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Von Andreas 

März 14, 2021

Suchst Du nach Stimmungsaufheller rezeptfrei, dann bist Du hier genau richtig.

Bei leichten depressiven Verstimmungen, unter denen viele Menschen leiden, sind in der Regel keine chemischen Psychopharmaka notwendig. Dies gilt meistens auch für den Winterblues in der dunklen Jahreszeit.

Freiverkäufliche Stimmungsaufheller wie beispielsweise Johanniskraut oder L-Tryptophan können hier eine natürliche Alternative zur Medikation mit Antidepressiva sein. Sie haben weniger Nebenwirkungen als ihre pharmazeutischen Pendants und können bei nur leichten Stimmungstiefs genauso gut wirken und psychische Beschwerden verbessern.

Johanniskraut - der Klassiker

Wer an natürliche, pflanzliche oder sonstige legale Stimmungsaufheller denkt, kommt an Johanniskraut nicht vorbei. Wie auch pharmazeutische Antidepressiva wirkt Johanniskraut auf den Serotonin-Haushalt ein. Genauer gesagt hemmt die Einnahme von Johanniskraut die Aufnahme der Neurotransmitter Noradrenalin, Serotonin und Dopamin in unserem Gehirn und erhöht dadurch deren Verfügbarkeit in unserem Neurotransmitter-System.

Johanniskraut ist wie auch die anderen natürlichen Stimmungsaufheller rezeptfrei in der Apotheke oder online erhältlich, dennoch ist Vorsicht vor allem vor Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten geboten.

Achtung vor Wechselwirkungen

Denn Johanniskraut wird wie viele andere Medikamente über die Leber verstoffwechselt. Das kann dazu führen, dass andere Medikamente bei gleichzeitiger Einnahme von Johanniskraut schneller oder langsamer abgebaut werden.

Das bedeutet, die Wirkung der anderen Medikamente kann verstärkt oder abgeschwächt werden. Deswegen ist eine Einnahme von Johanniskraut bei gleichzeitiger Einnahme bestimmter Medikamente nicht geeignet. Deswegen die Einnahme von Johanniskraut-Präparaten unbedingt mit dem behandelnden Arzt absprechen.

Johanniskraut-Extrakte sind ein Paradebeispiel dafür, dass man rezepftfrei nicht immer mit "ungefährlich" gleichsetzen darf.

Empfohlene Dosierung

Die empfohlene Dosierung von Johanniskraut-Extrakt liegt zwischen 600 und 900 mg pro Tag, was meist ausreichend ist. Aber auch hier geht Probieren über Studieren. Denn auch Dosierungen zwischen 300 und 1.500 mg - aufgeteilt in 3 Dosen pro Tag - sind denkbar.

Ich schlage vor, mit einer kleinen Dosis, z.B. in Form von Tee, zu starten und langsam zu steigern, bis man merkt, dass die Wirkung einsetzt.

Achte bei der Wahl eines Johanniskraut-Präparats darauf, ein hochwertiges Produkt wie z.B. das pflanzliche Arzneimittel Laif 900, einzunehmen. Günstige Mittel aus dem Supermarkt oder von Amazon enthalten oftmals nur Johanniskraut-Pulver und keine konzentrierten Extrakte.

Depressive Verstimmungen vs. Depressionen

Der Hauptunterschied zwischen einer depressiven Verstimmung und einer "echten" Depression liegt in der Intentsität und der Dauer der Beschwerden. Solange Du noch nicht unter einer ausgewachsenen Depression leidest, solltest Du noch in der Lage sein, aktiv etwas gegen deine psychischen Beschwerden zu unternehmen.

Eine depressive Verstimmung, oftmals stressbedingt, kann auch ein Frühwarnzeichen - quasi ein Vorbote - einer depressiven Störung sein, die sich gerade "anbahnt".

Deswegen ist es wichtig, auch frühzeitig etwas gegen depressive Verstimmungen zu unternehmen. Natürliche Stimmungsaufheller sind eine Option, zusätzlich gibt Dir mein Artikel 21 Tipps gegen Depressionen einige Ideen zur Selbsthilfe.

Folgende Symptome deuten auf eine depressive Verstimmung hin:

  • Stimmungsschwankungen: Stimmungstief und normale Stimmung im Wechsel
  • Ungewohnte Gefühle von Traurigkeit, Lustlosigkeit, Gereiztheit, Unentschlossenheit, innerer Leere
  • Schlaf-Störungen: Probleme mit dem Einschlafen, Durschlafen oder verfrühtes Erwachen
  • Innere Unruhe
  • Antriebslosigkeit
  • verstärkte Ängste, Sorgen und Grübelzwang

Falls Du jedoch spürst, dass deine Beschwerden stärker werden oder über mehrere Wochen lang ohne Besserung anhalten, solltest Du besser einmal deinen Arzt konsultieren. Dein Arzt kann dir so bei anhaltenden Symptomen helfen herauszufinden, wie stark die seelische Belastung ist.

Vielleicht frägst Du dich: "Was sind die besten Stimmungsaufheller?"

Diese Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten, einfach weil nicht jedes Mittel bei jedem gleich wirkt. Das ist bei Antidepressiva so und auch bei pflanzlichen Stimmungsaufhellern ist das nicht anders. Deswegen kann es sein, dass man einige Mittel probieren muss, bis man das richtige für sich gefunden hat.

Ist auch Vitamin D ein wirkungsvoller Stimmungsaufheller?

Das fragen sich viele Menschen im Zusammenhang einer Winterdepression.

Nicht wie bei der Winterdepression

Die dahinterliegende Vermutung ist wohl, dass der Vitamin D-Mangel, der ja im Winter wegen des fehlenden Sonnenlichts stärker ausgeprägt ist, eine Rolle bei der Entwicklung einer Winterdepression spielt. Dem ist aber nicht so.

Der Hauptgrund von Winterdepressionen ist das fehlende Tageslicht, welches über die Augen auf unsere Zwirbeldrüse (Epiphyse) wirkt und die Umwandlung von Melatonin in Serotonin stimuliert. Hierzu bedarf es aber kein UV-Licht, welches über die Haut (nicht über die Augen) die Vitamin-D-Produktion ankurbelt.

Gegen Winterdepressionen helfen also Tageslicht oder eine Tageslichtlampe ohne UVB-Strahlen. Um den Vitamin-D-Spiegel zu erhöhen, benötigen wir UVB-Strahlung.

Trotzdem postive Effekte von Vitamin D

Bedeutet dass nun, dass Vitamin D keinen positiven Effekt auf unsere hat?

Keineswegs!

Eine Studie (1) fand heraus, dass Vitamin D-Präparate die Depressions-Symptome der Studienteilnehmer verbesserten. Eine andere Studie (2) mit Menschen, die an Fibromyalgie litten, fand einen Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel und Depressionen/Angststörungen.

L-Tryptophan

L-Tryptophan zählt zu den essentiellen Aminosäuren, was bedeutet, dass unser Körper diese Aminosäure nicht selbst herstellen kann. Sie muss über die Ernährung aufgenommen werden.

Sie ist Baustein zahlreicher Substanzen in unserem Körper: u.a. wird sie zur Produktion von Serotonin benötigt. Ein ausreichender Blutspiegel kann somit zur Besserung von Stimmung und Laune beitragen. Ebenso wird von einer positiven Wirkung auf den Schlaf berichtet.

Dosierungsempfehlung

Die Dosisempfehlungen liegen zwischen 500 und 2.000 mg am Tag.

L-Tryptophan hat den Nachteil, dass es nicht gut die Blut-Hirnschranke überwinden kann. Deswegen greifen viele Menschen auf 5-HTP zurück, um ihre Stimmung und ihr Wohlbefinden zu verbessern.

5-HTP

Auch 5-HTP ist rezepfrei erhältlich. Dieser pflanzliche Stimmungsaufheller wird aus den Samen der afrikanischen Schwarzbohne (Griffonia simplicifolia) gewonnen.

5-HTP-Präparate sind ebenfalls eine Vorstufe des Wohlfühl-Hormons-Serotonin, können jedoch die Blut-Hirnschranke besser überwinden als Tryptophan und wirken somit schneller.

Eine Behandlung mit 5-HTP hilft, den Schlaf zu verbessern und schlechte Stimmung zu vertreiben.

Dosierungsempfehlung

Die Dosierung von 5-HTP liegt zwischen 50 und 600 mg pro Tag - auch hier wieder eine große Spannbreite. Es empfiehlt sich auch hier, mit einer kleinen Dosis zu starten und schrittweise zu erhöhen, bis die gewünschte Wirkung eingetreten ist.

Vorsicht ist geboten bei gleichzeitiger Einnahme von Antidepressiva. Die Kombination 5-HTP und Antidepressivs kann, so wird zumindest häufig gewarnt, zu einem Serotonin-Syndrom führen, welches im schlimmsten Falle tödlich enden kann.

Antidepressiva

Bei schwereren Depressionen setzen Ärzte oft Psychopharmaka ein, meist Antidepressiva. In vielen Fällen meiner Meinung nach zu voreilig; doch in schweren Fällen, in denen keine sonstigen Therapien "greifen", kann ihr Einsatz alternativlos sein.

Je nach chemischer Struktur und Wirkmechanismus unterscheidet man unterschiedliche Typen:

  • Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer
  • Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahme-Hemmer
  • Trizyklische
  • MAOs
  • NASSAs

Gerade in der Anfangszeit in den ersten Wochen kannst Du mit stärkeren Nebenwirkungen rechnen. Nach längerer Einnahme kann man sie auch nicht ohne weiteres von heute auf morgen absetzen, sondern muss sie langsam reduzieren. Mann nennt das Absetzen von Antidepressiva dann Ausschleichen.

Weitere natürliche Stimmungsaufheller: rezeptfrei und dennoch wirksam

Neben den bereits oben erwähnten pflanzlichen Stimmungsaufhellern gibt es noch viele weitere pflanzliche Mittel, welche helfen können, das eigene psychische Wohhlbefinden zu verbessern, die innere Unruhe zu lindern und das Stimmungstief zu überwinden.

Hierzu zählen:

  1. Safran-Extrakt
  2. SAM-e
  3. CBD-Öl

Weitere freiverkäufliche Stimmungsaufheller findest Du in meinem Stimmungsaufheller Test.

Globuli?

Desweiteren möchte ich auch noch die homöopathischen Stimmungsaufheller in Form von Globuli erwähnen. Da Homöopathie eine Sache für sich ist (und nicht mein Ding), möchte ich in diesem Artikel nicht weiter auf Globuli eingehen.

Was Du sonst noch tun kannst - und die Rolle unseres Vagusnervs

Zu den natürlichen Stimmungsaufhellern gehört meiner Meinung nach auch alles, was man nicht in Form von Medikamenten, Arzneimitteln oder pflanzlichen Mitteln einnimmt.

Unser Vagusnerv, auch Selbstheilungsnerv genannt, spielt eine wichtige Rolle bei der Therapie psychischer Erkrankungen. Durch unterschiedliche Übungen kann man diesen Vagusnerv stimulieren bzw. aktivieren: beispielsweise durch Kaltduschen, Atemtechniken, Akupunktur oder Massage, Singen oder Meditation. Garantiert natürlich und so gut wie ohne Nebenwirkungen.

Die eigentliche Ursache angehen

Bei aller Recherche nach dem geeigneten "Mittel" solltest Du auf keinen Fall vergessen, mögliche Ursachen anzugehen. Ich meine damit, dass Du der Ursache deiner depressiven Verstimmung auf den Grund gehen solltest.

Was hat dazu geführt, dass Du überhaupt in die Lage gekommen bist, nach Stimmungsaufhellern Ausschau zu halten?

Nicht nur die Arbeit kann Stress bereiten

Hattest Du Stress - einer der häufigsten Gründe von psychischen Erkrankungen?

Damit meine ich nicht nur den auf der Arbeit. Ich hatte zuletzt ein Gespräche mit einem älteren Herrn und dieser antwortete mir nach meiner Frage nach möglichem Stress: "Nein, ich bin schon lange in Rente".

Danach erzählte er mir von seinen Sorgen und seinen Belastungen: er hatte eine operative Entfernung der Prostata hinter sich, hatte seit Monaten Beschwerden beim Wasserlassen, konnte schlecht schlafen, hatte Probleme sich tagsüber zu konzentrieren und machte sich Sorgen um seine Beziehung.

In unserer heutigen Gesellschaft scheint es so zu sein, dass wir nur Stress haben dürfen, wenn dieser durch die Arbeit bedingt ist. "Viel Stress auf der Arbeit" - damit wird heutzutage fast schon geprahlt. Als ob man nur "wichtig" wäre, wenn man so viel Arbeit hat, dass das schon wieder in Stress ausartet.

Aber zuzugeben, dass man Sorgen und Ängst hat - das ist leider immer noch ein Tabuthema.

Also frage Dich mal ernsthaft, was Dich wirklich stresst und ob Du daran arbeiten kannst.

Zucker und die Rolle der Ernährung

Klar, es gibt auch wieder bestimmte Lebensmittel, die besonders viel an Serotonin enthalten. Aber darauf möchte ich hier gar nicht eingehen.

Ich möchte hier vielmehr auf unsere heutzutage start zuckerhaltige Ernährung hinweisen. Hier sind 3 Gründe, warum und wie Zucker unsere Stimmung beeinflussen kann (3):

  1. Stark verarbeitete Lebensmittel (z.B. stark zuckerhaltige Desserts) erhöhen das Risiko, an Depressionen zu erkranken.
  2. Zucker hat höheres Suchtpotential als Kokain.
  3. Zucker begünstigt Entzündungen, welche mit Depressionen in Verbindung stehen.

Fazit

Auch bei depressiven Stimmungslagen, Stimmungstiefs, Stimmungsschwankungen gilt die Devise: besser frühzeitig etwas unternehmen, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist.

Es gibt eine ganze Reihe pflanzliche Stimmungsaufheller, die zur Stimmungsaufhellung wirksam sind. Es gilt jedoch, das richtige Mittel und die richtige Dosierung zu finden.

Eine zusätzliche Stimulation deines Selbstheilungsnervs (Vagusnerv) kann nicht nur deine psychischen Beschwerden, sondern deine gesamte Gesundheit verbessern.

Parallel dazu empfehle ich Dir, den Gründen für deine Stimmungstiefs auf die Spur zu gehen.

Über den Author

Andreas

Ich bin Andreas Humbert, Gründer und Hauptblogger von "Mein Weg aus der Angst". Ich lebe mit meiner Frau, meiner Tochter und unserem Havaneser in der Pfalz. Mehr Infos über mich kannst Du hier nachlesen.

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