Soziale Phobie überwinden: keine Angst mehr vor Menschen
Mein Weg aus der Angst
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So kannst Du Deine Angst vor Menschen (Sozialphobie) überwinden

Menschen sind soziale Wesen. Ohne Kontakte zu unseren Mitmenschen vereinsamen wir.

Doch für manche Menschen ist das Miteinander qualvoll. Sie fühlen sich durch soziale Begegnungen so gestresst, dass sie häufig sogar mit Panikattacken reagieren.

Soziale Phobien gehören zu den Angststörungen, die oft bereits im Kindesalter beginnen. Informiere Dich hier über die Sozialphobie und wie Du sie überwinden kannst.

Was ist eine Sozialphobie genau?

Die meisten von uns kennen schüchterne Momente: Wenn wir neue Mitmenschen treffen, fühlen wir uns schnell etwas beklemmt. Schließlich wollen wir einen guten Eindruck machen und uns von unserer Schokoladenseite präsentieren. Aber wir sind ‚Herdentiere’. Wenige Dinge motivieren uns so stark, wie mit anderen Personen Kontakte zu knüpfen (1).

Menschen mit Sozialphobie fühlen sich von diesen Situationen jedoch hoffnungslos überfordert. Die soziale Angst macht es ihnen fast unmöglich, neue Kontakte zu knüpfen. Deshalb tun sie sich schwer, Zugehörigkeitsgefühle zu entwickeln. Diese sind jedoch wichtig für unser Selbstwertgefühl. Ohne die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft ist es schwierig, einen Sinn im Leben zu sehen (2).

Klassifikation ICD-10 F40.1

Die Weltgesundheitsorganisation gibt Sozialphobie in der internationalen Klassifikation ICD-10 den Code F40.1 (3). Gemäß dieser Definition führt niedriges Selbstwertgefühl gepaart mit Furcht vor Kritik dazu, dass Menschen mit sozialen Angststörungen bei mitmenschlichen Kontakten mit Erröten, Zittern und übermäßigem Schwitzen reagieren. Die Reaktionen können sich bis zu regelrechten Panikattacken steigern. Mehr Infos zu Panikattacken findest Du in meinem separaten Artikel.

Deshalb vermeiden Sozialphobiker  alle Situationen, die mit prüfender Betrachtung durch andere Menschen verbunden sein könnten. Die Angst vor Menschen, die Angst vor Nähe und die Angst vor sozialen Kontakten führt dazu, dass sich Menschen mit einer sozialen Angststörung isolieren. Ihr verzerrtes Selbstbild hat dabei oft zur Folge, dass sie die Symptome der Angst als ihr Problem betrachten, nicht die soziale Angst selbst. So empfinden Sie Schwitzen oder Erröten als problematischer als die Angst an sich.

Bekannt seit der klassischen Antike: die Angst vor Menschen

Soziale Angst und Angststörungen sind keine Erfindung der Neuzeit – obwohl der Begriff Sozialphobie aus dem Jahr 1965 stammt (4). Bereits Hippocrates, Cicero und Seneca betrachteten Angststörungen als Krankheit (5). Mittlerweile gilt der Begriff soziale Phobie oder Sozialangst als veraltet. Fachleute nennen diese psychische Krankheit heute soziale Angststörung (6).

Die soziale Angst macht sich vor allem bei drei Arten von Situationen bemerkbar, bei denen folgende Kriterien eine Rolle spielen:

  1. Interaktion
  2. Beobachtung
  3. Leistung

Von Prüfungen über Gespräche in Gruppen bis zum Einkaufen: Für Menschen mit einer sozialen Angststörung wird praktisch alles zur Qual, was sich außerhalb der Sicherheit der eigenen Familie oder den eigenen vier Wänden abspielt.

Angst vor Nähe = Beziehungsprobleme

Beziehungsprobleme sind an der Tagesordnung, weil die Angst vor Nähe natürliches Verhalten kaum zulässt. Können Sozialphobiker eine bestimmte Situation nicht umgehen, zermürben sie sich manchmal bereits Wochen vorher mit Sorgen und Ängsten. Das erschwert natürlich das Leben für Angehörige enorm.

Kognitives Modell von Clark Wells

Die britischen Psychologen David Clark und Adrian Wells haben 1995 ein Modell veröffentlicht, das sogenannte Clark Wells kognitive Modell für soziale Angststörung. Kognitiv bedeutet in erster Linie das Wahrnehmen, Erkennen und Denken betreffend. Demnach sind bestimmende Merkmale für Sozialphobiker verschiedene Arten von Sicherheitsverhalten in sozialen Situationen, die sie nicht vermeiden können.

Sie blicken beispielsweise auf den Boden, um anderen Menschen nicht in die Augen sehen zu müssen. Manchmal wirkt sich das Sicherheitsverhalten auch kontraproduktiv aus, etwa, wenn sie die Arme andrücken, damit andere Menschen ihr Schwitzen nicht bemerken. Dieses Andrücken führt jedoch dazu, dass sie noch mehr schwitzen.

Typisch ist auch, dass Sozialphobiker ihre negative Wirkung auf andere Menschen überschätzen. Nach einer sozialen Begegnung wiederkäuen sie das Ereignis ausgiebig, wobei sie ihre sozialen Fähigkeiten immer als unzureichend bewerten. Das erschwert natürlich zukünftige Begegnungen (7).

Schwierige Diagnose

Die Diagnose von sozialer Phobie ist enorm wichtig, denn Symptome dieser Angststörung lassen sich oft bereits bei Kindern entdecken. Ist ein Kind nun nur sehr schüchtern oder bereits krankhaft ängstlich? Manchmal ist es nicht einfach, zwischen Schüchternheit oder übertriebener Ängstlichkeit zu unterscheiden. Oft ist es für Eltern auch schwierig, aus introvertierten Kindern Informationen herauszukitzeln.

Häufig erfahren sie nicht direkt vom Nachwuchs, dass ihr Kind durch Mobbing den Schulbesuch ablehnt (8). Doch schwierige Erfahrungen in der Kindheit können den Ausbruch einer sozialen Angststörung begünstigen (9). Dir kommt es so vor, als sei Dein Kind sehr zurückgezogen? Lass Dich nicht mit Ausflüchten abspeisen, sondern geh der Sache auf den Grund. Vielleicht ist das Verhalten ja harmlos, aber es kann auch das Symptom einer schweren Störung sein.

Meist früher Ausbruch

Soziale Angststörungen gehören zu den psychischen Krankheiten, die meist bereits in der Kindheit oder im Jugendalter auftreten (10). Eine 2005 veröffentlichte Studie von US-amerikanischen Wissenschaftlern zeigte, dass rund die Hälfte aller Einwohner der USA im Laufe des Lebens an einer Angststörung erkrankt (11). Meist beginnt sie demnach bereits in jungen Jahren.

Was ist schüchtern, was krankhaft?

Für Deutschland sind keine aktuellen Zahlen zu bekommen. Allerdings gelten auch hierzulande Angststörungen als die häufigste psychische Störung bei Kindern und Jugendlichen (12). Doch die Grenze zwischen normaler Schüchternheit und medizinisch relevanter Ängstlichkeit ist nach wie vor fließend – obwohl dank der Weltgesundheitsorganisation nun klare Richtlinien vorliegen. Noch 1999 schrieb die Pharmazeutische Zeitung, dass auch Fachleute soziale Phobie häufig nicht klar erkennen (13).

Häufig: Begleiterkrankungen

Ein Grund dafür ist, dass diese Angststörung häufig mit anderen Begleiterkrankungen auftritt, beispielsweise ADHS (Aufmerksamkeit-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung) (14). Die Symptome der Begleiterkrankung können die Angststörung verdecken. Laut einer US-amerikanischen Studie aus dem Jahr 2016 treten bei 60 Prozent aller Menschen mit Angststörungen weitere Erkrankungen auf, häufig Depressionen (15).

Rund 40 Prozent aller Kinder mit Autismus leiden gleichzeitig an einer Angststörung (16), wobei Sozialphobie ungefähr 30 Prozent dieser Angststörungen ausmacht. Das Asperger Syndrom zählt heute zum Autismus, das deshalb jetzt korrekt Autismus-Spektrum-Störung genannt wird (17). Auch eine Borderline-Persönlichkeitsstörung geht häufig mit einer Angststörung einher (18).

Manche Begleiterkrankungen wie Autismus-Spektrum-Störung oder Borderline-Persönlichkeitsstörung machen es einfacher, eine psychische Krankheit zu erkennen. Allerdings erschweren sie die Behandlung. Du hast ein Kind, das offensichtlich unter Einsamkeit leidet und sich in soziale Isolation zurückzieht? Scheue dich nicht, diese Probleme anzusprechen und professionelle Hilfe zu suchen. Je eher eine soziale Angststörung behandelt wird, desto größer sind die Erfolgsaussichten.

Ein Leben in Isolation

Eine soziale Angststörung kann das Leben der Betroffenen in fast jeder Hinsicht schwer beeinträchtigen – auch wenn keine Begleiterkrankung vorliegt (19). Tritt Sozialphobie gemeinsam mit anderen Krankheiten auf, reduziert das die Lebensqualität in der Regel zusätzlich. Das Vermeidungsverhalten kann so weit gehen, dass Betroffene komplett arbeitsunfähig sind.

Eine soziale Angststörung beeinträchtigt alle Lebensbereiche (20). Sozialphobiker sind in der Regel beziehungsunfähig. Der soziale Rückzug und die damit verbundene Isolation erschweren die Bildung und die Karriere ebenso wie eine Partnerschaft. Ein Leben in Einsamkeit erscheint oft als der einzige Ausweg.

Ursachen für soziale Angststörung

Was genau eine Sozialphobie verursacht, lässt sich in der Regel nicht klären. Viele Fachleute beklagen, dass es in diesem Bereich aufgrund von mangelndem öffentlichem Interesse nach wie vor mehr Fragezeichen als Antworten gibt (21). Forscher gehen davon aus, dass nicht ein einzelner Faktor dafür verantwortlich ist (22).

Mit Sicherheit spielt die familiäre Situation eine große Rolle. Eltern mit Angststörungen, familiäre Konflikte aller Art und Konkurrenz zwischen Geschwistern können zur Entstehung einer sozialen Angststörung beitragen (23). Genetische Veranlagung und traumatische Erfahrungen sind weitere Einflüsse, die Sozialphobie begünstigen (24).

Woran erkennt man soziale Phobie?

Frägst du dich: "habe ich eine soziale Angststörung? Oder ist womöglich mein Kind betroffen?". Mache den entsprechenden Test, um einen ersten Anhaltspunkt zu bekommen.

Test für Kinder

Nur schüchtern oder krankhaft ängstlich? Die Antwort auf diese Frage fällt vielen Eltern schwer. Doch je eher ein krankes Kind Hilfe bekommt, desto geringer sind die Folgen der Krankheit, die manchmal ein Leben lang andauern. Es hilft, wenn Du Begriffen wie Psychiatrie und Psychosomatik emotionslos begegnen kannst. Denke daran, dass Deine Entscheidungen für Dein Kind ausschlaggebend sind.

Folgende Anzeichen sollten Dich stutzig machen:

  1. Dein Kind hat keine Freunde.
  2. Dein Kind ist nicht neugierig und bleibt am liebsten zu Hause.
  3. Du musst Dein Kind im Alltag ständig antreiben.
  4. Dein Kind vermeidet alle Situationen, die ihm etwas abverlangen könnten.
  5. Dein Kind geht nur ungern in die Schule.
  6. Dein Kind stellt sich oft krank, um im Bett bleiben zu können.

Test für Erwachsene

Dieser Selbsttest gibt Dir Auskunft darüber, ob Du unter einer sozialen Angststörung leidest. Verstehe diesen Fragebogen bitte nicht als exaktes Diagnoseinstrument. Eine korrekte Diagnose kann nur ein Fachmann stellen. Allerdings geben Dir die Antworten auf die Fragen Hinweise, ob Du mit einem Psychotherapeuten sprechen solltest.

  1. Hast Du oft Angst davor, Dich zu blamieren?
  2. Stehst Du ungern im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit?
  3. Ist es für Dich schwierig, Kritik an anderen Menschen zu äußern?
  4. Sprichst Du ungern mit unbekannten Personen?
  5. Vermeidest Du es, öffentlich zu reden?
  6. Ziehst Du Dich aus allen Situationen zurück, bei denen Du Kritik ernten könntest?
  7. Leidest Du im öffentlichen Raum an psychosomatischen Symptomen wie Schwitzen, Zittern oder Herzrasen?
  8. Hast Du in einer sozialen Situation schon einmal starken Harndrang verspürt oder das Gefühl, erbrechen zu müssen?
  9. Treten Angstsymptome manchmal auf, wenn Du nur an bestimmte Situationen denkst?
  10. Isst oder trinkst Du in der Öffentlichkeit nicht?
  11. Schränkt Dich Deine Angst im Alltag ein?
  12. Denkst Du oft tagelang darüber nach, wie Du auf andere Menschen gewirkt hast?

Falls Du mehrere dieser Fragen mit Ja beantwortest, solltest Du ein Gespräch mit einem Psychiater oder Psychotherapeuten in Betracht ziehen.

Therapie von sozialer Phobie

Soziale Phobie ist heilbar. Mit Psychotherapie hast Du gute Aussichten, Deine soziale Phobie zu überwinden. Kognitive Verhaltenstherapie hilft Dir, Strategien für die Kontrolle Deiner Gefühle zu entwickeln (25). Eine Studie von Schweizer Wissenschaftlern hat kürzlich gezeigt, dass Gruppentherapie nach 10 Wochen Behandlung bereits zu strukturellen Veränderungen im Gehirn führte (26).

Konfrontationstherapie mit Expositionsübungen bietet ebenfalls gute Chancen, eine soziale Angststörung wirksam zu bekämpfen (27). Diese Therapie wird auch Reizkonfrontationstherapie oder Expositionstherapie genannt. Nach Auskunft von Fachleuten sprechen vor allem Menschen mit sozialer Phobie gut darauf an, wenn sie sich unter Anleitung ihren Ängsten stellen.

Die Konfrontation mit fachmännischer Begleitung ermöglicht es, die körperlichen Symptome besser zu ertragen. Statt wie üblich zu flüchten, gewöhnen sich Betroffene an schwierige Situationen. Das hilft, die Angst vor der Angst abzubauen und mit der Zeit ein normales Leben zu führen.

Bei chronischen Fällen versagt Psychotherapie jedoch manchmal, selbst wenn sie mit starken Psychopharmaka kombiniert wird. In diesem Fall bietet sich Psychoanalyse an, um den Problemen auf den Grund zu gehen (28). Psychoanalyse kann in einer Klinik oder ambulant stattfinden. Hypnose und Übungen für Selbst-Hypnose scheinen ebenfalls bei Angststörungen zu wirken und können eine Alternative zu Medikamenten sein.

Medikamente für soziale Angststörung

Medikamente können eine Psychotherapie begleiten. Als einzige Hilfe bei einer Angststörung lindern sie jedoch nur die Symptome und ändern nichts an den Ursachen der Krankheit. Außerdem haben Antidepressiva und andere Psychopharmaka häufig schwerwiegende Nebenwirkungen. Hier stellen wir Dir einige Medikamente vor, die bei sozialen Angststörungen verschrieben werden.

Paroxetin: Dieses Medikament gehört zu den Serotonin-Wiederaufnahmehemmern (SSRI). Es sorgt dafür, dass Serotonin länger in den Synapsen bleibt, den Verbindungsstellen zwischen Nervenzellen. Ein Mangel an Serotonin macht sich häufig in Angstzuständen und Depressionen bemerkbar. Übelkeit und sexuelle Funktionsstörungen sind die häufigsten Nebenwirkungen von Paroxetin.

Citalopram: Bei diesem Wirkstoff handelt es sich ebenfalls um ein SSRI. Er ist seit 1996 in Deutschland zugelassen. Citalopram ist eines der häufigsten Psychopharmaka, die hierzulande verschrieben werden. Müdigkeit und Gewichtsveränderungen gehören zu den unerwünschten Nebeneffekten dieses Medikaments.

Mirtazapin: Diese Substanz ist ein tetrazyklisches Antidepressivum. Es blockiert die Wiederaufnahme von Noradrenalin und Serotonin im Gehirn und lindert so die Beschwerden von Angststörungen. Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen im Gewebe sowie Müdigkeit und Mundtrockenheit begleiten häufig die Einnahme von Mirtazapin.

Sertralin: Dieser SSRI zählt zu den wichtigsten Medikamenten, die vor allem bei Depressionen verschrieben werden. Er kann jedoch auch bei Angststörungen gute Wirkung zeigen. Magen-Darm-Beschwerden, Kopfschmerzen, Schwindel und Müdigkeit sind oft beobachtete Nebenwirkungen bei der Einnahme von Sertralin.

Rezeptfreie Medikamente gegen Angst

Johanniskraut: Dieses Kraut gehört zu den rezeptfreien Mitteln, die Du bei sozialer Phobie ausprobieren kannst. Bislang ist wissenschaftlich bewiesen, dass Johanniskraut bei Depressionen gut hilft (30). Eine Studie mit 40 Teilnehmern zeigte jedoch nicht, dass Johanniskraut bei Angstzuständen wirkt. Allerdings räumten die Autoren der 2005 veröffentlichten Studie ein, dass die Methode der Studie verbesserungswürdig sei (31). Johanniskraut kann Magen-Darm-Beschwerden, Müdigkeit und allergische Hautreaktionen verursachen.

Lavendel: Lavendelöl, zum Beispiel im rezeptfreien Medikament Lasea, zeigte sich in einer österreichischen Studie aus dem Jahr 2015 als wirksam bei Angstzuständen (32). Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit oder Aufstoßen werden manchmal bei der Einnahme von Lavendelöl beobachtet.

Hanf: CBD ist ein weiteres Mittel, das sich bei Angstzuständen bewährt hat. CBD-Öl ohne berauschendes THC kann die Symptome von sozialer Phobie und anderen Angststörungen wirksam bekämpfen (33). CBD wirkt über das Endocannabinoid-System, das im gesamten Körper verteilt ist. Schwangere Frauen sollten CBD nicht einnehmen, weil es die Funktion der Plazenta stören kann (34). Außerdem kann es den Innendruck in den Augen erhöhen, eine gefährliche Nebenwirkung für Menschen mit Grünem Star (35).

Tipps für Betroffene

Niemand muss sich damit abfinden, wegen einer Angststörung sein Leben in Einsamkeit zu verbringen. Falls Du vor einer Psychotherapie zurückscheust, kannst Du Dir mit folgenden Tipps Klarheit über Deine Lage verschaffen.

  • Bücher: Informationen können Dir helfen, Deine Symptome richtig einzuschätzen. Ein gutes Buch über soziale Angststörung hat den Titel Die Krähe und der Papagei. Ein Betroffener beschreibt darin unter dem Pseudonym Mutiger Angsthase seine Geschichte und seine Erfahrungen mit sozialer Phobie. Der Ratgeber Soziale Phobie von Katrin von Consbruch und Ulrich Stangier gibt praktische Hinweise, wie Du mit Deiner Angststörung leben kannst. Fallbeispiele, Übungen und Arbeitsblätter ermöglichen Dir, die Informationen in Deinen Alltag zu übertragen.
  • Selbsthilfegruppen: Selbsthilfe und der Austausch mit anderen Betroffenen ist ein wichtiger Ansatzpunkt, um soziale Phobie zu bekämpfen. Du findest mittlerweile im gesamten Bundesgebiet Selbsthilfegruppen für soziale Angststörungen (36).

Soziale Phobie ist heilbar: Ein Fallbeispiel

Die Diagnose soziale Angststörung ist kein Urteil, das Dich lebenslang verdammt. Dass Verhaltenstherapie bereits in relativ kurzer Zeit erfolgreich sein kann, zeigt das Beispiel des 23-jährigen Griechen George (37) aus dem Jahr 2014. Der Student war mit sozialer Angststörung und Höhenangst diagnostiziert worden.

Er litt unter Panikattacken und vermied soziale Situationen. Außerdem sah er sich nicht dazu in der Lage, Auto zu fahren, hohe Gebäude zu betreten oder ein Flugzeug zu nehmen. Nach nur 20 Einzelsitzungen mit Verhaltenstherapie hatte er seine Ängste weitgehend überwunden. Er begann, in Athen Auto zu fahren und konnte Hochhäuser besuchen.

Fazit: Hilfe suchen bei sozialer Phobie

Eine soziale Angststörung kann dazu führen, dass Betroffene ihr Leben in völliger Isolation und freudloser Einsamkeit verbringen. Soziale Phobien beginnen häufig schon im Kindesalter oder in der frühen Jugend. Eltern sollten deshalb aufhorchen, wenn ihr Kind keine Freunde findet oder soziale Begegnungen meidet.

Oft ist es selbst für Fachleute nicht einfach, zwischen normaler Schüchternheit und krankhafter Ängstlichkeit zu unterscheiden. Das sollte Dich nicht davon abhalten, Hilfe zu suchen. Ängste können nicht nur Dein Leben, sondern auch das Leben von Angehörigen ruinieren. Mittlerweile gibt es zahlreiche Psychotherapien, mit denen Du soziale Phobien überwinden kannst.

Medikamente können eine Therapie unterstützen, sind jedoch kein Heilmittel für die Ursachen der Ängste. Du bist Dir nicht sicher, ob Du tatsächlich eine Psychotherapie brauchst? Informationen über soziale Phobien, zum Beispiel aus Büchern, helfen Dir, Klarheit zu schaffen. Selbsthilfegruppen sind ein weiterer Ansatzpunkt, um mit sozialer Angst zurechtzukommen.

Lass Dich auf Deiner Suche nicht entmutigen. Jeder Mensch ist verschieden. Nicht jeder Therapeut ist der Richtige für Dich. Nicht jedes Medikament kann die Symptome Deiner Angstzustände verringern. Mit Ausdauer kannst Du jedoch den Weg aus dem Labyrinth der Angst finden.

Quellenverzeichnis:


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Kennst Du auch diese Angst, mit Menschen in Kontakt zu treten?

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1 Kommentar
Christian sagt

Hallo Andreas,
ich bin dir immer wieder dankbar für neue Inhalte und dem Gefühl nicht allein zu sein mit der Problematik.
Dank meinem zwanghaftem Perfektionismus und daraus resultierender generalisierten Angststörung merke ich während der schlimmen Phasen auch häufig die soziale Phobie und damit die Angst neue Bekanntschaften/Freundschaften/Partnerschaft zu schließen. Mit einer Verhaltenstherapie hoffe ich aktuell auf nachhaltige Besserung. Bis dahin hilft mir oftmals dein bester Hinweis mit dem CBD.

Viele Grüße
Christian

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