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Juni 17, 2022

Manche Menschen macht Stress einfach weniger aus. Sie haben ein dickes Fell. Du fragst dich: wie wird man stressresistent? Hier erfährst du es.

Die emotionale Widerstandsfähigkeit bzw. Stressresistenz ist teilweise angeboren, aber sie kann (und sollte) unbedingt erlernt und stetig weiterentwickelt werden.

Wenn du in der Lage sein möchtest, mit den großen und kleinen Herausforderungen des Lebens leichter umzugehen, an Widrigkeiten zu wachsen und potenziell negative Ereignisse in positive zu verwandeln, können dir die folgenden Tipps und Schritte in diesem Artikel helfen, stressresistenter zu werden.

Entwickle die richtige Einstellung zum Stress

Stress ist ein Begriff, den wohl jeder Mensch in der westlichen Welt kennt und wir alle haben im Laufe unseres Lebens unsere Erfahrungen zum Thema gemacht. Die Frage, die viele von uns dabei beschäftigt, ist: Wie kann ich stressresistenter werden?

Das Schlagwort hier ist der Begriff Resilienz, also die Anpassungsfähigkeit/Stressresistenz und innere Widerstandskraft, die wir Menschen entwickeln können.

Sehe Schwierigkeiten als Herausforderung

Resiliente Menschen neigen dazu, die Schwierigkeiten des Lebens als Herausforderungen zu sehen und entsprechend zu handeln, anstatt mit Angst, Selbstmitleid, Schuldzuweisungen oder einer "Opfermentalität" zu reagieren.

Auch wenn das Leben sehr herausfordernd sein kann, ist ein wichtiger Schritt, um widerstandsfähiger zu werden und die eigene Stressresistenz zu erhöhen, positive Selbstgespräche zu führen und dich daran zu erinnern, dass du stark bist und stärker und weiser werden kannst, wenn du die Herausforderungen des Lebens meisterst. So kannst du deine Stressresistenz erhöhen und mit Belastungen deutlich entspannter umgehen.

Achtsam sein für mehr Stressresistenz

Ein Teil der Resilienz ist auch ein gut entwickeltes emotionales Bewusstsein; dir selbst und anderen gegenüber. Es ist wichtig, zu verstehen was du fühlst und was die Ursachen dafür sind. Manchmal fühlen sich Menschen von ihren Emotionen überwältigt, was sie ängstigt und lähmt.

Zu wissen, warum du dich über etwas aufgeregt hast oder warum du traurig oder verängstigt bist, kann dir wertvolle Hinweise darauf geben, was du in deinem Leben ändern musst.

Tagebuch führen

Es ist auch wichtig, zu recherchieren, wie genau du die Herausforderungen meistern kannst, vor denen du stehst. Das Führen eines Tagebuchs kann dir zum Beispiel dabei helfen, deine innere Welt zu erforschen und einen Aktionsplan zu entwickeln. So kannst du auch relativ schnell deine persönlichen Stressfaktoren erkennen, die dich bisher in innere und auch äußere Unruhe versetzt haben.

Entwickle einen inneren Kontrollmechanismus

Resiliente Menschen glauben, dass sie ihr Leben selbst in der Hand haben und dessen Richtung bestimmen. Denn Fakt ist: Wir können zwar unsere Umstände nicht kontrollieren, aber wir können steuern, wie wir auf diese Umstände reagieren, und das macht einen großen Unterschied in unserer Einstellung und beim Verlauf unseres Lebens.

Übung ist notwendig

Natürlich ist diese innere Haltung Übungssache, vor allem, wenn du es bisher nicht gewohnt bist, dich selbst als Schöpfer und alleinigen Verantwortlichen für dein Leben zu sehen. Zum Glück kannst du einen inneren Kontrollmechanismus entwickeln, um mit regelmäßigem Training deine innere Einstellung immer wieder auf Kurs zu bringen - bis irgendwann automatisch die Kontrollleuchte in deinem Kopf aufleuchtet, wenn du merkst: "Oh, jetzt rutsche ich wieder in alte Denkmuster."

Dein Kontrollmechanismus ist ein machtvolles Werkzeug, um deine Fähigkeit der Stressresistenz wie einen Muskel wachsen zu lassen.

Optimismus kultivieren

Ein Optimist zu sein, bedeutet mehr, als immer nur die guten Seiten zu sehen (obwohl das selbstverständlich auch hilft). Es ist vor allem eine Art, die Welt zu betrachten, bei der du deine Stärken und Erfolge maximierst und deine Schwächen und Rückschläge minimierst. Anstatt dich also auf deine Schwächen zu versteifen, hilft Optimismus dir, dich mehr auf deine Stärken zu konzentrieren und diese auszubauen. Diese Eigenschaft hilft dir auch dabei, Rückschläge als Lernchance zu betrachten und weniger als persönliches Versagen oder ähnliches.

Eine optimistische Weltsicht zu entwickeln, kann dir also helfen, widerstandsfähiger zu werden.

Soziale Unterstützung sammeln

Auch wenn wir letztlich alle mit unseren eigenen Herausforderungen konfrontiert sind, kann ein Freund oder eine Gruppe von Freunden oder andere uns nahestehende Menschen, die uns unterstützen, die Last erleichtern. Diejenigen, die über ein starkes soziales Netzwerk verfügen, bleiben in der Regel gesünder und glücklicher und können besser mit chronischem Stress umgehen.

Der Mensch als Herdentier

Auch Stresssymptome verringern sich nachweislich, wenn wir ein Netz aus lieben Menschen um uns haben, die uns gut tun. Wir Menschen sind von Natur aus Herdentiere und ständige Einsamkeit belastet nicht nur die Psyche, sondern auch den Körper und kann uns im Extremfall sogar krank machen. Aus diesem Grund hilft dir der soziale Rückhalt von guten Freunden, Familie und anderen Menschen in deinem Leben, die Stressoren in deinem Leben zu verringern.

Umgekehrt sind diejenigen, die wenig Unterstützung haben, verletzlicher und diejenigen, die konfliktbehaftete und nicht unterstützende Beziehungen haben, sind noch schlechter dran.

Bewahre dir deinen Sinn für Humor

Wenn du in der Lage bist, über die Frustrationen des Lebens zu lachen, kannst du dich sozusagen gegen Stress und Widrigkeiten immunisieren. Wer das Leben mit Humor nimmt, empfindet es als weniger stressig, kann sich in schwierigen Zeiten mit anderen verbinden und erfährt die zahlreichen Vorteile des Lachens. Denn ein Lächeln oder eine Runde herzhaften Lachens - am besten gemeinsam mit deinen Lieblingsmenschen - sind wie ein Rezept für mehr Widerstandskraft in deinem Alltag.

Lache viel und oft

Wenn du auch in schwierigen Situationen deinen Sinn für Humor bewahren kannst und dich bei innerer Anspannung auf diesen besinnst, machst du dir selbst dein Leben deutlich leichter und kommst besser durch schwierige Phasen.

Bewegung

Sport wird oft empfohlen, um die eigene Resilienz zu stärken. Das kann einerseits an der Wirkung der Endorphine auf die Stimmung liegen oder andererseits an den körperlichen Vorteilen, die Bewegung mit sich bringt oder an beidem.

Muskeln und Psyche stärken

Wie auch immer, wenn du regelmäßig Sport treibst, kannst du davon in mehrfacher Hinsicht profitieren. Du steigerst damit nicht nur deine körperliche Belastbarkeit, sondern auch deine innere Widerstandskraft und baust auftretenden Stress durch die Bewegung rascher wieder ab. Deine Muskeln und auch deine psychische Gesundheit werden es dir danken.

Wenn du noch auf der Suche nach dem geeigneten Sportprogramm für dich bist, kannst du hierzu zum Beispiel Kurse bei einem Fitnessstudio deiner Wahl oder einem Verein, einer Volkshochschule oder deiner Krankenkasse ausprobieren, hier findet in der Regel jeder eine Sportart, die ihm Freude macht. Und solltest du eher ein Sportmuffel sein, kann dir auch ein Spaziergang in der Natur sehr gut tun und dir Bewegung verschaffen.

Nimm Kontakt mit deiner spirituellen Seite auf

Studien haben gezeigt, dass Menschen, die spirituell geprägt sind, auch widerstandsfähiger sind. Das heißt nicht, dass du als Atheist oder Agnostiker nicht belastbar sein kannst. Aber wenn du offen dafür bist, kann es dir Kraft geben, wenn du die Verbindung zu deiner spirituellen Seite wieder aufnimmst oder stärkst.

Meditation und Yoga

Beachte, dass dies für jeden Menschen etwas anderes heißt. Das kann zum Beispiel Meditation oder Yoga bedeuten, um dich mit dir selbst zu verbinden oder auch einen ruhigen und besinnlichen Spaziergang im Park zu machen oder dich einem anderen Ritual in deinem Leben zu widmen.

Auch Entspannungsübungen wie Autogenes Training und Atemübungen oder das Lesen von inspirierenden Büchern und das Beschäftigen mit Themen wie Psychologie und Persönlichkeitsentwicklung können dir helfen, mehr zu dir selbst zu finden und dich in die innere Ruhe und Gelassenheit zu bringen.

So kannst du Dauerstress im Job oder anderen Lebensbereichen entgegenwirken und Probleme wie Schlafstörungen in den Griff bekommen.

Gib nicht auf

Viele Menschen kennen zwar durchaus Bewältigungsstrategien, die bei Stress helfen können, wie z. B. Diäten und Sportprogramme. Die meisten hören jedoch oft schon nach einer gewissen Zeit wieder damit auf, gesunde Routinen in ihren Tag einzubauen.

Gewohnheiten brauchen Zeit

Das liegt meist daran, dass es noch nicht genug in Fleisch und Blut übergegangen ist, denn wir Menschen sind nun mal Gewohnheitstiere und so eine Gewohnheit braucht eine gewisse Zeit, um fest in unserem Gehirn verankert zu sein. Im Schnitt ist hier von mindestens 60 Tagen die Rede, wie Studien gezeigt haben. Je öfter und langfristiger wir also bestimmte Aufgaben und Tätigkeiten ausführen, desto mehr werden sie uns auch zur Gewohnheit. Die erfolgreichsten Menschen sind erwiesenermaßen diejenigen, die ihre Bemühungen langfristig aufrechterhalten.

Es ist also wichtig, dran zu bleiben an deinen gewünschten Veränderungen und dir immer wieder klar zu machen, dass Routinen ihre Zeit brauchen. Gib deine Situation also nicht auf, höre nicht auf, daran zu arbeiten, sie zu bewältigen und vertraue auf den Prozess.

Mein Fazit: so stärkst du deine Stressresistenz

Jeder Mensch erlebt in seinem täglichen Leben Stresssituationen und schüttet dabei Stresshormone aus, die den Körper belasten, wenn dieser sich im Dauerstress befindet. Viele Menschen haben dann mit Symptomen wie Verspannung, Reizbarkeit, verminderter Leistungsfähigkeit, Erschöpfung und mehr zu kämpfen.

Im schlimmsten Fall kann übermäßiger Stress auch zum Burnout führen, wenn du nicht rechtzeitig einlenkst und den Stress bewusst herunterfährst. Laut Wissenschaft sind dabei nicht allein die Reize verantwortlich, die wir von außen bekommen, sondern vor allem, wie wir diese bewerten. Ein Streit beispielsweise kann dich nur so weit stressen, wie du es selbst zulässt und entsprechend der Bewertung, die du ihm gibst.

Positiver und negativer Stress

Stress ist außerdem per Definition erstmal nichts schlechtes, denn es gibt unterschiedliche Arten von Stress - positiven und negativen. Positiver Stress ist zum Beispiel die Vorfreude auf ein bevorstehendes schönes Ereignis und die Aufregung deswegen. Negativer Stress ist, wenn man beispielsweise mit seinen Aufgaben völlig überfordert ist und enormen Zeitdruck hat, diese zu erledigen, weil sonst negative Konsequenzen drohen.

Die Weltgesundheitsorganisation sieht solchen negativen Stress schon seit Jahren als Volkskrankheit Nummer 1 an und auch die Analyse des Themas durch die Forschung zeigt, dass Stress ein Phänomen unserer modernen Zeit ist und dass es wichtig ist, stressresistent zu sein, beziehungsweise es zu werden. Stressresistenz ist also sehr wichtig für unsere Gesundheit.

Gesunde Routinen

Zum Glück gibt es viele Möglichkeiten, dir bei diesem Thema gesunde Routinen anzueignen und du findest eine Menge an Informationen hierzu unter anderem online und in Form von Büchern, Kursen und vielem mehr.

Ein wichtiger Punkt bei der Steigerung deiner Stressresistenz ist: Gönne dir regelmäßig Auszeiten von der täglichen Reizüberflutung, zum Beispiel mithilfe von Entspannungstechniken und anderen Ritualen. Achte außerdem auf genügend Bewegung, eine gesunde Ernährung und vor allem auf deine Gedanken. Denn Stress hat immer nur so viel Raum, wie du ihm gibst.

Würdest du gerne persönlich mit mir sprechen? Dann kannst du hier einen Termin mit mir ausmachen, in dem wir unsere Erfahrungen austauschen können.

Schnelle Hilfe?

Falls du Selbstmordgedanken hast und akut Hilfe brauchst: Anlaufstellen wie die Telefonseelsorge (0800 - 111 0 111 oder 0800 - 111 0 222) sind rund um die Uhr für dich erreichbar. Weitere Hilfsangebote findest du hier: https://www.suizidprophylaxe.de/hilfsangebote/hilfsangebote/



Über den Author

Andreas

Ich bin Andreas, Gründer und Hauptblogger von "Mein Weg aus der Angst". Ich lebe mit meiner Frau, unserer Tochter und unserem Hund im Süden Deutschlands. Mehr Infos über mich kannst du hier nachlesen.

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