosierung und Verweildauer im Körper variieren. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören anhaltende Schläfrigkeit am nächsten Tag, Kopf- und Muskelschmerzen, Verstopfung, Mundtrockenheit, Konzentrationsschwierigkeiten, Schwindel, Unruhe und erneute Schlaflosigkeit.

Andere Risiken von Schlaftabletten

  • Toleranzentwicklung: Es kann sein, dass du im Laufe der Zeit eine Toleranz gegenüber Schlafmitteln entwickelst und immer mehr davon einnehmen musst, damit sie wirken.
  • Medikamentenabhängigkeit: Es kann passieren, dass du dich an Schlafmittel gewöhnst und ohne sie nicht mehr oder noch schlechter schlafen kannst. Vor allem verschreibungspflichtige Tabletten können schnell süchtig machen, was es schwierig macht, sie abzusetzen.
  • Entzugssymptome: Wenn du das Medikament abrupt absetzt, kann es zu Entzugserscheinungen wie Übelkeit, Schwitzen und Zittern kommen.
  • Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten: Schlaftabletten können mit anderen Medikamenten interagieren. Das kann die Nebenwirkungen verschlimmern und manchmal gefährlich sein, vor allem bei verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln und anderen Beruhigungsmitteln.
  • Rückfall in die Schlaflosigkeit: Wenn du die Einnahme von Schlaftabletten beenden musst, kann sich die Schlaflosigkeit manchmal noch verschlimmern.
  • Maskierung eines zugrunde liegenden Problems: Möglicherweise liegt deiner Schlaflosigkeit eine medizinische oder psychische Störung oder sogar eine Schlafstörung zugrunde, die nicht mit Schlaftabletten behandelt werden kann.

Einige ernsthafte Risiken von Schlaftabletten

Beruhigungs- und Schlafmittel (Benzodiazepine und Nicht-Benzodiazepine) können schwere allergische Reaktionen, Gesichtsschwellungen, Gedächtnislücken, Halluzinationen, Selbstmordgedanken oder -handlungen und komplexe schlafbezogene Verhaltensweisen wie Schlafwandeln, Schlaffahren (Autofahren, während du nicht ganz wach bist, ohne dich an das Ereignis zu erinnern) und Schlaffressen (Essen mitten in der Nacht ohne Erinnerung, was oft zu einer Gewichtszunahme führt) verursachen. Wenn du ein ungewöhnliches schlafbezogenes Verhalten feststellst, solltest du sofort deinen Arzt aufsuchen.

Antihistaminika und Co: Freiverkäufliche Schlafmittel und Schlaftabletten

Herkömmliche rezeptfreie Schlafmittel enthalten als Hauptwirkstoff meist Antihistaminika, die die Schläfrigkeit fördern.

Zu den gängigen freiverkäuflichen Schlafmitteln zählen folgende Wirkstoffe:

  1. Diphenhydramin (enthalten in Moradorm© Nachtruhe, Vivinox© Sleep, Atida+©, Betadorm©-D)
  2. Doxylamin (enthalten in Hoggar Night©, Schlafsterne )

Einige andere rezeptfreie Schlafmittel kombinieren Antihistaminika mit dem Schmerzmittel Acetaminophen. Andere kombinieren gar Antihistaminika mit Alkohol.

Das Problem bei Antihistaminika ist, dass ihre beruhigende Wirkung oft bis in den nächsten Tag anhält, was zu einem Kater am nächsten Tag führt. Bei langfristiger Einnahme können sie auch zu Vergesslichkeit und Kopfschmerzen führen. Aus diesem Grund raten Schlafexperten von ihrer regelmäßigen Einnahme ab.

Häufige Nebenwirkungen von Antihistaminika-Schlafmitteln

  • Mäßige bis starke Schläfrigkeit am nächsten Tag
  • Schwindel und Vergesslichkeit
  • Ungeschicklichkeit, Gleichgewichtsstörungen
  • Verstopfung und Harnverhalt
  • Verschwommene Sicht
  • Trockener Mund und Rachen
  • Übelkeit

Verschreibungspflichtige Arzneimittel für besseren Schlaf

Es gibt verschiedene Arten von verschreibungspflichtigen Schlafmitteln, die als sedierende Hypnotika bezeichnet werden. Im Allgemeinen wirken diese Medikamente auf Rezeptoren im Gehirn, um das Nervensystem zu verlangsamen. Manche Medikamente dienen eher dazu, den Schlaf herbeizuführen, während andere eher die Dauer des Schlafes verlängern. Einige bleiben länger als andere in deinem Körper (Thema Halbwertszeit) und einige haben ein höheres Risiko, zur süchtig zu machen.

Benzodiazepine- ein Schlafmittel als Sedativum und Hypnotikum

Benzodiazepine sind die älteste Klasse von Schlafmitteln, die immer noch häufig eingesetzt werden. Benzodiazepine gelten als Gruppe mit einem höheren Abhängigkeitsrisiko als andere Schlafmittel und werden deswegen als sogenannte kontrollierte Substanzen eingestuft. Zu den Benzodiazepinen, die in erster Linie zur Behandlung von Angstzuständen eingesetzt werden, gehören Tavor, Xanax, Valium, Estazolam, Flurazepam, Quazepam, Temazepam und Triazolam (Halcion).

Nachteile von Benzodiazepin-Schlaftabletten

Du kannst sowohl körperlich als auch psychisch von Benzodiazepinen abhängig werden. Wenn du die Tabletten eine Zeit lang nimmst, glaubst du vielleicht, dass du ohne sie nicht schlafen kannst, und wenn du sie abgesetzt hast, kann es sein, dass du körperliche Entzugserscheinungen wie Angstzustände und erneute Schlaflosigkeit bekommst.

  • Schlaftabletten können bei nächtlicher Einnahme ihre Wirkung verlieren, weil die Rezeptoren im Gehirn weniger empfindlich auf ihre Wirkung reagieren. Schon nach drei bis vier Wochen können Benzodiazepine nicht mehr wirksam sein als eine Zuckerpille.
  • Die Gesamtqualität deines Schlafs kann sich verschlechtern, mit weniger erholsamem Tiefschlaf und REM-Schlaf.
  • Es kann sein, dass deine kognitiven Fähigkeiten am nächsten Tag nachlassen und du schläfrig wirst (der Kater-Effekt), was noch schlimmer sein kann als die Trägheit, die du durch den Schlafentzug empfindest.
  • Die Schlaflosigkeit kehrt zurück, sobald du die Einnahme beendest, auch wenn das Medikament während der Einnahme wirksam ist. Wie bei allen Schlaftabletten gilt auch hier, dass du deine Schlaflosigkeit nicht bekämpfst, sondern das Problem nur aufschiebst.
  • Es könnte ein Zusammenhang mit Demenz bestehen. Es wird zwar noch untersucht, aber es gibt Bedenken, dass die Einnahme von Benzodiazepinen zur Entwicklung von Demenz beitragen kann.

Nicht-Benzodiazepin-Schlafmittel

Einige neuere Medikamente haben nicht die gleiche chemische Struktur wie Benzodiazepine, wirken aber auf den gleichen Bereich im Gehirn. Sie haben weniger Nebenwirkungen und bergen ein geringeres Abhängigkeitsrisiko, gelten aber immer noch als kontrollierte Substanzen. Dazu gehören Zalepon, Zolpidem und Eszopiclon, die für eine längerfristige Anwendung von bis zu sechs Monaten getestet wurden.

Nachteile von nicht-benzodiazepinhaltigen Schlafmitteln

Im Allgemeinen haben Nicht-Benzodiazepine weniger Nebenwirkungen und Risiken als Benzodiazepine, aber deshalb sind sie trotzdem noch lange nicht für jeden geeignet. Manche Betroffene meinen, dass diese Art von Schlafmitteln ihnen nicht hilft, einzuschlafen, und die langfristigen Auswirkungen sind unbekannt.

Die Arzneimittelbehörde hat die Hersteller von Ambien (Wirkstoff Zolpidem) und ähnlichen Schlafmitteln kürzlich angewiesen, die empfohlene Standarddosis zu senken, da insbesondere bei weiblichen Patienten die Gefahr besteht, dass sie morgens beim Autofahren nicht wach und fokussiert sind. Weitere Nebenwirkungen sind:

  • Entwicklung einer Medikamententoleranz
  • Wiederkehrende Schlaflosigkeit
  • Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Schluck- und Atembeschwerden
  • In einigen Fällen gefährliche schlafbezogene Verhaltensweisen wie Schlafwandeln, Schlaffahren und Schlaffressen
  • Neue oder sich verschlimmernde Depressionen, Selbstmordgedanken oder -handlungen.

Melatonin-Rezeptor-Agonisten als hypnotische Schlafmittel

Ramelteon (Rozerem) ist die neueste Art von Schlafmitteln und wirkt, indem es das schlafregulierende Hormon Melatonin nachahmt. Es birgt ein geringes Risiko einer körperlichen Abhängigkeit, hat aber dennoch Nebenwirkungen. Es wird bei Einschlafproblemen eingesetzt und ist nicht wirksam bei Problemen mit dem Durchschlafen.

Die häufigste Nebenwirkung von Ramelteon ist Schwindel. Es kann auch die Symptome von Depressionen verschlimmern und sollte nicht von Personen mit schweren Leberschäden eingenommen werden.

Antidepressiva als Schlaftabletten

Antidepressiva sind zwar nicht offiziell für die Behandlung von Schlaflosigkeit zugelassen, und es ist auch nicht erwiesen, dass sie bei Schlaflosigkeit wirksam sind. Einige Antidepressiva werden jedoch aufgrund ihrer beruhigenden Wirkung off-label verschrieben, z.B. Mirtazapin oder Opipramol. Wie bei allen Medikamenten gegen Depressionen besteht ein geringes, aber erhebliches Risiko für Selbstmordgedanken oder eine Verschlimmerung der Depression, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen.

Neuroleptika

Neben Antidepressiva werden auch Neuroleptika, z.B. Quetiapin als Schlafmittel eingesetzt.

Auch pflanzliche Präparate können bei Schlafstörungen helfen

In der Drogerie findest du Dutzende von sogenannten natürlichen oder pflanzlichen Schlafmitteln. Die Nahrungsergänzungsmittel werden jedoch nicht auf ihre Sicherheit, Qualität, Wirksamkeit oder auf die Richtigkeit der Angaben auf dem Etikett überprüft, also musst du dich selbst informieren. Obwohl die Wirksamkeitsnachweise uneinheitlich sind, gibt es zu den folgenden Supplementen die meisten Forschungsergebnisse:

Baldrian

Baldrian ist ein beruhigendes Kraut, das seit dem zweiten Jahrhundert n. Chr. zur Behandlung von Schlaflosigkeit und Angstzuständen eingesetzt wird. Es wird angenommen, dass Baldrianwurzel-Trockenextrakt die Konzentration des beruhigenden Botenstoffs GABA im Gehirn erhöht.

Obwohl die Anwendung von Baldrian bei Schlaflosigkeit noch nicht umfassend untersucht wurde, sind die Forschungsergebnisse vielversprechend und er gilt allgemein als sicher und nicht abhängig machend. Er wirkt am besten, wenn er täglich über zwei oder mehr Wochen eingenommen wird.

Melatonin

Melatonin ist ein natürlich vorkommendes Hormon, welches nachts ansteigt. Es wird durch die Dunkelheit ausgelöst und sein Spiegel bleibt die ganze Nacht über erhöht, bis er durch das Licht des Morgens wieder gesenkt wird. Obwohl Melatonin bei den meisten Schlafstörungen nicht besonders wirksam zu sein scheint, kann es bei Schlafproblemen helfen, die durch Jetlag und Schichtarbeit verursacht werden. Eine einfache Lichtexposition zur richtigen Zeit kann jedoch genauso wirksam sein.

Wenn du Melatonin einnimmst, solltest du beachten, dass es mit bestimmten Blutdruck- und Diabetesmedikamenten in Konflikt geraten kann. Am besten hältst du dich an eine niedrige Dosis - ein bis drei Milligramm für die meisten Menschen - um Nebenwirkungen und Müdigkeit am nächsten Tag zu vermeiden.

Kamille

Viele Menschen trinken Kamillentee wegen seiner sanften beruhigenden Wirkung, obwohl er bei Pflanzen- oder Pollenallergikern allergische Reaktionen hervorrufen kann. Um die volle schlaffördernde Wirkung zu erzielen, bringst du Wasser zum Kochen, gibst zwei bis drei Teebeutel (oder entsprechend viel von losem Tee) dazu, deckst den Deckel ab und lässt den Tee zehn Minuten ziehen.

L-Tryptophan

L-Tryptophan ist eine basische Aminosäure, die bei der Produktion des Neurotransmitters Serotonin verwendet wird, einer Substanz im Gehirn, die deinen Körper zum Schlafen anregt. L-Tryptophan ist ein häufiges Nebenprodukt von Tryptophan, das der Körper in Serotonin umwandeln kann. Einige Studien haben gezeigt, dass L-Tryptophan Menschen helfen kann, schneller einzuschlafen. Die Ergebnisse sind jedoch widersprüchlich.

Kava

Kava kann nachweislich den Schlaf von Menschen mit stressbedingter Schlaflosigkeit verbessern. Kava kann jedoch Leberschäden verursachen und wird daher nur unter strenger ärztlicher Aufsicht empfohlen.

Andere Kräuter, die eine beruhigende oder sedierende Wirkung haben, sind Melisse, Passionsblume und Lavendel. Viele natürliche Schlafmittel verwenden eine Kombination aus diesen Inhaltsstoffen, um den Schlaf zu fördern.

Natürlich heißt nicht unbedenklich

Während einige Mittel wie Zitronenmelisse oder Kamillentee in der Regel harmlos sind, können andere schwerwiegende Nebenwirkungen zur Folge haben und die Wirksamkeit von verschriebenen Medikamenten beeinträchtigen oder verringern. Du kannst also aus der Tatsache, dass manche Mittel pflanzlich sind, nicht daraus schließen, dass sie vollkommen unbedenklich sind. Baldrian zum Beispiel kann die Wirkung von Antihistaminika und Statinen beeinträchtigen.

Informiere dich deswegen, bevor du ein neues pflanzliches Mittel ausprobierst, und sprich mit deinem Arzt oder Apotheker, wenn du Vorerkrankungen hast oder verschreibungspflichtige Medikamente einnimmst.

Tipps für die sichere Einnahme von Schlafmitteln

Wenn du dich entscheidest, Schlaftabletten oder Schlafmittel auszuprobieren, beachte die folgenden Sicherheitsrichtlinien:

  1. Kombiniere Schlaftabletten niemals mit Alkohol oder anderen Beruhigungsmitteln. Alkohol stört nicht nur die Schlafqualität, sondern verstärkt auch die sedierende Wirkung von Schlaftabletten. Die Kombination kann sehr gefährlich sein - sogar tödlich.
  2. Nimm eine Schlaftablette nur dann ein, wenn du genug Zeit für mindestens sieben bis acht Stunden Schlaf hast. Sonst kannst du dich am nächsten Morgen sehr schläfrig fühlen.
  3. Nimm nicht mitten in der Nacht eine zweite Dosis ein. Es kann gefährlich sein, die Dosis zu verdoppeln, und da das Medikament weniger Zeit hat, aus deinem Körper ausgeschieden zu werden, kann es schwierig sein, am nächsten Morgen aufzustehen und die Müdigkeit abzuschütteln.
  4. Beginne mit der niedrigsten empfohlenen Dosis. Beobachte, wie das Medikament auf dich wirkt und welche Nebenwirkungen du spürst.
  5. Vermeide eine häufige Einnahme. Um eine Abhängigkeit zu vermeiden und die Nebenwirkungen zu minimieren, solltest du Schlaftabletten eher für Notfälle als für die Nacht aufheben.
  6. Fahre niemals Auto oder bediene Maschinen, nachdem du ein Schlafmittel eingenommen hast. Dieser Tipp ist besonders wichtig, wenn du mit der Einnahme eines neuen Schlafmittels beginnst, da du vielleicht noch nicht weißt, wie es auf dich wirkt.
  7. Lies die Packungsbeilage deines Medikaments sorgfältig durch. Achte genau auf die möglichen Neben- und Wechselwirkungen. Viele gängige Medikamente, darunter Antidepressiva und Antibiotika, können gefährliche Wechselwirkungen mit rezeptpflichtigen und rezeptfreien Schlafmitteln verursachen. Bei vielen Schlafmitteln müssen auch bestimmte Lebensmittel wie Grapefruit und Grapefruitsaft gemieden werden.

Vor der Einnahme von Schlaftabletten...

Sprich mit deinem Arzt oder Apotheker über:

  • Andere Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel, die du einnimmst: Viele gängige Medikamente, darunter Antidepressiva und Antibiotika, können gefährliche Wechselwirkungen mit verschreibungspflichtigen und rezeptfreien Schlaftabletten verursachen. Auch pflanzliche Produkte und Nahrungsergänzungsmittel sowie nicht verschreibungspflichtige Medikamente wie Schmerzmittel und Allergiemittel können zu Wechselwirkungen führen.
  • Andere Krankheiten, die du hast: Einige Schlafmittel können bei Menschen mit medizinischen Problemen wie Bluthochdruck, Leberproblemen, Glaukom, Depressionen und Atembeschwerden ernsthafte Nebenwirkungen haben.
  • Spezifische Anweisungen zum Erhöhen, Verringern und/oder Beenden der Einnahme: Es ist wichtig, dass du dich genau an die Gebrauchsanweisung hältst. Eine Erhöhung der Dosis kann Risiken mit sich bringen, aber auch eine Verringerung der Einnahme kann Probleme verursachen, wenn sie zu schnell erfolgt. In einigen Fällen kann ein abruptes Absetzen des Medikaments unangenehme Nebenwirkungen und sogar erneute Schlaflosigkeit verursachen.

Tipp: Gute Schlafhygiene statt Mittel und Medikamente für besseren Schlaf

Die Forschung hat gezeigt, dass eine Änderung deines Lebensstils und deiner Schlafgewohnheiten der beste Weg ist, um Schlaflosigkeit zu bekämpfen. Selbst wenn du dich kurzfristig für Schlaftabletten oder Medikamente entscheidest, empfehlen Experten, deinen Lebensstil und deine Schlafgewohnheiten zu ändern, um Schlafprobleme langfristig zu lösen. Verhaltens- und Umweltveränderungen können sich positiver auf den Schlaf auswirken als Medikamente, ohne das Risiko von Nebenwirkungen oder Abhängigkeit.

Entspannungstechniken als Alternative zu Schlaftabletten

Zu den Entspannungstechniken, die Stress abbauen und dir beim Einschlafen helfen können, gehören einfache Meditationsübungen, progressive Muskelentspannung, Yoga, Tai Chi und die Anwendung der Tiefenatmung. Mit ein wenig Übung können diese Techniken dir helfen, dich vor dem Schlafengehen zu entspannen und deinen Schlaf effektiver zu verbessern als eine Schlaftablette oder ein Schlafmittel. Probiere es einmal aus mit folgenden Tipps:

  • Eine entspannende Routine vor dem Schlafengehen: Schalte die Bildschirme mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen aus und konzentriere dich stattdessen auf ruhige, beruhigende Aktivitäten wie Lesen, sanftes Yoga oder das Hören von sanfter Musik. Halte das Licht schwach, um den Melatoninspiegel auf natürliche Weise zu erhöhen.
  • Bauchatmung: Die meisten von uns atmen nicht so tief, wie sie sollten. Wenn wir tief und vollständig atmen und dabei nicht nur den Brustkorb, sondern auch den Bauch, den unteren Rücken und den Brustkorb einbeziehen, kann das dem Teil unseres Nervensystems helfen, der für die Entspannung zuständig ist. Schließe deine Augen und versuche, tief und langsam zu atmen, wobei jeder Atemzug noch tiefer sein sollte als der letzte. Atme durch die Nase ein und durch den Mund aus. Atme bei jedem Ausatmen etwas länger ein als bei jedem Einatmen.
  • Progressive Muskelentspannung ist einfacher, als es klingt: Leg dich hin oder mach es dir bequem. Beginne mit deinen Füßen und spanne die Muskeln so fest an, wie du kannst. Halte die Spannung bis 10 und entspanne dann. Fahre mit dieser Übung für jede Muskelgruppe deines Körpers fort und arbeite dich bis zu deinem Kopf vor.

Bewegung ist eine starke Einschlafhilfe

Studien haben gezeigt, dass Bewegung am Tag den Schlaf in der Nacht verbessern kann. Wenn wir Sport treiben, steigt unsere Körpertemperatur deutlich an und sinkt ein paar Stunden später wieder deutlich ab. Dieser Abfall der Körpertemperatur macht es uns leichter, einzuschlafen und durchzuschlafen. Die beste Zeit für Sport ist der späte Nachmittag oder der frühe Abend und nicht kurz vor dem Schlafengehen. Versuche, viermal pro Woche mindestens 30 Minuten zu trainieren. Aerobic-Übungen sind das beste Mittel gegen Schlaflosigkeit, da sie die Sauerstoffmenge im Blut erhöhen.

Schlafrhythmus

Manchmal kommt auch unser Schlafrhythmus, auch zirkadianer Rhythmus genannt, außer Takt. Doch auch hierzu gibt es einige Maßnahmen, um diesen Schlafrhythmus wiederherzustellen.

Kognitive Verhaltenstherapie (CBT) für besseren Schlaf

Viele Menschen klagen darüber, dass frustrierende, negative Gedanken und Sorgen sie daran hindern, nachts zu schlafen. Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) ist eine Form der Psychotherapie, die Probleme behandelt, indem sie negative Gedanken, Gefühle und Verhaltensmuster verändert.

Eine Studie der Harvard Medical School hat sogar ergeben, dass KVT bei chronischer Schlaflosigkeit wirksamer ist als verschreibungspflichtige Schlafmittel - und das auch noch ohne die Risiken und Nebenwirkungen der Schlafmittel. KVT kann dir helfen, deinen Geist zu entspannen, deine Einstellung zu ändern, deine Tagesgewohnheiten zu verbessern und dich auf einen erholsamen Schlaf vorzubereiten. Letztendlich profitiert deine gesamte psychische Gesundheit davon.

Selbstmordgedanken?

Falls du akut Hilfe brauchst: Anlaufstellen wie die Telefonseelsorge (0800 - 111 0 111 oder 0800 - 111 0 222) sind rund um die Uhr für dich erreichbar.

Weitere Hilfsangebote findest du hier: https://www.suizidprophylaxe.de/hilfsangebote/hilfsangebote/

Über den Author

Andreas

Ich bin Andreas, Gründer und Hauptblogger von "Mein Weg aus der Angst". Ich lebe mit Frau, Tochter und Hund in der Pfalz. Mehr Infos über mich kannst du hier nachlesen.

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