Wirkung, Nebenwirkung & Co von Sertralin (Zoloft)
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Sertralin (Zoloft): Wirkung, Nebenwirkung und Co

Laut einer aktuellen Studie wirkt das Antidepressivum Sertralin (Markenname: Zoloft) bereits in den ersten 6 Wochen gegen Ängste - gegen Depressionen allerdingst nicht so stark bzw. erst später.

Sertralin ist ein Antidepressivum, das zur Klasse der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer gehört (englisch: SSRI = Selective Serotonine Reuptake Inhibitor). In der Folge ist mehr Serotonin verfügbar und dieses Mehr an Serotonin soll dabei helfen, die Stimmung zu verbessern und die Depression in Schach zu halten.

Das angstlösende Arzneimittel wird nicht nur gegen Depressionen, sondern oft auch bei Angststörung, Panikattacken, Zwangsgedanken im Rahmen einer Zwangsstörung und bei posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS) eingesetzt. Auch bei sozialer Phobie ist Sertralin eine Option.

Informiere Dich hier umfassend, welche Wirkung Du von der Einnahme von Sertralin erwarten kannst und welche Nebenwirkungen erfahrungsgemäß auf dich zukommen.

Allgemeines zu Sertralin

Sertralin soll gegen Depressionen, Angststörungen und Zwangsstörungen wirksam sein und dabei weniger bzw. schwächere Nebenwirkungen als ältere Antidepressiva haben – zumindest, wenn man den Pharma-Herstellern Glauben schenkt. Meiner Meinung nach hängt es eher individuell von dem einzelnen Patienten ab, welches Antidepressivum in welcher Dosis bestimmte Nebenwirkungen hervorruft.

Neue Studie zur Wirkung von Sertralin gegen Angst

Eine neue Studie (9), die gerade im Oktober 2019, veröffentlicht wurde, behauptet sogar, dass Sertralin in erster Linie Ängste lindert und nicht Depressionen. Hier kannst Du mehr erfahren.

Die Sertralin-Tabletten gibt es in unterschiedlichen Dosierungen, sind jedoch alle verschreibungspflichtig – wie eigentlich alle Antidepressiva. Das bedeutet auch, dass die Kosten für Sertralin von den Krankenkassen übernommen werden. Du musst – als Kassenpatient – also nur den üblichen Preis von 5 Euro pro Medikament bezahlen.

Es gibt Sertralin auch als Tropfen, genauer gesagt als Konzentrat, mit dem man eine Lösung herstellen kann, die dann als Tropfen eingenommen werden kann. Diese Form der Einnahme eignet sich insbesondere für geringere Dosierungen, z.B. beim Einschleichen oder beim Ausschleichen bzw. Absetzen von Sertralin.

Sertralin ist übrigens auch als Markenname Zoloft von der Firma Pfizer auf dem Markt. Mittlerweile gibt es aber viele weitere Hersteller, die Sertralin anbieten, darunter: aurobindo pharma, basics pharma, heumann, Mylan Dura und bestimmt noch viele weitere, die an dem großen Markt mitverdienen möchten.

Kontraindikationen: wer darf Sertralin einnehmen – und wer nicht?

Sertralin (Zoloft) kann von Erwachsenen gegen Depressionen, Angststörungen oder Zwangsstörungen eingenommen werden, außerdem bei Posttraumatischen Belastungsstörungen.

Für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 17 Jahren ist Sertralin nur für Zwangsstörungen vorgesehen.

In folgenden Fällen könnte die Einnahme von Sertralin gefährlich und somit kontraindiziert sein. Spreche mit Deinem Arzt, falls einer der folgenden Fälle auf dich zutrifft:

  • Falls Du auf Sertralin oder andere Medikamente allergisch reagierst oder schonmal reagiert hast.
  • Falls Du unter Herzproblemen leidest, denn Sertralin kann deinen Puls erhöhen und auch das EKG verändern.
  • Hast Du in letzter Zeit ein anderes Antidepressivum genommen? Bei manchen seltenen Antidepressiva kann es zu Wechselwirkungen kommen, selbst wenn die Einnahme schon einige Wochen her war.
  • Planst Du, schwanger zu werden? Bist du bereits schwanger oder stillst Du?
  • Hast Du ein Glaukom (Augenerkrankung)? Sertralin kann nämlich den Augendruck erhöhen.
  • Leidest Du unter Epilepsie oder bekommst Du eine Elektroschock-ähnliche Therapie? Sertralin könnte nämlich das Risiko erhöhen, einen Anfall zu erleiden.
  • Leidest Du unter Diabetes? Sertralin kann zu Blutzuckerschwankungen führen und die Therapie des Diabetes somit erschweren. Deswegen solltest Du deinen Blutzuckerspiegel engmaschiger überwachen – zumindest in den ersten Wochen der Einnahme von Sertralin.

Die Wirkung von Sertralin

Wie wirkt Sertralin?

Die Wirkung von Sertralin (Zoloft) beruht angeblich darauf, dass die Verfügbarkeit des Neurotransmitters, das ist ein Botenstoff im Gehirn, erhöht wird. Serotonin wird oftmals auch als Glückshormon bezeichnet.

Eine Depression wird oftmals so verstanden, dass im Gehirn ein Mangel an Serotonin vorliegt. Da wäre es nur logisch, diesen mittels Antidepressiva zu beheben. In der Realität liegen aber oftmals ganz andere Gründe vor, die aber eben nicht so leicht mit einer Pille zu beheben sind.

Auch wenn die Erhöhung von Serotonin meist als Wirkmechanismus genannt wird – wissenschaftlich belegt ist diese Aussage nicht. Es handelt sich hier wohl vielmehr um einen großen Marketingtrick der Pharma-Industrie.

Die Wirksamkeit von Sertralin und Antidepressiva im Allgemeinen

Andererseits kann man auch nicht leugnen, dass eine gewisse Wirksamkeit von Antidepressiva gegeben ist, sei es nun Sertralin oder ein anderes Antidepressivum.

In der Realität scheint die Sache allerdings so auszusehen: einige Antidepressiva wirken bei einigen Patienten mit bestimmten Krankheitsbildern. Die gleichen Antidepressiva, die beim einen wirken, sind beim anderen wirkungslos. Und bei einem Patienten wirkt das eine Antidepressivum, ein anderes wiederum nicht.

Sicherlich gibt es bestimmte Eigenschaften wie antriebssteigernd, schlaffördernd, beruhigend, angstlösend, die helfen, für einen Patienten mit einem konkreten Beschwerdebild eine Vorauswahl zu treffen. Danach heißt es leider: Ausprobieren und Abwarten.

Übrigens: falls Du mehr über Antidepressiva im Allgemeinen erfahren möchtest, kannst Du meinen Artikel hier lesen.

Der Wirkungseintritt oder: wann wirkt Sertralin endlich (angstlösend)?

Ich habe das selbst mehrmals in psychiatrischen Kliniken mitbekommen. Da liegen Patienten bis zu 6 Wochen lang rum, kämpfen mit den Nebenwirkungen und ihrer Depression – nur um nach 6 Wochen festzustellen, dass das Antidepressivum doch nicht angeschlagen hat. 6 Wochen – das ist die Zeit, die man in der Schulmedizin heutzutage einem Antidepressivum Zeit gibt, bis es wirken kann.

Dies gilt auch für Sertralin: erste positive Wirkungen können sich schon nach einigen Tagen abzeichnen. Die volle Wirksamkeit entfaltet sich aber erst nach 2-3 Wochen, und in manchen Fällen leider eben auch erst nach 6 Wochen.

Einnahme und Dosierung von Sertralin

Sertralin (Zoloft) wird einmal täglich eingenommen. Ob morgens, abends oder mittags ist dabei egal. Hauptsache, du nimmst sie regelmäßig immer zum gleichen Zeitpunkt ein.

Es empfiehlt sich eine Einnahme zum Essen, ist aber nicht zwingend erforderlich. Mein Rat: nimm es am besten gleich morgens zum Frühstück oder abends vor dem Schlafengehen ein. Zur Mittagszeit ist man ja doch öfters unterwegs. Da kann man die Tabletten schonmal vergessen und man möchte ja auch nicht jedem zeigen, dass man ein Antidepressivum einnimmt.

Welche Sertralin-Dosis ist die richtige?

Die gängigste Dosis bei Erwachsenen ist 50 mg täglich. Diese kann, falls erforderlich, auf bis zu 200 mg täglich aufdosiert werden. Die häufigsten Dosierungen sind demnach 25 mg, 50 mg,  75 mg, 100 mg, 150 mg und 200 mg als Höchstdosis. Man erhöht die Dosis im Allgemeinen so lange bis max. 200 mg, bis die Wirkung ausreichend und zufriedenstellend ist.

Zunächst einmal ist es aber wichtig, mit einer niedrigen Dosis zu beginnen. Diese ist üblicherweise 25 mg.

Manche Menschen reagieren jedoch bei dieser Dosis schon mit starken Nebenwirkungen. Meiner Meinung nach bedeutet das nicht unbedingt, dass Du Sertralin nicht verträgst. Es kann sein, dass deine Leber das Medikament langsamer abbaut als andere Menschen, so dass Du einfach eine kleine Dosis benötigst.

So wie Du langsam mit einer kleinen Dosis anfängst, finde ich es genauso wichtig, die Dosierhöhungen vorsichtig anzugehen. Denn auch hier lauern wieder verstärkte Nebenwirkungen, die dich aber nicht abschrecken sollen. Ich finde,  man sollte lieber nochmals eine Zwischendosis einlegen, anstatt ganz aufzugeben. Viele Psychiater haben hier leider kein gutes Fingerspitzengefühl.

Falls Du Probleme mit Deiner Leber, z.B. erhöhte Leberwerte, hast, solltest Du nicht die Höchstdosis nehmen und deine Leberwerte engmaschig kontrollieren lassen, um Langzeitschäden zu vermeiden.

Bei Kindern im Alter zwischen 6 und 12 Jahren liegt die Standarddosis zwischen bei 25 mg pro Tag. Diese Dosis kann bis zu 50 mg täglich gesteigert werden.

Bei Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 17 Jahren ist die Standarddosis wie bei Erwachsenen 50 mg pro Tag und kann hier auch bis maximal 200 mg pro Tag erhöht werden – falls erforderlich.

Wenn Du die Einnahme mal vergessen hast

Falls Du gelegentlich mal eine Tablette vergisst, ist das kein Problem. Du solltest aber nicht versuchen, dies am nächsten Tag nachzuholen und dann die doppelte Dosis einnehmen. Auf keinen Fall, das ist keine gute Idee. Du wirst verstärkt unter Nebenwirkungen leiden.

Am besten stellst Du Dir einen Alarm im Handy, falls Du dazu neigst, die Einnahme Deiner Tabletten zu vergessen.

Wenn Du zu viel genommen hast

Inwiefern es zu einer Überdosierung kommt, ist ganz individuell. Bei folgenden Symptomen solltest Du jedoch schnellstmöglich den Rettungsdienst rufen:

  • Wenn Du erbrechen musst
  • Bei Zittern
  • Wenn du ganz schläfrig wirst
  • Bei Schwindelgefühlen
  • Bei Herzrasen oder Herzrhythmusstörungen
  • Bei einem Krampfanfall

Denn diese Symptome deuten auf eine Überdosis hin. Am besten Du nimmst die Medikamentenpackung mit dem Beipackzettel mit.

Nebenwirkungen von Sertralin

Wie bei allen Arzneimitteln, insbesondere bei Antidepressiva, kann es auch bei Sertralin (Zoloft) zu gewissen Nebenwirkungen kommen.

Dauer der Nebenwirkungen

Wie lange muss ich mit den Nebenwirkungen rechnen?

Gerade in der Anfangsphase, also in den ersten Tagen und ersten beiden Wochen, sind Nebenwirkungen bei Antidepressiva eher die Regel als die Ausnahme.

Man kann dem entgegenbeugen, indem man eine besonders geringe Startdosis wählt, dann muss man möglicherweise aber auch länger auf den Wirkungseintritt warten. Also gilt es hier, einen guten Kompromiss zu finden.

Die Erfahrungen zeigen: die meisten Nebenwirkungen von Sertralin werden schwächer, je länger Du das Antidepressivum einnimmst.

Bei einigen Patienten mit Angststörungen und Panikattacken kann es sogar vorkommen, dass in der Anfangsphase der Behandlung mit Sertralin die Ängste zunehmen – in der Homöopathie würde man von Erstverschlimmerung sprechen.

Auch diese Zeit geht vorüber, dennoch solltest Du mit Deinem Arzt darüber sprechen, falls dies bei Dir der Fall ist. Eine geringere Startdosis und kleinere Dosiserhöhungen könnten auch hier die Lösung sein.

„Normale“ Nebenwirkungen

Die häufigsten Nebenwirkungen sind solche, die im Schnitt bei mindestens 1 von 100 Patienten eintreten. Hierzu gehören:

  • Übelkeit
  • Müdigkeit und Schwäche
  • Kopfschmerzen
  • Schlaflosigkeit bzw. Schlafprobleme (Einschlafen oder Durchschlafen)
  • Durchfall oder allgemein Verdauungsstörungen
  • Trockener Mund
  • Schwindelgefühl
  • Mangelnde Libido
  • Sexualstörungen, z.B. Erektionsstörungen beim Mann
  • Vermehrtes Schwitzen

Spürst Du solche Nebenwirkungen, kannst Du das Medikament weiter einnehmen. Sprich jedoch Deinen Arzt an, falls es nicht besser wird.

Dass Erektionsstörungen nicht immer "schlecht sein müssen", muss hier aber auch mal gesagt werden: Jörg T., ein Leser, hat mich per E-Mail darauf aufmerksam gemacht.

Hallo Andreas.
Ich habe deine Erfahrungen über und mit Sertralin gerne gelesen und kann alles so unterschreiben, bis auf eine Sache.
Ich möchte gerne hiermit den Männern, welche Sertralin einnehmen sollen, die Angst vor Erektionsstörung nehmen. Natürlich kann es dazu kommen, wie bei jedem Antidepressivum, es kann aber auch das genaue Gegenteil passieren. Klingt erstmal suspekt, ist aber tatsächlich so. Erektionsproblem heißt nicht zwangsläufig, dass es nicht mehr funktioniert, sondern auch, dass es sehr gut geht. Seitdem ich Sertralin nehme, wie soll ich sagen...meine Frau ist nicht enttäuscht darüber. Es kann -Betonung auf "kann"- zu verspätetem Samenerguss kommen, dafür kann 'Mann' aber länger. Ich muss aber auch sagen, dass ich Sertralin nehmen würde, wenn nicht so wäre, denn es hilft mir sehr. Was nutzt die beste Erektion, wenn der Kopf nicht mitspielt. Was einem Wichtiger ist, muss jeder für sich entscheiden.
Mach weiter so, mit deinem Blog...großartig.
Alles Gute
Jörg T.

Schwerwiegendere Nebenwirkungen

In weniger als 1% aller Fälle kann es zu einer problematischeren Nebenwirkung kommen, z.B.:

In jedem dieser Fälle solltest Du unbedingt schnellstmöglich den Rettungsdienst alarmieren.

  • Schmerzen oder Druck in der Brust
  • Atemnot
  • Starker Schwindel oder Ohnmacht
  • Schmerzhafte Erektionen, die stundenlang anhalten (kein Witz) – auch ohne Sex zu haben
  • Blutungen jeglicher Art, die nicht oder schwer zu stillen sind: z.B. Nasenbluten oder Schnittverletzungen

Bei den folgend geschilderten Nebenwirkungen solltest Du möglichst schnell einen Arzt aufsuchen:

  • Starke Kopfschmerzen, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, keinen klaren Gedanken fassen können, Schwäche, Anfälle, Gleichgewichtsstörungen – dies könnten alles Anzeichen eines zu niedrigen Natrium-Blutspiegels sein.
  • Suizidgedanken oder autoaggressive Gedanken (an Selbstverletzung)
  • Überschwängliche Gefühle der Euphorie, übertriebener Enthusiasmus, starke Aufregung oder Unruhe, so dass man nicht mehr still sitzen kann.
  • Gelbverfärbung von Haut und/oder Augen, die auf Leberprobleme hindeuten
  • Erbrechen von Blut oder dunkles Erbrochenes, Husten von Blut, Blut im Urin, schwarzverfärbter oder rötlicher Stuhlgang – alles möglich Anzeichen von Blutungen im Darmbereich
  • Zahnfleischbluten oder Blutergüsse, die grundlos erscheinen oder größer werden

Bei den folgenden Problemen mache bitte einen Termin beim Arzt aus:

  • Veränderung in deinem Monatszyklus: z.B. verstärkte Blutungen, Zwischenblutungen, Schmierblutungen etc.
  • Auswirkungen auf das Gewicht: starke ungewollte Gewichtszunahme oder Gewichtsabnahme (Gewichtsverlust)

Allergische Reaktionen

In seltenen Fällen kann es zu allergischen Reaktionen kommen, die schlimmstenfalls durch einen anaphylaktischen Schock tödlich enden können.

Deswegen suche sofort einen Arzt auf oder rufe den Rettungswagen, wenn:

  • Du eine plötzlich auftretende Hautveränderung bemerkst wie Rötung, Schwellung, starker Juckreiz oder schälende Haut
  • Wenn du Hustenreiz mit Atemnot bekommst (Keuchen)
  • Wenn Du ein Engegefühl im Hals und/oder in der Brust bemerkst
  • Wenn Du Atemnot hast und dadurch Probleme mit dem Sprechen bekommst
  • Wenn Dein Mund, Dein Gesicht, Deine Lippen oder Deine Zunge beginnt zu schwellen.

Das sind alles Anzeichen einer starken allergischen Reaktion und deswegen als Notfall einzustufen.

Es gibt noch weitere Nebenwirkungen. Eine vollständige Liste findest Du in der Packungsbeilage, also im Beipackzettel.

Was Du bei einigen Nebenwirkungen selbst machen kannst

Nicht bei allen, aber bei einigen Nebenwirkungen kannst Du selbst etwas tun, um sie zu vermeiden oder abzuschwächen.

  • Übelkeit: Versuche, Sertralin zusammen mit Essen einzunehmen. Vermeide zusätzlich stark gewürztes oder scharfes Essen.
  • Kopfschmerzen: ruhe Dich aus und trinke viel Wasser. Verzichte auf Alkohol. Lass Dir gegen die Kopfschmerzen was verschreiben, z.B. Aspirin. Kopfschmerzen sollten längsten eine Woche anhalten. Falls nicht, sprich deinen Arzt an.
  • Schlafstörungen: nimm Sertralin gleich am frühen Morgen ein.
  • Müdigkeit: nimm Sertralin am Abend ein und verzichte auf Alkohol. Vermeide Autofahren oder das Bedienen von Maschinen in der Zeit der Müdigkeit.
  • Durchfall: trinke genügend Wasser, damit Du nicht dehydrierst. Ein Dehydrieren erkennst Du daran, dass Du seltener pinkeln musst und das Urin dunkler wird und strenger riecht. Medizin gegen Durchfall solltest Du nur in Absprache mit dem Arzt einnehmen.
  • Trockener Mund: versuch es mal mit Kaugummikauen
  • Schwindel: lege Dich bei akuten Schwindelattacken hin.
  • Müdigkeit und Schwäche: ruh Dich aus und lege dich hin. Verzichte auf Alkohol, der die Müdigkeit verstärken kann. Verzichte ebenso darauf, Auto zu fahren oder Maschinen zu bedienen.

Schwangerschaft und Stillen

Die Einnahme von Sertralin während der Schwangerschaft bedeutet ein erhöhtes Risiko für das ungeborene Kind. Deswegen ist es sicherlich keine gute Idee, während der Schwangerschaft mit der Einnahme von Sertralin zu beginnen.

Was aber ist, wenn Du Sertralin schon längere Zeit einnimmst und bemerkst, dass Du schwanger bist?

Hier gilt es erstmal Ruhe zu bewahren, um dann Vor- und Nachteile beider Möglichkeiten abzuwägen:

  • Die weitere Einnahme bedeutet ein leicht erhöhtes Risiko für Dein Baby. Sprich mit Deinem Arzt darüber, was das im Einzelnen bedeutet.
  • Das Absetzen von Sertralin während der Schwangerschaft verringert diese Risiken. Es ist aber unklar, wie Du und deine Depression darauf reagieren.

Hier kann keine klare Empfehlung gegeben werden. Du solltest mit Deinem Arzt, aber auch mit Deinem Partner beide Varianten besprechen und dann eine Entscheidung treffen.

Stillen mit Sertralin?

Sertralin ist angeblich das Antidepressivum, welches noch am ehesten mit der Stillzeit verträglich ist. Dennoch kann der Wirkstoff von Sertralin, der in kleinen Mengen auch in die Muttermilch übergeht, in einigen Fällen zu Nebenwirkungen beim Baby führen.

 Da die Muttermilch aber so ungemein wichtig für die Neugeborenen ist, ist man heute der Meinung, besser mit Sertralin zu stillen als gar nicht zu stillen. Falls Du bemerkst, dass Dein Baby nicht (mehr) so gut trinkt oder übermäßig müde ist oder wenn Du sonst irgendwelche Bedenken hast, solltest Du ebenfalls mit deinem Arzt darüber sprechen.

Wechselwirkungen von Sertralin mit anderen Medikamenten

Einige Arzneimittel können eine Wechselwirkung mit Sertralin verursachen mit der Folge, dass vermehrt oder verstärkt Nebenwirkungen auftreten können. Zu solchen Medikamenten zählen:

  • Jegliche Arznei, welche den Herzschlag beeinflusst – denn auch Sertralin kann deinen Herzschlag, also deinen Puls, erhöhen.
  • Jegliche Medikamente, die ebenfalls gegen Depressionen wirken. Einige Depressiva können in Kombination mit Sertralin zu erhöhtem Blutdruck führen, selbst wenn sie schon einige Wochen lang abgesetzt wurden.

Eine Wechselwirkung mit der empfängnisverhütenden Pille scheint im Übrigen, wie von einigen befürchtet, nicht gegeben zu sein (5).

Vorsicht bei Kombination mit NSAID

Bei der Kombination mit Schmerzmitteln aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAID) ist jedoch Vorsicht geboten. Hierzu zählen u.a. Ibuprofen und Diclofenac. Es gibt Hinweise, für ein verstärktes Risiko für Magenblutungen (6). Deswegen bei Einnahme von Sertralin besser beispielsweise zu Paracetamol als Schmerzmittel greifen (7).

Kombination mit pflanzlichen Mitteln (Heilpflanzen)

Hier ist in erster Linie das Johanniskraut zu nennen, das für seine Wechselwirkungen mit vielen Medikamenten bekannt ist. Auch Sertralin ist hiervon betroffen. Die Folge wären verstärkte Nebenwirkungen bis hin zum Serotonin-Syndrom.

Sertralin wieder absetzen

Bevor du überhaupt daran denkst, Sertralin abzusetzen, solltest Du dich mindestens 6 Monate lang richtig gut gefühlt haben. Sprich: du solltest symptomfrei gewesen sein.

Um Absetzerscheinungen bzw. Entzugserscheinungen zu vermeiden und beim Absetzen von Sertralin schließlich erfolgreich zu sein, solltest Du schrittweise vorgehen (=Ausschleichen). Wenn du Sertralin – das gleiche gilt für andere Antidepressiva – abrupt absetzt, wirst Du höchstwahrscheinlich mit folgenden Absetzsymptomen zu tun bekommen:

  • Schwindelgefühle
  • Übelkeit
  • Kribbeln (oder ähnliches) in Händen und Füßen
  • Schlafprobleme
  • Verstärkte Unruhe und/oder Ängstlichkeit
  • Kopfschmerzen
  • Zittern

Auch wenn man bei Antidepressiva nicht von einer Abhängigkeit spricht (wie beispielsweise bei Benzodiazepinen), so ist dein Körper und Gehirn doch an das Antidepressivum gewöhnt. Und du musst deinem Körper die nötige Zeit geben, sich auch wieder daran zu gewöhnen, dass er in Zukunft kein Sertralin mehr bekommt.

Erfahrungen mit Sertralin

Ich persönlich habe keine Erfahrung mit Sertralin. Denn ich habe eine Zeitlang Citalopram, später dann Escitalopram (Cipralex), teilweise in Kombination mit Mirtazapin eingenommen. Für kurze Zeit hatte ich auch mal Opipramol ausprobiert.

Deswegen kann ich für dieses Antidepressivum leider keinen Erfahrungsbericht schreiben und muss Dich leider auf diverse Foren verweisen, in denen Du sowohl positive wie auch negative Erfahrungsberichte lesen können wirst.

Falls Du an einer pflanzlichen Alternative interessiert bist, kann ich Dir noch CBD-Öl empfehlen, mit dem ich beste Erfahrungen gemacht habe und immer noch mache. Meinen Erfahrungsbericht zu CBD kannst Du hier nachlesen.

Fazit: Sertralin als erste Wahl bei Angststörungen

Sertralin, welches auch als Zoloft bekannt ist, gehört als Antidepressivum zur Klasse der Serotonin-Wiederaufnahmehemmer. Auch wenn der genaue Wirkmechanismus von Sertralin (wie auch von allen anderen Antidepressiva) unklar ist, so scheint doch die Erhöhung von Serotonin in irgendeinerweise eine Rolle zu spielen.

Wie bei anderen Antidepressiva kann es auch bei Sertralin eine Weile dauern, bis eine Linderung Deiner Beschwerden eintritt. Hervorzuheben ist, dass Sertralin im Vergleich zu anderen Antidepressiva besonders gut und schnell gegen Angstzustände zu wirken scheint - zumindest laut einer aktuell durchgeführten Studie. Dies ist für alle Angstgeplagten, die unter Generalisierter Angststörung oder Panikattacken leiden, vielversprechend und macht - meiner Meinung nach - Sertralin zur ersten Wahl, wenn man denn zu einem Antidepressivum greifen möchte. Man sollte dennoch nicht vergessen, dass die Wirkung eines Antidepressivums bei jedem auch individuell ausfällt, so dass es letztendlich keine Garantie gibt, dass eine bestimmte Wirkung eintritt.



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