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Oktober 18, 2021

Selbstmordgedanken sind ein häufiges Symptom psychischer Erkrankungen. Hier erfährst du, worauf du achten solltest und was du dagegen unternehmen kannst.

In Deutschland liegt die Zahl der Suizide höher als die der Verkehrstoten. Bei Jugendlichen ist der Suizid sogar die zweithäufigste Todesursache. Nicht jeder, aber viele Menschen haben irgendwann im Laufe ihres Lebens einmal Selbstmordgedanken. Wenn du Selbstmordgedanken hast, solltest du wissen, dass du nicht allein bist.

Du solltest auch wissen, dass Selbstmordgedanken keine Charakterschwäche sind und nicht bedeuten, dass du verrückt oder schwach bist. Es bedeutet nur, dass du in deiner jetzigen Krise mehr Schmerz oder Traurigkeit empfindest, als du im Moment verkraften kannst. Suizidgedanken sind ein relativ häufiges Symptom von depressiven Erkrankungen. Zwar zeigt die Erfahrung, dass glücklicherweise die Mehrheit der Selbstmordgedanken nicht in die Tat umgesetzt werden, dennoch ist es wichtig, die Warnsignale zu kennen und frühzeitig Maßnahmen zur Prävention zu ergreifen.

Im Moment mag es so aussehen, als würde dein Unglücklichsein nie enden. Aber es ist wichtig zu wissen, dass du mit Hilfe deine Selbstmordgedanken überwinden kannst.

Suche sofort medizinische Hilfe, wenn du Selbstmordgedanken hegst. Wenn du nicht in der Nähe eines Krankenhauses bist, rufe am besten die Telefonseelsorge unter 0800 1110111 an. Dort gibt es geschulte Mitarbeiter, die 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche mit dir sprechen können.

In diesem Artikel erfährst du,

  • was du bei akuten Suizidgedanken am besten unternimmst bzw. nicht unternimmst,
  • was Risikofaktoren, Ursachen und Auslöser für Suizid(-gedanken) sind,
  • wie sich ein Suizid auf die Familie und die Angehörigen auswirken kann,
  • und wo du Hilfe und weiter Infos bekommen kannst.

Umgang mit Suizidgedanken

Denke daran, dass Probleme vorübergehend sind, aber eine Selbsttötung ist dauerhaft. Sich das Leben zu nehmen, um seinem Leid ein Ende zu setzen, ist niemals die richtige Lösung für eine Herausforderung, mit der du konfrontiert bist. Auch wenn du dich momentan gerade am tiefsten Punkt befindest und keinen Sinn mehr im Leben siehst.

Gib dir Zeit, damit sich die Umstände ändern und der Schmerz nachlässt, dann werden sich auch deine Selbstmordabsichten legen. In der Zwischenzeit solltest du die folgenden Schritte unternehmen, wenn du Selbstmordgedanken hast.

Beseitige den Zugang zu tödlichen Methoden des Selbstmords

Beseitige alle Schusswaffen, Messer oder gefährlichen Medikamente, wenn du befürchtest, dass du deine Selbstmordgedanken in die Tat umsetzen könntest.

Nimm Medikamente wie vorgeschrieben ein

Einige Antidepressiva können das Risiko von Selbstmordgedanken erhöhen, vor allem, wenn du sie zum ersten Mal nimmst. Du solltest deine Medikamente niemals absetzen oder deine Dosierung ändern, es sei denn, dein Arzt oder deine Ärztin rät dir dazu. Deine Selbstmordgedanken können sich verschlimmern, wenn du die Einnahme deiner Medikamente plötzlich abbrichst. Du könntest auch Entzugserscheinungen bekommen. Wenn du unter den Nebenwirkungen der Medikamente leidest, die du derzeit einnimmst, sprich mit deinem Arzt über andere Möglichkeiten.

Vermeide Drogen und Alkohol

Es kann verlockend sein, in schwierigen Zeiten zu illegalen Drogen oder Alkohol zu greifen. Das kann jedoch die Selbstmordgedanken verschlimmern. Es ist wichtig, diese Substanzen zu vermeiden, wenn du dich hoffnungslos fühlst oder an die Beendigung deines eigenen Lebens denkst.

Bleib hoffnungsvoll

Egal, wie schlimm deine Situation und alles zu sein scheint, du solltest wissen, dass es Wege gibt, mit den Problemen umzugehen, mit denen du konfrontiert bist. Viele Menschen haben Selbstmordgedanken gehabt und überlebt, nur um später sehr dankbar dafür zu sein. Die Chancen stehen gut, dass du deine Selbstmordgedanken überstehst, egal wie groß der Schmerz ist, den du im Moment empfindest. Habe Hoffnung und gib dir die Zeit, die du brauchst, und versuche nicht, es ganz alleine ohne fremde Hilfe zu schaffen.

Sprich mit jemandem

Du solltest niemals versuchen, deine Selbstmordgefühle allein zu bewältigen. Professionelle Hilfe und die Unterstützung von nahestehenden Personen kann es leichter machen, die Herausforderungen zu bewältigen, die zu Selbstmordgedanken führen. Es gibt auch zahlreiche Organisationen, Selbsthilfegruppen, Anlaufstellen und Ansprechpartner, die dir helfen können, mit Selbstmordgedanken umzugehen. Suche den Kontakt, denn sie können dir dabei helfen zu erkennen, dass Selbstmord nicht der richtige Weg ist, um mit belastenden Lebensereignissen umzugehen.

Achte auf die Warnzeichen

Arbeite mit deinem Arzt oder Therapeuten zusammen, um die möglichen Auslöser für deine Selbstmordgedanken zu erkennen. So kannst du die Anzeichen der Gefahr frühzeitig erkennen und entscheiden, welche Schritte du rechtzeitig unternehmen kannst. Es ist auch hilfreich, Familienmitglieder und Freunde über die Warnzeichen zu informieren, damit sie die Fakten kennen und wissen, wann du Hilfe brauchst.

Das Risiko eines Suizids

Nach Angaben der Suicide Awareness Voices of Education ist Selbstmord eine der häufigsten Todesursachen in den USA. Jedes Jahr sterben etwa 38.000 Amerikaner daran.

Es gibt nicht den einen Grund, warum jemand versucht, sich das Leben zu nehmen. Bestimmte Faktoren können jedoch das Risiko erhöhen. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand einen Selbstmordversuch unternimmt, ist höher, wenn er oder sie an einer psychischen Störung leidet.

Tatsächlich haben über 45 Prozent der Menschen, die durch Selbstmord sterben, zum Zeitpunkt ihres Todes eine psychische Erkrankung. Depressionen sind der größte Risikofaktor, aber auch viele andere psychische Erkrankungen können zum Selbstmord beitragen, darunter Bipolare Störungen, Depressionen, Angsterkrankungen, Posttraumatische Belastungsstörung und Schizophrenie.

Abgesehen von psychischen Erkrankungen können verschiedene Risikofaktoren zu Selbstmordgedanken beitragen. Zu diesen Risikofaktoren gehören:

  • Drogenmissbrauch
  • Inhaftierung
  • Suizidgedanken in der Familie
  • schlechte Arbeitsplatzsicherheit oder geringe Arbeitszufriedenheit
  • Missbrauch in der Vergangenheit oder ständiges Miterleben von Missbrauch
  • Diagnose einer schweren Krankheit, wie Krebs oder HIV
  • sozial isoliert oder Opfer von Mobbing sein
  • Suizidalem Verhalten ausgesetzt zu sein

Menschen mit einem höheren Risiko für Selbstmord sind:

  • Männer
  • Menschen über 45 Jahre
  • Weiße, amerikanische Indianer oder Ureinwohner Alaskas

Männer haben ein höheres Risiko, einen Selbstmordversuch zu unternehmen als Frauen, aber Frauen neigen eher zu Selbstmordgedanken. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit, dass ältere Männer und Frauen einen Selbstmordversuch unternehmen, höher als bei jungen Männern und Frauen.

Mögliche Ursachen für Selbstmord

Forscher wissen nicht genau, warum manche Menschen Selbstmordgedanken entwickeln. Sie vermuten, dass die Genetik einige Hinweise liefern könnte. Bei Menschen mit einer Selbstmordgeschichte in der Familie wurden häufiger Selbstmordgedanken festgestellt. Aber Studien haben einen genetischen Zusammenhang noch nicht bestätigt.

Abgesehen von der Genetik können auch schwierige Lebensumstände bei manchen Menschen zu Selbstmordgedanken führen. Eine Scheidung, der Verlust eines geliebten Menschen oder finanzielle Probleme können eine depressive Episode auslösen. Dies kann dazu führen, dass Menschen über einen Ausweg aus den negativen Gedanken und Gefühlen nachdenken.

Ein weiterer häufiger Auslöser für Selbstmordgedanken ist das Gefühl, isoliert zu sein oder von anderen nicht akzeptiert zu werden. Gefühle der Isolation können durch die sexuelle Orientierung, religiöse Überzeugungen und die Geschlechtsidentität verursacht werden. Diese Gefühle werden oft noch schlimmer, wenn es an Hilfe oder sozialer Unterstützung mangelt.

Der Werther-Effekt

Auch der Werther-Effekt kann, zeitlich gesehen, das Risiko für einen Selbstmord erhöhen. Der Werter-Effekt ist die Annahme, dass ein Selbstmord, über den in den Medien berichtet wird, die Suizidrate erhöht.

Die Auswirkungen eines Suizids auf Angehörige

Ein Selbstmord wirkt sich auf alle Personen im Leben des Opfers aus, und die Nachwehen sind oft noch jahrelang zu spüren. Schuldgefühle und Wut sind häufige Emotionen, da sich die Angehörigen oft fragen, was sie hätten tun können, um zu helfen. Diese Gefühle können sie für den Rest ihres Lebens plagen.

Auch wenn du dich jetzt allein fühlst, solltest du wissen, dass es viele Menschen gibt, die dich in dieser schwierigen Zeit unterstützen können. Egal ob es sich um einen engen Freund, ein Familienmitglied oder einen Arzt handelt, sprich mit jemandem, dem du vertraust. Diese Person sollte bereit sein, dir mit Mitgefühl und Akzeptanz zuzuhören. Wenn du nicht mit jemandem, den du kennst, über deine Probleme sprechen möchtest, dann rufe bei der Telefonseelsorge an unter 0800 1110111. Jeder Anruf ist anonym und es stehen dir jederzeit psychologische Beraterinnen und Berater zur Verfügung.

Hilfe bei Selbstmordgedanken bekommen

Wenn du mit einem Arzt über deine Erkrankung sprichst, triffst du auf eine mitfühlende Person, die in erster Linie daran interessiert ist, dir zu helfen. Dein Arzt wird dich nach deiner Krankengeschichte, deiner Familiengeschichte und deiner persönlichen Geschichte fragen. Er wird dich auch nach deinen Selbstmordgedanken fragen und wie oft du sie hast. Deine Antworten können ihm helfen, mögliche Ursachen für deine Selbstmordgedanken zu ermitteln.

Dein Arzt kann bestimmte Tests durchführen, wenn er vermutet, dass eine psychische Krankheit oder ein medizinischer Zustand die Ursache für deine Selbstmordgedanken ist. Die Testergebnisse können ihm dabei helfen, die genaue Ursache zu ermitteln und die beste Behandlungsmethode zu bestimmen.

Wenn sich deine Selbstmordgedanken nicht durch ein gesundheitliches Problem erklären lassen, kann dich dein Arzt zu einem Therapeuten überweisen. Wenn du dich regelmäßig mit einer Therapeutin oder einem Therapeuten triffst, kannst du lernen deine Gefühle offen zu äußern und alle Probleme besprechen.

Im Gegensatz zu Freunden und Familie ist dein Therapeut ein objektiver Fachmann, der dir wirksame Strategien zur Bewältigung von Selbstmordgedanken vermitteln kann. Es gibt dir möglicherweise auch ein gewisses Maß an Sicherheit, wenn du mit einem Berater für psychische Gesundheit sprichst. Da du sie nicht kennst, kannst du ehrlich über deine Gefühle sprechen, ohne Angst zu haben, jemanden zu verärgern.

Gelegentliche Gedanken, dem Leben zu entfliehen, gehören zum Menschsein dazu, aber ernsthafte Selbstmordgedanken müssen behandelt werden. Wenn du derzeit an die Möglichkeit eines Selbstmords denkst, hol dir sofort Hilfe.

Suizidprävention

Wenn du denkst, dass jemand in unmittelbarer Gefahr ist, sich selbst oder eine andere Person zu verletzen:

  1. Ruf den Notruf 112 oder deine örtliche Notrufnummer an.
  2. Bleib bei der Person, bis Hilfe eintrifft.
  3. Entferne alle Waffen, Messer, Medikamente oder andere Dinge, die Schaden anrichten könnten.
  4. Höre zu, aber urteile nicht, streite nicht, drohe nicht und schreie nicht.

Wenn du oder jemand, den du kennst, über Selbstmord nachdenkt, wende dich an eine Krisen- oder Selbstmordpräventionshotline. Versuche es bei der Telefonseelsorge unter 0800 1110111.

Fazit: Suizid ist keine Lösung

Wenn du Selbstmordgedanken hast, ist es wichtig, dass du dir zuerst versprichst, dass du nichts unternimmst, bis du Hilfe suchst. Viele Menschen haben Selbstmordgedanken gehabt und überlebt, nur um später sehr dankbar dafür zu sein.

Sprich auf jeden Fall mit jemandem, wenn du Schwierigkeiten hast, mit deinen Selbstmordgedanken allein fertig zu werden. Indem du dir Hilfe suchst, kannst du erkennen, dass du nicht allein bist und dass du diese schwierige Zeit durchstehen kannst.

Es ist auch wichtig, mit deinem Arzt oder deiner Ärztin zu sprechen, wenn du vermutest, dass eine Depression oder eine andere psychische Erkrankung für deine Selbstmordgedanken verantwortlich ist. Dein Arzt kann dir eine Behandlung verschreiben und dich an einen zugelassenen Berater verweisen, der dir helfen kann, die Herausforderungen deiner Krankheit zu bewältigen.

Mit Hilfe von Therapie und Medikamenten ist es vielen ehemals suizidgefährdeten Frauen und Männern gelungen, ihre Selbstmordgedanken zu überwinden und ein erfülltes, glückliches Leben zu führen.

Selbstmordgedanken?

Falls du akut Hilfe brauchst: Anlaufstellen wie die Telefonseelsorge (0800 - 111 0 111 oder 0800 - 111 0 222) sind rund um die Uhr für dich erreichbar.

Weitere Hilfsangebote findest du hier: https://www.suizidprophylaxe.de/hilfsangebote/hilfsangebote/

Über den Author

Andreas

Ich bin Andreas, Gründer und Hauptblogger von "Mein Weg aus der Angst". Ich lebe mit Frau, Tochter und Hund in der Pfalz. Mehr Infos über mich kannst du hier nachlesen.

Ich bin Andreas, Gründer und Hauptblogger von "Mein Weg aus der Angst". Ich lebe mit Frau, Tochter und Hund in der Pfalz. Mehr Infos über mich kannst du hier nachlesen.

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