Venlafaxin: Wirkung, Nebenwirkungen und Erfahrungen
Mein Weg aus der Angst
Jetzt teilen!

Wirkung, Nebenwirkung und Erfahrungen zu Venlafaxin

Venlafaxin ist ein häufig verschriebenes Antidepressivum, welches vorrangig auch bei Angststörungen und Panikattacken Einsatz findet. Es gehört zur Klasse der SNRI. Das sind solche Medikamente, welche die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin hemmen. Dadurch steigt das Level dieser Botenstoffe an und soll dadurch für die antidepressive und angstlösende Wirkung verantwortlich sein.

Du erfährst hier u.a., wie Du Venlafaxin einnehmen solltest, wann Du mit der Wirkung rechnen kannst und welche Nebenwirkungen Dir womöglich begegnen. Meine Schilderung zu eigenen Erfahrungen zu Venlafaxin fallen relativ kurz aus, da ich das Medikament offensichtlich gar nicht vertragen habe, was ich schon nach einer Pille merkte. Ich bin hier aber wohl die Ausnahme und das sollte Dich nicht abschrecken.

Was ist Venlafaxin

Venlafaxin ist ein Antidepressivum, das zur Klasse der Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer gehört (SNRI).

Der Wirkstoff von Venlafaxin im Detail

Der Wirkstoff Venlafaxinhydrochlorid (Summenformel: C17H27NO2) wurde 1997 erstmalig in der Schweiz zugelassen (2). Die antidepressive Wirkung beruht auf der selektiven Hemmung der Wiederaufnahme der Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin. Die Wiederaufnahme des Botenstoffs Dopamin wird nur leich gehemmt.

Es handelt sich bei Venlafaxinhydrochlorid um ein weißes kristallines Pulver, welches wasserlöslich ist. Es hat eine Halbwertszeit von 5 Stunden. In der Leber wird es durch das Enzym CYP2D6  in seinen Hauptmetaboliten Desvenlafaxin umgewandelt, dessen Halbwertszeit 11 Stunden beträgt und der ebenfalls zur Wirkung von Venlafaxin beiträgt.

Indikationen (Wirkung) von Venlafaxin

Venlafaxin wird vorwiegend bei folgenden Beschwerdebildern eingesetzt:

  1. Depressionen
  2. Generalisierte Angststörung
  3. Panikstörung (Panikattacken)
  4. Soziale Angststörung (soziale Phobie)

Der Einsatz gegen chronische Schmerzen oder auch ADHS ist ein sogenannter Off-Label-Gebrauch. Er ist dafür nicht zugelassen, die Kosten trägt der Patient dann selbst.

Meine eigenen Erfahrungen mit Venlafaxin

Venlafaxin soll im Gegensatz zu älteren Antidepressiva deutlich weniger Nebenwirkungen haben. Ich persönlich kann das für meinen Fall nicht bestätigen, denn ich habe mit Venlafaxin gar keine guten Erfahrungen gemacht: ich habe es nicht vertragen, war total müde, platt, verwirrt und hatte erweiterte Pupillen, als wär ich auf Drogen. Aber die Verträglichkeit und Wirksamkeit von Antidepressiva ist ja sehr individuell. Du findest in anderen Foren bestimmt auch positivere Erfahrungsberichte.

Den Wirkstoff gibt es in sowohl in Tablettenform als auch in Kapselform. Wie alle anderen Antidepressiva ist Venlafaxin verschreibungspflichtig. Der Preis (bzw. die Kosten) wird also von den Krankenkassen übernommen.

Das Wichtigste in Kürze

Wirkungseintritt: wie lange dauert es, bis Venlafaxin wirkt

Du kannst mit 4 bis 6 Wochen Einnahmezeit rechnen, bis Venlafaxin bei Dir seine volle Wirkung entfaltet.

Nebenwirkungen

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen Unwohlsein (Müdigkeit), Kopfschmerzen, verstärktes Schwitzen und einen trockenen Mund. Normalerweise werden die Nebenwirkungen nach einigen Wochen schwächer oder verschwinden ganz.

Absetzen

Falls Du Venlafaxin absetzen möchtest, musst du das unbedingt schrittweise tun, also langsam ausschleichen. Wie im Einzelnen genau, solltest Du mit deinem Arzt besprechen. Achtung: bei abruptem Absetzen kann es zu deutlicher Verschlechterung Deiner Stimmung kommen.

Beipackzettel

Auf meiner Seite findest Du das Wichtigste zu Venlafaxin. Für eine vollständige Auflistung z.B. aller Nebenwirkungen schaue bitte im Beipackzettel nach.

Hersteller von Venlafaxin


Venlafaxin wird als Generika von unterschiedlichen Herstellern angeboten, dazu gehören:

Auch wenn alle Produkte der unterschiedlichen Hersteller den gleichen Wirkstoff enthalten, so macht es doch Sinn, bei einem Hersteller zu bleiben, da in der Zusammensetzung der Zusatzstoffe leichte Änderungen bestehen können.

Kontraindikationen oder: wer darf Venlafaxin eigentlich einnehmen?

Venlafaxin kann von Erwachsenen gegen Depressionen, Angstzustände wie Panikattacken und  Angststörungen eingenommen werden.

Falls Du in der Vergangenheit gegenüber Venlafaxin oder einem anderen Medikament allergisch reagiert hast, solltest Du Deinen Arzt darüber informieren.

Venlafaxin kann dazu führen, dass Dein Herzschlag schneller, also dein Puls höher wird. Deswegen sind auch Probleme am Herzen dem Arzt mitzuteilen.

Auch in folgenden Fällen ist Vorsicht geraten:

  • Falls Du schwanger werden möchtest oder bereits schwanger bist oder stillst
  • bei Augenproblemen, z.B. einem Glaukom. Denn Venlafaxin kann den Augendruck erhöhen.
  • Bei Epilepsie steigt die Gefahr von epileptischen Anfällen
  • Bei Diabetes: Venlafaxin kann es schwieriger machen, den Blutzuckerspiegel konstant zu halten. Deswegen müssen Diabetiker ihren Blutzuckerspiegel – vor allem in den ersten Wochen – engmaschiger überwachen.

Die korrekte Einnahme von Venlafaxin

Venlafaxin kann einmalig oder auch zweimalig am Tag eingenommen werden. Bitte halte Dich an die Verordnung von Deinem Arzt. Die Einnahme kann gemeinsam mit anderem Essen stattfinden, um den Magen zu schonen.

Dosierung

Die übliche Startdosis liegt bei 75mg pro Tag. Diese kann schrittweise bis zu 375 mg täglich gesteigert werden, also bis zum Fünffachen der Anfangsdosis. Typischerweise geht man über die Vielfachen von 75 mg, also 150 mg,  225 mg, 300 mg bis hin zur Maximaldosis von 375 mg.

Falls Du Probleme mit Leber oder Nieren haben solltest, wirst Du jedoch bestimmt unter der Maximaldosis bleiben, um deine Organe zu schonen.

Sofortwirkung vs. zeitversetzt

Es gibt Tabletten bzw. Kapseln, welche ihre Wirkung sofort entfalten und solche, deren Wirkung zeitverzögernd ist. Es ist Aufgabe des Arztes, Dir die für Dich passende Form zu verschreiben. Die Form steht also auf dem Rezept und Du kannst in der Apotheke nicht selbst entscheiden, welche Form Du haben möchtest. Also falls Du der Meinung bist, du benötigst eine andere Form, spreche mit Deinem Arzt, der Dir Venlafaxin verschreibt.

Tabletten mit Sofortwirkung

Tabletten mit Sofortwirkung setzen den Wirkstoff in Deinem Körper sofort frei, nachdem Du die Tablette eingenommen hast. Deswegen wirst Du solche Tabletten – meist in der Dosis von 37,5mg - auch zweimal täglich einnehmen, in der Regel morgens und abends.

Tabletten mit zeitlich versetzter Wirkung (Retard-Form)

Solche Tabletten setzen den Wirkstoff Venlafaxin zeitlich versetzt frei. Die Tabletten haben also so eine Art Depotwirkung. Diese Tabletten warden in der Regel einmal täglich eingenommen. Der genaue Zeitpunkt ist dabei nicht so wichtig, es sollte aber immer ungefähr die gleiche Zeit am Tag sein, um einen konstanten Spiegel im Blut zu gewährleisten. Bei Schlafproblemen jedoch am besten schon morgens einnehmen.

Einnahme vergessen – was tun?

Kein Problem! Falls Du einmal oder nur gelegentlich die Einnahme vergisst, nimm einfach am nächsten Tag die Tabletten wie gehabt weiter. Bitte niemals an einem Tag versuchen, die Dosis vom Vortag nachzuholen. Dies führt nur zu einer Überdosierung und es kann zu starken Nebenwirkungen kommen.

Falls Du Die Einnahme öfters vergessen solltest, stelle Dir am besten auf dem Handy eine Erinnerung.

Zu viel genommen – was tun?

Die Menge, die es benötigt, um eine echte Überdosierung hervorzurufen ist sehr individuell, also von Person zu Person verschieden.

Wenn Du folgende Symptome bemerkst, solltest Du jedoch unbedingt den Notarzt und/oder Rettungsdienst anrufen:

  • Starke Müdigkeit/Schläfrigkeit
  • Starke Übelkeit, Erbrechen
  • Herzrasen
  • (Krampf-)Anfälle

Zur Notaufnahme im Krankenhaus solltest Du nicht selbst fahren. Entweder lasse Dich von einem Freund oder Bekannten fahren – oder eben vom Rettungsdienst.

Nimm hier die Venlafaxin-Packung und den Beipackzettel am besten mit.

Nebenwirkungen von Venlafaxin

Übelkeit ist eine der häufigeren Nebenwirkungen - vor allem in den ersten Tagen

Wie alle Medikamente, insbesondere Antidepressiva, kann auch Venlafaxin zu mehr oder weniger stark ausgeprägten Nebenwirkungen kommen.

Das ist auch von Person zu Person unterschiedlich, u.a. deshalb, weil Menschen (bzw. deren Leber) das Venlafaxin oder allgemein das Antidepressivum unterschiedlich schnell abbauen. Das führt dazu, dass bei manchen Menschen der Medikamentenspiegel im Blut schneller ansteigt als bei anderen Menschen. Ein Punkt, den viele Psychiater leider vernachlässigen.

In der Regel werden die anfangs empfundenen Nebenwirkungen aber nach einigen Wochen tatsächlich milder und schwächer:

Die häufigsten Nebenwirkungen

Die hier genannten Nebenwirkungen kommen bei mindestens einem von 100 Leuten vor, die das Medikament einnehmen:

These side effects happen in more than 1 in 100 people. Keep taking the medicine, but tell your doctor or pharmacist if these side effects bother you or don't go away:

  • Schwächegefühl
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Verstärktes Schwitzen
  • Trockener Mund
  • Schlafstörungen
  • Schwindelgefühle
  • Verstopfung

Meist wird die (teils enorme) Müdigkeit und Schlappheit von den Betroffenen am schlimmsten empfunden.

Schwerwiegendere Nebenwirkungen

Die folgenden Nebenwirkungen sind zwar nicht so häufig (betroffen sind weniger als 1%), dafür schwerwiegender.

Rufe unbedingt Rettungswagen und/oder Notarzt, falls Du folgende Symptome spürst:

  • Schmerzen oder Druck in der Brust,
  • Kurzatmigkeit (Atemhunger)
  • Herzrasen oder Herzstolpern
  • Starker Schwindel
  • (nahende) Bewusstlosigkeit
  • Blutende Wunden, die sich nicht innerhalb von 10 Minuten stillen ließen.

Bei den folgenden Symptomen solltest Du immerhin schnellstmöglich Rücksprache mit Deinem Arzt halten:

  • Anhaltende Kopfschmerzen
  • Länger anhaltender Verwirrungszustand oder Schwächezustand
  • Häufige Muskelkrämpfe: dies könnten alles Anzeichen für niedrige Natriumblutspiegel sein, die dann schlimmstenfalls zu einem (epileptischen) Krampfanfall führen können.
  • Gefühle der Euphorie, Aufregung
  • Starke Unruhegefühle, so dass man nicht still sitzen oder stehen kann
  • Unerklärliche Muskelschmerzen oder Muskelschwäche
  • Gelbe Haut (oder das Weiße der Augen verfärbt sich gelb), was auf Leberprobleme hindeuten kann
  • Änderungen der Sicht, z.B. verzerrte Sicht oder erweiterte Pillen
  • Erbrechen von Bluto oder dunkel verfärbtes Erbrochenes
  • Husten von Blut
  • Blut im Urin
  • Rot oder schwarz verfärbter Stuhlgang
  • Zahnfleischbluten
  • Gedanken an Selbstverletzung
  • Suizidgedanken

Bei folgenden Symptomen solltest Du ebenfalls einen Termin mit Deinem Arzt ausmachen oder es zumindest bei deinem nächsten Arztbesuch erwähnen:

  • Stärkerer Gewichtsabnahme oder Gewichtszunahme
  • Veränderung der Menstruation (z.B. verstärktes Bluten, Zwischenblutungen)
  • changes in your periods such as heavy bleeding, spotting, or bleeding between periods

Allergische Reaktionen

In seltenen Fällen ist es auch möglich, allergisch auf Venlafaxin zu reagieren. Dies kann zu einem lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock führen und deswegen musst Du sofort einen Notarzt oder Rettungswagen rufen.

Eine allergische Reaktion merkst Du folgendermaßen:

  • Rötung der Haut, evtl. Juckreiz. Haut kann anschwellen, Blasen bilden oder sich abschälen.
  • Keuchen (also schlecht Luft bekommen)
  • Engegefühl im Hals oder in der Brust
  • Atemlosigkeit, Schwierigkeiten zu sprechen
  • Beginnende Schwellung von Mund, Gesicht, Zunge, oder Hals

Dies wären alles Warnsignale einer allergischen Reaktion, die als Notfall anzusehen ist.

Die Auflistung der Nebenwirkungen ist hier nicht vollständig. Eine komplette Liste findest Du im Beipackzettel des Medikaments.

Was tun bei Nebenwirkungen?

  • Übelkeit und Magenschmerzen: versuch unbedingt, das Venlafaxin zusammen mit einer Mahlzeit und genügend Wasser einzunehmen. Vermeide zusätzlich scharfes Essen, welches den Magen-Darm-Trakt weiter belasten könnte. Falls die Beschwerden anhalten, konsultiere Deinen Arzt.
  • Kopfschmerzen: lege dich hin, ruhe Dich aus und trinke genügend Wasser. Vermeide zusätzlich zum Medikament Alkohol zu trinken. Du kannst Dir gegen die Kopfschmerzen eine Aspirin oder etwas Ähnliches von der Apotheke holen. Die Kopfschmerzen sollten innerhalb einer Woche verschwinden. Falls das nicht der Fall ist oder bei sehr starken Kopfschmerzen, kontaktiere bitte Deinen Arzt.
  • Trockener Mund: kommt sehr häufig vor, am besten ein Kaugummi kauen oder ein Bonbon lutschen. Sollte auch relativ schnell besser werden mit der Zeit.
  • Schwindelgefühle: wenn der Schwindel beim Aufstehen kommt, dann passe auf und sei vorsichtig beim Aufstehen. Bleib erstmal eine Weile sitzen, bevor Du aufstehst. Wenn der Schwindel beim Stehen kommt, dann leg dich am besten hin. Vermeide es, mit Schwindel Auto zu fahren oder Maschinen zu bedienen.
  • Müdigkeit und Schläfrigkeit: ist leider auch häufig, da musst Du durch. Versuche, dich viel auszuruhen oder Fernsehen zu schauen o.ä. Vermeide Alkohol, denn der verstärkt die Müdigkeit in Zusammenhang mit Venlafaxin. Falls die Müdigkeit nach 1-2 Wochen nicht besser ist, solltest Du auch hier Deinen Arzt ansprechen.
  • Bei Schlafproblemen solltest Du Venlafaxin gleich zu Beginn des Morgens einnehmen.
  • Bei Verstopfung achte auf genügend Ballaststoffe aus Früchten und Gemüsen und trinke genügend Wasser. Achte auf genügend Bewegung oder mache ein bisschen Sport, um dem Darm auf die Sprünge zu helfen.

Schwangerschaft und Stillzeit

Falls Du bereits schwanger bist, ist es natürlich wichtig, dass es Dir und deinen Baby gut gehen wird. Aber keine Panik: du musst Venlafaxin nicht notwendigerweise sofort absetzen. Es ist aber wichtig, schnellstmöglich mit Deinem Arzt über Deine Schwangerschaft und die Einnahme von Venlafaxin zu sprechen.

Es gibt Studien, die auf ein leicht erhöhtes Risiko für das ungeborene Baby hindeuten. Allerdings besteht auch eine Gefahr, wenn Deine Depression während der Schwangerschaft nicht behandelt wird. Denn auch eine unbehandelte Depression ist in gewisser Hinsicht eine Gefahr für Mutter und Kind. Hier gilt es, einen guten Kompromiss zu finden, den Du am besten im Gespräch mit Deinem Psychiater und/oder dem Gynäkologen findest. Natürlich helfen auch Gespräche mit Freunden und Deinem Partner.

Falls Du Venlafaxin während der Schwangerschaft weiternehmen (musst), wird Dir Dein Arzt die möglichen Risiken für Dein Kind erläutern können.

Venlafaxin während der Stillzeit

Falls Du ein gesundes Baby hast, ist es durchaus möglich, dein Baby während der Einnahme von Venlafaxin zu stillen. Das führt meistens zu keinen Problemen. Man muss aber darauf hinweisen, dass eine kleine Menge des Wirkstoffs Venlafaxin in die Muttermilch übergeht, so dass doch gelegentlich Nebenwirkungen beim Baby auftreten. Hierzu gehören u.a., dass das Baby nicht gut trinkt oder Schlafveränderungen beim Baby (zu viel/zu wenig).

Auch hier ist wieder abzuwägen: verzichtet man komplett aufs Stillen wegen dem Venlafaxin, dann hat das Kind aber auch nicht die Vorteile des Stillens bezüglich Immunsystem und Co. Oder möchte man, dass das Kind die Vorteile des Stillens hat und nimmt den Nachteil in Kauf, dass das Kind von dem Venlafaxin abbekommt.

Eine Entscheidung, die jeder nur individuell treffen kann.

Falls Du planst, schwanger zu werden und bereits Venlafaxin einnimmst, solltest Du am besten schon vorher mit Deinem Arzt darüber sprechen.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Bei gleichzeitiger Einnahme von Venlafaxin und einigen anderen Medikamenten kann es zu sogenannten Wechselwirkungen kommen, die das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen können.

Falls Du eines der folgenden Medikamente einnimmst, solltest Du unbedingt Deinen Arzt informieren:

  1. Jegliche Medikamente, die Einfluss auf deine Herzfrequenz haben. Denn Venlafaxin kann ebenfalls deine Herzrate, also Deinen Puls beeinflussen (meistens erhöhen).
  2. Andere Medikamente gegen Depressionen. Einige ältere Antidepressiva können zusammen mit Venlafaxin hohen Blutdruck verursachen, selbst wenn sie bereits einige Wochen zuvor abgesetzt wurden.

Auch mit einigen Heilpflanzen, insbesondere Johanniskraut, sollte Venlafaxin nicht kombiniert werden, da es die Gefahr von Nebenwirkungen stark erhöht. Am besten teilst Du Deinem Arzt alle Medikamente und  Supplemente wie Heilpflanzen, Vitamine und Mineralien mit, die Du zusätzlich einnimmst.

Wechselwirkungen mit Ibuprofen oder der Pille, wonach oft gesucht wird, sind dagegen keine bekannt.

FAQ: häufig gestellte Fragen

Wie kommt die Wirkung von Venlafaxin zustande?

Venlafaxin gehört zu einer speziellen Klasse Antidepressiva, der sogenannten Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI). Diese Gruppe von Antidepressiva soll ihre Wirkung dadurch erhalten, indem sie die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin erhöhen, indem ihre Wiederaufnahme gehemmt wird.

Wie lange dauert es, bis die Wirkung eintritt?

Der volle Wirkungseintritt ist zwischen Woche 4 und 6 zu erwarten. Zunächst einmal dauert es eine Woche, bis sich ein entsprechender Venlafaxin-Blutspiegel aufgebaut hat. Und dann noch einige Wochen, bis sich durch die Wirkung von Venlafaxin die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin erhöht haben und sich der Körper bzw. das Gehirn an die erhöhten Spiegel gewöhnt hat.

Deswegen solltest Du Venlafaxin (wie auch anderen Antidepressiva) die sechs Wochen Zeit geben und nicht vorzeitig die Einnahme abbrechen, weil Du denkst, es wirke nicht.

Wie ist die Wirkung von Venlafaxin? Wie werde ich mich fühlen?

Antidepressiva wie Venlafaxin verbessern Deine Stimmung, so dass Du dich besser fühlen solltest. Sowohl depressive Stimmung als auch Angstzustände sollen vermindert werden. Auch der Schlaf kann besser werden. Bei Menschen mit sozialer Angststörung kann die Hürde kleiner werden, mit anderen Menschen in Kontakt zu treten bzw. mit Ihnen zu kommunizieren.

Deine Persönlichkeit wird sich durch die Einnahme von Venlafaxin oder anderen Antidepressiva nicht ändern. Es ist auch kein Medikament, bei dem Du automatisch Glücksgefühle erleben wirst, wie das bei bestimmten Drogen der Fall ist. Es soll Dir einfach dabei helfen, dein Leben wieder zu leben und genießen zu können.

Leider kann es sein, dass sich manche Menschen die ersten Wochen sogar noch schlechter fühlen, bevor die Wirkung des Antidepressivums anschlägt und eine Besserung des Stimmungszustandes eintritt.

Wie lange muss ich Venlafaxin einnehmen? 

Normalerweise nimmt man Antidepressiva solange ein, bis es einem mindestens 6 Monate (manchmal auch 1 Jahr lang) gut gegangen ist. Sprich man sollte bereits 6-12 Monate beschwerdefrei sein, bevor man beginnt, das Antidepressivum wieder langsam abzusetzen. Diese Regel gilt auch für Venlafaxin. Setzt man das Antidepressivum früher ab, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Depression wieder zurückkommt.

Kann man Venlafaxin für längere Zeit einnehmen?

Für die meisten Menschen sind keine Nachwirkungen von einer langfristigen Einnahme bekannt. Bei manchen Menschen können die Nebenwirkungen wie sexuelle (Erektions-)Störungen nach dem Absetzen noch eine Zeitlang anhalten. Davon abgesehen sind keine schädlichen anhaltenden Nebenwirkungen bekannt. Wie mit jedem Medikament sollte man es allerdings auch nicht unnötig lange einnehmen.

Wie kann ich Venlafaxin wieder absetzen? Was muss ich beachten?

Falls Du mindestens 6 Monate beschwerdefrei bist, kannst Du nach Absprache mit Deinem Arzt Venlafaxin wieder langsam ausschleichen. Hier ist es wichtig, die Dosis ganz langsam über Wochen und Monate zu reduzieren. Der genaue Zeitplan hängt davon ab, wie lange Du Venlafaxin insgesamt eingenommen hast und wie Du auf die schrittweisen Dosisreduktionen reagierst. Hier gilt die Regel: lieber etwas zu langsam als zu schnell absetzen.

Auch beim Absetzen kann es zu Symptomen kommen. Hierzu zählen:

  • Schwindelgefühle
  • Übelkeit
  • Gefühlsstörungen und Taubheitsgefühle in Händen und/oder Füßen
  • Schlafprobleme
  • Unruhe und Ängstlichkeit
  • Kopfschmerzen
  • Zittern

Was unterscheidet Venlafaxin von anderen Antidepressiva?

Es ist einfach so, dass Menschen auf unterschiedliche Antidepressiva unterschiedlich reagieren, so dass der Körper auf bestimmte Antidepressiva besser anspricht als auf andere Antidepressiva.

Venlafaxin ist also nicht per se besser oder schlechter als andere Antidepressiva.

​Wird meine Fruchtbarkeit durch die Einnahme von Venlafaxin beeinträchtigt?

Bei Männern gibt es keine Hinweise, dass die Fruchtbarkeit beeinträchtigt wird. Bei Frauen allerdings kann es zu Störungen im Zyklus kommen, wodurch eine Schwangerschaft erschwert werden kann.

Falls Du beabsichtigst, schwanger zu werden, solltest Du aber sowieso mit Deinem Arzt darüber sprechen, da Venlafaxin das Risiko von Schädigungen am Kind erhöhen kann.

Werde ich durch die Einnahme von Venlafaxin zunehmen oder abnehmen?

Durch die Einnahme von Venlafaxin kann es – vor allem in der Anfangsphase – zu Appetitlosigkeit kommen, so dass Du deswegen abnehmen kannst. Bei anderen – oder später – kann es auch den Appetit anregen, so dass manche Menschen an Gewicht zulegen.

Falls Du größere Gewichtsschwankungen durch die Einnahme von Venlafaxin feststellt, solltest Du mit Deinem Arzt darüber sprechen.

Welchen Einfluss hat Venlafaxin auf mein Sexualleben?

The good effects of venlafaxine may, after a while, improve your sex life as your mood lifts and you become interested in life and relationships again.

Durch Venlafaxin kann es zu folgenden Problem kommen:

  • Erektionsstörungen und Ejakulationsstörungen bei Männern
  • Orgasmusstörungen bei Frauen und Männern
  • Mangelnde Libido
  • Störungen im Menstruationszyklus bei Frauen

Normalerweise bessern sich die Symptome nach einigen Wochen, können gelegentlich aber auch länger anhalten – in einigen Fällen sogar bis über die Zeit der Einnahme hinaus.

Man muss aber auch sagen, dass durch eine Depression oftmals gar keine Lust auf Sex mehr vorhanden ist, so dass durch eine Besserung der Depression das Sexualleben auch wieder verbessert wird.

Hat Venlafaxin Auswirkungen auf die Verhütung?

Nein, die Verhütung durch Pille oder andere Verhütungsmethoden wird durch die Einnahme von Venlafaxin nicht beeinträchtigt.

Kann ich mit Venlafaxin Auto oder Motorrad fahren?

Generell ja. Aber gerade in den ersten Tagen ist es sicherer, darauf zu verzichten, da es gerade in der Anfangsphase zu Konzentrationsstörungen und Schwindelgefühlen kommen kann. Warte also ab, bis Du dich sicher fühlst. Und warte lieber einen Tag zu viel statt zu wenig.

Muss ich durch die Einnahme von Venlafaxin auf Alkohol verzichten?

Generell kannst Du Alkohol trinken. Es kann aber sein, dass Du durch den Alkohol müde(r) wirst als sonst. In den ersten Tagen der Einnahme ist es besser, ganz auf Alkohol zu verzichten.

Venlafaxin und Cannabis

Cannabis kann zusammen mit Venlafaxin deinen Herzschlag erhöhen. Auch die Schläfrigkeit, die man v.a. in der Anfangsphase von Venlafaxin verspürt, kann durch Cannabis weiter verstärkt werden.


Wie hat Dir Der Artikel gefallen?

Leserbewertung
[ Anzahl: 1, Durchschnitt: 5 ]

Welche Erfahrungen hast Du mit Venlafaxin gemacht?

Hinterlasse einen Kommentar: