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Mai 19, 2022

Cipralex (Escitalopram) ist ein SSRI-Antidepressivum, welches häufig bei Depressionen verschrieben wird. Doch wann wirkt es endlich stimmungsaufhellend?

Cipralex ist der Markenname eines Antidepressivums mit dem Wirkstoff Escitalopram.

Im Jahr 2019 nahmen mehr als 6 Millionen Menschen in Amerika das Antidepressivum Cipralex ein, um ihre Stimmung zu verbessern und ihre Antriebslosigkeit zu verringern.

Wenn dein Arzt dir Cipralex(Escitalopram) gegen Depressionen oder Angstzustände verschreibt, kann es einige Zeit dauern, bis es wirkt.

In diesem Artikel erfährst du, wie lange es in der Regel dauert, bis die stimmungsaufhellende Wirkung von Cipralex (Escitalopram) einsetzt.

Außerdem erkläre ich dir, was Cipralex ist, wofür es eingesetzt wird, wie es wirkt und welche Nebenwirkungen es haben kann.

Ich sage dir auch, in welchen Fällen du Rücksprache mit deinem Arzt halten solltest.

Was ist Cipralex?

Cipralex gehört einer Klasse an Antidepressiva, die Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) bezeichnet werden. Solche SSRIs erhöhen den Serotoninspiegel im Gehirn, was die Stimmung verbessern und stabilisieren kann.

Die Gruppe der Selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer werden Patienten zur Behandlung von Depressionen, Angststörungen und Zwangsstörungen verschrieben.

Die Anwendung von Cipralex ist in den Vereinigten Staaten genauso wie in Deutschland sehr beliebt. Das liegt zum Teil daran, dass es relativ günstig ist, zum anderen wirkt es doch zumindest bei einem Teil der Betroffenen relativ gut.

Anwendungsgebiete des Serotonin-Wiederaufnahmehemmer Cipralex

Cipralex wird normalerweise zur Behandlung der folgenden Erkrankungen verschrieben:

  • Bei klinischen Depressionen (engl. Major Depressive Disorder = MDD): Jungen Menschen im Alter von 12 bis 17 Jahren wird der Arzneistoff Cipralex entweder als Kurzzeit- (Akutbehandlung) oder Langzeitbehandlung (Erhaltungstherapie) bei einer schweren depressiven Störung, auch klinische Depression genannt, verschrieben.
  • Generalisierte Angststörung: Erwachsene nehmen Cipralex vor allem auch dazu ein, um klinische Angststörungen wie die Generalisierte Angststörung zu behandeln.

Cipralex wird manchmal auch bei anderen psychischen Krankheiten und Stimmungsschwankungen verschrieben:

  • Zwangsneurosen (engl. obsessive compulsive disorder = OCD)
  • Soziale Angststörung
  • Panikstörungen
  • Phobien
  • Saisonale affektive Störung
  • Essstörungen, einschließlich Binge-Eating-Disorder und Bulimia nervosa
  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS)

Vorsicht: Cipralex wird nicht für Stimmungsstörungen verschrieben, die mit Manie einhergehen, wie z.B. die bipolare Störung, da es die emotionalen Zyklen beeinflussen kann. Cipralex ist für schwangere Frauen nicht sicher.

Wie wirkt Cipralex?

Cipralex ist ein Antidepressivum, das als selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) bezeichnet wird.

Serotonin ist eine chemische Substanz: ein Botenstoff, der zu den Neurotransmittern gehört.

Neurotransmitter sind dafür verantwortlich, Botschaften von Nervenzelle zu Nervenzelle zu senden, die dann wiederum wichtige körperliche Prozesse wie Appetit, Schlaf, Schmerzempfinden und Stimmung regulieren. Unter normalen Umständen wird ein Neurotransmitter, wenn er seine Botschaft gesendet hat, vom Gehirn wieder aufgenommen. Dieser Prozess wird "Wiederaufnahme" genannt.

Die Wirkweise von Escitalopram

Cipralex wirkt auf einen Teil des Gehirns, der den Serotoninspiegel kontrolliert, die sogenannten Wiederaufnahmestellen.

Es hemmt die Wiederaufnahme von Serotonin an diesen Stellen, so dass weniger Serotonin auf einmal abgebaut wird und dadurch mehr Serotonin im Gehirn verbleibt.

Dies kann dazu beitragen, die Verfügbarkeit an Serotonin im Gehirn, also die Serotonin-Konzentration, zu erhöhen und dadurch - so zumindest die Annahme der aktuellen Forschung - die Symptome der Depression oder anderer psychischer Störungen zu lindern.

Wissenswertes für die Biochemiker unter uns: die Wirkstoffe Citalopram und Escitalopram sind sich sehr ähnlich. Tatsächlich enthält Escitalopram nur die sogenannte S-Form, das aktive S-Enantiomer von Citalopram.

Kurzfristige Behandlungen

Im Rahmen einer Akut- oder Kurzzeitbehandlung kann Cipralex bei der Bewältigung von kurzfristigen Problemen wie akuten Depressionen oder Trauer helfen.

Langfristige Behandlungen

Bei der Langzeitbehandlung hilft Cipralex dabei, Probleme wie Angstzustände über einen längeren Zeitraum, manchmal sogar auf unbestimmte Zeit, zu regulieren.

In der Regel wird Cipralex nur Erwachsenen zur Langzeitbehandlung verschrieben.

Wie lange dauert es, bis Cipralex wirkt?

Wenn du Cipralex (oder sein Generikum Escitalopram) einnimmst, wird es von deinem Körper verstoffwechselt und verändert deine Gehirnfunktion bereits innerhalb weniger Stunden.

Erste Veränderungen schon am ersten Tag spürbar

Die physiologischen Wirkungen setzen fast sofort ein, und viele Menschen bemerken schnell eine Veränderung in ihrer Psyche.

Doch auch wenn die Wirkung des Medikaments bereits am ersten Tag der Einnahme einsetzt, können die Menschen die Ergebnisse der Wirkung zu unterschiedlichen Zeiten bemerken.

Verschiedene Menschen bemerken die Veränderungen nach unterschiedlichen Zeiträumen. Die meisten Menschen berichten, dass sie die Wirkung ihres Medikaments nach etwa zwei Wochen bis maximal vier Wochen konsequenter Behandlung spüren.

Placebo-Effekt bei schnellem Ansprechen?

Bei Menschen, die die Wirkung von Cipralex schnell spüren, kann dies zum Teil auf eine Placebo-Reaktion zurückzuführen sein.

Wenn jemand sehr stark davon überzeugt ist, dass das Medikament für ihn hilfreich ist, kann es sein, dass er innerhalb von Tagen oder sogar Stunden nach der Einnahme von Cipralex Veränderungen bemerkt.

Wann die positive Wirkung einsetzt, ist individuell sehr unterschiedlich

Andere Menschen bemerken den Einfluss von Cipralex vielleicht erst nach bis zu 6 Wochen.

Das bedeutet nicht, dass das Medikament nicht wirkt, sondern dass manche Menschen länger brauchen, um einen Unterschied in ihrer psychischen Gesundheit zu bemerken.

Wenn du dich nach der Einnahme von Cipralex schlechter fühlst oder nach dieser Zeit keine Veränderung bemerkst, sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin über die nächsten Schritte oder einen Medikamentenwechsel.

Mögliche Nebenwirkungen

Wenn du Cipralex einnimmst oder einnehmen wirst, kann es zu einigen Nebenwirkungen kommen. Diese Nebenwirkungen sind in der Anfangsphase und nach einer Dosissteigerung am intensivsten und verschwinden oft nach ein paar Wochen.

Sprich mit deinem Arzt oder deiner Ärztin, wenn sie nicht verschwinden oder wenn sie beginnen, dein tägliches Leben zu stark negativ zu beeinflussen.

Studien zeigen, dass Menschen, die Cipralex einnehmen, manchmal über die folgenden häufigen Nebenwirkungen berichten:

  • Schwindel, Schläfrigkeit oder Schwäche
  • Schlafprobleme (Schlaflosigkeit), meist verbessern sich allerdings mögliche Schlafstörungen
  • Trockener Mund
  • Übelkeit
  • Verstopfung
  • Kopfschmerzen
  • verstärkte innere Unruhe

Gewichtszunahme, verminderter Sexualtrieb und sexuelle Funktionsstörungen sind häufige Probleme, die manche Menschen davon abhalten können, Cipralex als Behandlung zu verwenden.

SSRIs beeinflussen auch deinen Stoffwechsel, was manchmal zu Gewichtsveränderungen führt.

Die Gewichtszunahme und die sexuellen Veränderungen, die durch die Einnahme von Cipralex entstehen, verschwinden in der Regel nicht mit der Zeit, können aber nach dem Absetzen von Cipralex aufhören.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Die Kombination von Cipralex mit anderen Medikamenten bzw. Wirkstoffen kann die Risiken ebenfalls erhöhen.

Nimm Cipralex nicht ein, wenn du auch Pimozid (Orap) einnimmst oder wenn du eine bekannte Allergie oder Überempfindlichkeit gegen Escitalopram oder Citalopram (Celexa) hast.

Andere Medikamente und Behandlungen können auf gefährliche oder tödliche Weise mit Cipralex interagieren. MAO-Hemmer sind ein solches Beispiel für Wirkstoffe, die nicht mit SSRIs wie Cipralex kombiniert werden dürfen.

Zu den Medikamenten, von denen bekannt ist, dass sie mit Cipralex interagieren können, gehören unter anderem:

  • Stimulierende Medikamente
  • Blutverdünner
  • Opioid-Medikamente
  • Medikamente gegen die Parkinsonsche Krankheit
  • Medikamente gegen Migränekopfschmerzen
  • Medikamente gegen schwere Infektionen
  • Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen

Sprich immer mit deinem Arzt über deine Krankengeschichte und informiere ihn über alles, was du einnimmst, bevor du ein neues Medikament einnimmst.

Wann du einen Arzt aufsuchen solltest

Suizidgedanken

Selbstmordgedanken sind eine seltene Nebenwirkung von Cipralex, die vor allem bei jungen Erwachsenen auftreten kann.

Achte daher bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren auf Warnzeichen für eine Zunahme von depressiven Symptomen wie Isolation und Apathie.

Serotonin-Syndrom

Eine weitere seltene Nebenwirkung von SSRIs wie Cipralex ist das Serotonin-Syndrom, das heißt eine Überladung des Gehirns mit Serotonin.

Das Serotonin-Syndrom ist durch die folgenden Symptome gekennzeichnet:

  • Muskelkrämpfe
  • Schnelle Veränderungen des Blutdrucks oder des Herzschlags
  • Erbrechen
  • Halluzinationen

Das Serotonin-Syndrom gilt als medizinischer Notfall. Wenn du also diese Symptome bei dir feststellst, solltest du sofort medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

Allergische Reaktionen

In seltenen Fällen stellen Menschen fest, dass sie während der Einnahme von Cipralex, Escitalopram oder Citalopram allergisch sind.

Eine allergische Reaktion auf diese Medikamente äußert sich durch diese Symptome:

  • Hautausschläge
  • Juckreiz
  • Schwellungen im Gesicht, an den Händen, Knöcheln oder Füßen
  • Schwellungen im Mund oder Rachen
  • Schmerzen oder Engegefühl in der Brust
  • Kurzatmigkeit oder Keuchen

Eine allergische Reaktion auf Cipralex oder andere SSRI-Medikamente gilt ebenfalls als medizinischer Notfall und du solltest sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Mein Fazit

Cipralex ist ein günstiges Medikament mit - im Allgemeinen - guter Verträglichkeit und Wirksamkeit. Die Wirkung von Antidepressiva ist aber immer recht individuell. Das betrifft die Wirksamkeit im Gesamten, aber auch die Zeit, bis eine positive Wirkung eintritt.

Die meisten Patienten erfahren eine Besserung nach etwa 2-4 Wochen, bei manchen dauert es auch bis zu 6 Wochen. Falls nach 6 Wochen immer noch keine Besserung eingetreten ist, solltest du mit deinem Arzt besprechen, ob ein Wechsel des Antidepressivums angebracht sein könnte.

Quellen


Schnelle Hilfe?
  1. Falls du Selbstmordgedanken hast und akut Hilfe brauchst: Anlaufstellen wie die Telefonseelsorge (0800 - 111 0 111 oder 0800 - 111 0 222) sind rund um die Uhr für dich erreichbar. Weitere Hilfsangebote findest du hier: https://www.suizidprophylaxe.de/hilfsangebote/hilfsangebote/
  2. Falls du ein persönliches Beratungsgespräch mit mir ausmachen möchtest, dann klicke bitte hier.


Über den Author

Andreas

Ich bin Andreas, Gründer und Hauptblogger von "Mein Weg aus der Angst". Ich lebe mit Frau, Tochter und Hund in der Pfalz. Mehr Infos über mich kannst du hier nachlesen.

Ich bin Andreas, Gründer und Hauptblogger von "Mein Weg aus der Angst". Ich lebe mit Frau, Tochter und Hund in der Pfalz. Mehr Infos über mich kannst du hier nachlesen.

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